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Restrukturierungen und Vertragskosten
GABLER EDITION WISSENSCHAFT
Christion Brauckmann
Restrukturierungen
und Vertragskosten
Eine Analyse des
Restrukturierungsprozesses des
Preussag- Konzerns 1996 bis 1999
Mit einem Geleitwort
von Prof. Dr. Rolf Bühner
Deutscher Universitäts-Verlag
Die Deutsche Bibliothek -CIP-Einheitsaufnahme
Brauckmann, Christian:
Restrukturierungen und Vertrogskosten : eine Analyse des Restrukturierungsprozesses
des Preussog-Konzerns 1996 bis 1999 I Christion Brouckmonn.
Mit einem Geleitw. von Rolf Bühner. -1. AuA ..
-Wiesboden: Dt. Univ.·Verl.; Wiesboden : Gabler, 2001
(Gabler Edition Wissenschaft)
Zugl.: Possou, Univ., Diss., 2000
1. Au Rage April 200 1
Alle Rechte vorbehalten
ISBN 978-3-8244-7354-0 ISBN 978-3-322-90507-9 (eBook)
DOI 10.1007/978-3-322-90507-9
© Betriebswirtschaftlicher Verlog Dr. Th. Gabler GmbH, Wiesbaden, und
Deutscher Universitäts-Verlag GmbH, Wiesbaden, 2001
Lektorat: Brigitte Siegel I Sobine Schöller
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Die Wiedergabe von Gebrouchsnomen, Handelsnomen, Warenbezeichnungen usw. in diesem
Werk berechtigt auch ohne besondere Kennzeichnung nicht zu der Annahme, dass solche No
men im Sinne der Warenzeichen-und Markenschutz-Gesetzgebung als frei zu betrachten wären
und daher von jedermann benutzt werden dürften.
Für meine Eltern
Geleitwort VII
Geleitwort
Restrukturierungen bleiben nicht aus in der Entwicklung von Unternehmen. Dies trifft beson
ders zu in Zeiten sich verschärfenden Wettbewerbs, dem Unternehmen durch eine Neuaus
richtung und Neuordnung ihrer Geschäfte zu begegnen versuchen. Seit Beginn der zweiten
Hälfte der 90er Jahre sind Restrukturierungen häufiger zu beobachten als in den Jahren zu
vor. Konzerne wie DaimlerChrysler, Hoechst, Mannesmann und vor allen anderen Preussag
haben gezeigt - und zeigen es immer noch - dass bestehende und vormals unantastbare
Strukturen radikal aufgebrochen und völlig verändert werden. Derartige drastische Maßnah
men lassen eine wissenschaftliche Analyse aus organisationstheoretischer und strategischer
Sicht geboten erscheinen. Aus diesem Grund hat mein ehemaliger wissenschaftlicher Mitar
beiter Christian Brauckmann mit der vorliegenden Arbeit das Ziel verfolgt, die Fragen zu klä
ren, warum ein Unternehmen restrukturiert, wie es das tut und zu welchen Ergebnissen eine
Restrukturierung führen kann.
Die Arbeit behandelt die Restrukturierung des Preussag-Konzerns von einem diversifizierten
Industriekonzern zu einem vertikal integrierten Reisekonzern, indem sie Vertragstheorie und
Strategieforschung verbindet. Die angewendete Methode einer Fallstudie erlaubt die Abbil
dung der Komplexität und Vielfalt einer Restrukturierung mit all ihren Verästelungen. Dieser
Weg ist vergleichsweise neu und bisher von nur wenigen Autoren mit Erfolg bestritten wor
den. Christian Brauckmann hat es verstanden, die Vielfalt strategischer Untersuchungen von
Restrukturierungen mit der modernen Vertragstheorie zu vereinen und für seine Fragestel
lungen zu nutzen. Einzelfallaspekte werden ebenso deutlich wie Gemeinsamkeiten von Un
ternehmen im Wandel.
Es zeigt sich für das Verständnis von Restrukturierungen, wie sehr es auf den Gesamt
zusammenhang ankommt und wie wenig einzelne Schwerpunkte den gesamten Tatbestand
beschreiben können. Dass auch der Zufall und die soziale Verankerung des Managements
eine Rolle spielen können, ist eine Sichtweise, die bisher nur in wenigen empirischen Arbei
ten zum Ausdruck gekommen ist. Die Wahl, anhand eines Einzelfalls die Restrukturierungs
problematik aufzugreifen, war von glücklicher Hand.
