Table Of ContentNorbert Dittmar
Transkription
Qualitative Sozialforschung
Band 10
Herausgegeben von
Ralf Bohnsack
Christian Lüders
Jo Reichertz
Die Reihe Qualitative Sozialforschung
Praktiken - Methodologien - Anwendungsfelder
In den letzten Jahren hat vor allem bei jüngeren Sozialforscherinnen und Sozialfor
schern das Interesse an der Arbeit mit qualitativen Methoden einen erstaunlichen Zuwachs
erfahren. zugleich sind die Methoden und Verfahrensweisen erheblich ausdifferenziert
worden, so dass allgemein gehaltene Orientierungstexte kaum mehr in der Lage sind,
über die unterschiedlichen Bereiche qualitativer Sozialforschung gleichermaßen fundiert
zu informieren. Notwendig sind deshalb Einführungen von kompetenten, d. h. forschungs
praktisch erfahrenen und zugleich methodologisch reflektierten Autorinnen und Auto
ren.
Mit der neuen Reihe soll Sozialforscherinnen und Sozialforschern die Möglichkeit eröff
net werden, sich auf der Grundlage handlicher und überschaubarer Texte gezielt das für
ihre eigene Forschungspraxis relevante Erfahrungs-und Hintergrundwissen über Verfah
ren, Probleme und Anwendungsfelder qualitativer Sozialforschung anzueignen.
Zwar werden auch grundlagentheoretische, methodologische und historische Hintergrün
de diskutiert und z. T. in eigenständigen Texten behandelt, im vordergrund steht jedoch
die Forschungspraxis mit ihren konkreten Arbeitsschritten im Bereich der Datenerhe
bung, der Auswertung, Interpretation und der Darstellung der Ergebnisse.
Norbert Dittmar
Transkription
Ein Leitfaden mit Aufgaben
für Studenten, Forscher und Laien
2. Auflage
VS VERLAG FÜR SOZIALWISSENSCHAFTEN
+
'" WI.LAG FOR SOZIALWISSINSCHA.FTEN
VS verlag für Sozialwissenschaften
Entstanden mit Beginn des Jahres 2004 aus den beiden Häusern
Leske+Budrich und Westdeutscher Verlag.
Die breite Basis für sozial wissenschaftliches Publizieren
Bibliografische Information Der Deutschen Bibliothek
Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie;
detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über <http://dnb.ddb.de> abrufbar.
1. Auflage Oktober 2004
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Umschlaggestaltung: KünkelLopka Medienentwicklung, Heidelberg
Gedruckt auf säurefreiem und chlorfrei gebleichtem papier
ISBN 978-3-8100-3902-6 ISBN 978-3-322-95014-7 (eBook)
DOI 10.1007/978-3-322-95014-7
Inhalt
o.
Vorwort ...................................................................................... . 9
1. Kulturtechniken der Verdauerung flüchtiger mündlicher
Rede ............................................................................................ . 13
1.1 Warum wir Stimmen gerne schwarz auf weiß sehen möchten:
Einladung zur Reflexion .............................................................. . 13
1.2 Kollektives Gedächtnis, Authentizität und Verbindlichkeit ........ . 15
1.3 Schrift und Schriftlichkeit ........................................................... . 16
1.3.1 Nicht-phonologische Systeme ..................................................... . 17
1.3.2 Phonologische Systeme ............................................................... . 18
1.4 Die steno graphische Mitschrift .................................................... . 20
1.5 Protokoll ...................................................................................... . 22
1.6 Die Einbindung authentischer fremder Stimmen in den
literarischen Diskurs .................................................................... . 23
1.7 Aufgaben ..................................................................................... . 27
2. Das Untersuchungsfeld ,sprechsprachliche
Kommunikation' ........................................................................ . 29
2.1 Kommunizieren als Sprechtätigkeit ............................................. . 29
2.1.1 Sprechen als Ausdruck sozialer Identität ..................................... . 29
2.1.2. Sprechen als Aktivität in Zeit und Raum ..................................... . 30
2.1.3 Flüchtigkeit und (mentale) Flüssigkeit der Rede ......................... . 32
2.1.4 Die ,Ko-Präsenz' von Sprecher und Hörer .................................. . 34
2.2 Mündlichkeit: Theoretische Modelle der Form und Funktion .... . 35
2.2.1 Konzeptionelle Mündlichkeit ...................................................... . 36
2.2.2 Die Eigenständigkeit der Sprechsprache .................................... .. 38
2.3 Eine modulare Sicht sprechsprachlicher Eigenschaften: Psycho-,
sozio-, system-und diskurslinguistische Dimensionen ............... . 42
2.4 Aufgaben ..................................................................................... . 46
5
3. Die Transkription als Dokumentationsgrundlage
wissenschaftlicher Untersuchungen mündlicher
Kommunikationsprozesse ......................................................... . 49
3.1 Gegenstand und Definition der wissenschaftlichen
Transkription ............................................................................... . 50
3.2 Sprachdatenerhebung .................................................................. . 53
3.3 Die Rolle der Transkription im Rahmen
kommunikationswissenschaftlicher Untersuchungen .................. . 55
3.4 Aufgaben ..................................................................................... . 57
4. ,Sage mir, wie Du sprichst und ich sage Dir, wer Du bist':
Lautliche Authentizität ............................................................. . 59
4.1 Die literarische Umschrift ........................................................... . 60
4.2 Die Transliteration ....................................................................... . 63
