Table Of ContentW. Mendling
Vaginose, Vaginitis, Zervizitis und Salpingitis
2. erweiterte und vollständig neu bearbeitete Auflage
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W. Mendling
Vaginose, Vaginitis,
Zervizitis
und Salpingitis
2. erweiterte und vollständig neu bearbeitete Auflage
Mit 202 Abbildungen und 73 Tabellen
123
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Prof. Dr. med. W. Mendling
Direktor der Vivantes-Kliniken
für Frauenheilkunde und Geburtsmedizin
Klinikum Am Urban
Dieffenbachstr. 1, 10967 Berlin
Klinikum im Friedrichshain
Landsberger Allee 49, 10249 Berlin
ISBN-10 3-540-30095-3 Springer Medizin Verlag Heidelberg
ISBN-13 978-3-540-30095-3 Springer Medizin Verlag Heidelberg
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V
Vorwort
Die Keimzelle zu diesem Lehrbuch ist die in der Reihe »Kliniktaschenbücher« im Frühjahr
1987 bei Springer erschienene Monographie »Die Vulvovaginalkandidose« mit einem Geleit-
wort des unvergessenen Mykologen Prof. Dr. med. Dr. med. vet. h.c. Hans Rieth. Erstmalig
waren in einem deutschsprachigen Buch für Kliniker alle fakultativ pathogenen Hefepilz-
arten auf Agar-Nährböden, mikroskopisch auf Reis-Agar und im Nativpräparat fotografisch
abgebildet worden.
Im Frühjahr 1995 folgte daraus hervorgehend das Taschenbuch »Vaginose, Vaginitis und
Zervizitis« mit einem Geleitwort von Prof. Dr. med. Hans A. Hirsch, dem damaligen Grün-
dungsvorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft für Infektionen und Infektionsimmunologie in
der Gynäkologie und Geburtshilfe. Neben der gynäkologischen Mykologie wurden jetzt auch
die normale und die gestörte Flora der Vagina und ausgewählte sexuell übertragbare gynäko-
logische Infektionen des unteren Genitaltraktes besprochen.
Beide Bücher versuchten, eine Verbindung zwischen Theorie und Praxis, zwischen wissen-
schaftlichen Hintergründen und der täglichen Arbeit an der Patientin herzustellen.
Mit dem jetzt vorliegenden Lehrbuch wird dieser Weg fortgesetzt und abgeschlossen. Es
ist das Ergebnis einer über 30-jährigen klinischen Tätigkeit, die 1974 in der damaligen Rheini-
schen Landesfrauenklinik und Hebammenlehranstalt Wuppertal-Elberfeld unter der Leitung
von Prof. Dr. Helmut Meinrenken begann. Initiator war dort im ersten Jahr mein damaliger
Oberarzt Dr. Johannes Dieter Schnell, der die Klinik zur späteren Habilitation in Düsseldorf
verließ und mir empfahl: »Sie sollten sich mal weiter um die Pilze kümmern.« In einem klei-
nen Laborraum der Klinik begann so eine autodidaktische klinische Diagnostik, die sich auf
Hefepilze und Gonokokken konzentrierte und nur möglich bzw. notwendig war, weil es zwar
ein Kliniklabor, aber keinen Laborarzt gab. Dr. Manfred Plempel, Chefmykologe am Bayer
Pharma-Forschungszentrum im 10 Minuten entfernten Wuppertal-Aprath, wurde dabei mein
jahrelanger, freundschaftlicher Partner und Förderer. Später kam Prof. Christina Krasemann
hinzu, die sich als erste Frau in der forschenden Männerwelt bei Bayer behauptet hatte und
als Leiterin des entsprechenden bakteriologischen Labors in Aprath mit mir gemeinsam kli-
nische Studien zur Anaerobierflora z. B. bei Adnexitis durchführte. Auch aus dieser Arbeit
ergab sich eine wissenschaftliche Förderung und dauerhafte Freundschaft. Höhepunkt und
Abschluss der Zeit in Wuppertal, dann unter der Leitung von Prof. Dr. Helge Rüttgers, wurde
die externe Habilitation über die Immunologie der Vaginalkandidose an der freien Universität
Witten/Herdecke im Jahr 1994. Sie wäre ohne die wissenschaftliche und freundschaftliche
Unterstützung durch Prof. Ursula Koldovsky, damals Immunologin an der Frauenklinik der
Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf, nicht möglich gewesen. Die Ergebnisse wurden im
oben genannten Buch aus dem Jahr 1995 veröffentlicht. Wichtige Förderer in Herdecke wa-
ren außerdem Prof. Dr. Günther E. Schubert, Direktor des Institutes für Pathologie der Stadt
Wuppertal, und Prof. Dr. Wolfgang Hatzmann, der als Chef der Frauenklinik des Marienkran-
kenhauses Witten Ordinarius an der dortigen Universität war.
