Table Of ContentZukunftsstrategien für Orchester
Stefan Rosu
Zukunftsstrategien für
Orchester
Kompetenzen und Kräfte
mobilisieren
Dr.StefanRosu
Mattsee
Österreich
ISBN978-3-658-05387-1 ISBN978-3-658-05388-8(eBook)
DOI10.1007/978-3-658-05388-8
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Lektorat:Dr.CoriAntoniaMackrodt,KatharinaGonsior
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Orchester(orchestre)
„AbbildderGesellschaft.
JederspieltseineRolle,
undesgibteinenChef.“
(Flaubert:Dictionnairedesidéesreçues,
Erschienenposthum1931)
Strategie
„Todiscoveropportunitiesforindustryrevolution,
onemustlookattheworldinanewway,
throughanewlens.“
(Hamel:StrategyasRevolution1996,S.79)
Zukunft
„WirbefindenunserstamAnfang–derZukunft.
Wersiemitgestaltenwill,mussvondeneigenen
GewohnheitenAbschiednehmen.“
(Haselbachetal.2012,S.73)
Vorwort: Warum dieses Buch?
DieaktuelleDebatteumdenErhaltvonKulturinstitutionenwirdzunehmendvon
wirtschaftlichenBegriffengeprägt:verlangtwirdeineffizienterEinsatzderMittel,
einGeistkulturellerUnternehmerschaftaufallenEbenensowieFlexibilitätvonOr-
ganisationundMitarbeitern.DabeiistderErhalteinerInstitutionselbstnichtmehr
garantiert.DieGangartwirdhärter.Kürzungen,FusionenundselbstdieAuflösung
vonetabliertenInstitutionenwerdenzurrealenundgesellschaftlichimmerweniger
sanktioniertenHandlungsoption.
DieseEntwicklungbetrifftauchdieklassischenBerufsorchester.Fusionenund
einhoheZahlvonAuflösungenselbstrenommierterOrchestersindseitJahrenan
der Tagesordnung. Wer als Berufsmusiker heute seine Stelle in einem Orchester
verliert,wirdsichalleinschonwegendesschrumpfendenMarktssehrschwertun,
eine neue Stelle in einem Berufsorchester zu finden. Und noch schwieriger wird
es,eineStellemitauchnurannäherndvergleichbaremEntlohnungsniveauzufin-
den.Wernunerwartet,dassausdenBerufsorchesternSignaledesAufbruchsoder
Initiativen der Erneuerung kämen, um diesem Abwärtstrend entgegenzuwirken,
derirrt.StattdessenbleibendieOrchesterseltsamunberührt.Siehaltenfestanden
bewährtenRezeptenderVergangenheit.
DieAusgangsthesediesesBucheslautet,dasseinebewahrendeHerangehenswei-
sefüreinenbeträchtlichenTeilderBerufsorchesternichtausreichenwird,umden
HerausforderungenderZukunftzubegegnen.DiesesBuchbefasstsichdeshalbmit
derFrage,welchenWegeinBerufsorchesterbeschreitenkann,umseineExistenz
auchinZukunftsicherzustellen.InachtKapitelnwerdendiewesentlichenElemente
undAnsätzevorgestellt,diefürdieEntwicklungvontragfähigenZukunftsstrategien
notwendigsind.DabeibeschränktsichdieDarstellungbewusstaufeineübersichtli-
cheZahlvonModellenundAnsätzen,diesichentwederinderstrategischenPraxis
alssehrwertvollerwiesenhabenoderdieesdemBerufsorchestererlauben,durch
neueAnsätzeinnovativeAktivitätenzuentwickeln.
VII
VIII Vorwort:WarumdiesesBuch?
DieserTextplädiertfüreinerweitertesVerständnisdesBegriffsOrchester.Denn
er geht von der Einsicht aus, dass die Institution Berufsorchester entscheidende
Entwicklungspotentiale ungenutzt lässt, wenn sie sich in seinen Aktivitäten aus-
schließlichaufdenSpielbetriebunddieWiedergabedesRepertoireskonzentriert.
