Table Of ContentZentrale Themen der
Sportmedizin
Herausgegeben von W Rollmann
Unter Mitarbeit von
P.-0. Astrand, C. Bouchard, M. Donike, A. Drews
H. Groh, M. J. Halhuber, G. Haralambie, H. Hofmann
W. Hollmann, J. Karlsson, J. Keul, J. Klauck
H. Mellerowicz, H. P. Milz, L. Röcker, R. Rost
R. Rujbr, B. Saltin, J. Schmidt, H. Schoberth, V. Seliger
J. Stegemann, H. Stoboy, N. B. Strydom
M.-Chr. Thibault, C. H. Wyndham
Zweite, neubearbeitete und ergänzte Auflage
Mit 107 Abbildungen
Springer-Verlag Berlin Heidelberg GmbH
o. Professor Dr. med. Wildor HoLLMANN
Leiter des Instituts fiir Kreislaufforschung und Sportmedizin
(Lehrstuhl fi.ir Kardiologie und Sportmedizin)
der Deutschen Sporthochschule
Carl-Diem-Weg, 5000 Koln 41
ISBN 978-3-662-00623-8 ISBN 978-3-662-00622-1 (eBook)
DOI 10.1007/978-3-662-00622-1
Library of Congress Cataloging in Publication Data. Hollmann, Wildor.
Zentrale Themen der Sportmedizin. Bibliography: p. Includes index.
1. Sports medicine. L Astrand, Per Olof.II. Title. RC 1210. H 62
1977 617'.1027 77-4882
Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Warenbezeichnungen usw. in diesem Werk berechtigt auch
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dem Verlag zu vereinbaren ist.
© bySpringer-Verlag Berlin Heidelberg 1972, 1977.
Urspriinglich erschienen bei Springer-Verlag Berlin Heidelberg New York1977.
Satz-u. Bindearbeiten: G. Appl, Wemding
2121/3140-543210.
Vorwort zur zweiten Auflage
In den wenigen Jahren seit dem Erscheinen der ersten Auflage hat die Sport
medizin im nationalen wie im internationalen Bereich weiter an Bedeutung
zugenommen. An verschiedenen Universitäten in der Bundesrepublik
Deutschland wurden Lehrstühle für Sportmedizin eingerichtet. In Ländern
wie Brasilien, Argentinien, Kolumbien, Venezuela, Mexiko, Ägypten, Iran,
Japan, neuerdings auch in den USA und in Großbritannien, ist man um den
Aufbau sportmedizinischer Institute bemüht. In den "klassischen" spartmedi
zinischen Ländern Europas, aber auch beispielsweise in Kanada konnten
manche neue spartmedizinische Forschungsergebnisse erarbeitet werden.
Dementsprechend hat sich auch die Literatur vergrößert, die gerade auf dem
Gebiete der Sportmedizin als einer interdisziplinären Wissenschaft kaum noch
überschaubar ist.
Diese Vielfalt der Forschungsergebnisse und die Möglichkeit ihrer Publika
tion fast in der gesamten Breite der medizinischen Disziplinen macht eine
konzentrierte Darstellung einiger besonders wichtiger Themen zur schnellen
Information über ein inhaltlich geschlossenes Gebiet wünschenswert. Darum
wurde bereits für den Titel der ersten Ausgabe die Bezeichnung "Zentrale
Themen ....." gewählt, die in Anbetracht der skizzierten Fortentwicklung
heute noch zutreffender sein dürfte. Damit ist gleichzeitig die Abgrenzung
dieser Schrift in ihrer Aufgabenstellung gegenüber umfangreichen Monogra
phien auf dem Gebiete der Sportmedizin gegeben. Einige neue Kapitel wur
den aufgenommen, die übrigen überarbeitet. Auf eine möglichst geringe Zu
nahme der Seitenzahl wurde Wert gelegt. Zwecks Vermeidung von Literatur
Vielfachzitierungen ist auch trotz zuzugebender Nachteile an der geschlosse
nen Literaturwiedergabe am Ende des Buches festgehalten worden.
Allen Autoren danke ich für ihre Mitarbeit und Mühewaltung. Mein Dank
gilt ferner dem Springer-Verlag, vor allem den Herren K. MüNSTER und
R. FiscHER für die freundliche Beratung in der Drucklegung dieses Buches.
Köln, im Oktober 1977 WILDOR HüLLMANN
Vorwort zur ersten Auflage
Der Name "Sportmedizin" ist eine Traditionsbezeichnung, die heute nur noch
einen Teilbereich dieses Faches charakterisiert. Viel treffenderwird sie definiert
durch "das Bemühen der theoretischen und praktischen Medizin, den Einfluß
von Bewegung, Training und Sport sowie den von Bewegungsmangel auf den
gesunden und kranken Menschen jeder Altersstufe zu analysieren, um die
Befunde der Prävention, Therapie und Rehabilitation sowie dem Sport selbst
dienlich zu machen".