Während der Chefarzttätigkeit im Klinikum Frankfurt (Oder) von 1995 bis 2000 wurden
neben der Lehrtätigkeit auch forscherische Verbindungen zur Charité in Berlin geknüpft.
Erste Ergebnisse, z. B. zum PCR-Fingerprinting bei Hefepilzen, wurden auf der Wissenschaft-
lichen Tagung der Deutschsprachigen Mykologischen Gesellschaft 1998 vorgetragen, die unter
eigenem Vorsitz in Frankfurt (Oder) stattfand.
Im Jahr 2000 erfolgte die außerordentliche Professur an der Charité unter dem Dekanat
von Prof. Dr. Wolfram Dudenhausen und der aus gesellschaftspolitischen Gründen erwünsch-
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VI Vorwort
te Wechsel weg von Frankfurt (Oder) zum Städtischen Klinikum Am Urban nach Berlin, ein
Jahr darauf unter neuer Trägerschaft von Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH Berlin
die Übertragung des Direktorats auch für die Frauenklinik des Klinikums im Friedrichshain.
In all den Jahren wurden die um 1980 in Wuppertal begonnenen praxisbezogenen ganz-
tägigen infektiologischen Seminare mit mikroskopischen Übungen am Nativpräparat und
Demonstration mykologischer Kulturen fortgesetzt. Derzeit dürften etwa 7800 Frauenärzte in
185 Seminaren daran teilgenommen haben. Ich bin dankbar für viele praktische Fragen und
Anregungen aus der Interaktion mit diesen Kolleginnen und Kollegen.
Das Ihnen vorliegende Buch soll die gynäkologisch-geburtshilflichen infektiologischen
Fragen aktuell und möglichst umfassend darstellen. Die Leser werden sehen, dass manche
Kapitel, die auch im Alltag zu den Seltenheiten gehören, kurz abgefasst sind. Andere, wie die
Normalflora, die bakterielle Vaginose, die Vaginalkandidose, die Trichomoniasis, die Zervizi-
tis durch Chlamydien oder Gonokokken und die Salpingitis, recht ausführlich.
In keinem deutschsprachigen gynäkologischen Lehrbuch wurden bisher, wenn überhaupt,
mehr als einige Worte über das vulväre Vestibulitissyndrom geschrieben, das in der Kassen-
arztpraxis eine wichtige Rolle spielt und zum Nachteil der Patientin noch zu wenig bekannt
ist. Diesem Thema ist deshalb ein eigenes Kapitel gewidmet.
Besonderer Wert wird wieder auf das Nativpräparat aus Vaginalsekret gelegt, ein nach
eigener Auffassung absolutes Muss gynäkologischer Diagnostik. Wer lernt es heute in aus-
reichendem Maß während der Weiterbildung zum Facharzt? In der Kassenarztpraxis kommt
man ohne diese einfache Maßnahme nicht einen Tag aus! Die neue Weiterbildungsordnung
der Ärztekammern kennt diese Maßnahme immer noch nicht!
