Table Of ContentSCHLÜSSELKOMPETENZEN
Heike Rettig
Wissenschaftliche
Arbeiten schreiben
Schlüsselkompetenzen
IndieserReihesinderschienen:
Schreiben in Studium und Beruf von Andrea Frank, Stefanie Haacke und
SwantjeLahm
Reden–Argumentieren–ÜberzeugenvonDanielHändel,AndreaKresimon
undJostSchneider
QualifikationenfürStudiumundBerufvonVeraNünning(Hg.)
Literatur recherchieren in Bibliotheken und Internet von Fabian Franke,
Hannah Kempe, Annette Klein, Louise Rumpf und André Schüller-
Zwierlein
Heike Rettig
Wissenschaftliche Arbeiten
schreiben
MitAbbildungenundGrafiken
J.B. Metzler Verlag
DieAutorin
Dr.HeikeRettigistWissenschaftlicheMitarbeiterinamInstitutfürGermanistik
(Sprachwissenschaft)derUniversitätKoblenz-Landau.
BibliografischeInformationderDeutschenNationalbibliothek
DieDeutscheNationalbibliothekverzeichnetdiesePublikation
inderDeutschenNationalbibliografie;detailliertebibliografische
DatensindimInternetüberhttp://dnb.d-nb.deabrufbar.
ISBN978-3-476-04489-1
ISBN978-3-476-04490-7(eBook)
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J.B.MetzleristTeilvonSpringerNature
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Einbandgestaltung:Finken&Bumiller,Stuttgart(Foto:iStock,triloks)
Satz:primustypeHurlerGmbH,Notzingen
J.B.Metzler,Stuttgart
©Springer-VerlagGmbHDeutschland,2017
Inhaltsverzeichnis
Vorwort................................................................................. VII
1 AnforderungenaneinestudentischeHausarbeit................... 1
2 Checkliste:Bewertungskriterien........................................ 3
3 FormaleGestaltung......................................................... 7
3.1 ErscheinungsbildeinerHausarbeitimÜberblick................... 7
3.2 NotwendigeTeilederHausarbeitundihreReihenfolge.......... 9
3.3 GestaltungdesDeckblattes............................................... 11
4 InhaltlicheundarbeitsorganisatorischeAspekte................... 13
4.1 PlanungeinerwissenschaftlichenHausarbeit....................... 13
4.2 ArbeitsphaseneinergeisteswissenschaftlichenArbeit............ 15
4.3 Recherche...................................................................... 17
4.3.1 Wasisteinewissenschaftliche/fachspezifischeQuelle? 17
4.3.2 Recherchewegeund-methoden................................. 19
4.3.3 AuswertungderRecherche-Ergebnisse........................ 23
4.4 DasKonzeptderHausarbeit.............................................. 24
4.4.1 Fragestellungentwickeln.......................................... 24
4.4.2 Themaeingrenzen.................................................. 34
4.4.3 WasgehörtindieEinleitung?.................................... 36
4.4.4 WasgehörtindenSchlussteil?.................................. 41
4.4.5 Gliederung............................................................. 47
4.5 Lesen,Verstehen,ExzerpierenundParaphrasieren................ 54
4.5.1 StrukturenimTexterkennen..................................... 55
4.5.2 StrukturierendeWendungenundBegriffe.................... 56
4.5.3 ExzerpierenundandereFormenderTextauswertung.... 57
4.6 SprachlicheGestaltungundwissenschaftlicherStil............... 62
4.6.1 SprachlicheKorrektheit............................................ 62
4.6.2 KomplexitätundInformationsverdichtung.................. 63
4.6.3 Stilebene:sachlichundformell................................. 64
4.6.4 Ich-Ferne............................................................... 64
4.6.5 FachbegriffestattAlltagsbegriffe................................ 66
4.6.6 Paraphrasieren,Zitieren,Intertextualität..................... 67
4.6.7 WissenschaftstypischeParatexte................................ 68
4.6.8 BelegenundBegründenvonpotenziellStrittigem......... 68
4.6.9 Darstellungs-undArgumentationslogik,Kohärenzund
Widerspruchsfreiheit............................................... 68
4.6.10 StrukturiertheitundGegliedertheit........................... 69
4.6.11 ÜberprüfbarkeitundNachvollziehbarkeit.................. 70
4.6.12 Differenziertheit.................................................... 70
4.7 Rohfassung,Überarbeitungund›roterFaden‹....................... 72
