Table Of ContentMaria Urbaniec
Umweltinnovationen durch Kooperationen
GABLER EDITION WISSENSCHAFT
Studien zum internationalen Innovationsmanagement
Herausgegeben von
Prof. Dr. Dr. h.c. Matthias Kramer
Internationales Hochschulinstitut Zittau
Die zunehmende Globalisierung stellt neue Herausforderungen an die
strategische Unternehmensführung. Zukünftig werden die europäi-
schen Integrationsprozesse die Innovations- und damit die Wett-
bewerbsfähigkeit von Unternehmen wesentlich prägen. Vor diesem
Hintergrund werden in der Reihe sowohl Beiträge zur Innovationsfor-
schung als auch zu Innovationsprozessen im internationalen Kontext
präsentiert. Die konsequente Ausrichtung auf innovative und dynami-
sche Marktentwicklungen, wie beispielsweise den Umweltmanage-
ment- und -technikmarkt, liefert die Basis für eine Diskussion zwi-
schen Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Wissenschaft in einem in-
terdisziplinären Umfeld.
Maria Urbaniec
Umweltinnovationen
durch Kooperationen
Am Beispiel einer freiwilligen
Branchenvereinbarung
Mit einem Geleitwort von
Prof. Dr. Dr. h.c. Matthias Kramer
GABLER EDITION WISSENSCHAFT
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der
Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über
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Dissertation Internationales Hochschulinstitut Zittau (IHI), 2008
1. Auflage 2008
Alle Rechte vorbehalten
© Gabler | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2008
Lektorat: Frauke Schindler /Stefanie Loyal
Gabler ist Teil der Fachverlagsgruppe Springer Science+Business Media.
www.gabler.de
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wären und daher von jedermann benutzt werden dürften.
Umschlaggestaltung: Regine Zimmer, Dipl.-Designerin, Frankfurt/Main
Gedruckt auf säurefreiem und chlorfrei gebleichtem Papier
Printed in Germany
ISBN 978-3-8349-1150-6
Geleitwort V
GELEITWORT
Die vorliegende Dissertationsschrift von Frau Urbaniec ist ein aktueller und innovativer
Beitrag zur Umweltpolitik und zum Umweltmanagement in mittelständischen Unternehmen.
Mit ihrer Studie über den Einfluss von Kooperationen und Netzwerken im Bereich
Umweltmanagement bereichert die Autorin die umweltorientierte Innovationsforschung mit
einem Ansatz, der das Einflusspotenzial von umweltorientierten Kooperationen auf
Innovationen explizit berücksichtigt.
Frau Urbaniec setzt sich mit dem Innovationsbegriff vor dem Hintergrund der aktuellen
Nachhaltigkeitsdiskussion auseinander und wählt eine Begriffsdefinition, welche die
Perspektive des Unternehmens in den Mittelpunkt stellt. Ihr Kooperationsbegriff hingegen
reflektiert stärker die innovationsrelevante Perspektive. Besonders erwähnenswert ist in
diesem Zusammenhang ihre Analyse der Hauptakteure des Wirtschafts- und
Innovationsgeschehens. Die Autorin beschreibt kritisch und detailliert die Entstehung und
Wirkungsweise eines umweltorientierten Branchenarbeitskreises, des abfallwirtschaftlichen
Branchenarbeitskreises „Papier- und Druckindustrie“ in Sachsen und liefert hiermit eine
nützliche Fallstudie für die Praxis.
Vor diesem Hintergrund erläutert die Autorin einige zentrale Theorieansätze zur Kooperati-
ons- und Innovationsforschung. Sie wählt den Transaktionskostenansatz und den
interaktionsorientierten Netzwerkansatz aus und analysiert, inwieweit diese für die Förderung
der Umweltinnovationen geeignet sind. Eine wesentliche Feststellung der Autorin ist, dass
Kooperationsakteure einen Informationsvorsprung gegenüber anderen Akteuren haben und
Interaktionen und Beziehungen für die prozessuale Entwicklung von Netzwerken eine
besondere Rolle zukommt.
