Table Of ContentBisher erschienen:
H«~fte I-IV (1951); Hefte V-VI (1952)
Heft VII (1952), 179 S., 62 Abb. AICHINGER E.: Fimtenwalder und
Fimtenforste als Waldentwiddungstypen.
Heft VIII (1952), 110 S., 2 Abb., 1 Karte. BARTSCH J. u. M.: Der
Sdllumtwald und der Bam-Esmenwald.
Heft IX (1953), 52 S., 1 Planskizze, 1 Diagramm und 1 Tabelle im
Anhang. WENDELBERGER G.: Die Trockenrasen im Natursmutzgebiet
auf der Permtoldsdorfer Heide bei Wien.
Heft X (1953), 110 S. JANCHEN E.: Gleimbedeutende wissensmaftlime
Namen (Synonyme) der Pflanzen tlsterreims.
Heft XI (1953),50 S., 11 Tabellen. FRANZ H.: Der EinfluB versmiedener
DiingungsmaBnahmen auf die Bodenfauna.
Sonderfolge: Festsdlrift fiir Erwin Aiminger (1954), 2 Bande, 1311 S.,
161 Abb. und 8 Karten.
Heft XII (1956), 128 S., 3 Abb. AICHINGER E.: Die Calluna-Heiden
(Callunetum vulgaris) und die Erica carnea-Heiden (Ericetum carneae).
Heft XIII (1957), 84 S. AICHINGER E.: Die Zwergstrauchheiden als
Vegetationsentwiddungstypen.
Heft XIV (1957), 175 S., 6 Abb. AICHINGER E.: Die Zwergstraum
heiden als Vegetationsentwiddungstypen (Fortsetzung und SchluB).
Heft XV (1956), 27 S. WIDDER F.: Verzeimnis der wissensmaftlimen
Pflanzennamen zu: BENZ R. (t 1922): Die Vegetationsverhaltnisse der
Lavanttaler Alpen.
Heft XVI (1956), 151 S., 45 Abb. Exkursionsfiihrer fiir die XI. Inter
nationale Pflanzengeographisme Exkursion durm die Ostalpen 1956.
Heft XVII (1962), 76 S., 16 Abb., 2 Tab. MA YEK H.: Gesellsmafts
ansdlluB der Larme und Grundlagen ihrer natiirlimen Verbreitung in den
Ostalpen. HUECK K. t: Der Polylepis-Wald in den venezolanismen
Anden, eine Parallele zum mitteleuropaismen Latsmenwald.
Einbandentwurf: R. Stem.
Abbildung am Einband Helleborus niger L. subsp. macranthus (Freyn) Sdtiffner nadt
einem Original von H. M. Sdtiedttl, Innsbruck.
ANGEWANDTE
PFLANZENSOZIOLOGIE
VEROFFENTLICHUNGEN DES INSTITUTES FOR
ANGEWANDTE PFLANZENSOZIOLOGIE
AUSSENSTELLE DER
FORSTLICHEN BUNDESVERSUCHSANSTALT WIEN
SCHWARZFOHRENWALDER IN KARNTEN
VON H. MARTIN-BOSSE
1967
SPR I NG ER-VERLAG Heft
WIEN· NEW YORK X X
Herausgeber: Forstliche Bundesversuchsanstalt Wien
Alle Rechte vorbehalten
Fur den Inhalt der Beitrage sind die Verfasser verantwortlich
Redaktion: Dr. Roland Stern
Herstellung und Druck
Forstliche Bundesversuchsanstalt
A - 1131 Wien
ISBN 978-3-211-80798-9 ISBN 978-3-7091-5574-5 (eBook)
DOI 10.1007/978-3-7091-5574-5
In Kommission bei Springer-Verlag Wien/New York
Vorwort
Die Hauptaufgabe bestand in der phytosoziologischen Bearbeitung
der Schwarzfohren-Walder in Kiirnten/Osterreich.
Dabei war davon auszugehen, die verschiedenen Einheiten zu fas
sen, gegeneinander abzugrenzen und deren Zusammenhange mit den
umgebenden Pflanzenvereinen zu klaren. Weiters wurde der Ver
such gemacht, die daraus gewonnenen Erkenntnisse einer gesell
schafts-systematischen Analyse zu unterziehen und den Gang der
Vegetationsentwicklung aufzuz eigen.