4.7.1 Rohfassung............................................................ 72
4.7.2 DerroteFaden....................................................... 73
4.7.3 Überarbeiten.......................................................... 74
V
Inhaltsverzeichnis
5 FremdesundeigenesGedankengut:
Zitieren–Paraphrasieren–Belegen.................................... 75
5.1 BelegeninnerhalbundaußerhalbdesTextes........................ 75
5.2 WarumundwannwirdaufandereWerkeBezuggenommen? 76
5.2.1 WissenschaftlicheRedlichkeit................................... 76
5.2.2 FunktionenvonZitatenaufinhaltlich-argumentativer
Ebene................................................................... 77
5.3 BelegeimText................................................................ 78
5.3.1 Fußnoten-Belege:TraditionellerStil............................ 79
5.3.2 Klammer-Belege:Harvard-Stil................................... 83
5.3.3 VerschiedeneArtenvonZitatenundÜbernahmen........ 86
5.4 Quellenverzeichnis:LiteraturangabenundAngaben
andererQuellen.............................................................. 98
5.4.1 WassindPrimär-undSekundärliteraturbzw.-quellen? 100
5.4.2 VariantenbeimBelegenimLiteratur-und
Quellenverzeichnis................................................. 100
5.4.3 SelbstständigeQuellen............................................. 101
5.4.4 UnselbstständigeQuellen:In-Angabe......................... 105
5.4.5 GängigeAbkürzungenbeimBelegenvonQuellen......... 109
5.5 SpezifischeFälledesZitierensundBelegens........................ 112
5.5.1 AllerleiausdemInternet.......................................... 112
5.5.2 Printmedien........................................................... 119
5.5.3 Audio-visuellesMaterial:Film-undTonaufnahmen...... 120
5.5.4 Theater-AufführungenundKonzerte.......................... 123
6 Literatur........................................................................ 125
7 Anhang......................................................................... 129
7.1 Authentisch:NochmehrPraxis-Beispiele ........................... 129
7.1.1 GliederungenausStudierendenarbeiten...................... 129
7.1.2 EinleitungenausStudierendenarbeiten....................... 131
7.1.3 SchlussteileausStudierendenarbeiten........................ 134
7.2 ImWortlaut:KommentarevonDozent/innenzu
Hausarbeiten ................................................................. 137
7.3 Konkret:Recherche-QuellenGermanistik............................ 139
7.3.1 Fachlexika,Bibliographien,Handwörterbücher
undÜberblickswerke.............................................. 139
7.3.2 FachzeitschriftenundPeriodika................................. 143
7.3.3 Online-BibliographienundfachbezogeneLinks ........... 144
VI
Vorwort
Wissenschaftliches Schreiben lernt man nicht in der Schule. Das Verfas-
sen von Seminar- und Abschlussarbeiten stellt Studierende deshalb vor
neue Herausforderungen. Diese Einführung in das wissenschaftliche
Schreiben soll Ihnen dabei helfen, die ersten Schritte auf dem akademi-
schenWegzumachenunddie›ganznormalen‹GefühlevonUnsicherheit
undOrientierungslosigkeitproduktivundselbstständigzubearbeiten.
Seit vielen Jahren betreue ich als Trainerin in Schreibworkshops und
als Lehrende an der Universität Studentinnen und Studenten bei ihren
wissenschaftlichen Arbeiten und ihren Anfängen im wissenschaftlichen
Schreiben.SowohldiepraktischeErfahrungalsauchdieForschungzum
wissenschaftlichen Schreiben zeigen, dass dabei immer wieder ähnliche
FragenundProblemeauftreten.
Aus den Anforderungen der alltäglichen Universitätspraxis entstand
dieGrundlagedervorliegendenEinführung,der»Leitfaden«zumVerfas-
sen von Hausarbeiten, den ich für das Institut für Germanistik an der
Universität Koblenz-Landau/Campus Koblenz erstellt habe und der –
nach gemeinsamer Schlussredaktion mit Dr.Kerstin Kallass – unseren
Studierenden als Online-Text zur Verfügung gestellt wurde. Dieser seit
etlichenJahrenbewährteTextwurdefürdiehiervorliegendeEinführung
wesentlicherweitertundüberarbeitet,sodasserfürgeisteswissenschaft-
licheFächereineallgemeineOrientierungbietenkann.
