Table Of ContentBerlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
Texte und Untersuchungen
zur Geschichte der altchristlichen Literatur
Archiv für die Ausgabe der Griechischen Christlichen Schrifsteller
der ersten Jahrhunderte
(TU)
Begründet von
O. von Gebhardt und A. von Harnack
herausgegeben von
Christoph Markschies
Band 148
Wörterbuch der griechischen Wörter
in den koptischen dokumentarischen Texten
Herausgegeben von
Hans Förster
Walter de Gruyter · Berlin · New York
2002
Herausgegeben im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
im Einvernehmen mit der
Patristischen Kommission der Akademien der Wissenschaften
in Berlin, Düsseldorf, Göttingen, Heidelberg, Leipzig, München
und der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz
von Christoph Markschies
Gedruckt auf Empfehlung der Kommission für Antike Rechtsgeschichte der
Österreichischen Akademie der Wissenschaften und der Österreichischen Nationalbibliothek
Θ Gedruckt auf säurefreiem Papier,
das die US-ANSI-Norm über Haltbarkeit erfüllt.
Die Deutsche Bibliothek - CIP Einheitsaufnahme
Wörterbuch der griechischen Wörter in den koptischen dokumentarischen
Texten / hrsg. von Hans Förster. - Berlin ; New York : de Gruyter 2002
(Texte und Untersuchungen zur Geschichte der altchristlichen Literatur) ;
Bd. 148
ISBN 3-11-017403-0
ISSN 0082-3589
© Copyright 2002 by Walter de Gruyter GmbH & Co. KG, D-10785 Berlin
Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb
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bar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Ein-
speicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
Printed in Germany
Konvertierung und Satz: Readymade, Berlin
Einbandentwurf: Christopher Schneider, Berlin
Vorwort
Das vorliegende Wörterbuch der griechischen Wörter in den koptischen dokumen-
tarischen Texten ist das Ergebnis eines Forschungsprojektes1, das vom Fonds zur
Förderung der wissenschaftlichen Forschung finanziert wurde. Innerhalb von vier
Jahren wurde der Großteil der veröffentlichten koptischen dokumentarischen Tex-
te durchsucht und die dort vorhandenen griechischen Wörter zusammengetragen.
An dieser Stelle möchte ich gegenüber verschiedenen Institutionen und Personen
meinen Dank zum Ausdruck bringen. Der erste Dank gilt dem Fonds, der dieses
Forschungsprojekt finanzierte; mit diesem verbunden ist der Dank an den Projekt-
leiter, Herrn Prof. Dr. Hermann Harrauer, Direktor der Papyrussammlung der
Österreichischen Nationalbibliothek, der das Projekt beantragte und seine Durch-
führung begleitete, wobei er immer für schwierige Probleme, derer es nicht zu
wenige gab, ein offenes Ohr hatte. Der Österreichischen Nationalbibliothek ge-
bührt Dank dafür, daß sie die Infrastruktur für die Durchführung der Arbeit zur
Verfügung stellte.
Das Forschungsprojekt wurde auf der VIII. Tagung des koptologischen Arbeits-
kreises in Halle (Mai 1998) vorgestellt. Auf dem 7th International Congress of
Coptic Studies (Leiden, September 2001) wurden die Fortschritte der Arbeit sowie
erste Ergebnisse präsentiert.
Ein besonderer Dank gilt allen Kollegen, die auf verschiedene Art das Zustan-
dekommen des Wörterbuches förderten. Frau Dr. Sarah Clackson stellte die Druck-
fassung von P.Mon.Apollo vor Erscheinen des Werkes zur Verfügung und las,
ebenso wie Prof. Dr. Klaas A. Worp, das Manuskript, wobei ich beiden für viele
hilfreiche Korrekturen und konstruktive Kritik danke. Auch Frau Doz. Dr. Heike
Behlmer und Herrn Dr. Wolf Oerter danke ich für hilfreiche Diskussionen. In der
Endphase ermöglichte der Geldgeber zusätzlich Frau Bettina Leiminger als studen-
tische Hilfskraft für Korrekturarbeiten, der ebenfalls für ihre Mitarbeit gedankt sei.