Bis auf wenige Ausnahmen sind siimtliche Pflanzennamen nach dem
Catalogus Florae Austriae von E. JANCHEN 1956-1966 und nach
H. G AMS 1957 festgelegt.
Voller Dank sei all jenen abgestattet, die zum besseren Gelingen
der Arbeit beigetragen haben. Insbesondere gilt dieser Dank Herrn
Univ. Prof. Dr. E. AICHINGER (Klagenfurt), Herrn Univ. Prof. Dr.
+
F. WIDDER (Graz). Herrn Univ. Prof. Dr. L HORVAT (Zagreb)
und Herrn A. NEUMANN (Wien).
Nicht zuletzt mochte ich dem Direktor der Forstlichen Bundes
versuchsanstalt Wien, Herrn Dipl. Ing. Johann EGGER dafUr dan
ken, dat3 die Arbeit nunmehr der Publikation zugefUhrt wurde.
1m Herbst 1967 Helke Martin-Bosse
I nhaltsverzeichnis
Seite
Vorwort
Die Untersuchungsgebiete 1
Geographischer Uberblick • 1
Klima ••• 2
Geologie. • • • • • • • • 4
Boden • • • • • 4
Die SchwarzfOhre 5
Systematik. • • 5
Verbreitung • 6
SchwarzfOhrenwalder 10
Systematische Gruppierungsversuche • 10
SchwarzfOhrenwalder in den Sudostalpen • • 11
SchwarzfOhrenwalder in Karnten. • 15
Phytosoziologische Einheiten • 16
Die Vegetationsentwicklung •••• 53
Zus ammenfas sung 75
Summary •••• 77
R~sum~ ••••• 78
Pe31lMe 80
Lite raturve rzeichnis 83
Abbildungstexte und Vegetationstabellen 90
Die Untersuchungsgebiete
Geographischer Oberblick
Wir unterscheiden in Karnten drei Hauptgebiete, in denen Schwarz
fohre (Pinus nigra ARNOLD s. str. ) bestandesbildend auftritt.
1. In den K a raw an ken die steilen Abbruche und fast senk
rechten Wande am Ostabfall des Sin g e r be r g e s (1589 m)
im Loiblgebiet, die darunterliegenden grol3en Schutthalden
von Unterbergen (500 m) bis zum Kleinen Loibl (760 m),
die Grobblockhalden des grol3en Bergsturzes am Singerberg.
Uber den steilen Wanden, wo sich das Gelande langsam wie
der verflacht, konnte die SchwarzfOhre nicht mehr Ful3 fas
sen; auf den schattseitigen Hangen des Ferlacher Horns nur
in Einzelexemplaren. Die Schwarzfohre tritt im ubrigen
Loibltal nur vereinzelt bis zur Pal3hohe vor und dringt auch
nicht sehr weit in den Windisch-Bleiberger-Graben ein.
2. In den Karawanken das Gebiet der Trogern-Klamm,
die im allgemeinen ostwest verlauft und von Eisenkappel
aus zu erreichen ist. Die SchwarzfOhre tritt hier in kleine
ren oder grol3eren, mehr oder weniger geschlossenen Grup
pen auf und erreicht ihre Verbreitungsgrenze irn Bereiche
der Einrnundung des Koschutta Baches. Die klirnatisch und
florengeschichtlich besondere Lage gilt in gleichem Mal3e
sowohl fUr das Loiblpal3-Gebiet als auch fUr die Trogern
Klamm. Hier wird durch der. Seeberg-Sattel eine Bresche
in das ostwest streichende Gebirge geschlagen, hier wie
dort konnen feuchte Luftmassen aus dem Suden leicht gegen
Norden vordringen.
3. In den G a i It a Ie r A I pen der Sudabfall des Do bra t s c h
(Villacher Alpe). Nahezu der gesamte Sudrand besteht aus
Bergsturzmassen verschiedenen Alters. Das Bergsturzge
biet besitzt eine Langserstreckung von etwa 13 km, riesige
Schuttzungen reichen bis 1, 5 km weit in das Tal der Gail
hinab (A. TILL 1907). Hier auf dies en jungen Boden konnte
sich auch die SchwarzfOhre ansiedeln und bis heute halt~n,
da ihr auch die klirnatischen Verhaltnisse am Dobratsch ganz
besonders zusagen. Denn noch leichter als am Seeberg-Sattel
und am Loiblpal3 konnen hier die warm -feuchten Luftmassen
1
von Stiden her tiber die sehr niedrige Gailitzer Senke herein
stromen und somit die Voraussetzung fUr das Aufkommen der
Schwarzfohre schaffen.
