Table Of ContentWolfgang Bihier
Weiterbildungseriolg in betrieblichen
Lehrveranstaltungen
WIRTSCHAFTSWISSENSCHAFT
Wolfgang Bihier
Weiterbildungserfolg
in betrieblichen
Lehrveranstaltungen
Messung und Einflussfaktoren
im Bereich Finance & Controlling
Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. Diethelm Jungkunz
Deutscher Universitats-Verlag
Bibliografische Information Der Deutschen Nationaibibliothek
Die Deutsche Nationaibibliothek verzeichnet diese Publikation in der
Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet uber
<http://dnb.d-nb.de> abrufbar.
Dissertation Universitat Hohenheim, 2006
D100
I.Auflage September 2006
Alle Rechte vorbehalten
© Deutscher Universitats-Verlag I GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2006
Lektorat: Brigitte Siegel /Viktoria Steiner
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Umschlaggestaltung: Regine Zimmer, Dipl.-Designerin, Frankfurt/Main
Druck und Buchbinder: Rosch-Buch, Schel^litz
Gedruckt auf saurefreiem und chlorfrei gebleichtem Papier
Printed in Germany
ISBN-10 3-8350-0458-1
ISBN-13 978-3-8350-0458-0
Geleitwort
Im Unterschied zu einer isolierten Aneignung einzelner Kenntnisse, Fertigkeiten
und Einstellungen, herrscht in der berufs- und wirtschaftspadagogischen Diskus-
sion ein Konsens dariiber, dass das Ziel der beruflichen Aus- und Weiterbildung
in einer umfassenden beruflichen Handlungskompetenz besteht, die sowohl tiich-
tigkeits- als auch miindigkeitsbezogene Elemente aufweist und auf den Kompo-
nenten der Sach-, Sozial- und Selbstkompetenz beruht. Zur Beantwortung der
Frage, ob dieses Ziel in der beruflichen Weiterbildung erreicht ist, scheint es un-
umganglich, den Weiterbildungserfolg und seine Einflussfaktoren zu untersu-
chen. Die bisher vorliegenden Untersuchungen messen diesen Erfolg zumeist
theoretisch und empirisch verkurzt am Kriterium der Zufriedenheit der Weiter-
bildungsteilnehmer. Auch die Einflussfaktoren, die auf den Weiterbildungserfolg
wirken, wurden bisher in der Regel nur isoliert und kaum systematisch sowie
theoretisch fundiert untersucht. Sowohl der Weiterbildungserfolg als auch die
entsprechenden Einflussfaktoren lassen sich einerseits durch Selbstwahmehmung
und -beurteilung als auch durch die Fremdwahmehmung und -beurteilung (z.B.
durch Dozenten) erfassen. Wie vorliegende Studien zeigen, ist die Selbstwahr-
nehmung und -beurteilung zum einen differenzierter als die Fremdwahmehmung
durch Dozenten oder Vorgesetzte, und zum anderen hat sie eine handlungssteu-
emde Funktion, die mit beruflichem Erfolg deutlich korreliert und zudem fur die
selbstgestalteten Lem- und Arbeitsprozesse in Untemehmen wichtig ist.
Vor diesem Hintergrund ist es das Ziel der vorliegenden Studie, „den Weiterbil
dungserfolg und seine Einflussfaktoren aus subjektiver Sicht der betrieblichen
Weiterbildungsteilnehmer zu klaren". Herr Bihler untersucht, (1) wie die Weiter-
bildungsteilnehmer ihren Weiterbildungserfolg wahmehmen, (2) welche Bedeu-
tung sie den Zielkriterien des Weiterbildungserfolgs zumessen und (3) welche
Einflussfaktoren der Person und der Umwelt auf den subjektiven Weiterbil
dungserfolg wirken.
