Table Of ContentSexuelle Gewalt in Kindheit und Jugend:
Forschung als Beitrag zur Aufarbeitung
Heiner Keupp · Florian Straus · Peter Mosser
Wolfgang Gmür · Gerhard Hackenschmied
Sexueller Missbrauch und
Misshandlungen in der
Benediktinerabtei Ettal
Ein Beitrag zur wissenschaftlichen
Aufarbeitung
Sexuelle Gewalt in Kindheit und Jugend:
Forschung als Beitrag zur Aufarbeitung
Herausgegeben von
Sabine Andresen, Frankfurt am Main, Deutschland
Jens Brachmann, Rostock, Deutschland
Peer Briken, Hamburg, Deutschland
Barbara Kavemann, Berlin, Deutschland
Heiner Keupp, München, Deutschland
Sexuelle Gewalt wurde bis heute national und international häufig aus der For-
schung ausgeblendet. Vor allem die Erfahrungen von Kindern und Jugendlichen
mit sexueller Gewalt im familiären und privaten Umfeld, ebenso wie in Kontex-
ten kirchlicher oder pädagogischer Institutionen gehörten lange zu den großen
Tabus moderner Gesellschaften. Zur Überwindung dieser Defizite beizutragen, ist
ein Anliegen dieser Buchreihe. Sie schließt dabei an die ersten Versuche durch
mutige Initiativen von Betroffenen in den 1980er Jahren an. Diese haben die
Ringe des Schweigens und Verleugnens zwar zunächst kaum durchbrechen kön-
nen, aber seit; einigen Jahren zeigen sich allmählich Veränderungen. Vor allem
durch Betroffene von Missbrauch in Institutionen sind die ersten Schneisen für
das Thema der sexualisierten Gewalt in die Öffentlichkeit, in das wissenschaft-
liche Aufmerksamkeitsfeld und in die politische Arena geschlagen worden. Ein-
zelne Institutionen beginnen sich ihrer Verantwortung zu stellen und haben die
bis heute nachwirkenden Spuren von Missbrauch und Misshandlungen in der
Geschichte ihrer Institution erforschen lassen. Hier zeigt sich, dass Forschung
einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung leisten kann. Vor allem dann, wenn sie
sich methodisch für die Erfahrungen der Betroffenen und für deren biografische
Konsequenzen öffnet und sie in historische und systemische Kontexte einordnet.
Es hat sich gezeigt, dass die Komplexität der damit gestellten Aufgaben am ehes-
ten durch interdisziplinäre Kooperation von Pädagogik, Psychologie, Soziologie
und Medizin bewältigt werden kann. Die neue Buchreihe will dies zeigen und
deshalb sind alle vier Disziplinen im Gremium der Herausgeberinnen und Her-
ausgeber vertreten.
In der Buchreihe werden Studien veröffentlicht, die auf unterschiedlichen Metho-
den und Herangehensweisen basieren, aber die der Aufarbeitung sexueller Gewalt
verpflichtet sind.
Herausgegeben von
Sabine Andresen, Goethe-Universität Frankfurt/Main
Jens Brachmann, Universität Rostock
Peer Briken, Universitätsklinikum Hamburg
Barbara Kavemann, Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin
Heiner Keupp, Ludwig-Maximilians-Universität München
Heiner Keupp · Florian Straus
Peter Mosser · Wolfgang Gmür
Gerhard Hackenschmied
Sexueller Missbrauch und
Misshandlungen in der
Benediktinerabtei Ettal
Ein Beitrag zur wissenschaftlichen
Aufarbeitung
Heiner Keupp Wolfgang Gmür
München, Deutschland München, Deutschland
Florian Straus Gerhard Hackenschmied
München, Deutschland München, Deutschland
Peter Mosser
München, Deutschland
Sexuelle Gewalt in Kindheit und Jugend: Forschung als Beitrag zur Aufarbeitung
ISBN 978-3-658-14744-0 ISBN 978-3-658-14745-7 (eBook)
DOI 10.1007/978-3-658-14745-7
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Inhaltsverzeichnis
Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . IX
1 Auftrag und Durchführung
Was soll diese Studie leisten, was kann sie nicht leisten? . . . . . . . . . . . . 1
1.1 Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1
1.2 Auftrag und Selbstverständnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
1.3 Design der Studie und methodisches Vorgehen . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
1.4 Was kann und will diese Studie nicht leisten? . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
2 Es gibt viele „Ettals“
Gründe für die unterschiedlichen Erzählungen
der Zeit im Internat des Klosters Ettal . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
2.1 Wahrnehmung ist selektiv . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
2.2 Erinnerungen sind selektiv . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
2.3 Haben wir Zugang zu den ausgeblendeten und verdrängten
Wahrnehmungen und Erinnerungen? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
2.4 Ergänzende Erklärungsmuster . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
2.5 Nicht nur schwarz/weiß . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
2.6 Die „vielen Ettals“ relativieren nicht die Misshandlungserfahrungen 23
3 Sozialisation im Klosterinternat Ettal . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27
3.1 Die Entscheidung für das Klosterinternat Ettal
und damit verbundene Erwartungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