4.3 Die ,phonetische Umschrift' (lPA) .............................................. . 64
4.4 Die Heidelberger Umschrift ,PDL' (Pidgin Deutsch
Lautschrift) .................................................................................. . 71
4.5 SAMPA (Speech Assessment Methods Phonetic Alphabet) ...... .. 73
4.6 Vor- und Nachteile von PA, PDL und SAMPA .......................... . 74
4.7 Aufgaben ..................................................................................... . 75
4.8 Anhang ........................................................................................ . 76
5. Die Verschriftlichung von Diskursen und Gesprächen:
Pragmatische Authentizität ...................................................... . 77
5.1 Grundlagen: Anforderungen an eine technisch, theoretisch und
praktisch angemessene Transkription .......................................... . 77
5.2 Dimensionen eines Vergleichsrasters für
Transkriptionssysteme ................................................................. . 85
5.2.1 Design (D) ................................................................................... . 87
5.2.2 Redebeitrag (R) ........................................................................... . 92
5.2.3 Verbale (sprechsprachliche-kommunikative) Einheiten
(segmentale Ebene) ..................................................................... . 93
5.2.4 Prosodische (nicht-segmentale) Phänomene .............................. .. 94
5.2.5 Nonverbale Ereignisse (NV) ....................................................... . 96
5.2.6 Kommentare (Tran skribenten-Perspekti ve) ............................... .. 97
5.2.7 Extras (Symbole für Besonderheiten) ........................................ .. 97
5.3 Das Transkriptionsdesign der formalen Konversationsanalyse
(KA) ............................................................................................ . 99
5.3.1 Forschungsparadigma und -tradition .......................................... .. 99
5.3.2 Was soll die Transkription leisten? ............................................. . 100
5.3.3 Leitgedanken ............................................................................... . 100
5.3.4 Darstellung der Konventionen ..................................................... . 101
5.3.5 Ausblick ...................................................................................... . 107
5.3.6 Anwendungen .............................................................................. . 107
6
5.4 Orchestrale Interaktion: Das Partiturdesign HIAT ...................... . 109
5.4.1 Forschungskontext ....................................................................... . 109
5.4.2 Leitgedanke und Design (Partiturschreibweise) .......................... . 109
5.4.3 Angaben zu Methoden und technischen Hilfsmitteln .................. . 111
5.4.4 Anwendungen .............................................................................. . 112
5.4.5 Darstellung der Konventionen ..................................................... . 112
5.4.6 Beispiele für ein Transkript ......................................................... . 120
5.4.7 Abschließende Bemerkungen ...................................................... . 123
5.5 Das Transkriptionsverfahren DIDA ............................................ . 125
5.5.1 Datenbanken für Quer-und Längsschnittstudien am IDS in
Mannheim .................................................................................... . 125
5.5.2 Forschungskontext ....................................................................... . 126
5.5.3 Das Zeicheninventar (DIDA) ...................................................... . 127
5.5.4 Darstellung der DIDA-Konventionen ......................................... . 129
5.5.5 Würdigung ................................................................................... . 134
5.5.6 Transkript-Beispiel ....................................................................... . 135
5.5.7 Anwendungsgebiete .................................................................... . 136
5.6 DT: DiskursTranskription nach Du Bois et al. (1992 u. 1993) ... . 137
5.6.1 Kontext der Forschung ................................................................ . 137
5.6.2 Leitgedanken ............................................................................... . 138
5.6.3 Konventionen der, Diskurstranskription ' (DT) ........................... . 140
5.6.4 Würdigung ................................................................................... . 148
5.6.5 Anwendung ................................................................................. . 149
5.6.6 Beispiel für ein Grob- und Feintranskript .................................... . 149
5.7 GA T: GesprächsAnalytisches Transkriptionssystem .................. . 150
5.7.1 Kontext der Forschung ................................................................ . 150
5.7.2 Konzeptuelle Leitgedanken ......................................................... . 151
5.7.3 Darstellung der Konventionen nach GAT ................................... . 152
5.7.4 Würdigung ................................................................................... . 160
5.7.5 Anwendung der Konventionen in GAT ...................................... . 160
5.7.6 Transkriptbeispiel für GAT ......................................................... . 160
5.8 CHAT : Das ,Chamäleon' unter den Trankriptionssystemen für
multifunktionale Mehrebenenanalysen ...................................... . 164
