Table Of ContentFORSCHUNGSBERICHTE DES LANDES NORDRHEIN-WESTFALEN
Nr. 1432
Herausgegeben
im Auftrage des Ministerpräsidenten Dr. Pranz Meyers
von Staatssekretär Professor Dr. h. c. Dr. E. h. Leo Brandt
DK 552.1 552.57 (43-316.2)
Oberlandesgeologin Dr. Marlies Teichmüller
Dr.Johannes Hartlieb
Dr. Günther Lensch
Geologisches Landesamt Nordrhein-Westfalen, Krefeld
Zur Petrographie der Karbon-Kohlen in bisher
unverritzten Kohlenfeldern des Münsterlandes
SPRINGER FACHMEDIEN WIESBADEN GMBH 1965
ISBN 978-3-663-04168-9 ISBN 978-3-663-05614-0 (eBook)
DOI 10.1007/978-3-663-05614-0
Verlags-Nr. 011432
© 1 9 6 5 b y Springer Fadunedien Wiesbaden
Ursprünglich erschienen bei Westdeutscher Verlag, Köln und Opladen 1965
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Inhalt
Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
A. Methoden der Untersuchung 9
B. Die Kohlen des Westfal D 11
1. Piesberg bei Osnabrück . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
2. Ibbenbüren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
3. Bohrung Coesfeld Süd 1 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
Zusammenfassung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
C. Die Kohlen des W estfal C . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
1. Ibbenbüren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
a) Grubenaufschlüsse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
b) Bohrungen Bockraden 1-4 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23
2. Bohrung Neuenkirchen 2 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26
3. Bohrung Homer 1 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27
4. Bohrung Lippermulde 3 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27
5. Bohrungen nördlich und nordöstlich des Münsterlandes . . . . . . . . . . . 29
Zusammenfassung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
D. Die Kohlen des Westfal B . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31
1. Schachtabteufen Wulfen 1 und 2 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31
2. Bohrung Senden 11 a . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43
3. Bohrung Bevergern 1 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44
4. Bohrung Münsterland 1 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44
5. Bohrung Borkenwirthe 1 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45
Zusammenfassung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45
E. Die Kohlen des W estfal A 46
1. Bohrung Münsterland 1 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46
2. Bohrung Senden 11 a . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58
3. Bohrung Ostbevern 1 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59
4. Bohrung Iburg 4 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59
5
5. Bohrung Borkenwirthe 1 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60
6. Bohrung Vardingholt 1 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61
7. Bohrung Isselburg 1 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62
Zusammenfassung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63
F. Die Kohlen des Namur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65
1. Bohrung Münsterland 1 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65
2. Bohrung Bielefeld 1 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67
Zusammenfassung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68
G. Ergebnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 69
Literaturverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 71
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Einleitung
Während die petrographische Zusammensetzung der oberkarbonischen Flöze im
Ruhrrevier durch viele Einzelarbeiten weitgehend geklärt ist, ist der Aufbau der
Kohle im flözführenden Oberkarbon weiter im Norden noch großenteils unbe
kannt. Hier liegt die Steinkohlenformation ja unter einem mächtigen Deckgebirge
begraben. In den beiden letzten Jahrzehnten sind nun eine Reihe von Bohrungen
im Münsterland heruntergebracht worden, die eine Übersicht über den Aufbau
des Steinkohlengebirges dort gegeben haben. Dabei wurden zahlreiche Kohlen
flöze durchbohrt. Obgleich die Flöze meist zu tief liegen, um abgebaut werden
zu können, interessieren sie doch im Hinblick auf die Ausbildung der Kohlen in
den Reserveräumen des Ruhrbergbaus; denn wenn die Kohle im Münsterland eine
andere Fazies aufweist als im Ruhrrevier, so müßten Übergänge bereits in den
Reservefeldern erwartet werden. Da wir uns vom Ruhrgebiet aus gesehen in nörd
licher Richtung auf das Vorland der subvariszischen Saumsenke zu bewegen, d.h.
auf einen langsamer sinkenden Raum zu, wäre es denkbar, daß die Kohle hier
anders ausgebildet ist als in der eigentlichen V ortiefe, zu dem das Ruhrkohlen
becken gehört. In letzter Zeit sind derartige Beziehungen zwischen dem tek
tonischen Typ des Ablagerungsraumes und der Kohlenfazies mehrfach aufgedeckt
worden. Zum Beispiel fanden TrMOFEEV, YABLOKOV und BoGOLIUBOVA 1960 in
den Kohlenlagerstätten vom »Plattform-Typ« auffallend viel Liptobiolithe und
inertinitreiche Kohlen.
Aus diesem Grund erschien es angebracht, die in den Bohrungen des Münster
landes und seiner nördlichen Randgebiete angetroffenen Kohlen einmal auf ihre
petrographische Zusammensetzung zu untersuchen. Selbstverständlich können
diese Untersuchungen noch kein definitives Bild geben. Dazu ist die Zahl der Auf
schlüsse zu gering, dasBeobachtungsnetz zu weitmaschig und dasAlter der unter
suchten Flöze zu verschieden. Hinzu kommt, daß aus den meisten Bohrungen nur
Spülproben zur Verfügung standen.
Bei der Bearbeitung der Proben wurde natürlich auch auf die Erfassung von Flöz
Eigentümlichkeiten Wert gelegt, die für die Flözkorrelierung von Bedeutung
werden können. Insbesondere wurde nach Leithorizonten gesucht, wie sie die
Kaolin-Kohlentonsteine und gelegentlich auch Siderit-Lagen, Crassidurite und
durch marine Beeinflussung bedingte Pyrit-Anreicherungen bilden.
