Table Of ContentEuropean Archives of
Oto-Rhino-Laryngology
Supplement 1993/1
Verhandlungsbericht 1993
der Deutschen Gesellschaft
fur Hals-N asen -0h ren-Heilkunde,
Kopf- und Hals-Chirurgie
Teil I: Referate
Klinik, Diagnostik und Chirurgie
der vorderen Schadelbasis
und ihrer angrenzenden Gebiete
Schriftleitung H. Feldmann
Herausgeber E. Stennert
Mit 338 Abbildungen
Springer-Verlag
Berlin Heidelberg New York London Paris
Tokyo Hong Kong Barcelona Budapest
Prof. Dr. med. HARALD FELDMANN, UniversiUits-HNO-Klinik
Kardinal-von-Galen-Ring 10, W-4400 Munster, BRD
Prof. Dr. med. E. STENNERT, UniversWits-HNO-Klinik
loseph-Stelzmann-Str. 9, W-5000 Kaln 41, BRD
ISBN-13:978-3-540-56491-1
Die Deutsche Bibliothek - CIP-Einheitsaufnahme
Deutsche Gesellschaft fUr Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie: Verhand
lungsbericht ... der Deutschen Gesellschaft fiir Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf-und Hals
Chirurgie. - Berlin; Heidelberg; New York; London; Paris; Tokyo; Hong Kong; Barcelona;
Budapest: Springer.
ISSN 0934-2400
1993.
Teil I. Referate: Klinik, Diagnostik und Chirurgie der vorderen Schadelbasis und ihrer angren
zenden Gebiete - 1993
(European archives of oto-rhino-Iarnygology : Supplement: 1993/1)
ISBN-13:978-3-540-56491-1 e-ISBN-13 :978-3-642-84913-8
DOl: 10.1007/978-3-642-84913-8
NE: European archives of oto-rhino-laryngology / Supplement
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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1993
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Vorwort
Traditionen werden nicht selten von der Zeit iiberholt. Gelegentlich aber
erweisen sie sich von bleibendem Wert und damit als zeitlos. Die Tradi
tion der Deutschen Gesellschaft flir Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde,
Kopf- und Hals-Chirurgie, ihren jeweiligen Jahresversammlungen ein
schriftliches Hauptreferat als Leitthema voranzustellen, gehort zu dies en
bleibenden Werten. Ja, diese Tradition erweist sich sogar von zuneh
mender Bedeutung!
als ein immer wieder auf hohem klinisch-wissenschaftlichen Niveau
aktualisiertes Nachschlagewerk mit einem weit iiberdurchschnitt
lichen Informationsgehalt;
als Dokument einer dynamisch sich weiter entwickelnden Fachdis
ziplin, in dem sich auch fiir spatere Generationen die historische Ent
wicklung des Fachs nachlesen laBt;
und schlieBlich als ein ganz besonderes, weil im national en und inter
nationalen Vergleich zu anderen Fachgesellschaften einmaligen
"Markenzeichen" der Deutschen HNO-Gesellschaft und ihrer Jah
reskongresse.
Sinn eines solchen Hauptreferates ist es, einen klinisch bedeutsamen
Teilaspekt der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde umfassend und auf dem
neuesten Wissensstand "aufzuarbeiten", das heiBt,
die bis zum Zeitpunkt der Erstellung der Referate relevante Weltlite
ratur dem Leser zuganglich zu machen und dabei die standig zuneh
men de Flut an Publikationen am klinischen Thema orientiert zu
selektionieren;
und gleichzeitig die kritische Wiirdigung des weltweit z~sammen
getragenen Wissens durch eine eigene, aufwissenschaftlicher Kennt
nis und besonderer klinischer Erfahrung basierenden Sachkompetenz
der Referenten zu bereichern.
Die vordere Schiidelbasis wurde erstmals unter der Prasidentschaft von
G. Loebell auf der Jahresversammlung 1954 in Diisseldorf mit den Refe
raten iiber "Die Unfallverletzungen der Nase, der Nasennebenhohlen
und der Basis dervorderen Schadelgrube" (L. B. Seiferth) und iiber "Die
Briiche der Mittelgesichtsknochen" (E. Reichenbach) abgehandelt -
also eine rein traumatologische Thematik.
