Table Of ContentBEIHEFTE ZUR
ZEITSCHRIFT FÜR ROMANISCHE PHILOLOGIE
BEGRÜNDET VON GUSTAV GRÖBER
HERAUSGEGEBEN VON GÜNTER HOLTUS
Band 302
THOMAS GERGEN
Sprachengesetzgebung
in Katalonien
Die Debatte
um die «Liei de Política Lingüística»
vom 7. Januar 1998
MAX NIEMEYER VERLAG TÜBINGEN
2000
Meinen lieben Eltern in Dankbarkeit gewidmet
Die Deutsche Bibliothek - CIP-Einheitsaufnahme
Gergen, Thomas:
Sprachengesetzgebung in Katalonien: Die Debatte um die «Liei de Política Lingüística» vom
7. Januar 1998 / Thomas Gergen. - Tübingen: Niemeyer, 2000
(Beihefte zur Zeitschrift für romanische Philologie; Bd. 302)
ISBN 3-484-52302-6 ISSN 0084-5396
© Max Niemeyer Verlag GmbH, Tübingen 2000
Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung
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verfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. Printed in
Germany.
Gedruckt auf alterungsbeständigem Papier.
Satz: LinsenSpektrum, Mössingen
Druck: AZ Druck und Datentechnik GmbH, Kempten
Einband: Heinr. Koch, Tübingen
Worte des Dankes
Die vorliegende Arbeit wurde im Sommer 1998 von der Philosophischen Fa-
kultät der Universität des Saarlandes in Saarbrücken als Dissertationsschrift
angenommen.
An erster Stelle möchte ich meinen Doktorvätern, den Professoren Dres.
Hans-Jörg Neuschäfer sowie Max Pfister (beide Saarbrücken) vielmals dan-
ken für ihren stetigen Ansporn und ihr großes Interesse am Thema, das sie in
ihren Veranstaltungen über Sprachlandschaften und Literatur der Iberia in mir
weckten.
Meine Betreuer bei der Generaldirektion Wissenschaften im Europäischen
Parlament, welches mir ein Robert-Schuman-Stipendium für einen Aufent-
halt in Brüssel gewährte, standen mit Rat und Tat hinsichtlich der Minderheiten-
sprachen in Europa zur Seite. Vom Deutschen Katalanistenverband, dem Pa-
tronat Català pro Europa in Brüssel sowie dem Parlament de Catalunya in
Barcelona habe ich sehr viel Rückenwind und essentielle Auskünfte bekom-
men. Der Akademie der Wissenschaften und der Literatur (Mainz), der Uni-
versität des Saarlandes und der Vereinigung der Freunde meiner Universität
(beide Saarbrücken), sowie der «Maison des Sciences de l'Homme et de la
Société de Poitiers» bin ich für die großzügige Finanzierung der Druckkosten
sehr verbunden.
Herrn Dr. Dieter Hauck und Frau Marina Weber-Brill danke ich für die
sorgfältige Lektüre des Manuskripts vor der Abgabe im Sommer 1998, Frau
Anneliese Austgen für etliche Hilfen bei der Textverarbeitung, Frau Dagmar
Bornträger für die prompte Lösung aller verwaltungstechnischer Fragen des
Promotionsverfahrens. Frau Brigitte Badelt und Herrn Wolfgang Herbst vom
Niemeyer-Verlag gilt großes Lob für die umfassende Betreuung bei der Druck-
legung dieser Dissertation. Für die zügige Begutachtung der Dissertation und
die deutliche Befürwortung, sie in die Reihe der «Beihefte zur Zeitschrift für
romanische Philologie» aufzunehmen, sorgten die Professoren Dres. Hans-
Jörg Neuschäfer, Max Pfister und Günter Holtus. Ihnen gebührt mein herz-
lichster Dank.