Es wurde bewusst nicht auf das Zitieren auch älterer Literaturstellen verzichtet – eine Ar-
roganz heutiger Zeit, haben doch Autoren vor 15 oder 40 Jahren auch für uns heute zeitloses
Wissen erarbeitet und verdienen so, nicht in Vergessenheit zu geraten. Sie werden außerdem
sehen, dass im Vergleich zu den wenigen anderen Lehrbüchern zu dieser Thematik möglichst
alle Aussagen belegt werden, so dass Interessierte auch nachlesen können oder Grundlagen zu
eigenen wissenschaftlichen Arbeiten finden können.
Am Schluss des Buches sind tabellarisch Untersuchungsabläufe aus infektiologischer Sicht
dargestellt, außerdem sollen zahlreiche farbige Abbildungen von vulvovaginalen Erkrankun-
gen Hilfe bei der Diagnostik sein.
Das Buch, liebe Leserinnen und Leser, ist Zeugnis eines persönlichen Engagements über
ein berufliches Leben hinweg, das dank der kollegialen Kommunikation mit Ihnen immer
Freude gemacht hat. Ich wünsche mir, dass Sie mit diesem Buch die von mir erhoffte praxis-
relevante und sachkundige Information bekommen, und bin für Ergänzungen, Anregungen
oder Korrekturen dankbar. Auch würde ich mich über die Fortsetzung gynäkologisch-
infektiologischer Arbeit durch jungen und motivierten Nachwuchs freuen, an dem es zurzeit
mangelt.
Werner Mendling, Berlin, Mai 2006
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VII
Inhaltsverzeichnis
1 Entwicklung der Infektiologie in der 4.5.2 Symptome . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .49
Frauenheilkunde und Geburtshilfe . . . . . . . 1 4.5.3 Diagnose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .50
1.1 Geschlechtskrankheiten und Kindbettfieber . . .2 4.5.4 Therapie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .50
1.2 Albert Döderlein und die Laktobazillen . . . . . . . .3 4.5.5 Eigene Kasuistiken . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .51
1.3 Herman L. Gardner und Gardnerella Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .52
vaginalis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3
1.4 Die jüngere gynäkologische Infektiologie 5 Sonstige vaginitisartige
in Deutschland . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .4 Scheidenerkrankungen . . . . . . . . . . . . . . . . .53
Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6 Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .54
2 Die Flora der gesunden Vagina . . . . . . . . . . . 7 6 Genitalinfektionen in der Kinder-
2.1 Laktobazillen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .9 und Jugendgynäkologie . . . . . . . . . . . . . . . .55
2.2 Sonstige Keime der vaginalen Normalflora . . .10 6.1 Historisches . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .56
2.2.1 Anaerobe Keime . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .11 6.2 Gynäkologische Untersuchungen
2.3 Tampons und Scheidenflora . . . . . . . . . . . . . . . . .12 bei Kindern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .56
2.4 Verursacht Badewasser in der Scheide 6.3 Vulvovaginitis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .57
Infektionen? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .14 6.3.1 Klinik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .57
Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .15 6.3.2 Diagnostik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .60
6.3.3 Therapie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .60
3 Das Nativpräparat aus Vaginalsekret . . . .17 Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .60
Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .18
7 Entwicklung der Mykologie
4 Bakterielle Infektionen . . . . . . . . . . . . . . . . . .21 in der deutschen Gynäkologie
4.1 Bakterielle Vaginose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .22 und Geburtshilfe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .61
4.1.1 Ätiologie und Pathogenese . . . . . . . . . . . . . . . . . .22 7.1 Gynäkologie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .62
4.1.2 Diagnose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .26 7.2 Geburtshilfe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .64
4.1.3 Häufigkeit und Symptomatik . . . . . . . . . . . . . . . .31 Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .66
4.1.4 Medizinische Bedeutung der bakteriellen
Vaginose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .32 8 Vulvovaginalkandidose . . . . . . . . . . . . . . . . .69
4.1.5 Therapie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .37 8.1 Mykologischer Überblick . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .70
Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .40 8.2 Gynäkologisch relevante
4.2 Aerobe Vaginitis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .43 Hefepilzerkrankungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .73