Herrn Prof. Dr. Christoph Markschies danke ich für die Aufnahme des Wörter-
buchs in die Reihe „Texte und Untersuchungen zur Geschichte der altchristlichen
Literatur". Ein weiterer Dank gilt Herrn Dr. Thornton stellvertretend für den
Verlag De Gruyter sowie Herrn Burckhardt von der Firma Readymade für die
professionelle Betreuung der Publikation.
1 Unter den beiden Projektnummern P12710-SPR und P13855-SPR.
VI Vorwort
Auch meiner Frau, Dr. Jutta Henner, danke ich an dieser Stelle sehr herzlich für
ihre Geduld und vielfältige Unterstützung während der Erstellung des Wörterbu-
ches, war sie doch oft bis spät in die Nacht ein geduldiger Gesprächspartner, wenn
es um die Klärung schwieriger Probleme und Fragestellungen ging.
Alle verbleibenden Fehler und Irrtümer gehen alleine auf den Verfasser zurück.
Einige der methodischen Probleme, die leider nicht vollständig geklärt werden
konnten, sollen in einem eigenen Abschnitt kurz angeführt werden. Es bleibt zu
bemerken, daß ein Zeitrahmen von exakt vier Jahren vorgegeben war, in denen die
zugrunde gelegten Texte exzerpiert und eine druckfertige Version des Manuskrip-
tes vorgelegt werden mußte. Aufgrund dieses knappen Zeitrahmens waren manche
— eigentlich wünschenswert oder sogar notwendig erscheinenden — Dinge nicht
möglich, wie ζ. B. die Berücksichtigung aller verstreut edierten Texte (die zu großen
Teilen in SB Kopt. II gesammelt sind2), eine tiefergehende Diskussion der Bedeu-
tungen einzelner Wörter und die Berücksichtigung von Sekundärliteratur zu den
betreffenden Themen, wie dies ζ. B. in Lex.Lat.Lehn. geschieht, oder die systema-
tische Suche nach den koptischen Äquivalenten griechischer Wörter. Die Veröffent-
lichung des Wörterbuches geschieht somit in der Überzeugung, daß es sich in
manchen Punkten um ein Provisorium handelt.
Zur Notwendigkeit eines derartigen Projektes bemerkte bereits A. Schiller unter
Verweis auf das Vorwort von Crum's Dictionary in der 1950 erschienenen Fest-
schrift für W. E. Crum: „The need for a dictionary of Greek words in Coptic is
apparent. While in the great majority of instances the meaning to be attached to
the word will be that assigned to it in comparatively contemporaneous Byzantine
usage, a number of rare words are to be encountered as well as some in which a
meaning is to be given quite different from that found in any Greek dictionary. A
lexicon would greatly facilitate the edition of texts and perhaps add measurably to
our knowledge of Byzantine Greek."3 Die Aufnahme aller graphischen Varianten
in alphabetischer Reihenfolge mit Verweis auf das entsprechende Lemma folgt den
Zielen, die Alexander Böhlig diesem Wörterbuch vorgegeben hat: „Endziel bleibt
aber ein Gesamtlexikon aller griechischen Wörter im Koptischen mit Belegstellen
und Schreibvarianten, das als Ergänzung zu W. C. CRUMS Dictionary gedacht ist."4
Die Tatsache, daß seit vielen Jahren auf ein derartiges Werk gewartet wurde und
gleichzeitig die Finanzierung des Projektes eine klare zeitliche Begrenzung setzte,
innerhalb derer das Vorhaben abgeschlossen werden mußte, ist die Rechtfertigung
dafür, das Wörterbuch in dieser Form zu veröffentlichen.
2 Geplant war, auch die in SB Kopt. II aufgenommenen Texte zu berücksichtigen. Während der Arbeiten am
Wörterbuch war das Sammelbuch II jedoch noch in einem Stadium, das die Berücksichtigung der dort
gesammelten Texte unmöglich machte. Für die in diesen Texten vorkommenden griechischen Wörter muß
deswegen auf den Index des Sammelbuches verwiesen werden.
' Vgl. ζ. B. Schiller, KàNCDN and KàNCUNIZe in the Coptic Texts, in: Coptic Studies in honor of Walter
Ewing Crum, Boston (1950) 175-184, hier 177.