1968 in Bad Reichenhall war unter der Leitung von G. Eigler die
Traumatologie der vorderen und seitlichen Schadelbasis mit dem Refe
rat iiber "Die Unfallchirurgie der Schadelbasis und der pneumatischen
Raume" (W. Kley) erneut Gegenstand der Verhandlungen.
SchlieBlich wahlte K. Fleischer flir den von ihm prasidierten J ahres
kongreB 1974 in Bad Reichenhall noch einmal die vordere Schadelbasis,
nun aber nicht ausschlieBlich aus traumatologischer Sicht, sondern unter
VI Vorwort
dem weiter gefaBten Thema "Chirurgie des Gesichtsschadels und der
angrenzenden Schadelbasis" mit den Einzelreferaten uber "Rhino
chirurgische Aufgaben bei der Chirurgie des an die Schadel basis angren
zenden Gesichtsschadels" (H.-G. Boenninghaus), "Neurochirurgische
Aufgaben in der Orbita" (K. Schurmann), "Rhinochirurgische Auf
gaben in der Orbita" (H. Mennig), "Kieferchirurgische Aufgaben bei der
Chirurgie des Mittelgesichts" (H. L. Obwegeser).
Somit liegt die letztmalige Abhandlung der vorderen Schadelbasis
nunmehr fast 20 Jahre zuruck, eine weite Zeitspanne angesichts der
Dynamik in der Weiterentwicklung medizinischer Erkenntnisse und
Techniken gerade in den letzten zwei Jahrzehnten. Denn diese waren
durch Fortschritte gepragt, die nicht zuletzt die moderne Chirurgie der
Schadelbasis insgesamt ganz erheblich beeinfluBt haben:
Die Entwicklung moderner bildgebender Verfahren, insbesondere
des CT und des MR, bis hin zu 3D-Rekonstruktionen,
die Fortschritte in der Anasthesie,
der endgiiltige Einzug des Operationsmikroskops in die Neurochirur
gie,
die Entwicklung der modernen endoskopischen Nasennebenhohlen
Chirurgie,
die zunehmende Erfahrung mit allogenen Implantatmaterialien.
Sehrwesentlich aber haben schlieBlich auch die schrittweise Uberwindung
von fachabgrenzenden,ja nicht selten eifersuchtig uberwachten "Hoheits
gebieten" und statt dessen die Bereitschaft einer neuen Generation zur
interdisziplinaren, kollegialen Zusammenarbeit dazu beigetragen, daB
die Bekampfung von Erkrankungen der Schadelbasis fruchtbare Impulse
bekommen hat. Der vorliegende Referate-Band spiegelt diese Entwick
lung in hervorragender Weise wider.
Wie stark diese Impulse sind und welche Faszination von einer so in
den Blickpunkt des Interesse geruckten Schadelbasis ausgeht, beweist
die 1988 erstmals vollzogene Grundung einer International Skull Base
Society auf Initiative von U. Fisch und M. Samii sowie die 1992 in Hanno
ver ebenfalls zum ersten Mal abgehaltene International Skull Base Con
ference unter der Leitung von M. Samii. Die Chronik dieser wissen
schaftlichen Aktivitaten zeigt, daB die Otorhinologie an dieser Entwick
lung einen ganz wesentlichen Anteil hat.
Deshalb ist es gut begrundet und die logische Folge, daB mit der
neuen Weiterbildungsordnung diesem engagierten Einsatz auch in unse
rem Land Rechnung getragen wird: Die yom Bundesarztetag 1992 verab
schiedete Musterweiterbildungsordnung weist der Deutschen Gesell
schaft fur Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie
einen entscheidenden Platz bei der Versorgung der Schadelbasis zu.
Damit wachst fur die Zukunft gleichzeitig unsere Verpflichtung zum
engagierten Einsatz in dieser schwierigen, aber auch auBerst interessan
ten Kopfregion.