4.2.1 Charakteristik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .44 8.2.1 Candida albicans . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .73
4.2.2 Symptome und Anamnese . . . . . . . . . . . . . . . . . . .44 8.2.2 Candida dubliniensis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .76
4.2.3 Diagnose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .44 8.2.3 Candida africana . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .76
4.2.4 Therapie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .46 8.2.4 Candida glabrata . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .77
Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .47 8.2.5 Candida krusei . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .77
4.3 A-Streptokokken-Vaginitis . . . . . . . . . . . . . . . . . . .47 8.2.6 Saccharomyces cerevisiae . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .78
4.3.1 Symptomatik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .47 8.3 Vorkommen und Bedeutung von
4.3.2 Diagnose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .48 Candidaarten beim Menschen . . . . . . . . . . . . . . .78
4.3.3 Therapie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .48 8.4 Genitale Candidakolonisation der Frau . . . . . . .82
Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .48 8.5 Kolonisation in der Schwangerschaft
4.4 Vaginitis durch Staphylococcus aureus . . . . . . .48 und neonatale Mykosen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .86
4.5 Toxic-Shock-Syndrome durch Staphylococcus 8.5.1 Empfehlungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .90
aureus oder A-Streptokokken . . . . . . . . . . . . . . . .48 8.5.2 Candidamastitis puerperalis sekundär
4.5.1 Definition . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .48 durch vaginale Candidakolonisation . . . . . . . . . . 91
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VIII Inhaltsverzeichnis
8.6 Immunopathogenese der chronisch 10.11.1 Übertragung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .200
rezidivierenden Vaginalkandidose . . . . . . . . . . 93 10.11.2 Klinik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .200
8.7 Stress als Ursache der Vaginalkandidose . . . . 95 10.11.3 Diagnostik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .200
8.8 Anamnese . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 96 Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .200
8.9 Klinik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 96 10.12 Krätze (Scabies) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .200
8.9.1 Vulvakandidose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 97 10.12.1 Klinik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .201
8.9.2 Vaginalkandidose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 98 10.12.2 Diagnostik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .201
8.10 Charakteristika von Vaginalmykosen 10.12.3 Therapie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .201
in Abhängigkeit von der Candidaart . . . . . . .101 Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .201
8.10.1 Vaginitis durch Candida albicans,
Candida tropicalis oder Candida krusei . . . .101 11 Aszendierende Genitalinfektionen
8.10.2 Candida-glabrata-Vaginitis . . . . . . . . . . . . . . . .101 aus klinischer Sicht . . . . . . . . . . . . . . . . . . .203
8.10.3 Vaginitis durch Saccharomyces cerevisiae . .102 11.1 Zervizitis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .204
8.11 Diagnostik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .103 Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .205
8.12 Therapie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .111 11.2 Endometritis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .206
Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .132 Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .208
11.3 Salpingitis (Adnexitis, »pelvic
9 Das vulväre Vestibulitissyndrom . . . . . .145 inflammatory disease«, PID) . . . . . . . . . . . . . . .208
Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .150 Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .214
11.4 Tubovarialabszess . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .215
10 Sexuell übertragbare Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .217
Genitalerkrankungen . . . . . . . . . . . . . . . . .151 11.5 Perihepatitis (Fitz-Hugh-Curtis-Syndrom) . .217
Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .153 Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .218
10.1 Trichomoniasis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .153 11.6 Genitale Aktinomykose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .218
Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .161 Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .220
10.2 Gonorrhö . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .162
Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .170 12 Empfehlungen zur gynäkologischen
10.3 Genitale Chlamydia-trachomatis- Diagnostik und Therapie . . . . . . . . . . . . . .221
Infektion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .171 12.1 Abstrichtechniken in der
Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .175 Frauenheilkunde . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .222
10.4 Syphilis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .176 12.2 Sinnvolle Reihenfolge der
10.4.5 Diagnostik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .179 gynäkologischen Untersuchungsschritte
10.4.6 Therapie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .181 in Praxis und Klinik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .224
Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .182 12.3 Sinnvolle Reihenfolge der Untersuchungs-
10.5 Ulcus molle (weicher Schanker, schritte bei drohender Frühgeburt . . . . . . . .225
Schankroid) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .182 12.4 Empfehlungen zu Infektionsdiagnostik
Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .183 und Infektionsprophylaxe bei Verfahren
10.6 Granuloma inguinale . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .183 der assistierten Reproduktion
Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .184 (mod. nach Weigel et al. 2002) . . . . . . . . . . . . .226
10.7 Molluscum contagiosum (Dellwarzen) . . . . .184 Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .226
10.7.1 Erreger . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .184 12.5 Vorgehen bei Sexualdelikten . . . . . . . . . . . . . .226
Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .185 Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .228
10.8 Herpes genitalis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .185
10.9 Herpes neonatorum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .189 13 Differenzialdiagnose von Infektionen
Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .191 der Vulva . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .229
10.10 Humane Papillomvirusinfektionen . . . . . . . . .191 Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .231
10.10.8 Impfung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .198 13.1 Bildteil . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .231
Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .199
10.11 Filzlauserkrankungen (Phthiriasis pubis) . . .199 Stichwortverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . .245
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Entwicklung der Infektiologie in der
Frauenheilkunde und Geburtshilfe
1.1 Geschlechtskrankheiten und Kindbettfieber – 2
1.2 Albert Döderlein und die Laktobazillen – 3
1.3 Herman L. Gardner und Gardnerella vaginalis – 3
1.4 Die jüngere gynäkologische Infektiologie in Deutschland – 4
Literatur – 6
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2 Kapitel 1 · Entwicklung der Infektiologie in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Infektionskrankheiten sind so alt wie die Mensch- und ist 1494 mit spanischen Söldnern im Heer des
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heit und werden vermutlich dank der Fantasie der französischen Königs Charles VIII. in Italien beim
Natur nie überwunden werden. Die Infektionser- Kampf um Neapel verbreitet worden (»Franzosen-
reger haben den erst seit etwa 50 Jahren bekannten krankheit«). So erlangte die Syphilis große Bedeu-
Antibiotika Jahrtausende Entwicklungsgeschichte tung in Europa. »Alle« hatten sie, auch Könige und
voraus und werden immer neue Generationen von Päpste. Sie verursachte in England große politische
Ärzten vor neue Probleme stellen. Die Entwicklung Wandlungen: Heinrich VIII. war an der Syphilis
resistenter Bakterien, die HIV-Infektion oder die erkrankt und alle Kinder seiner Frauen starben
Vogelgrippe und die Zunahme von Pilzinfektionen oder wurden tot geboren, nur Mary überlebte, die
bei immunsupprimierten Patienten sind aktuelle spätere schottische Königin. Heinrich VIII. erhielt
Beispiele dafür. Dazu kommt die neue Erkennt- vom Papst aber nicht die gewünschte Erlaubnis zur
nis, dass ein erheblicher Teil der heute bekannten Scheidung (weil ihm ein Sohn und Thronfolger
Krebserkrankungen von Infektionserregern zu- fehlte). So machte er sich selbst zum Kirchenober-
mindest gefördert wird. haupt der heutigen anglikanischen Kirche Englands
Für die Frauenheilkunde und Geburtshilfe sind und heiratete Anne Boleyn, die ihm Elisabeth (die
zunächst die früher so genannten Geschlechts- spätere Elisabeth I.) gebar. Weitere syphilitische
krankheiten und das Kindbettfieber von besonde- Fehlgeburten führten dazu, dass auch Anne Boleyn
rer Bedeutung gewesen, aber auch die mütterliche durch Köpfen »abserviert« wurde.