Die Autorin entwickelt zur Analyse und zum Verständnis der Genese von Umwelt-
innovationen in Kooperationen einen theoretisch begründeten Analyserahmen. Neben der
qualitativen Fallstudie findet dieser Analyserahmen auch in einer quantitativen Studie
Anwendung, bei der ein branchenübergreifender Kooperationsfall unter den Umwelt-
innovationsgesichtspunkten untersucht wurde. Diese Erhebung am Beispiel des
Bundesdeutschen Arbeitskreises für Umweltbewusstes Management B.A.U.M. e.V. ist zwar
nicht repräsentativ, lässt aber Rückschlüsse im Vergleich mit den Fallstudienergebnissen zu.
Im Weiteren wird ausführlich erläutert, welche umweltorientierten Innovationswirkungen
speziell die Akteure der IKS der Branchenkooperation beimessen.
Die Analyse beider Studien hinterlässt ein komplexes Bild von den Wirkungszusammen-
hängen, die Umweltinnovationen beeinflussen. Die Interpretation der Autorin ist hierbei
jederzeit schlüssig und nachvollziehbar. Die kritische Würdigung nach der Klassifizierung
VI Geleitwort
Kontextfaktoren, Identifizierung der Umweltinnovationen und -effekte sowie den
diesbezüglichen Kooperationsmerkmalen sowie -bedingungen enthält eine Reihe von
interessanten Ansätzen und Erkenntnissen zur weiteren auf das Thema bezogenen
Innovationsforschung. Positiv muss an dieser Stelle hervorgehoben werden, dass sich Frau
Urbaniec mit der branchenorientierten Betrachtung bereits vorhandener und potenzieller
Umweltinnovationen nicht nur methodisch grundsätzlich theoretisch und empirisch, sondern
auch praktisch auf ein neuartiges Forschungsfeld eingelassen hat.
Mit zusammenfassenden Worten, in der Dissertation ist es gelungen, zwar prinzipiell
verfügbares Erfahrungswissen einerseits zu bestätigen, aber andererseits auch auf ein neues
Themenfeld zu adaptieren. Dies stellt mit Bezug auf die gewählte Fallstudie den eigentlichen
wissenschaftlichen Fortschritt und Erkenntnisgewinn dar.
Univ.-Prof. Dr. Dr. h. c. Matthias Kramer
Vorwort VII
VORWORT
Im Rahmen der aktuellen Nachhaltigkeitsdiskussion gewinnen Umweltinnovationen immer
mehr an Bedeutung. Die betrieblichen Umweltinnovationen können auf verschiedenen
Ebenen realisiert werden: auf Produkt-, Prozessebene oder als organisatorische
Verbesserungen. Da die Umweltinnovationen nicht alleine durch ein Unternehmen
beeinflussbar sind, erweist sich hier eine unternehmensübergreifende branchenbezogene
Herangehensweise als notwendig. Dabei kann die umweltorientierte Kooperation als
geeignete Form angesehen werden, betriebliche Veränderungsprozesse im Umweltschutz
anzuregen und zu unterstützen, um auf diesem Wege die Innovations- und Wettbewerbs-
fähigkeit zu verbessern.
In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, inwieweit und wie umweltorientierte
Kooperationen zu Umweltinnovationen beitragen können. Zielsetzung dieser Arbeit ist es
deshalb, den Beitrag der umweltorientierten Kooperationen zu Innovationsförderung zu
analysieren. Damit die umweltorientierten Kooperationen innovationsfördernd bzw.
-freundlich sein können, müssen sie nach innovationsrelevanten Bedingungen gestaltet
werden. Unter Rückgriff auf theoretische Bezugspunkte aus dem Bereich der
Umweltinnovations- und Kooperationsforschung wird ein heuristischer Analyserahmen
entwickelt, der für die empirische Analyse einer umweltorientierten Kooperation, und
insbesondere für die Erforschung innovationsrelevanter Kooperationsbedingungen bzw. –
merkmale notwendig ist. Die explorativen Ergebnisse hinsichtlich der innovationsförderlichen
Kooperationswirkung und -bedingungen werden anhand qualitativer Untersuchung eines
branchenbezogenen Kooperationsfalls ermittelt und anschliessend quantitativ am Beispiel
einer branchenübergreifenden Kooperation überprüft. Aufgrund der hohen Bedeutung der
Branchenorientierung für die Innovationsförderung ist zu empfehlen, eine umweltorientierte
Kooperation an die Anforderungen eines Innovationssystems anzupassen und in Richtung
eines Brancheninnovationssystems zu entwickeln.