Saarbrücken/Barcelona Thomas Gergen
im Januar 2000
V
Inhaltsverzeichnis
Vorbemerkung ι
Teil I:
Die Wurzeln der Sprachendebatte 3
ι. Katalanisch als Amts- und Landessprache spanischer
Comunidades Autónomas 3
ι. ι Der Sprachkonflikt von Kastilisch und Katalanisch 3
1.2 Geographische Verbreitung und Stellenwert des Katalanischen 4
ι .3 Umstrittene Einordnung des Katalanischen in der Linguistik 6
ι .4 West- und Ostkatalanisch als dialektale Untergruppen 7
ι .5 Zweifel an der Spracheinheit der Paisos Catalans 8
1.6 Sprachstatistik 8
ι .7 Reichweite der Begriffe von Amts- und Landessprache 9
2. Das Verhältnis von Katalanisch und Kastilisch als
Amts- und Landessprachen im Laufe der Geschichte 10
2.1 Die Entwicklung zur Schriftsprachlichkeit als Phase
der ersten Standardisierung 10
2.2 Katalanisch als National- und Literatursprache
(um 1250 bis 1500) Ii
2.3 Erste Auflösung des einheitlichen Sprachbewußtseins:
Die Decadència ab 1500 12
2.3. ι Verlagerung des Sprachzentrums nach València
und Mallorca 12
2.3.2 Kastilisch als Kultursprache 12
2.4 Endgültiger Abschied vom schriftlichen Gebrauch:
Das Decreto de Nueva Planta (1716) 13
2.5 «Das Schweigen» der Katalanen unter der französischen
Besatzung: Die Begründung der Einsicht in die Vorteile
der Zweisprachigkeit 14
2.5.1 Französisch als Amtssprache? 14
2.5.2 Die Entscheidung der Katalanen zugunsten
des Kastilischen und für die Zweisprachigkeit 14
VII
2.6 Der Prozeß der Standardisierung des Katalanischen 15
2.6.1 Renaixença und Joes Florais 15
2.6.2 Der politische Katalanismus 16
2.6.3 Die Katalanisierung der Gewerkschaften 17
2.7 Trotz Unterdrückung der Sprache zu Beginn
des 20. Jahrhunderts: Das Bekenntnis der Katalanen
zur spanischen Krone und zur kastilischen Sprache 18
2.8 Mancomunitat und Generalitat 19
2.9 Die hispanidad des Franco-Regimes: Die Negation
katalanischer Sprache und Kultur 20
2.10 Die «Gegenrepression» der Katalanen:
Nova Cançô und Diada vom 11. 9. 1977 21
2.11 Die Liei de Normalització Lingüística vom 6. 4. 1983 22
2.12 Katalanisch im internationalen Rahmen:
Joes Olimpics (1992) und Fòrum universal (2004) 22
3. Der Status der Kooffizialität von Kastilisch und Katalanisch 23
3.1 Vorgaben der spanischen Verfassung 23
3.2 Die Autonomiestatute und ihre Funktionen 23
3.2.1 Prinzip der Einheit 23
3.2.2 Prinzip der Autonomie 24
3.2.3 Die Ausgestaltung der Autonomie 24
3.2.4 Die Bedeutung des Autonomiestatuts für die
Sprachenregelung 25
3.3 Die Kooffizialität im Autonomiestatut von Katalonien 26
3.4 Der asymmetrische Bilinguismus) in Katalonien 26
3.4.1 Überblick über die Schranken 26
3.4.2 Einengung der Region seitens des Zentralstaats 27
4. Sprachenkonflikte in Parlament und Verwaltung
(Katalanisch als Amtssprache) 28
4. ι Das Parlament de Catalunya 28
4.2 Die öffentliche Verwaltung 29
4.2.1 Exakt geplante <Normalisierung> des Katalanischen .. 29
4.2.2 Gültigkeit eines Verwaltungsaktes in
katalanischer Sprache 31
4.2.3 Das Institut d'Estudis Catalans (IEC) 31
5. Das Katalanische als Landessprache 32
5.1 Anstieg der katalanischen Presseproduktion 32
5.2 Keine Scheu vor neuen Medien:
Die Gran Enciclopédia Catalana (GEC) im Internet 32
VIII
5-3 Hohes Prestige der Buchkultur 33
5.4 Kultur und Wirtschaft 34
5.5 Sprache und Katalanismus 35
5.6 Die dementierte Spracheinheit 36