4 Vgl. Α. Böhlig, Die Fortführung der Arbeit am Lexikon der griechischen Wörter im Koptischen, WZ(H):GS
5 (1956) 655-657, hier 655.
Inhalt
Vorwort V
I. Einleitung IX
1. Methodische Probleme IX
2. Der Aufbau der einzelnen Lemmata XII
3. Zu den griechischen Wörtern in den koptischen dokumentarischen
Texten XIV
II. English Summary of the Introduction XXX
III. Corrigenda und Addenda XXXIX
IV. Allgemeine Abkürzungen L
V. Literaturverzeichnis LI
α - λ 1
β - Β 129
γ - Γ 144
δ - Λ. 159
ε - e 218
ζ - Ζ 315
η - Η 321
θ - θ 327
ι - I 343
κ - Κ. 356
λ - Λ 459
μ - Μ 489
υ - Ν 539
ξ -2 554
ο - Ο 559
π - π 599
ρ - Ρ 710
σ - C 713
τ - Τ 791
υ - γ 830
φ - φ 846
χ - Χ 862
ψ - ψ 893
ω — CO 898
φ - q - 2 - 6 902
I. Einleitung
1. Methodische Probleme
Das Wörterbuch wird als „Wörterbuch der griechischen Wörter in den koptischen
dokumentarischen Texten" veröffentlicht. In diesem Titel bedarf fast jedes Wort
einer genaueren Eingrenzung. Die Frage ist, was genau ein koptischer Text ist und
wo — in Abgrenzung zum koptischen Text — ein griechischer Text beginnt.
Methodisch wird man dazu geneigt sein, griechische Wendungen innerhalb eines
koptischen Textes, selbst wenn sie zusammenhängende griechische Konstruktionen
darstellen, eher als Teil des koptischen Textes zu betrachten. Deswegen wurden
diese Passagen ohne weitere Kennzeichnung als koptischer Text dargestellt. Bei
griechisch geschriebener Adresse, Invocation oder ähnlichem wird man nicht
umhinkönnen, dies als griechischen Text anzusehen. Gleichzeitig finden sich auch
in diesen Texten, die oftmals in den Editionen ebenfalls mit koptischen Buchstaben
wiedergegeben sind, interessante Verschreibungen des Griechischen. Nur ein Bruch-
teil dieser griechischen Wendungen ist jedoch in anderen Verzeichnissen wie der
Duke Data Bank of Documentary Papyri (DDBDP) zu finden. Insofern wurden alle
diese Wendungen bei der Suche nach griechischen Wörtern in koptischen doku-
mentarischen Texten zwar nur in Auszügen, aber trotzdem grundsätzlich berück-
sichtigt. Wörter aus diesen Passagen wurden aufgenommen und entweder mit GT
(= griechischer Text) gekennzeichnet oder überhaupt mit griechischen Buchstaben
wiedergegeben. Dieses Vorgehen wurde notwendig, da diese offensichtlich griechi-
schen Passagen in vielen Editionen (es sei nur auf die von W. C. Till edierten Texte
verwiesen) mit koptischen Buchstaben dargestellt werden. Das Wörterbuch folgt
hier — mit wenigen Ausnahmen — der graphischen Darstellung der Editionen. Es
konnten aber bei weitem nicht alle griechischen Passagen berücksichtigt werden,
dies hätte den vorgegebenen Zeitrahmen gesprengt. Grundsätzlich wurden Verwei-
se eingefügt, wenn das jeweilige Wort orthographisch von der im Koptischen zu
erwartenden Schreibung abwich. Dies gilt jedoch weder für einfache griechische
Flexionen in griechischen Texten noch für Verben, die anstelle des Präsens-Stam-
mes den starken Aorist als Verbalstamm im Koptischen verwenden. Da die erwar-
tete Verbalendung für ein griechisches Verb in einem koptischen Text -e/-ei/-l ist,
wurden keine Verweise eingefügt, wenn dies der einzige Unterschied zur griechi-
schen Schreibung des entsprechenden Verbs ist. Die Vokalvertauschung zwischen
ei und I wurde bei Endungen ebenfalls nicht für die Verweise berücksichtigt (ζ. B.