EinigewenigeOrchesterwerdensichdiesvielleichtauchinZukunftleistenkönnen.
Viele andere müssen ihre Relevanz jedoch auf einer breiteren Existenzgrundlage
aufbauen.DiesesBuchwillzeigen,wieneueKraftgewonnenwerdenkann,indem
alleKompetenzendesOrchestersmobilisiertwerden.DieAufführungeinesmusi-
kalischenWerksimKonzertbleibtdabeieinzentrales,Produkt‘diesesOrchesters
–aberebennichtdasEinzige.
Der Text richtet sich an alle Leser, die das Berufsorchester als wichtigen Be-
standteilderklassischenMusiktraditionauchfürzukünftigeGenerationenerhalten
wollen. Er richtet sich an diejenigen, die im Kultursektor wirken und dies un-
abhängig davon, ob sie dies als Musiker oder Manager, Politiker oder Förderer,
Programmierer eines Orchesters oder Mitarbeiter einer Kulturbehörde tun. Der
TextrichtetsichdarüberhinausandieStudierendenderAusbildungsgängezum
Kultur-undFreizeitmanager.Underrichtetsichnatürlichanalle,dieanstrategi-
schenFragestellungeninteressiertodereinfachneugierigaufeineInnenansichtdes
SektorsderBerufsorchestersind.
AlstiefinderklassischenMusikkulturverwurzelterAutorhoffeich, denOr-
chestern und seinen Trägern in diesem Buch Anregungen für einen gangbaren
WegindieZukunftgebenzukönnen. DasBuchisteinerseitsausderWartedes
Musikers und Hörers geschrieben, der großen Respekt vor den Leistungen hat,
dieindenOrchesternheuteerbrachtwerden.EsspiegeltaberauchdieErfahrun-
gendesOrchesterintendantenwiederundistgetragenvonderÜberzeugung,dass
die historisch gewachsene Orchesterkultur in einigen Aspekten an die heutigen
Bedingungenangepasstwerdenmuss, umdieInstitutiondesprofessionellenBe-
rufsorchesterszubewahren.IndiesemSinnebegleitetdenTextauchderWunsch,
dass er dem Leser auf anregende Weise ein tieferes Verständnis der Institution
Orchester ermöglicht, indem der Blick nicht auf Vergangenheit und Gegenwart,
sondern auf die Zukunft gerichtet wird. Das Buch hat sein Ziel erreicht, wenn
es zum Nachdenken über Auffassungen führt, die für den Leser bislang ganz
selbstverständlichwaren.UndwenndadurchRaumfürWandelundVeränderung
vorstellbarwürde.
AmEndegiltesDankzusagenanalle,diezumGelingendiesesTextesbeigetra-
genundmichalskritischeLeserberatenhaben.AllenvoranstehthierderMünchner
StrategieberaterPeterGartiser, derindiesemBuchauchmiteinemeigenenText
zum Einfluss der Megatrends auf den Kulturbereich zu Wort kommt (vgl. Kap.
4.4.3).EbenfallsgebührtmeinDankHerrnProf.OliverScheytt,dermichbeider
Vorwort:WarumdiesesBuch? IX
VeröffentlichungdiesesTextestatkräftigunterstützthat.IchdankeauchdenMit-
arbeiternvonSpringerVSundGablerVSundallenvoranFrauDr.Mackrodtund
FrauKatharinaGonsior,diediesesBuchalsLektorinnenbetreuthaben.Diewich-
tigsteGrößewaraberindergesamtenPhasemeineFrauMadeleineLandlinger,die
esertragenhat,übereinelangeZeithinwegimmerwiederüberdasgleicheThema
zusprechen.UnddiemirauchüberdieunvermeidlichenKrisenbeiSchreibeneines
solchenTexteshinweggeholfenhat.