5.8.1 Zur historischen Entwicklung der Dokumentation von
Spracherwerbsdaten ..................................................................... . 165
5.8.2 Das CHILDES-System ................................................................ . 167
5.8.3 Die Grundstruktur eines CHAT -Transkripts .............................. .. 168
5.8.4 Darstellung der Konventionen in CHAT ..................................... . 169
5.8.5 Anwendung ................................................................................. . 175
5.8.6 Beispiel für eineCHAT -Transkription ......................................... . 177
5.9 Evaluation .................................................................................... . 180
5.9.1 Gütekriterien ................................................................................ . 180
5.9.2 Kritischer Rückblick und Perspektiven ....................................... . 182
5.10 Aufgaben ..................................................................................... . 185
7
6. Die Transkription nichtverbalen Verhaltens ........................... 189
6.1 Grundlagen ................................................................................... 189
6.2 NichtVerbale TranskriptionsSysteme (NVTS) nach Art der
Bezeichnung (Symbolisierung vs. Ikonisierung) .......................... 191
6.3 Form der Anlage der Transkription .............................................. 199
6.4 Zu Prinzipien der Segmentierung des kinesischen Verhaltens ..... 200
6.5 Ein integrativer Vorschlag ............................................................ 202
6.6 Ausblick ....................................................................................... 205
6.7 Aufgaben...................................................................................... 206
7. Die Arbeit mit Transkriptionen und die elektronische
Datenverarbeitung ..................................................................... . 209
7.1 Überblick zur Einsetzbarkeit von PCs ........................................ .. 210
7.2 Der PC als Hilfsmittel .................................................................. . 211
7.2.1 Speicherung von Daten .............................................................. .. 211
7.2.2 Dateiformate für Tonmaterial ...................................................... . 212
7.3 Internet - Markt der Ideen und Projekte ...................................... . 213
7.4 Computerprogramme für das Erstellen und die Analyse
von Transkripten ........................................................................ .. 215
7.4.1 CHILDES und das Programm CLAN ........................................ .. 215
7.4.2 HIAT und das Programm HIAT-DOS ........................................ .. 218
7.4.3 EXMARaLDA ............................................................................. .. 220
7.4.4 Ton und Text .............................................................................. .. 221
7.4.5 PRAAT ........................................................................................ . 222
7.5 Der Weg zum Überblick oder wie ich mich auf
dem Laufenden halte .................................................................. .. 224
7.5.1 Institutionen und Einrichtungen .................................................. . 224
7.5.2 Ausblick ..................................................................................... .. 225
7.6 Aufgaben ..................................................................................... . 226
8. Die Praxis des Transkribierens ........ .............. ...................... ..... 227
8.1 Auswahl eines Trankriptionssystems ........................................... 227
8.2 Voraussetzungen .......................................................................... 229
8.3 Praktische Schritte zur Durchführung der Transkription ............. 232
8.4 Varia ............................................................................................. 235
8.5 Envoi ............................................................................................ 237
8.6 Aufgaben ...................................................................................... 237
Literaturverzeichnis .................................................................................. 239
Internetadressen ....................................................................................... 249
Glossar...................................................................................................... 250
8
Vorwort
Wie werden Sie - Linguist, Soziologe oder Kommunikationsforscher - ein
homo faber der Dokumentation alltäglicher und institutioneller Kommunika
tion? "Indem ich das Handwerk des Transkribierens erlerne", würde uns der
fiktive, für multimediale Kommunikation aufgeschlossene modeme Sokrates
antworten (und mit seiner heimlichen anglophonen PC-Phobie leise hinzufü
gen ,transcription by doing'). Wer die flüchtige und flüssige Gestalt von Ge
sprächen und Diskursen dauerhaft in graphische Repräsentationen verwan
deln kann, hält sich und anderen den Spiegel unseres sozialen und institutio
nellen Kommunikationsverhaltens vor, sei nun man/frau Experte oder Laie,
Beratende(r) oder Ratsuchende(r), Chef(in), Mitarbeiter(in) oder schlicht
Betroffene(r). Mit einer möglichst authentischen graphischen Fixierung unse
rer flüchtigen Kommunikationsmodi eröffnen wir uns und anderen die Chan
ce, uns mit unseren eigenen kommunikativen Praktiken zu konfrontieren und
zu lernen, diese wirkungsvoller, angemessener, gerechter etc. zu gestalten,
kurz: ihre Dokumentation für eine Verbesserung der Praxis zu nutzen.