Die vorliegende Dissertation wäre nicht zustande gekommen, wenn ich nicht breite
Unterstützung und Hilfe gehabt hätte. An erster Stelle sei Herrn Univ.-Prof. Dr. Dr. h. c.
Matthias Kramer, aktuell Rektor der Deutsch-Kasachischen Universität Almaty in
Kasachstan, herzlichst für die Übernahme und Betreuung meiner Doktorarbeit sowie auch für
die Freiheit bei der Ausgestaltung der Arbeit und die vielfältigen Anregungen gedankt. Ferner
ist Herrn Univ.-Prof. Dr. habil. Wolfgang Gerstlberger, dem Studiengangsleiter für
Betriebswirtschaftslehre und dem Leiter des Lehrstuhls für Innovationsmanagement und
Mittelstandsforschung am Internationalen Hochschulinstitut Zittau zu danken, der mich mit
wichtigen Hinweisen bei der Auswertung der Empirie unterstützt und das Zweitgutachten
übernommen hat. Für seine Diskussionsbereitschaft und die Übernahme des Drittgutachtens
bin ich auch Herrn o. Univ. Prof. Dr. Heinz Strebel, dem Leiter des Instituts für Innovations-
und Umweltmanagement an der Karl-Franzens-Universität Graz, dankbar.
VIII Vorwort
Mein besonderer Dank gilt Herrn Dr. Gert Wille, dem Vorstandsvorsitzenden der IKS e. V.
Dresden, für seine Unterstützung bei der Kontaktherstellung zu den einzelnen Unternehmen
und Institutionen. Des Weiteren bedanke ich mich herzlich bei allen Interviewpartnern, die
ihre knapp bemessene Zeit und ihr großes Fach- und Erfahrungswissen beigesteuert haben.
Ohne ihren Beitrag wäre diese Arbeit nicht möglich gewesen. Ferner sei Herrn Dr. Martin
Oldeland vom BAUM e. V. recht herzlich mein Dank ausgesprochen für die Hilfestellung bei
der Durchführung und dem Versand des Fragebogens an alle Mitglieder von BAUM e. V.
Den Teilnehmern an dieser Befragung sei ebenfalls ausdrücklich gedankt.
Ein besonderes Anliegen ist es mir, mich bei all denjenigen zu bedanken, die mich während
der Bearbeitung der Dissertation begleitet haben und mir Mut und Kraft gaben, um den
eingeschlagenen Weg zu gehen. Hierzu gehören Freunde und Kollegen, die direkt oder
indirekt zum Gelingen dieser Arbeit beigetragen haben. Zum Schluss sei meiner Familie für
die Geduld, Unterstützung und Aufmunterung während der „heißen Phase“ gedankt. Allen,
die mich unterstützt und gefördert haben, gebührt mein besonderer Dank.
Maria Urbaniec
Inhaltsverzeichnis IX
INHALTSVERZEICHNIS
GELEITWORT ....................................................................................................................V
VORWORT ......................................................................................................................VII
INHALTSVSVERZEICHNIS...................................................................................................IX
TABELLENVERZEICHNIS..................................................................................................XIII
ABBILDUNGSVERZEICHNIS...............................................................................................XV
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS..........................................................................................XVII
1. INNOVATIONSFÖRDERUNG DURCH UMWELTORIENTIERTE KOOPERATION.........................1
1.1 Herausforderungen und Lösungskonzepte im Zuge nachhaltiger Entwicklung.......1
1.2 Theoretische und praktische Zielsetzung................................................................8
1.3 Aufbau der Arbeit................................................................................................11
2. GRUNDLAGEN UND RAHMENBEDINGUNGEN DER BETRIEBLICHEN UMWELT-
INNOVATIONEN............................................................................................................13
2.1 Relevanz der Umweltinnovation..........................................................................13
2.1.1 Der Innovationsbegriff...................................................................................13
2.1.2 Definition der Umweltinnovationen...............................................................14
2.1.3 Inhaltliche (funktionelle) Umweltinnovationsdimensionen.............................17
2.1.3.1 Ökologische Produkt- und Prozessinnovationen..................................17
2.1.3.2 Organisatorische, soziale und institutionelle Umweltinnovationen......21
2.1.4 Prozessuale Dimensionen der (Umwelt-)Innovationen....................................24
2.1.5 Innovationspromotoren und Innovationsfähigkeit/-bereitschaft.......................29
2.2 Einflussfaktoren auf Umweltinnovationen: Impulse und Hemmnisse...................33
2.2.1 Umweltinnovationen und Multi-Impuls-Hypothese........................................33
2.2.2 Einflussfaktoren auf Umweltinnovationen......................................................35