5.7 Balearische Dialekte als Stütze des <Zentralkatalanischen> ... 37
5.8 Die Hindernisse der normalització 37
5.8.1 Fehlende Sprachloyalität 37
5.8.2 Politische Doktrin versus Lehrfreiheit der
Universität (València) 37
6. Konflikte in Gesetzgebung und Praxis bei der
<Normalisierung> im kulturellen Bereich und Erziehungswesen .... 38
6.1 Kompetenzen 38
6.2 Das Katalanische als Unterrichtssprache 39
6.3 Hochschulen 41
6.3.1 Lehrfreiheit versus staatliche Bevormundung 41
6.3.2 Universität Barcelona:
Über 60% der Veranstaltungen in Katalanisch 42
6.3.3 Hohe Sprachkompetenz der spanischen Studenten
bei Regionalsprachen 43
6.4 Die Ausbildung einer katalanischen Fachsprache 43
6.5 Sprachvermittlung außerhalb Kataloniens 44
6.6 Radio, Fernsehen, Kino 44
6.7 Neuer Regelungsbedarf 46
Teil II:
Auf dem Weg zur Liei 1/1998 de Política Lingüística (LPL) 47
ι. Die Debatte über das Gewicht der katalanischen Sprache
zum Sant-Jordi-Tag 1997 47
i. ι Die Einsicht in die Reformbedürftigkeit des
Sprachengesetzes von 1983 47
1.2 Gegensätzliche Standpunkte 47
ι .2. ι Das Manifest der Associació Per a les Noves Bases
für den Monolinguismus in Katalonien 48
1.2.2 Die Gegner der unitat de llengua catalana 49
1.2.3 Die Initiative katalanischer Bischöfe 50
1.2.4 La Plataforma per la Llengua 51
1.2.5 Vorschlag zur Beibehaltung des Gesetzes von 1983 ... 51
2. Die Suche nach einem neuen gesetzlichen Rahmen 52
2.1 Die Auffassungen der politischen Parteien 52
IX
2.1.1 PP und PSC: Freie Sprachenwahl 53
2.1.2 ERC: Vollständige Katalanisierung 54
2.1.3 Kompromißbereite CiU: Behutsame <Normalisierung> 54
2.2 Apartheid in der Schule? 55
2.3 Der Vorschlag der Regierungspartei CiU vom Mai 1997 56
3. Die die Gesetzgebung begleitenden Kampagnen für und
gegen die weitere <Normalisierung> des Katalanischen 57
3.1 Manifest der Notare 58
3.2 Botschaftertätigkeit für Katalonien der Cases regionals 59
3.3 Aktionen der Plataforma per la Llengua 60
3.4 Zukunftsprojektionen über Katalanischsprecher 60
3.5 Betonung des Zusammengehörigkeitsgefühls
der Països Catalans 61
3.5.1 Andorra: Staatsabkommen mit Staaten, in denen
ebenfalls Katalanisch gesprochen wird 61
3.5.2 Kooperation mit Catalunya Nord 62
3.5.3 Balearen: Katalanisch für höhere Beamte obligatorisch 63
3.6 Gegner der Einheit 63
3.6.1 Katalonien-València: Der Schulbuchstreit 64
3.6.2 Katalonien-Aragonien: Angst vor Pankatalanismus ... 65
3.7 Gleichwertige katalanische Edition der Tageszeitung
El Periódico 66
3.7.1 El Periódico: Sprachliche <Normalisierung> ohne
die Obrigkeit 66
3.7.2 Segre: Zweisprachige Zeitung 67
3.7.3 Würdigung: <Normalisierung> auf Wunsch
der Bevölkerung 68
3.8 Verlautbarungen von Seiten der Kirche:
«Parlar en català és parlar en cristià» 69
3.9 Ruf der «Kinowelt» nach katalanischen Filmen
bzw. katalanischen Untertiteln 70
3.10 Nach Maastricht mehr Nationalismus 70
3.11 Den EURO auf Katalanisch? 72
3.12 Radikalisierung durch Katalanischgegner 72
3.13 Antikatalanismus als Wahlkampfthema 73
3.14 Selbstbestimmung als ethnische Säuberung? 73
3.15 Wissenschaftler für die Verteidigung der
katalanischen Spracheinheit 74
3.16 Zusammenhang von gesellschaftlichen Kampagnen
und politischer Debatte 75
4. Rechtliche Probleme im Spiegel der politischen Debatte 75
4. ι Die Präambel der LPL 76
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