ΑΚ,ρίΒείΛ./Λ,ΚρίΒΙΑ.).
χ Einleitung
Zusätzlich ist die Frage zu stellen, ab welchem Stadium der Integration ein
griechisches Wort so stark von der zu erwartenden Form abweicht, daß es nicht
mehr als solches erkannt werden kann und statt dessen als koptisches Wort zu
betrachten ist. Ein Beispiel kann dieses Phänomen erläutern: Daß λρτλΒΛ. über das
Griechische ins Koptische gelangt ist, ist offensichtlich. Die jedoch häufig zu
findende koptische Verballhornung ρτο<) wurde nicht berücksichtigt, findet sie
sich doch ζ. B. im Handwörterbuch von Westendorf5. Gleichzeitig wurde auch an
einem weiteren Punkt methodisch ungenau gearbeitet, wurden doch auch lateini-
sche Lehnwörter (die ganz offensichtlich über das Griechische ins Koptische ge-
langt sind) ebenfalls berücksichtigt, ohne daß deswegen der Titel des Wörterbuches
entsprechend ausgeweitet wurde.
Doch auch die Frage, was eigentlich dokumentarische Texte sind, ist nicht ganz
eindeutig zu klären. Die Grenze der für das Wörterbuch berücksichtigten Texte
wurde bei den semiliterarischen Texten wie Schulübungen, Wörterlisten und ähn-
lichem gezogen. Hierbei wurde ζ. B. die berühmte, von Crum und Bell edierte Liste
des Dioskoros nicht mehr herangezogen, da sie hauptsächlich auf literarische Texte
zurückgreift6. Dies gilt auch für die meisten bilinguen sowie diejenigen Wörter-
listen, die in MPER XVIII veröffentlicht sind7. Inschriften wurden ebenfalls nur am
Rande zugezogen und nicht systematisch exzerpiert, ist es bei ihnen doch auch
nicht immer leicht, die literarischen von den dokumentarischen Texten zu trennen.
Gleichzeitig muß auch hier auf den begrenzten Zeitrahmen des Projektes hingewie-
sen werden. Ein Wörterbuch der griechischen Wörter in den koptischen literari-
schen Texten wird derzeit in Halle unter der Leitung von Prof. Dr. Jürgen Tubach
in Angriff genommen.
Es wurde der Großteil der koptischen dokumentarischen Editionen nach griechi-
schen Wörtern durchsucht. Aufgrund der wegen des vorgegebenen engen Zeit-
rahmens notwendigen Geschwindigkeit beim Exzerpieren der Wörter sind eine
Reihe von Problemen anzuführen. Wenn hinter einem Eintrag nach den Belegstel-
len „etc." angefügt ist, bedeutet dies, daß nicht alle Belegstellen berücksichtigt
wurden. Der Rückschluß ist jedoch nur bedingt möglich, konnten doch nicht
immer alle Belegstellen eines Wortes in den dem Wörterbuch zugrunde gelegten
Texten berücksichtigt werden. Der Verfasser hofft trotzdem, zumindest einen sehr
hohen Prozentsatz der griechischen Wörter aufgespürt zu haben. Gerade auch bei
den älteren Editionen ist vor allem bei diversen Abkürzungen das Problem gegeben,
daß nicht immer klar ist, ob tatsächlich ein γ, ein γι, ein ογ oder ähnliches zu lesen
ist. Hier wurde im Normalfall einfach der Text der Edition übernommen. Die
Kürzungen selbst stellen ein weiteres Problem dar. Bereits in den Editionen wird
nicht immer das genaue graphische Bild der Kürzung wiedergegeben. Während nun
am Anfang der Arbeiten der Versuch unternommen wurde, das graphische Erschei-
nungsbild der Kürzungen, wie sie in den Editionen zu finden sind, zu berück-
5 Vgl. W. Westendorf, Koptisches Handwörterbuch, Heidelberg 1977, s. v.
6 Vgl. Η. I. Bell, W. E. Crum, A Greek-Coptic Glossary, Aeg. 6 (1925) 177-226.
7 Hier ist auf den Index von MPER XVIII zu verweisen.