Es gibt gute Gründe, ein homo faber der Transkription zu werden.
Der soziale Druck, Formen und Funktionen unseres Verhaltens anderen
gegenüber zu legitimieren (oder legitimieren zu müssen), ist in der individuali
sierten Kommunikationsgesellschaft des 2l. Jh.s gewachsen. Missverständnisse
wollen behoben, Verstöße gegen soziale Konventionen belegt, das eigene wie
das fremde Image im Sinne ausgewogener und effizienter Kommunikations
verhältnisse bedacht sein - sonst bewegt sich nichts. Veränderungen in den all
täglichen kommunikativen Praktiken müssen aber, wollen sie erfolgreich sein,
gezielt auf ,realexistierende' Beobachtungen gegründet sein. Eine grundlegen
de, zunehmend an Bedeutung gewinnende Grundlage einer dokumentarischen
Methode der Beobachtung (vgl. BohnsacklNentwig-Gesemann/Nohl 2001)
stellt heutzutage das technisch weit fortgeschrittene Handwerk der Verschriftli
chung dar. Daher sind auch Einführungen in die Theorie und Praxis des Trans
kribierens in den gesellschaftswissenschaftlichen Fächern Linguistik, Soziolo
gie, (Sozial-)Psychologie und Kommunikationswissenschaft heute viel gefragt.
Ziel dieses Buches ist es, das Handwerk der Verschriftlichung mündli
cher Rede im Deutschen zu vermitteln und die Techniken bereit zu stellen,
sich dieses autodidaktisch oder in Kursen/Seminaren anzueignen. In diesem
9
allgemeinen Sinne richtet es sich an alle, die die Methode der ,Verschriftli
chung' kommunikativen Verhaltens zu praktischen oder Forschungszwecken
erlernen wollen.
Zielgruppen dieses Buches sind somit
alle in öffentlichen Bereichen Beschäftigte, die die Kommunikation zwi
schen Betroffenen mit Hilfe von Verhaltensdokumentationen verbessern
wollen (z.B. ÄrztInnen, TherapeutInnen, ManagerInnen, Persona1chefln
nen, LehrerInnen, DozentInnen ... )
SprachwissenschaftIerInnen, für die das Beherrschen des Handwerks der
Transkription heutzutage Voraussetzung ist für
(a) Diskurs-und Konversationsanalyse,
(b) die auf Korpusbelege gegründete Grammatikschreibung,
(c) die soziolinguistische Beschreibung von Varietäten im sozialen Kontext,
(d) die Dokumentation von Spracherwerbsstadien und von nicht-mutter
sprachlichem Kommunikationsverhalten (interkulturelle Kommunikation)
und
(e) die gebrauchs- und systembezogene Beschreibung der Sprachen die
ser Welt (Sprachtypologie), um nur die wichtigsten der betroffenen Ge
biete zu benennen;
(Sprach-)SoziologInnen und SozialpsychologInnen, die die Mikroebene
sozialen Verhaltens auf der Ebene interaktiver Prozesse im Alltag und in
Institutionen erfassen und die der ,kommunikativen Kompetenz' zugrun
de liegenden kommunikativen Praktiken in ihrer sozialen Dynamik be
schreiben und erklären sollen (vgl. auch Bohnsack 42000);
Kommunikationswissenschaftlerlnnen, die die fortwährenden Verände
rungen unserer multimedialen Kommunikationskultur (TV, Handy, E
mail, Internet etc.) untersuchen wollen.
Das Handwerk der Sprach- und Kommunikationsforscher ist das Medium der
mündlichen Rede, der Gegenstand dieses Handwerks die Materialisierung der
das soziale Leben verkörpernden kulturellen Spielarten des Sprachgebrauchs.
Die moderne Informationstechnologie eröffnet uns heute ein hocheffizientes
Feld schneller und expliziter Verarbeitung aller Arten von Daten. Als forschen
de DozentInnen oder Laien sitzen wir heute nicht mehr isoliert in den Gelehr
tenzimmern und verbringen Jahre mit dem Auswerten von Tausenden von
Karteikarten. Mit EDV erstellte Verhaltensdokumentationen erlauben eine
gründliche und sorgfältige Beschreibung und Erklärung von Kommunikation.
Theorien ohne Korpusbelegungen sind heute nicht mehr denkbar.
Wenn in diesem Buch das Hauptgewicht auf Diskurstranskriptionen ge
legt wird, so entspricht dies einem breiten Interesse der Kommunikationswis
senschaften, eine Art modernen homo faber communicationis auszubilden,
der/die die Komplexität des formalen und funktionalen Verhaltens in Gesprä
chen auf mehreren Ebenen erfassen soll. Der phonetischen Transkription, die
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