Rötelninfektion. Dem Breslauer Dermatologen Albert Neisser
Der vorliegende historische Rückblick ist sicher (1855–1916) gelang es als Erstem, Gonokokken
nicht umfassend, berücksichtigt man die große Zahl als Erreger des Trippers zu identifizieren, und
ausgezeichneter Fachleute, die sich im Laufe von Ernst Bumm (1858–1925) züchtete sie erstmals
nun mehr als 100 Jahren mit der gynäkologischen auf Nährböden und bewies sie als Ursache der Go-
Infektiologie beschäftigt haben und noch beschäf- noblennorrhö der Neugeborenen. Im Jahre 1884
tigen. Doch ist es Sinn dieser Zusammenfassung, führte Karl Sigmund Franz Credé (1819–1892)
gerade junge Gynäkologinnen und Gynäkologen in Leipzig die nach ihm benannte Einträufelung
auf Namen und Werk früherer Untersucher auch 1%iger Silbernitratlösung in die Augen Neugebore-
in Deutschland hinzuweisen und deren Arbeit zu ner unmittelbar nach der Geburt zur Verhinderung
würdigen. Denn nur aus der guten Kenntnis der der Gonoblennorrhö ein. Sie war bis 1987 in der
Vergangenheit kann Zukunft entstehen. Hebammendienstordnung verpflichtend vorge-
schrieben.
Am 3. März 1905 wurde mit der »Spirochaeta
1.1 Geschlechtskrankheiten pallida« der Erreger der Syphilis entdeckt. Es han-
und Kindbettfieber delte sich um eine Auftragsarbeit an die Berliner
Syphilis-Klinik und das Kaiserliche Gesundheits-
Seit dem Altertum ist die G onorrhö in der Alten amt. Schon bei der ersten Untersuchung in der
Welt bekannt. Der Name entstand durch einen Irr- Hautklinik der Charité waren der Regierungsrat
tum: Er bedeutet nämlich »Samenfluss«. Schon im und Leiter des Protozoenlabors des Kaiserlichen
Alten Testament gibt es Hinweise auf Geschlechts- Gesundheitsamtes Fritz Schaudinn (1861–1906),
krankheiten, die sich die Juden auf der Flucht ins der Privatdozent und Forscher an der Berliner
Gelobte Land im Rahmen der rituellen »heili- Syphilis-Klinik Erich Hoffmann (1868–1959) und
gen« Prostitution bei den Moabiterinnen zuzogen. der Bakteriologe und Koch-Schüler Fred Neufeld
Ähnliche Tempelprostitutionen gab es im frühen (1869–1945) erfolgreich (Kohl u. Winzer 2005).
Babylon. Gonorrhö und U lcus molle wurden nach- Im Jahr 1847 ordnete der Assistenzarzt Ignaz
weislich in römischen Bädern übertragen, die zu Semmelweiss in der Ersten Geburtshilflichen Kli-
Bordellen geworden waren. nik des Allgemeinen Krankenhauses in Wien an,
Die S yphilis wurde 1493 durch Soldaten und dass sich Ärzte mit einer 4%igen Chlorkalklösung
Matrosen des Columbus aus Amerika mitgebracht die kontaminierten Hände waschen müssen. So
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Description:Bakterielle Vaginose oder Candidose? Bedeutung von Genitalinfektionen in der Prophylaxe von Frühgeburtlichkeit? In der 2. Auflage wurde das mit praktischen Ratschlägen ''gespickte'' Buch deutlich erweitert und aktualisiert. Die Erweiterung betrifft vor allem das Kapitel der ''Sexuell übertragbare