Die vorliegende Studie behandelt ein wissenschaftlich interessantes Thema von hoher Aktu
alität und Bedeutung für die unternehmensehe Praxis. Die gründliche Recherche in Verbin
dung mit der theoretischen Fundierung gehen über bisher in Querschnittsstudien vermittelten
Ergebnisse hinaus. Mit Überblick und Intensität wird der Gang des Geschehens beschrieben
und erklärt. Das macht die Arbeit auch für den »Praktiker« interessant. Aus diesem Grunde
wünsche ich der Arbeit die entsprechende Verbreitung und Anerkennung in Wissenschaft
und Praxis.
Prof. Dr. Rolf Bühner
Vorwort IX
Vorwort
Unternehmen restrukturieren sich nicht aus heiterem Himmel und auch nicht innerhalb weni
ger Wochen. Außerdem kann in vielen Fällen die sich anschließende Frage, ob die Restruk
turierung ein Erfolg war - die sich jedes Unternehmen im Anschluss an einen drastischen
Umbau gefallen lassen muss - nicht beantwortet werden. Gründe, Aktivitäten und Ergebnis
se von Restrukturierungen bleiben in der Regel im Verborgenen.
ln meiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Passau am Lehrstuhl für Be
triebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Organisation und Personalwesen von Prof. Dr. Rolf
Bühner habe ich mich vor allem mit Unternehmensrestrukturierungen befasst. Bald stellte ich
fest, dass in der Strategieforschung immer wieder die gleichen drei Fragen zum »Corporate
Restructuring« gestellt werden: Warum, wie und mit welchem Ergebnis werden Restrukturie
rungen durchgeführt?
Die Antworten auf diese drei Fragen sind widersprüchlich, und das - wie es scheint - mit
gutem Grund: Zugehörigkeilen zu verschiedenen Branchen, die von ganz unterschiedlichen
Wettbewerbsintensitäten geprägt sind, individuelle Historien, unterschiedliche Unterneh
mensgrößen und vor allem die beteiligten Personen, die »Macher« einer Restrukturierung,
haben offensichtlich einen so großen Einfluss auf den Gang des Geschehens, dass die Ver
mutung nahe liegt, dass Stichproben restrukturierender Unternehmen in empirischen Unter
suchungen zu verzerrten Ergebnissen führen.
Untemehmensrestrukturierungen sind trotz des allenthalben zu beobachtenden Trends zur
Konzentration auf die Kernkompetenzen alles andere als Standardmaßnahmen aus dem
Repertoire von Unternehmensberatungen, sondern vielmehr hochgradig komplexe Vorgän
ge. Daher kann es auch nicht verwunderlich sein, dass verallgemeinemde Fragen nach den
Gründen, Vergehensweisen und den Erfolgen von Restrukturierungen unbeantwortet bleiben
müssen.
Welche Methodik eignet sich demzufolge besser, den drei genannten »Kernfragen« auf den
Grund zu gehen, als eine Fallanalyse? Sie erlaubt zwar nur sehr eingeschränkt allgemeingül
tige Aussagen; aber genau die scheint es ohnehin nicht zu geben.
Und welches Unternehmen böte sich als Objekt einer Fallanalyse nachdrücklicher an als der
Preussag-Konzern? Kein Unternehmen vergleichbarer Größenordnung ist in der jüngeren
Vergangenheit so umfassend und so zügig restrukturiert worden wie der Preussag-Konzern.
War er noch 1996 ein Industriekonzern traditioneller Prägung, so ist er heute ein moderner
Touristik- und Dienstleistungskonzern. Die Verwandlung ist fast vollständig. Eine Analyse
des Preussag-Konzerns drängt sich im Zusammenhang mit Untemehmensrestrukturierun
gen geradezu auf.
X Vorwort
Keine Analyse erlaubt valide Aussagen ohne einen theoretischen Rahmen. Den liefert die
Vertrags- oder Neoinstitutionenökonomie. Die abstrakten Kostenbegriffe, die aus dieser
Theorie abgeleitet werden, erlauben unter Verwendung weniger plausibler Annahmen eine
Reduzierung der immanenten Komplexität der Restrukturierungsproblematik auf eine einfa
che ökonomische Entscheidung. Es ist allerdings nicht möglich, die tatsächliche Höhe der
abstrakten Kosten in Geldeinheiten zu beziffern. Sie dennoch zu erkennen, mit den Erkennt
nissen der Strategieforschung zu verbinden und exemplarisch für den Preussag-Konzern
detailliert aufzuzeigen, ist das Ziel dieser Arbeit.