Sportmedizinische Untersuchung und Forschung hat gemäß ihrem Metier den
körperlich tätigen Menschen zum Ziel. Das setzte die Entwicklung spezieller
Apparaturen und Untersuchungsverfahren voraus. Die hierdurch geschaffenen
Möglichkeiten eröffneten ihrerseits neue Perspektiven für eine Reihe medizini
scher Gebiete, insbesondere die Kardiologie, die Pulmonologie, die Pharmako
logie, die Orthopädie, die Physiologie. Die Funktions-und Leistungsdiagnostik,
die Bewegungstherapie und Rehabilitation erhielten besonders im letzten Jahr
zehnt neue Impulse aus der Sportmedizin.
Im Vordergrund der spartmedizinischen Bemühungen von heute steht die Prä
vention gegenüber den Hypokinetosen. Sie repräsentieren diejenigen Störun
gen oder Erkrankungen, die durch Bewegungsmangel hervorgerufen oder maß
geblich gefördert werden. Darum wird diese Schrift auch mit einem präventiv
medizinischen Thema begonnen.
In manchen Staaten der Welt existiert bereits der Facharzt für Sportmedizin mit
einer durchweg 3-4jährigen Spezialausbildung. In der Bundesrepublik gibt es
für den Medizinstudenten noch keine Prüfung über Sportmedizin im Staats
examen. In den klassischen medizinischen Lehrbüchern deutscher Sprache sind
spartmedizinische Aspekte - wenn überhaupt - durchweg am Rande erwähnt.
Der in der Praxis stehende Arzt ist aber tagtäglich bei seinen Patienten mit
Fragen befaßt, die den Komplex Bewegungsmangel einerseits, Sport anderer
seits betreffen. Er soll aus präventivmedizinischen Gründen den Sport anraten
und ein individuell geeignetes Training empfehlen. Der Arzt muß daher diffe
renzieren können zwischen qualitativ und quantitativ unterschiedlichen Auswir
kungen der verschiedenen motorischen Beanspruchungsformen (Koordination,
Flexibilität, Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer) auf den Organismus sowie zwischen
den verschiedenen Stufen der Eignung für ein körperliches Training bei funk
tionsgestörten, leistungsschwachen und schließlich bei Personen mit organisch
manifestierten Erkrankungen. Der Sporttreibende selbst will Ratschläge von
seinem Arzt hinsichtlich der Sportausübung in gesunden und insbesondere in
kranken Tagen. Der Arzt ist damit aber eindeutig überfordert, da ihm zumindest
VIII Vorwort zur ersten Auflage
seine routinemäßige Ausbildung keine genügenden entsprechenden Kenntnisse
vermittelte.
Das vorliegende Buch versucht, hier behilflich zu sein. Zentrale Themen der
heutigen Sportmedizin obiger Definition sind von einem internationalen Spezia
listenkreis in Lehrbuchart abgehandelt. Physiologische, internistische, orthopä
dische und biochemische Fragen wurden aus der Sicht der Sportmedizin berück
sichtigt. Die angeschnittenen Probleme sind nicht nur für den Fachmann faszi
nierend. Ich möchte hier den Wunsch äußern, daß viele Ärzte, Medizin- und
auch Sportstudenten es ebenso empfinden mögen.
Dem Springer-Verlag sei für die Anregung zur Entstehung dieses Buches, für
die Beratung und Unterstützung sowie nicht zuletzt für die gute Ausstattung
gedankt.
Köln, im Mai 1972 WrLDOR HüLLMANN
Inhaltsverzeichnis
Sport und körperliches Training als Mittel der Präventivmedizin
inderKardiologie(W.HüLLMANN) . . . . . . . . . . . . . . . . 1
Neuromuskuläre Funktion und körperliche Leistung (H. STOBOY) 17
I. Einleitung . . . . . 17
II. Muskelarten . . . . 18
III. Muskelkontraktion 19
IV. Muskelkontraktilität 23
V. Muskelarbeit und Wirkungsgrad 25
VI. Nervenaktivität und spinale Kontrolle der Muskeltätigkeit 26
VII. Ermüdung, "Muskelkater" und Aufwärmen . . . . 30
VIII. Übung und Lernen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
IX. Zentrale Aspekte der Muskeltätigkeit . . . . . . . . . 33
X. Muskelkraft in Abhängigkeit von Geschlecht und Alter 35
XI. Muskelfunktion und Training . . . . . . . . . . . . . 36
Herz und Kreislauf im Sport (J. STEGEMANN) 43
I. Herz und körperliche Aktivität . . . . 44
II. Wechselbeziehung zwischen Herz und Kreislauf bei körperlicher
Arbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47
III. Blutdruckregulation und Trainingszustand . . . . . 49
IV. Der Antriebsmechanismus des Kreislaufs bei Arbeit 49
V. Die Anpassung der Pulsfrequenz an die Arbeit 52
VI. Die Pulsfrequenz bei Arbeitsbeginn . . . 53