Für die Überlassung von Proben sind wir der Preußischen Bergwerks- und
Hütten AG, Ibbenbüren, insbesondere Herrn Dipl.-Ing. LEISSER, der Mathias
Stinnes AG, insbesondere Herrn Markscheider Dr. LEHMANN, der Gelsenkirebener
Bergwerks AG, insbesondere Herrn Dr. HEINE und Herrn Dr. v. KARMASIN
sowie den an der Bohrung Münsterland 1 und überhaupt an der Prospektion im
Münsterland beteiligten Erdölfirmen zu großem Dank verpflichtet. Unser Dank
7
gilt insbesondere den Firmen: C. Deilmann Bergbau GmbH, Bentheim; Deutsche
Erdöl AG, Hamburg; Deutsche Schachtbau GmbH, Lingen; Gewerkschaft
Elwerath, Hannover; Mobiloil in Deutschland AG, Celle; Preußische Bergwerks
und Hütten AG, Hannover; und Wintershall AG, Kassel.
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A. Methoden der Untersuchung
Da aus den Bohrungen fast ausnahmslos Spülproben zur Verfügung standen,
wurde eine Aufbereitungsmethode entwickelt, die eine möglichst saubere Er
fassung der einzelnen Flöze gestattet. In einer Spülbohrung werden die Kohlen
flöze bekanntlich zuerst durch einen größeren Bohrfortschritt, dann durch das
Aufsteigen von Gas und schließlich von Kohlenklein angezeigt. Das Kohlenklein
wurde sorgfältig aufgefangen und durch Abbrausen auf einem Sieb von der
Spülung befreit. Verunreinigungen von Nebengestein, die gelegentlich mehr als
50% der Spülprobe ausmachen, wurden durch Abschwimmen der Kohle in einem
Flüssigkeitsgemisch von Bromoform und Tetrachlorkohlenstoff mit einem spez.
Gewicht von 1,9 ausgeschieden. Dabei sinken auch die schweren Teilchen aus den
Bergemitteln der Flöze zu Boden. Um festzustellen, ob sich darunter Kaolin
Kohlentonsteine befinden, wurde auch die schwere Fraktion mikroskopisch
untersucht. Die bei s = 1,9 abgeschwommene Kohlenprobe entspricht in etwa
dem Flözdurchschnitt, abzüglich der Bergelagen. Sie stellt also den Anteil des
Flözes dar, der nach einer im Ruhrrevier üblichen Aufbereitung (Wäsche) zur
Verwendung gelangt (Kohle+ Mittelgut). Die bei s = 1,9 abgeschwommenen
Kohlenproben der Bohrung Münsterland 1 wurden sowohl qualitativ als auch
quantitativ nach der Punkt-Zählmethode untersucht, nachdem sie zu repräsen
tativen Anschliffen verarbeitet worden waren. Dabei wurden sowohl die Mazerale
als auch die Mikrolithotypen ausgezählt. Die schweren Fraktionen wurden in
»Bergekornschliffen« nur qualitativ und halbquantitativ durchmustert.
Von den meisten hier untersuchten Bohrungen lagen keine Flözdurchschnitts
proben, sondern nur Stichproben vor. Bei diesen Proben erübrigt sich naturgemäß
eine quantitative Untersuchung nach Mazeralen oder Mikrolithotypen. Sie wurden
jedoch mit in die Untersuchung einbezogen, da sie gegebenenfalls Aufschluß geben
können über besondere petrographische Eigenschaften der Flöze (Kaolin-Kohlen
tonsteine, Pyritführung, Crassidurite usw.).
Aus den südlichen Teilen des Münsterlandes konnten ganze Flözprofile in den
weit nach Norden vorgeschobenen Schächten Wulfen 1 und 2 quantitativ mikro
skopisch bearbeitet werden. Im Ibbenbürener Raum, wo die Inkohlung bereits
so weit vorgeschritten ist, daß Clarite, Duroclarite, Clarodurite und Durite nicht
mehr voneinander unterschieden werden können, waren nur qualitative und halb
quantitative Untersuchungen möglich.
Einen Überblick über die Lage der untersuchten Bohrungen und Schachtauf
schlüsse gibt Abb. 1.
Die Durchführung der mikroskopischen Untersuchungen durch die verschiedenen
Bearbeiter verteilt sich wie folgt: M. TEICHMÜLLER untersuchte die Proben aus
den Bohrungen Coesfeld-Süd 1, Homer 1, Senden 11 a, Borkenwirthe 1 (z. T.),
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Isselburg 1, Ostbevern 1, Münsterland 1 (z. T.) sowie vergleichshalber Kohlen
aus der Nachbarschaft von Bielefeld, Osnabrück, Rehden und dem Emsland. -
]. HARTLIEB bearbeitete die Flöze des Ibbenbürener Karbons und Kohlenprobeq
aus den Bohrungen Vardingholt 1, Borkenwirthe 1 (z. T.), Neuenkirchen 2, Bever
gern 1, Iburg 4 und Lippermulde 3 sowie einen Teil der Flözprofile aus dem
Schacht Wulfen 1. - G. LENSCH untersuchte den größten Teil der Flözprofile aus
dem Schacht Wulfen 1 und zahlreiche Spülproben aus der Bohrung Münsterland 1.
Die Berichterstattung lag in Händen von M. TEICHMÜLLER.
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