Dieser Verpflichtung gerecht zu werden, war ein entscheidender
Grund fUr die erneute Wahl der vorderen Schadelbasis als Referate
Thema des diesjahrigen Kongresses. Dies urn so mehr, nachdem M. E.
Wigand fUr den JahreskongreB 1988 in Nurnberg bereits die laterale
Schadelbasis gewahlt hatte. Damit war vorgegeben, auch an der "rest
lichen" Schadelbasis Flagge zu zeigen. Der Umfang des jetzt vorliegen
den Referate-Bands zeigt, wie graB die Aufgabe ist, der wir uns ver
schrieben haben.
Vorwort VII
Mein personlicher Dank gilt allen Referenten, die neben ihrer zeit
aufwendigen klinischen und administrativen Tatigkeit sich der muhe
vollen Arbeit unterzogen haben, mit groBer Sorgfalt ihre Referate zu
erstellen. Mage ihr Einsatz damit belohnt werden, daB ihre Beitrage Sti
mulator und Fundgrube fur Andere werden. Ich schatze mich auBerdem
gliicklich, daB sich auch Kollegen aus den Nachbardisziplinen zur Mit
arbeit bereit erklart haben und werte es als ein gutes Omen dafur, daB in
der weiteren Zukunft die Schadelbasis nur noch anatomisch als Grenz
struktur gilt, in der klinischen Arbeit aber die betroffenen Fachdiszipli
nen zusammenfUhrt - zum Wohl der uns anvertrauten Patienten.
PROF. DR. MED. E. STENNERT
Inhaltsverzeichnis
Klinik, Diagnostik nnd Chirurgie
der vorderen Schadelbasis und ihrer angrenzenden Gebiete
I. Anatomie
J.LANG
Klinische Anatomie der vorderen Schadelgrube
und ihrer angrenzenden Gebiete (Mit 41 Abbildungen) . 3
II. MiBbiidungen
W.-J. HOLTJE
Kranio-maxillofaziale MiBbildungen (Mit 40 Abbildungen) 39
III. Entziindungen
H. STAMMBERGER
Komplikationen entziindlicher N asennebenhohlenerkrankungen
einschlieBlich iatrogen bedingter Komplikationen
(Mit 37 Abbildungen) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 61
IV. Tumoren und Pseudotumoren (einschI. der operativen Zugange)
W. DRAFundA. BERGHAUS
Tumoren und Pseudotumoren ("tumorahnliche Lasionen")
der frontalen Schadelbasis, ausgehend von der N ase,
den Nasennebenh6hlen und dem Nasenrachenraum
(einschlieBlich der operativen Zugange).
Rhinochirurgisches Referat (Mit 33 Abbildungen) ....... 105
N. KLUG und R. FIRSCHING
Tumoren und Pseudotumoren der frontalen Schadelbasis
(Mit 15 Abbildungen) . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 187
R. FAHLBUSCH, J. HONEGGER und M. BucHFELDER
Operative Therapie von Tumoren im Bereich von Sella,
Clivus und Sinus cavernosus (Mit 9 Abbildungen) . . . . .. 205
x
Inhaltsverzeichnis
J. M. GILSBACH und W. MANN
Indikationen und Praxis der simultanen N euro-Rhinochirurgie
(Mit 6 Abbildungen) ....................... 219
R. ROCHELS
Tumoren und Pseudotumoren der Orbita -
Klinik, Diagnostik und Therapie (Mit 44 Abbildungen) ..... 227
O. MICHEL und W. ROSSMANN
Indikationen und Praxis der simultanen Ophthalmo-Rhino-
chirurgie (Mit 20 Abbildungen) . . . . . . . . . . . . . . . . .. 255
V. Frakturen ond Verletzongen
H.-G. SCHROEDER
Frontobasale Frakturen: Systematik und Symptomatik
(Mit 15 Abbildungen) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 275
W.STOLL
Operative Versorgung frontobasaler Verletzungen
(inklusive Orbita) durch den HNO-Chirurgen
(Mit 31 Abbildungen) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 287
VI. Implantatmaterialien
F. X. BRUNNER
Implantatmaterialien - was hat sich wo und wann bewahrt?