Die Einführung hat zum Ziel, konkret und problembezogen Hilfestel-
lung bei Basisaufgaben zu bieten. Dabei wird zum einen auf bewährte
MethodenausSchreibberatungund-trainingzurückgegriffen.Zumande-
ren wird, wo immer sinnvoll, nach dem Grundsatz des ›guten Beispiels‹
gearbeitet. Dies bedeutet, dass allgemeine Maximen und Konventionen
an Textbeispielen gezeigt und die Charakteristika der Textsorte ›Wissen-
schaftlicherText‹anhandvielerTextauszügeauswissenschaftlichenWer-
ken und studentischen Seminararbeiten exemplarisch veranschaulicht
werden.IchbedankemichherzlichbeidenStudierendenderUniversität
Koblenz-Landau/Campus Koblenz, die ihre Arbeiten zur Verfügung ge-
stellthaben!ZudemhabeichsooftwiemöglichpraxisnaheAnleitungen
und Checklisten zur Lösung von Basisaufgaben, wie z.B. das Erkennen
vonFachliteratur,erstellt.
IchwünscheIhnenvielErfolgundFreudebeiIhrerArbeit.GebenSie
nichtauf,wennSiesteinigePfadesowieUm-undIrrwegegehenmüssen
–eslohntsich!
imJuli2017
HeikeRettig
VII
1
1 Anforderungen an eine studentische
Hausarbeit
Schriftliche Hausarbeiten sind erste Schritte auf dem Weg zum wissen-
schaftlichen Schreiben und Arbeiten. Sie sind noch kein originärer Bei-
trag zur Wissenschaft, sie werden noch nicht zum Gegenstand des Dis-
kursesinder›scientificcommunity‹.
VonIhnenalsStudierendenwirdalsonochkeine›Profi-Arbeit‹erwar-
tet!IhreHausarbeitsolltejedochbereitsgrundlegendenformalen,inhalt-
lichenundsprachlich-stilistischenAnforderungengerechtwerden:
IneinerHausarbeitsollenSieeinfachlichesThemahinsichtlicheiner
■
–häufigselbstzuerarbeitenden–spezifischenFragestellungbehan-
deln(s.dazuKapitel4.4).HierzumusseinschlägigeFachliteraturhe-
rangezogen werden (s. dazu Kapitel 4.3.1) und auch eigenständiges
empirisches Arbeiten ist – in einem kleinen, einer Hausarbeit ange-
messenenUmfang–möglich.
IneinerHausarbeitsollenSiezeigen,dassSieinderLagesind,kom-
■
plexe Sachverhalte und Zusammenhänge Ihres Faches sprachlich
präziseundkorrektzuformulieren.
IneinerHausarbeitsollteerkennbarwerden,dassSiesichanwissen-
■
schaftliche Stilprinzipien (s. Kapitel 4.6) annähern und dass Sie in
der Lage sind, eine textlich kohärente und hinsichtlich Belegen und
ZitierenformalkorrekteDarstellungzuverfassen(s.dazuKapitel5).
IneinerHausarbeitsollenSiedarstellenundzeigen,dassSiezueinem
■
systematischen und methodischen Vorgehen bei der Bearbeitung
dergewähltenFragestellunginderLagesind.
In einer Hausarbeit sollte die (beginnende) Fähigkeit zur Reflexion
■
wissenschaftlicherErkenntnisseundAnnahmenerkennbarsein.
EinewissenschaftlicheArbeitistzudemstetseingebettetindenwissen-
schaftlichen Diskurs zum behandelten Thema. Auch bei der Bearbei-
tung der Fragestellung einer Hausarbeit muss (in kleinem Rahmen) in-
haltlich auf diesen Diskurs Bezug genommen werden. Grundlegendes,
unhintergehbaresPrinzipistdabeidieTrennungundKennzeichnungvon
eigenem und fremdem Gedankengut. Dies bedeutet, dass alle (wörtlich,
paraphrasiert,zusammengefasst)übernommenenAussagenvonanderen
Autoren und Autorinnen gekennzeichnet werden müssen. Sie dürfen in
ihrerursprünglichenBedeutungundinihremSinnzusammenhangnicht
verändertwerden.EigeneBewertungen,Analyseergebnisse,Schlussfolge-
rungen,Annahmenetc.müssensichvondenAusführungenandererAu-
toren und Autorinnen deutlich abheben und als eigene Gedanken und
Forschungsergebnisseerkennbarsein.Jede/rStudierendeistdeshalb,wie
allewissenschaftlichSchreibenden,zurwissenschaftlichenRedlichkeit
(s.dazuKapitel5.2.1)verpflichtet.