Neuland betritt der Verfasser, wenn er die interne betriebliche Weiterbildung im
Kontext ihrer Umwelt auf der Grundlage der Okologie der menschlichen Ent-
wicklung von BRONFENBRENNER analysiert und die menschliche Entwick-
lung vor dem Hintergrund von Lem- und Arbeitsprozessen nach KELL betrach-
tet. Es wird deutlich, wie fmchtbar diese Ansatze fur die systematische und em-
pirische Weiterbildungsforschung sind. Im Anschluss daran wird eine Analyse
und Diskussion der Ziele intemer betrieblicher Weiterbildung vorgenommen,
einschlieBlich einer Erorterung der Evaluationsmoglichkeiten. Auch die durch-
weg gelungene Darstellung und Analyse der Zielproblematik betrieblicher Wei
terbildung muss als richtungsweisend fur die Weiterbildungsforschung aufgefasst
werden. Auf der Grundlage dieser allgemeinen theoretischen Grundlegungen
geht der Verfasser in einem weiteren Schritt dem konkreten Weiterbildungserfolg
in intemen betrieblichen Lehrveranstaltungen nach. Begrundet und intersubjektiv
nachvollziehbar schlagt er Zufriedenheit, Lemerfolg und Transfererfolg als Ziel-
kriterien des Weiterbildungserfolgs vor. Dankenswerterweise wird (aufgrund des
Neuigkeitsgehalts) der Transfererfolg besonders ausfuhrlich mit Bezug auf die
Ansatze zur Okologie der menschlichen Entwicklung dargestellt.
Sorgfaltig, begrundet und umfassend stellt Herr Bihler die von ihm vermuteten
Einflussfaktoren auf den Weiterbildungserfolg vor. Er unterscheidet (1) Einfluss-
faktoren der Person mit kognitiven und nicht-kognitiven Faktoren, (2) Einfluss
faktoren der Lemumgebung, (3) Einflussfaktoren der Arbeitsumgebung und
(4) Einflussfaktoren der Weiterbildungsorganisation. Auf den bisherigen Uberle-
gungen aufbauend entwirft der Verfasser sodann ein theoretisches Modell von
Einflussfaktoren auf den Weiterbildungserfolg. Dieses Modell wird einer empiri-
schen Untersuchung unterzogen, die N = 458 Weiterbildungsteilnehmer aus 28
ausgewahlten intemen betrieblichen Lehrveranstaltungen der Finance Academy
DaimlerChrysler umfasst.
Die von Herm Bihler festgestellten Ergebnisse werden von ihm ausfahrlich auf
einem hohen wissenschaftlichen Niveau und mit durchgangigem Bezug auf seine
vorherigen theoretischen Uberlegungen diskutiert. Es zeigt sich insbesondere,
dass nahezu alle angenommenen Zielkriterien aus der rekonstruierten Sicht der
Weiterbildungsteilnehmer verifiziert werden konnen. Zuktinftige Forschungsar-
beiten werden die Zielkriterien „Zufriedenheit", „Lemerfolg" (mit den Skalen
„Wissenserwerb" und „Interessenforderung") und „Transfererfolg" (mit den Ska
len „antizipierter Lemtransfer", „faktischer Lemtransfer" und „Verbreitungsleis-
tung") beriicksichtigen mussen. Von den untersuchten Einflussfaktoren tragen
die Einflussfaktoren der Umwelt bedeutend starker zur Varianzaufklarung des
Weiterbildungserfolgs bei als die untersuchten Einflussfaktoren der Person. Die
Faktoren der Lemumgebung sind von besonderer Relevanz fiir die Zufriedenheit
und den Lemerfolg in den Lehrveranstaltungen, wahrend die Faktoren der Ar-
VI
beitsumgebung nur fur den Transfererfolg bedeutsam sind. Auch die Faktoren
der Weiterbildungsorganisation spielen nach den vorliegenden Ergebnissen eine
nicht zu unterschatzende RoUe fur den Weiterbildungserfolg. Bei den Einfluss-
faktoren der Person ist insbesondere die Bedeutung kognitiver und motivationa-
ler Merkmale fur den Weiterbildungserfolg hervorzuheben.
In der Gesamtbetrachtung beriicksichtigt Herr Bihler in seiner Untersuchung alle
fiir die Bearbeitung seiner Fragestellungen relevanten objekttheoretischen Uber-
legungen, und zwar nicht additiv, sondem in einer iiberzeugenden integrativen
Weise. Der Verfasser nimmt vorhandene Theorien bzw. Konzepte fiir seine Prob-
lembearbeitung nicht einfach auf, vielmehr begrundet er deren Auswahl theore-
tisch, entwickelt sie geschickt weiter, stellt sie argumentativ in einen zum groBen
Teil selbst entwickelten theoretischen Kontext und fiihrt anschliefiend mit gro-
13em Erfolg eine empirische Untersuchung durch.