2.2.2.1 Förderung der Umweltinnovationen durch technologische und
marktliche Einflüsse...........................................................................36
2.2.2.2 Förderung der Umweltinnovationen durch umweltpolitische
Steuerung...........................................................................................38
2.2.2.3 Unternehmensspezifische Einflussfaktoren auf Umweltinnovationen..39
2.3 Zwischenresümee: Notwendigke it unternehmensübergreifender Realisierung
von Umweltinnovationen.....................................................................................43
3. KONZEPTIONELLE GRUNDLAGEN UND GESTALTUNGSMÖGLICHKEITEN UMWELT-
ORIENTIERTER KOOPERATIONEN..................................................................................46
3.1 Begriffsdefinition: Kooperation und umweltorientierte Kooperation....................46
3.1.1 Der Kooperationsbegriff.................................................................................46
3.1.2 Umweltorientierte Unternehmenskooperation.................................................48
3.1.3 Konstitutive Merkmale umweltorientierter Unternehmenskooperation...........51
X Inhaltsverzeichnis
3.2 Anforderungen und Gestaltungsoptionen umweltorientierter Kooperationen........55
3.2.1 Strukturmerkmale von Kooperationen............................................................55
3.2.2 Klassifikation umweltorientierter Unternehmenskooperationen......................59
3.3 Innovationsrelevante Einflusspotenziale von umweltorientierten Kooperationen..67
3.3.1 Ansatzpunkte zur Innovationsförderung durch umweltorientierte Koope-
rationen..........................................................................................................67
3.3.1.1 Vorüberlegungen zum Beitrag umweltorientierter Kooperationen zur
Innovationsförderung..........................................................................67
3.3.1.2 Anforderungen an die Akteurskonstellation als ein innovations-
relevanter Anhaltspunkt umweltorientierter Kooperation....................69
3.3.2 Bedeutung der Kooperation zur Beeinflussung der Umweltinnovationen:
Folgerungen und Implikationen für das weitere Vorgehen..............................73
4. THEORETISCHE KOOPERATIONSANSÄTZE UND DEREN BEITRAG ZUR INNOVATIONS-
FÖRDERUNG.................................................................................................................74
4.1 Auswahl relevanter Theorieansätze......................................................................74
4.2 Der Transaktionskostenansatz: Entwicklung, Grundfragen und Ansatzpunkte für
Innovationen durch Kooperation..........................................................................76
4.2.1 Grundannahmen des Transaktionskostenansatzes...........................................76
4.2.2 Transaktionsspezifische Einflussfaktoren.......................................................79
4.2.3 Kooperationsvorteile und deren Beitrag zur Innovationsförderung.................81
4.3 Der interaktionsorientierte Netzwerkansatz..........................................................85
4.3.1 Grundannahmen.............................................................................................85
4.3.2 Elemente des Netzwerkmodells......................................................................86
4.3.3 Rolle der Interaktionen und Beziehungen.......................................................88
4.3.4 Stellenwert der Kooperationen im Rahmen der Netzwerkinteraktionen..........90
4.3.5 Innovationsprozesse in Netzwerken................................................................92
4.3.6 Würdigung des interaktionsorientierten Netzwerkansatzes.............................94
4.4 Zusammenfassende Würdigung theoretischer Ansätze: Bedarf an weiter-
führender Exploration..........................................................................................96
5. KONZEPTIONELLE UND METHODISCHE ÜBERLEGUNGEN FÜR DIE ANALYSE DES
KOOPERATIONSBEITRAGS ZU UMWELTINNOVATIONEN..................................................99
5.1 Analyserahmen: Anforderungen an den konzeptionellen Rahmen für Inno-
vationsförderung der umweltorientierten Kooperationen......................................99
5.2 Forschungsdesign und Methodik........................................................................104
5.2.1 Auswahl der qualitativen Vorgehensweise für die Erkenntnisgewinnung......104
5.2.1.1 Kennzeichen qualitativer und quantitativer Forschung......................104
5.2.1.2 Begründung der Auswahl des qualitativ-quantitativen Forschungs-
designs.............................................................................................106