VII. Die periphere Steuerung der Pulsfrequenz . . 53
VIII. PulsfrequenzundLeistungsgrenzen . . . . . 55
IX. Die Kreislaufantriebe unter pathophysiologischen
Gesichtspunkten . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56
DasSportherz (R. RosT) 57
I. Definition und Wertung 58
II. Funktionsweise des Sportherzens 60
III. Klinische Befunde und Schädigungsmöglichkeiten 64
X Inhaltsverzeichnis
Lungenfunktion, Atmung und Gasstoffwechsel im Sport
(W. HOLLMANN) ...... . 67
I. Die Lungenvolumina 69
li. Die Lungenventilation 72
III. Alveoläre Ventilation und Totraum 78
IV. Die Diffusion in der Lunge . . . . . 79
V. DerGastransportimBlut . . . . . 81
VI. Die Steuerung der Atmung bei Körperarbeit 81
VII. Die Atmung als leistungsbegrenzender Faktor 82
VIII. Die maximale Sauerstoffaufnahmeimin (=aerobe Kapazität) 83
IX. Sport und körperliches Training bei Lungenaffektionen . . . 86
Der Einfluß körperlicher Aktivität auf das Blut (L. RöcKER) 91
I. Einleitung . . . . . . . . . . 91
II. Blutvolumen . . . . . . . . . 92
III. Korpuskuläre Blutbestandteile 95
IV. Hormone . . . . . . . . . . 99
V. Proteine (Albumin, Globuline) 103
VI. Enzyme .......... . 108
VII. Lipide (Cholesterin und Triglyceride) 109
Energiestoffwechsel und körperliche Leistung
(J. KEUL und G. HARALAMBIE). . ...... . 111
I. Einwirkung kurzfristiger Körperarbeit auf den Skelettmuskel 113
li. Einwirkung langwährender Körperarbeit auf den Skelettmuskel 120
III. Anpassung des Muskelstoffwechsels an körperliche Belastungen 124
IV. Elektrolytstoffwechsel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 127
V. Energieumsatz des menschlichen Herzens bei Körperarbeit . 128
VI. Bedeutung der verschiedenen Substrate für die muskuläre
Leistungsfähigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 130
Die Ernährungdes Sportlers (B. SALTIN undJ. KARLSSON) . . . . . . . 132
I. AufgabenderNahrung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 132
li. Die Größe des Energieumsatzes bei verschiedenen sportlichen
Tätigkeiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 133
III. Die relative Rolle von Kohlenhydraten und Fetten als Substrat . 134
IV. Kalorienaufnahme-Nährstoffe ohne Kaloriengehalt . . . . . 139
V. Der Bedarf an Nährstoffen ohne Kaloriengehalt bei Training
und Wettbewerb . . . 139
VI. Praktische Ratschläge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 144
Inhaltsverzeichnis XI
Die körperliche Leistungsfähigkeit in der Höhe (P. -0. AsTRAND) 147
I. Einleitung . . . . . . . . . . . 147
II. Physikalische Gesichtspunkte . 14 7
III. Körperliche Leistungsfähigkeit 149
IV. Leistungsbegrenzende Faktoren 150
V. Sauerstofftransport . . . . . . 151
VI. Zusammenfassung . . . . . . . 158
VII. Die Leistungsfähigkeit nach der Rückkehr auf die Meereshöhe 159
VIII. Praktische Anwendungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 160
Körperliche Arbeit bei hoher Temperatur
(C. H. WYNDHAM und N. B. STRYDOM) . . . 162
I. Physiologische und psychologische Reaktionen bei Hitze 162
II. Hitzeschäden während Belastung bei hohen Temperaturen 172
111. Anleitung für Sportärzte in der Behandlung von Fällen mit
Hitzschlag . . . . . . . 175
IV. Präventive Maßnahmen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 176
Training (H. MELLEROWICZ) . . . . . . . . . . . . 181
I. Naturgesetzliche Grundlagen des Trainings 181
II. Qualität des Trainings . . . . . . . . . . . 181
111. Quantität des Trainings . . . . . . . . . . 183
IV. Prinzipien des Kurz-, Mittel-und Dauertrainings 191
V. Präventives und rehabilitatives Training . . . . 192
Biomechanik des Sports (H. GROH und J. KLAUCK) 194
I. Zur Geschichte der Biomechanik . . . . . 194
II. Grundbegriffe einer Biomechanik des Sports 195
111. Untersuchungs-und Meßmethoden . . . . 196
IV. Über biomechanische Untersuchungen des 100-m-Laufs 202
V. Zur Frage einer wissenschaftlichen Trainingsberatung 204
VI. Sofortinformation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 206
Jugend und Sport (C . BouCHARD und M. -CHR. THIBAULT) . . . . . . . 206
I. Die körperliche und motorische Entwicklung des Jugendlichen 207
II. Die individuellen Unterschiede in der körperlichen Entwicklung
des Jugendlichen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 211