Aus pflanzensoziologischen und geographischen GrUnden mul3te
ich die Untersuchungen noch tiber die heutige osterreichische Staats
grenze hinaus auf italienisches Gebiet ausdehnen. und zwar in das
obere Kanaltal zwischen Tarvisio (Tarvis) und Lagl~sie-S. Leopoldo
(Leopoldskirchen). So beging ich vor aHem die Schwarzfohrenwal
der der sonnigen Range oberhalb Camporosso (Saifnitz), Uggovizza
(Uggowitz) und Malborghetto (Malborgeth). Rier stehen die Schwarz
fohren meist auf sehr steilem. unzuganglichem Gelande in den Fels
wanden oder auf den nur sehr kleinen Schuttkegeln am Ful3e der
Wande.
Die giinstige klimatische Lage und die leichte Einwanderungs
moglichkeit fUr die Schwarzfohre mit ihren Begleitpflanzen trifft
fUr das Kanaltal in noch hoherem Mal3e zu. als fUr die Areale in
Karnten. Aul3erdem ist das Rauptverbreitungsgebiet nicht mehr so
weit entfernt.
Klima
Die SchwarzfOhren-Walder stehen ausschliel3lich im stidlichen
Karnten. Es sind dies Gebiete mit semihumidem. ozeanischem
Klima, mit kleinen mediterran getonten Einflul3bereichen.
Das Netz meteorologischer Mel3stellen ist leider nicht sehr
dicht und die Angaben einzelner Stationen oft ltickenhaft. "Einen
Uberblick mogen die Klimadiagramme in Abb. 1 geben.
Den Eintritt mittlerer Tagestemperaturen zeigt die folgende
tibersicht (V. CONRAD 1913):
Station 00 50 10° 150
Tr6po1ach 593 m 11.3. 17.11. 4.4. 29.10. 2.5. 7.10. 8.6. 2.9.
Bad Villach 500 m 28.2. 27.11. 30.3. 2.11. 24.4- 8.10. 3.6. 3.9.
Windisch- 950 m 15.3. 24.11. 14.4. 24.10. 22.5. 21. 9. 16.7. 9.8.
Bleiberg
Loibltal 730m 1.3. 23.11. 4.4- 27.10. 11.5. 30. 9. 22.6. 27.8.
Eisenkappel 554 m 1.3. 24.11. 2.4. 1.11. 30.4. 6.10. 5.6. 31. 8.
Pontafel 570 m 10.2. 12.12. 27.3. 9.11. 25.4. 15.10. 31.5. 14.9.
Saifnitz 800 m 10.3. 20.11. 9.4. 27.10. 8.5. 1.10. 14.6. 27.8.
Raibl 980 m 6.3. 28.11. 14.4. 27.10. 18.5. 29. 9. 26.6. 30.8.
2
)
4
6
/
~ 0
6
9
1
H
T
E
I
L
H.
l en u.
.' ntR
arE
kT
dL
liA
S
~ W
usH.
a
~ e h
mc
a
mn
~ grang
au
diell
. at
ms
r
ia
lD
K
(
:
1
b.
b
A
p
.
Die relative Luftfeuchtigkeit ist im Karawankengebiet hoch.
Sie sinkt mit der Hohe und mit der Entfernung yom Gebirgszug
rasch abo Bisherige Messungen im Loibltal ergaben eine mittlere
jahrliche relative Luftfeuchte von 81. 5%.
Die Karnischen Alpen und die Karawanken sind die weitaus
niederschlagreichsten Gebiete Karntens. Die yom Meer, vorwie
gend aus Sud und Sudwest kommenden Winde, mussen am Sudab
fall der Alpenkette emporsteigen; dadurch werden die Luftmassen
abgekiihlt und es kommt zur Kondensationbedeutender Niederschlags
mengen. Westwinde dagegen bringen nur ganz selten Niederschlage
(H. TROSCHL 1948).