Keine Arbeit kann ohne Hilfe gut gelingen. Die mir entgegengebrachte Hilfe war großzügig
und kompetent; mit einer solchen Unterstützung konnte nicht mehr viel schief gehen. Jedwe
der verbliebene Fehler und Irrtum in meiner Arbeit gehen daher allein zu meinen Lasten.
Bei den folgenden Personen darf ich mich besonders bedanken:
Prof. Dr. Rolf Bühner: für die Ausbildung, für sein hartes »Sparring« und die konse
quente Qualitätsorientierung. An seinem Lehrstuhl habe ich drei Dinge gelernt: reden,
lesen und schreiben.
Prof. Dr. Jürgen Steiner: für die Übernahme des Zweitgutachtens und seinen Anteil
an meiner betriebswirtschaftliehen Ausbildung.
Dr. Sven Bischoff: für seine Freundschaft, die menschliche und fachliche Unterstüt
zung und für die stets gegebene Möglichkeit, seinen Stall auszumisten. Viele gute I
deen kamen (und kommen immer noch) bei schweißtreibender Drecksarbeit und bei
den anschließenden hervorragenden Abendessen seiner Frau Susi.
Deniz Akitürk: für seinen Mut zu »spinnen«, die damit verbundene oft fruchtbare und
erheiternde Unruhe und für einen harten Gang; der Weg ist das Ziel.
Jörg Digmayer: für seinen aufmunternden Esprit und (Sprach-)Witz, seine Toleranz
sowie seine unerschütterlichen Versuche, mir die bayerische Kultur zu vermitteln; al
ler guten Dinge sind dreizehn.
Tom Träger: für seine zwischenzeitliche akribische Unterstützung, seine ständige Be
reitschaft zu helfen und seine Offenheit.
Dr. An ja Tuschke: für viele fruchtbringende und problemorientierte Gespräche und ih
re geduldige Bereitschaft zur Wissensweitergabe.
Beate Waldbauer: für ihre hilfsbereite Art, ihre hervorragende Zuarbeit und für die
besten Plätzchen Niederbayerns (mindestens).
Allen Mitarbeitern des Lehrstuhls: für Wertschätzung und Freundschaft.
Vorwort XI
Am meisten habe ich meiner Familie zu verdanken. Darum bedanke ich mich von ganzem
Herzen bei meiner Frau, der weltallerbesten, für ihre liebevolle, temperamentvolle und kriti
sche Unterstützung. Sie hatte und hat es nicht immer leicht mit mir. Und ich bedanke mich
bei meinen Eitern, denen ich diese Arbeit widme. Ihre Unterstützung und ihr Rückhalt, auf
die ich mich immer verlassen kann, sind für sie selbstverständlich; das macht sie noch wert
voller.
Christian Brauckmann
Inhaltsverzeichnis XIII
Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung
2. Theoretische Grundlagen 7
2.1 Phasen des Wandels 8
2.2 Einflussfaktoren auf den Wandel 11
2.3 Durchführung des Wandels: Restrukturierungsaktivitäten 26
2.4 Ergebnisse des Wandels 29
2.5 Untersuchungsmodell 33
2.6 Daten 46
3. Phase vor der Restrukturierung 1996/1997: Preussag als diversifizierter Grundstoff-,
Rohstoff-und Technologiekonzern 51
3.1 Diversifikation 53
3.2 Unternehmensumwelt 61
3.3 Verfügbare Ressourcen 65
3.4 Corporate Governance 70
3.5 Isomorphismus und soziale Strukturen 77
3.6 Charakteristika des Top-Managements 80
4. Restrukturierungsphase 1997 bis 1999: Wandlung zum Touristik-und
Dienstleistungskonzern 84
4.1 Portfolio-Restrukturierungen 85
4.2 Finanzielle Restrukturierungen 90
4.3 Organisatorische Restrukturierungen 95
5. Stabilisierungsphase seit 1999: Integration der Touristikaktivitäten 103
5.1 Diversifikation 103
5.2 Unternehmenswert 109
5.3 Externe Effekte für die Stakeholder 120
6. Schluss und Ausblick 125
Literaturverzeichnis 133
Anhang 171