3.2 Das Image von Ettal . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
V
VI Inhaltsverzeichnis
3.3 Der Zugang zum Internat: erste Selektions erfahrungen . . . . . . . . . . 31
3.4 Einstieg: Anfangsphase und Eingewöhnungszeit . . . . . . . . . . . . . . . . 33
3.4.1 Vielfältige Herausforderungen
in der Eingewöhnungszeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33
3.4.2 Trennung von den Eltern: Internat als dominanter,
von der Außenwelt isolierter Sozialisationsraum . . . . . . . . . . 35
3.4.3 Heimweh und mangelnde Geborgenheit. . . . . . . . . . . . . . . . . 36
3.4.4 Umgang von Präfekten mit dem Heimweh der Kinder . . . . . 37
3.5 Die Präfekten und ihre Pädagogik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39
3.6 Schwarze Pädagogik als Normalität im Internatsalltag . . . . . . . . . . . 42
3.7 Einordnung in die Klassenstufenhierarchie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44
3.8 Täter und Opfer in der Schülergemeinschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46
3.9 Sexuelle Atmosphäre und sexuelle Grenz verletzungen . . . . . . . . . . . 49
3.10 Schweigen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 52
3.10.1 Kommunikation mit den Eltern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53
3.10.2 Fehlendes Beschwerdemanagement innerhalb
des Internats . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56
3.10.3 Schweigen über sexuellen Missbrauch . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57
3.11 Elite durch Selektion und schmerzvolle Bestrafung der Leis-
tungsschwachen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59
3.12 Entlastungen in den späteren Internatsjahren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61
3.12.1 Mehr Freiheiten und Außenkontakte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61
3.12.2 Zunahme der körperlichen Stärke
und der Wehrhaftigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62
3.13 Ausstieg: Ende der Internatszeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64
3.14 Bindungen fürs Leben: Die Altettaler . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64
4 Der Blick auf die Opfer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67
4.1 Die unbezweifelbaren Taten:
Konzeptualisierung von Gewaltformen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67
4.1.1 Psychische Gewalt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67
4.1.2 Körperliche Gewalt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72
4.1.3 Sexualisierte Gewalt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77
4.1.4 Zeugenschaft von Gewalt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 82
4.1.5 Kombination verschiedener Gewaltformen . . . . . . . . . . . . . . 83
4.2 Gewalterfahrungen durch andere Schüler . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 84
4.3 Nachwirkungen für die Opfer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 91
4.3.1 Allgemeine Bemerkungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 91
4.3.2 Initial- und Langzeitfolgen, Entwicklungsaspekte . . . . . . . . . 92
Inhaltsverzeichnis VII
4.3.3 Soziale Probleme, Beziehungsprobleme, Sexualität . . . . . . . . 99
4.3.4 Probleme in Ausbildung und Beruf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 103
4.3.5 Forcierte Reinszenierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 105
4.4 Gewalt in Ettal: Traumatische Erlebnisse
mit traumatisierenden Folgen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 107
5 Das Täterspektrum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 119
5.1 Einführung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 119
5.1.1 Täter als Akteure in Internat und Schule . . . . . . . . . . . . . . . . 119
5.1.2 Die Taten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 120
5.2 Vom Mönch zum Präfekten –
Herausforderungen und Überforderungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 122
5.3 Im Erziehungsalltag angekommen:
Übernahme „normaler Gewalt“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 124
5.4 Erfahrene Präfekten:
Gewaltpräferenzen bilden sich aus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 126
5.5 Persönliche Motivlagen der Patres . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 127
5.5.1 Das Engagement geht verloren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 127
5.5.2 Typische Verletzung:
Bruch in der eigenen Lebensplanung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 131
5.5.3 Konkurrenz zwischen den Patres – Macht und Respekt . . . . 132
5.5.4 Ambivalente Beziehungen zu Schülern:
Demütigung und Wunsch nach Anerkennung . . . . . . . . . . . . 133
5.5.5 Ausleben sexueller Neigungen durch einzelne Patres . . . . . . 135
6 Die Binnenstruktur und der spezifi sche Kontext
des Klosterinternats . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 141