H. Rettig, Wissenschaftliche Arbeiten schreiben,
DOI 10.1007/978-3-476-04490-7_1, © Springer-Verlag GmbH Deutschland, 2017
1
2
2 Checkliste: Bewertungskriterien
ImFolgendensinddieKriterienzusammengestellt,diebeiderBewertung
einer Hausarbeit im Allgemeinen relevant werden. Je nach Fach, Vorha-
benundMaßgabedeseinzelnenDozentenbzw.dereinzelnenDozentin
treffennatürlichnichtimmeralleKriterienaufdieindividuelleArbeitzu,
ggf. werden auch noch andere als die genannten Kriterien im Einzelfall
von Bedeutung sein. Die folgende Auflistung ist deshalb nicht als voll-
ständigzubetrachten,sonderndientderallgemeinenOrientierung.
Die Liste eignet sich jedoch auch als Checkliste, mit der Studierende
dieHausarbeitvorderAbgabekritischprüfenkönnen.DieThemenberei-
che der nachfolgenden Liste werden in den folgenden Kapiteln ausführ-
lichbehandelt.
FormaleKorrektheit–BelegeundLiteratur-undQuellenverzeichnis Checkliste
SindalleimTextgenanntenQuellenauchimTextdirektbelegt
■
(durchFußnoteoderKlammerangabe)?
SinddieBelegeimText,entsprechendderverlangtenKonvention
■
(fürFußnotenbzw.Klammerangaben),formalkorrektundeinheit-
lichgestaltet?
SinddieBelegeimTextinhaltlichkorrekt?
■
SindwörtlicheZitatekorrektübernommen,Hinzufügungenund
■
Auslassungenentsprechendgekennzeichnet?
SindalleQuellen,dieimTextgenanntundbelegtwerden,auchim
■
LiteraturverzeichnisamEndederArbeitaufgeführt?
SindausschließlichtatsächlichimTexterwähnteQuellenimLitera-
■
turverzeichnisgenannt(keinePseudo-Belege)?
IstdasLiteraturverzeichnisentsprechendderverlangtenKonvention
■
formalkorrektundeinheitlichgestaltet?
SinddieLiteraturangabenimLiteraturverzeichnisinhaltlichvollstän-
■
digundkorrekt?
FormaleKorrektheit–GestaltunghinsichtlichLayout/erforderlichenTeilen
SinddieVorgabenIhresInstitutsbezüglichdesLayouts(v.a.Gliede-
■
rungnachDezimalsystem,Seitenränder,Seitennummerierung,
Schriftartund-größe,Zeilenabstand,EinbindungvonZitaten,For-
matvonBelegenimText,FormatdesLiteraturverzeichnisses,Ab-
satzformat)eingehalten?
TabellenundAbbildungen:Sinddiesebeschriftetundnummeriert
■
undistggf.ihreHerkunftspezifiziert(QuellenbelegimText)?
TabellenundAbbildungen:SinddieseimTabellen-/Abbildungsver-
■
zeichnisdokumentiert?
Fallserforderlich:IstumfangreicheresMaterialineinemseparaten
■
Anhangvollständigdokumentiert?
H. Rettig, Wissenschaftliche Arbeiten schreiben,
DOI 10.1007/978-3-476-04490-7_2, © Springer-Verlag GmbH Deutschland, 2017
3
Description:Die Ideenfindung, das Erarbeiten einer Fragestellung, die Recherche einschlägiger Literatur und das fachlich und stilistisch angemessene Schreiben sind Fertigkeiten, die in jedem Studium verlangt werden. Dieser Band berücksichtigt die grundlegenden inhaltlichen, formalen und arbeitsorganisatorisch