Das sudliche Karnten hat ein Oktobermaximum des Nieder
schlages; das Sommermaximum ist sekundar geworden. Die Winter
monate sind oft auffallend niederschlagsarm. Es zeigt sich aber,
dal3 im Suden von Karnten viel schneereichere Gebiete liegen als
im ubrigen Land.
FUr die Pflanzendecke ist die mittlere Niederschlagsmenge wohl
am wichtigsten, wenn auch dieser Faktor von der Himmelslage,
yom Relief und der Wasserdurchlassigkeit des Bodens in seiner
Wirkung verandert wu-d. Der niederschlagreichste Ort in Karnten
ist nach L. LUKESCH 1947 Neu-St. Leonhard vor dem Loiblpal3 mit
1993 m.
Die Sud- und Sudwestwinde sind also die haufigsten Winde in
Sudkarnten. Sie sind auch die Ursache der maximalen Niederschla
ge (H. TROSCHL 1948). In den Karawanken tritt durch diese starke
Sudstromung auch Fohn auf.
Mit dies en Angaben konnten die Klimaverhaltnisse in den na
turlichen SchwarzfOhren-Gebieten nur in groben Zugen geschildert
werden, zumal die lokalklimatischen Unterschiede unberucksichtigt
bleiben mul3ten.
Fur wertvolle Hinweise und mundliche Angaben sei Herrn Univ.
Doz. Dr. H. TROSCHL (Klagenfurt) gedankt.
3
Geologie
Die Gailtaler Alpen und die Nordkette der Karawanken gehoren
mit ihren Kalk- und Dolomitgesteinen der Trias in nordalpiner Fa
zies an. Die stidliche Hauptkette der Karawanken ist paHiozoisch
bis triadisch (stidalpine Fazies). Der Mittelstreifen zwischen dem
Karawanken Nord- und Stidstrang wird von Schiefer- und Aufbruch
gesteinen gebildet (V. PASCHINGER 1949; F. KAHLER 1953).
In beiden Karawankenketten und auch in den Gailtaler Alpen
kommen tiberwiegend Gesteine des Mesozoikums zum Vorschein.
Der geologische Aufbau des Dobratsch hangt eng mit dem der Ka
rawanken Nordkette zusammen. An der Basis der Trias ist in der
Umgebung von Notsch/Gailtal Unterkarbon anstehend. Dartiber lie
gen rote Quarzkonglomerate der Grodener Schichten. Es folgen
gipsfUhrende Werfener Schichten, gebankter Muschelkalkund schliel3-
lich Wettersteinkalk und -dolomit als Hauptmasse des Dobratsch
(F. SCHAFFER 1951). In der Regel sind die tieferen Glieder die
ses Schichtpaketes durch Bergsturzmassen und Schuttkegel ver
deckt.
Mit der Gartnerkofel-Trias in den Karnischen Alpen beginnt
eine stidalpine Abfolge, die sich weit tiber das Kanaltal hinaus
fortsetzt und das Gestein fUr die wildzerkltifteten Berghange zwi
schen Tarvis und Pontafel bildet. In geringerer Menge finden wir
in dies em SChwarzfohrengebiet aul3er Schlerndolomit auch noch an
dere Kalke und Dolomite der Trias in sehr komplizierter Lagerung.
Besonders erwahnt mtissen die Bergsttirze werden. Sie be
decken sowohl am Stidfu13 des Dobratsch als auch am Ostabhang
des Singerberges gro13e Flachen. Der letzte Dobratsch-Bergsturz
ging im Jahre 1348 nieder, zerstOrte einige Dorfer und verlegte
den Lauf der Gail (A. TILL 1907). Die Bergsttirze am Singerberg
sind nicht genau datierbar, man nimmt jedoch an, dal3 sie etwa
zur selben Zeit niedergingen, wie der 1348 am Dobratsch Beob
achtete. Auf aIle Falle sind sie postglazial. Die geologische Uber
sicht ist der Abb. 2 zu entnehmen.
BOden
Alle Boden des Schwarzfohren-Gebietes in Karnten sind durch
karbonatreichen Untergrund ausgezeichnet. Es handelt sich fast
durchwegs urn Rendsinen (H. FRANZ 1960, Z. GRACANIN 1960) auf
Triasdolomit und -Kalk mit sehr seichten, extrem flachgrtindigen
Profilen, die au13erdem noch reich an Grobskelett sind. Dies wird
4