MattseebeiSalzburgundMaastrichtimFebruar2014 Dr.StefanRosu
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung ....................................................... 1
1.1 DerBegriffdesBerufsorchesters ............................... 1
1.2 DievierentscheidendenSchrittederStrategieentwicklung......... 2
1.3 DiegeistigenVäterfürdieDarstellungdesStrategieprozesses...... 3
1.4 DerFokusderDarstellung..................................... 5
1.5 WiediesesBuchgelesenwerdenkann .......................... 5
1.6 ZurinhaltlichenGliederung ................................... 6
2 StrategischesManagement ........................................ 7
2.1 DerBegriffStrategie .......................................... 7
2.2 StrategischesManagement .................................... 9
2.2.1 DasProblemder(un-)zuverlässigenPrognose ............ 11
2.2.2 DieAuswirkungenstrategischerFehleroderfehlender
Strategie.............................................. 12
2.2.3 DerGeneralManagementNavigator ..................... 13
2.3 DerNutzenvonStrategischemManagementfürein
Berufsorchester .............................................. 17
2.3.1 OperationalesOrchestermanagement .................... 17
2.3.2 DieaktuelleLagederBerufsorchester..................... 18
2.3.3 StrategischesManagementfürBerufsorchester ............ 19
3 Strategieprozesse ................................................. 23
3.1 FünfVariantenvonStrategieprozessen.......................... 23
3.1.1 TypusKommandoansatz ............................... 25
3.1.2 TypusStrategischePlanung ............................. 26
3.1.3 TypusGelenkteEvolution .............................. 27
3.1.4 TypusSymbolischerAnsatz ............................. 27
3.1.5 TypusSelbstorganisation ............................... 28
XI
XII Inhaltsverzeichnis
3.2 DieQualitätvonStrategieprozessen ............................ 28
3.3 AnforderungenfürerfolgreicheStrategieprozesse
imBerufsorchester ........................................... 30
3.3.1 DerTeam-Aspekt...................................... 30
3.3.2 DerAspektderwissensgetriebenenOrganisation .......... 31
3.3.3 DerAspektdesfundamentalenExistenzdrucksvonaußen .. 33
3.4 EmpfehlungfüreinenStrategietypus ........................... 34
4 StakeholderanalyseundNutzenversprechen......................... 37
4.1 DieStakeholderanalysealsBasisderStrategieentwicklung......... 37
4.2 EinNutzenversprechenfürjedenrelevantenStakeholder.......... 40
4.3 DasManagementderStakeholderbeziehungen................... 41
4.4 DieBestimmungderStakeholderderBerufsorchester............. 42
4.4.1 DieinternenStakeholder ............................... 43
4.4.2 DieexternenStakeholder ............................... 44
4.4.3 DieallgemeineEntwicklungundMegatrends.............. 46
4.4.4 Übersicht:DieStakeholdereinesBerufsorchesters ......... 53
4.5 NutzenversprechenamBeispielBerufsorchester.................. 54
4.5.1 EinNutzenversprechenfürOrchestermusiker(Beispiel1) .. 55
4.5.2 EinNutzenversprechenfürEntscheiderund
Opinion-Leader(Beispiel2) ............................ 57
5 DieMissionunddieProduktpalette................................ 61
5.1 DieMissioneinerOrganisation ................................ 62
5.2 DieProdukt-undDienstleistungspaletteeinerOrganisation....... 64
5.2.1 DerLebenszykluseinesProduktesodereiner
Dienstleistung ........................................ 66
5.2.2 DieorganisationalenFähigkeitenalsFaktorder
Produktentwicklung ................................... 68
5.2.3 DieKernkompetenzalsAusgangspunktzur
Produktentwicklung ................................... 69
5.3 DieMissionderBerufsorchester ............................... 72
5.3.1 DieKundenorientierungvonKulturinstitutionen.......... 73
5.3.2 BeispielefürMission-StatementsvonBerufsorchestern..... 75
5.3.3 DiestrategischenAnforderungenandieMissiondes
Berufsorchesters ...................................... 79
5.4 ProduktentwicklungundProduktinnovationenimOrchester...... 80
5.4.1 DieetablierteDenkweisevonProduktentwicklungim
Orchester ............................................ 81