Prof. Dr. Diethelm Jungkunz
VII
Vorwort
Diese Arbeit ist das Ergebnis eines bedeutsamen Entwicklungsprozesses, der von
vielen Personen begleitet wurde. Ihnen alien gebuhrt mein besonderer Dank.
An erster Stelle danke ich meinem Doktorvater Professor Dr. Diethelm Jung-
kunz, der mich wahrend der gesamten Promotion stets forderte und motivierte.
Fiir die spontane Ubemahme des Zweitgutachtens bedanke ich mich bei Profes
sor Dr. Walter Habenicht. Ebenso gilt mein Dank Professor Dr. Helmut Kuhnle
fur die Bereitschaft, den Vorsitz in der mundlichen Prufung zu ubemehmen.
Daruber hinaus bin ich alien Beteiligten der empirischen Untersuchung ftir ihre
vielfaltige Unterstiitzung dankbar. Vor allem bedanke ich mich bei Dr. Thomas
Riegler, dem Leiter der Finance Academy der DaimlerChrysler AG in Stuttgart,
der mir den notigen Freiraum far die Erstellung der Arbeit gewahrte. Ebenso
richtet sich mein Dank an alle involvierten Weiterbildungsteilnehmer und Refe-
renten sowie an den Betriebsrat. Meinen Doktoranden- und ArbeitskoUegen dan
ke ich ftir die sehr gute Zusammenarbeit und die gemeinsame Zeit bei der Daim
lerChrysler AG.
Mein personlicher Dank geht auch an die Teilnehmer des Doktorandenkollo-
quiums am Institut ftir Berufs- und Wirtschaftspadagogik der Universitat Hohen-
heim. Mit ihren hilfreichen Diskussionen und Anregungen haben sie wesentlich
den Fortschritt dieser Arbeit beeinflusst.
Mein ganz besonderer Dank gilt meiner Freundin Heike Schwadorf Ihre Unter
stiitzung ist von unschatzbarem Wert, denn ohne sie ware diese Arbeit so nicht
entstanden. Besonders dankbar bin ich auch meinen Eltem und Geschwistem.
Mit ihrem Riickhalt und ihrer groBartigen Unterstiitzung in alien Phasen meines
Lebens haben sie entscheidend meine berufliche Entwicklung gepragt und mehr
zu dieser Arbeit beigetragen als sie selbst vermuten. Ihnen und Heike widme ich
diese Arbeit.
Wolfgang Bihler
IX
Inhaltsiibersicht
1 Einleitung 1
2 Betriebliche Weiterbildung als Bezugsrahmen der Untersuchung 7
3 Weiterbildungserfolg als ZielgroBe intemer betrieblicher
Lehrveranstaltungen 65
4 Einflussfaktoren auf den Weiterbildungserfolg 121
5 Kennzeichnung der empirischen Untersuchung 177
6 Ergebnisse der empirischen Untersuchung 199
7 Schlussbetrachtung 271
XI
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis XIX
Tabellenverzeichnis XXI
Abkiirzungsverzeichnis XXV
Symbolverzeichnis XXVII
1 Einleitung 1
1.1 Problemstellung und Zielsetzung 1
1.2 Aufbau 4
2 Betriebliche Weiterbildung als Bezugsrahmen der
Untersuchung 7
2.1 Grundlagen betrieblicher Weiterbildung 7
2.1.1 Weiterbildung als Bestandteil des Bildungssystems 7
2.1.2 Begriffsklarung betrieblicher Weiterbildung 8
2.1.3 Formen betrieblicher Weiterbildung 13
2.2 Bedeutung betrieblicher Weiterbildung 16
2.2.1 Veranderte Umwelt betrieblicher Weiterbildung 16
2.2.2 Quantitative Analyse betrieblicher Weiterbildung 21
2.2.3 Bestimmungsfaktoren intemer betrieblicher Weiterbildung 28
2.3 Interne betriebliche Weiterbildung im Kontext ihrer Umwelt 31
2.3.1 Kennzeichnung der Theorie BRONFENBRENNERs 31
2.3.2 Analyse der Umweltbeziehungen intemer betrieblicher
Weiterbildung 34
2.3.3 Menschliche Entwicklung vor dem Hintergrund von Lem- und
Arbeitsprozessen 42
XIII