6.1 Der Kontext des Klosterinternats . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 142
6.1.1 Das Klosterinternat Ettal im Kontext
von katholischer Kirche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 142
6.1.2 Das Internat im Kontext des Klosters . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 145
6.1.3 Das Internat in der historischen Tradition . . . . . . . . . . . . . . . 147
6.1.4 Das Internat und die Erwartungen der Eltern . . . . . . . . . . . . 149
6.1.5 Das Internat im Kontext der herrschenden Pädagogik . . . . . . 150
6.2 Die Binnenstruktur des Klosterinternats . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 152
6.2.1 Die Folgen der Klosteranbindung für das Internat . . . . . . . . . 153
6.2.2 Das pädagogische Profi l des Klosterinternats . . . . . . . . . . . . 161
6.3 Zusammenfassung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 164
VIII Inhaltsverzeichnis
7 Der Aufarbeitungsprozess . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 167
Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 167
7.1 Phase der Nichtbearbeitung bzw. der gescheiterten Bearbeitung
(bis 2010) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 168
7.2 Aufklärung und Positionierung (1. und 2. Quartal 2010) . . . . . . . . . . 172
7.3 Kooperative Wege der Aufarbeitung (2010 – 2013) . . . . . . . . . . . . . . 174
7.3.1 Die Position der Ablehnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 174
7.3.2 Die Position des „Es kann gelingen“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 177
7.3.3 Die ersten konkreten Maßnahmen des Aufarbeitungs-
prozesses starten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 181
7.3.4 Eine Zwischenbewertung der Maßnahmen . . . . . . . . . . . . . . 184
7.3.5 Die Entschädigungszahlung –
gut geregelt, aber nicht zentral . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 185
7.3.6 Eine wirkliche Reue der Täter steht aus . . . . . . . . . . . . . . . . . 188
7.4 Wege der aktiven Erinnerung (2014 – ?) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 190
7.5 Epilog – Grenzen der Aufarbeitung:
Beispiel Angehörige . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 191
8 Fazit und Empfehlungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 195
8.1 Conclusio . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 195
8.2 Empfehlungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 202
8.2.1 Ein gelebtes Präventionskonzept . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 203
8.2.2 Die Sicherung einer professionellen Pädagogik
im Internat . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 210
8.2.3 Erarbeitung eines gemeinsam getragenen Leitbildes
für Schule und Internat . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 212
8.2.4 Personalentwicklung zur Förderung tragfähiger Team-
strukturen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 213
8.2.5 Ein fehlerfreundliches Kommunikationsklima . . . . . . . . . . . 214
8.2.6 Glaubwürdige Verständigung zwischen Kloster
und Opfern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 215
8.2.7 Eine öffentlich sichtbare Form der Erinnerung . . . . . . . . . . . 216
9 Literaturverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 219
Vorwort
Die Lektüre dieses Berichts wird für viele nicht einfach sein.* Weder für diejeni-
gen, die durch die Analyse der Taten an das eigene Leid und die erlittenen Miss-
handlungen erinnert werden. Sie ist aber auch für diejenigen nicht einfach, deren
Erinnerungen an Ettal viel positiver sind und die ihr Bild von Ettal um negative
Ereignisse und Bewertungen ergänzt sehen.
Es war auch ein schwieriger Auftrag für uns. Die Medien und die interessierte
Öffentlichkeit hatte die ersten Informationen über Missbrauchsfälle heftig skanda-
lisiert, es gab eine juristische Beschäftigung mit den bekannt gewordenen Fällen
und es gab von Teilen des Klosters und der Opfer in Bezug auf die Studie viel
Skepsis. Wir mussten uns fragen, ob man in einer solchen Atmosphäre seriös und
unbeeinfl usst wissenschaftlich arbeiten könne. Die Übernahme des Auftrags wur-
de dann vor allem dadurch möglich, dass wir einen vertrauensvollen Kontakt zum
Abt und zu den Vertretern des Opfervereins aufbauen konnten. In allen Etappen
des Projektes haben wir von beiden Seiten die Unterstützung bekommen, um es
erfolgreich durchführen zu können. Dafür danken wir Abt Barnabas Bögle und
Robert Köhler, dem Sprecher des Opfervereins. Über die Laufzeit des Projektes
ist mit beiden die Kommunikation immer intensiver geworden. Das Projekt hatte
auch vom Start weg einen Beirat, in dem Klärungen, Abstimmungen und Lösungs-
möglichkeiten offen besprochen werden konnten. Neben den bereits genannten
Personen waren es Prof. Dr. Dr. Jentsch, Dipl.-Psych. Christopher Knoll und Frater
* Dieser jetzt in Buchform vorgelegte Text ist identisch mit der Berichtsfassung, die dem
Kloster Ettal vorgelegt wurde.
IX