(Mit 10 Abbildungen) ..................... " 311
VII. Diagnostik
F. E. ZANELLA
Rationaler Einsatz neuroradiologischer U ntersuchungsverfahren
an der Frontobasis (Mit 6 Abbildungen) ............. 339
G. OBERASCHER
Diagnostik der Rhinoliquorrh6 (Mit 19 Abbildungen) ...... 347
Anhang:
D. GRAF VON KEYSERLINGK und A. PRESCHER
Die basilare Impression (Mit 5 Abbildungen) . . . . . . . . . .. 365
R. MbsGES
Computergestiitzte Chirurgie (CAS) der Schiidelbasis-Region:
"Erganzung, Revolution oder Science Fiction?"
(Mit 7 Abbildungen) ....................... 373
I. Anatomie
European Archives of Supp!. 19931I
Oto-Rhino-Laryngology
© Springer-Verlag 1993
K1inische Anatomie der vorderen SchadeJgrobe
ond ihrer angrenzenden Gebiete
Johannes Lang
Ehemaliger Direktor des Anatomischen Instituts der Universitat Wiirzburg, Koelliker-StraBe 6, D-8700 Wiirzburg
Inhaltsverzeichnis:
1 Fossa cranii anterior, anlagernde Hirnteile 3 6 Nasenhohlendach, Concha und Zugange zu den Sinus 20
2 Fossa cranii anterior, Bodenregion . . . . 5 7 Canalis opticus - ErOffnung von medial . . . . .. 29
3 Sinus paranasales und Orbitadach .... 9 8 Transethmoidale Zugange zum Paries labyrinthicus
4 Orbitainhalt von oben mit Muskeln und Nerven und zur medialen Wand des Canalis opticus sowie
sowie Arterien und V. ophthalmica mit Zustromen 11 Dekompression der Orbita von medial 31
5 Aa. ethmoidales und Labyrinthus ethmoidalis . . . 17 Literatur ...................... 33
1 Fossa cranii anterior, anJagernde Hirnteile
(Abb.1)
Am orbitalen Stirnhirn, des sen Uisionen zu Storun
gen des Taktgefiihls und Abweichungen im Verhal
ten gegeniiber Mitmenschen und zum Verlust ethi
scher Hemmungen fiihren, ist stets der Sulcus olfac
torius ausgebildet, der den Gyrus rectus von der late
ralen Seite her abgrenzt. Der Gyrus rectus ist an un
serem Untersuchungsgut rechts im Mittel 44,5mm,
links 44,6mm lang. Die Breite betragt links wie
rechts im MitteI6,8mm. Dem Sulcus olfactorius liegt
vorn der im Mittel6-16mm lange und 4,5 mm breite
sowie 2,1-2,3mm dicke Bulbus olfactorius an
4
(Schmidt 1973). Sein dorsales Ende geht in den im
Mittel 25 mm langen und 3 mm breiten Tractus olfac
torius iiber. Er verHiuft geradlinig oder bogig nach
5
hinten seitwarts zum Trigonum olfactorium und teilt
sich rostral der Substantia perforata rostralis in die
6
Striae olfactoriae medialis et lateralis. In diesem Be
reich liegt der Tractus 2-3mm lateral der A. cerebri
anterior. Dorsal iiberkreuzt er in der Regel spitz
7
winklig den N. opticus vor dessen Eintritt in den Ca
nalis opticus. Etwas vor der Mitte seiner Verlaufs
strecke biegt der Tractus olfactorius aus dem Sulcus
bereich nach medial zum Bulbus ab und iiberschrei Abb. 1. Bulbus und Tractus olfactorius, von unten, 1 Vorderer
tet die basale Flache des Gyrus rectus. Pol des Stirnhirns; 2 Gyri und Sulci orbitales; 3 Polus tempora
lis; 4 Bulbus olfactorius, weit dorsal; 5Fissura interhemisphe
rica; 6 Millimeterpapier; 7 Tractus olfactorius