Table Of ContentDie Einbandgestaltung basiert auf einem Entwurf
der Drees & Sommer AG, Stuttgart
Hans Sommer
Projektmanagement
im Hochbau
Eine praxisnahe Einführung
in die Grundlagen
Mit 157 Abbildungen
Springer-Verlag
Berlin Heidelberg GmbH
Prof. Dr.-Ing. Hans Sommer
Drees & Sommer AG
Projektmanagement und
bautechnische Beratung
Obere Waldplätze 13
70569 Stuttgart
ISBN 978-3-662-09524-9 ISBN 978-3-662-09523-2 (eBook)
DOI 10.1007/978-3-662-09523-2
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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1994
Ursprünglich erschienen bei Springer-Verlag Berlin Heidelberg New York 1994
Softcover reprint of the hardcover 1 st edition 1994
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Satz: Reproduktionsfertige Vorlage des Autors, erstellt mit QuarkXPress® durch die
Drees & Sommer AG, Stuttgart
SPIN: 10126751 62/3020 -5 4 3 2 1 0 - Gedruckt auf säurefreiem Papier
Vorwort
Das Bauen ist zu einem komplexen Beziehungsnetz sich immer mehr beschleuni
gender Abläufe, Entscheidungen und Handlungen geworden. Gleichzeitig aber ist
es mehr denn je erforderlich, Gebäude zu realisieren, die die bestmögliche Verbin
dung von Funktionalität, Ästhetik und Wirtschaftlichkeit darstellen. Der Schlüssel,
um in dieser Dynamik erfolgreich zu bestehen, liegt in einem Projektmanagement,
das sowohl Inhalte und Zusammenhänge von Planung und Bau kennt wie auch
moderne Managementmethoden beherrscht. Gelingt dann noch die konstruktive
Zusammenarbeit aller Beteiligten im Team, stehen die Chancen für ein optimales
Projektergebnis bestens.
In der Regel finden sich bei einem Bauvorhaben Projektbeteiligte mit unterschied
lichsten Interessen und Kenntnissen zusammen: Architekten, Projektmanager und
Fachplaner, Vertreter der Bauherrschaft, der begleitenden Ämter und der Bauwirt
schaft - Kommunikationsschwierigkeiten sind in einem solch heterogenen Kreis
nicht ausgeschlossen.
Ein erstes Ziel dieses Buches ist es deshalb, den Ablauf von Hochbauvorhaben in
Planung und Bauausführung anhand plakativer Beispiele anschaulich zu beschrei
ben; inhaltliche Grundlage dafür war meine Vorlesung über Projektmanagement an
der Universität Stuttgart. In der Chronologie des Projektablaufs wird ein Überblick
über alle Themen und Aufgaben gegeben, die -mit Variationen -bei jedem Bauvor
haben eine wichtige Rolle spielen werden. Im zweiten Teil des Buches werden die
wesentlichen Managementmethoden wie Projektorganisation und Termin- und
Kostensteuerung erläutert.
Angesprochen sind dabei nicht nur professionelle Projektmanager, sondern viel
mehr das ganze Umfeld der Baubeteiligten. Wesentlich erschien es, den Lesern das
jeweilige Prinzip bzw. die grundsätzliche Vorgehensweise näher zu bringen. Aus
diesem Grunde ist das Buch mehr als eine grundlegende Erläuterung des Gesamt
geschehens zu verstehen, nicht als Arbeitshandbuch.
Mein besonderer Dank gilt Frau Martina Kötzle für die tatkräftige und selbständige
Unterstützung bei der Erstellung des Textlayouts und der Optimierung der Abbil
dungen bis hin zur reproduktionsfertigen Vorlage.
Stuttgart, im September 1994 Hans Sommer
Inhaltsverzeichnis
1 Einfiihrung ..................................................................................................... .
1.1 Was ist Projektmanagement? .................................................................... 1
1.2 Projektarten ............................................................................................... 5
1.3 Projektbeteiligte ........................................................................................ 6
1.3.1 Die Beteiligten auf Auftraggeberseite .............................................. 7
1.3.2 Beteiligte Planer ............................................................................... 8
1.3.3 Unternehmerformen in Abhängigkeit von der Vergabestrategie ...... 9
1.4 Abläufe bei unterschiedlichen Planungs-und Realisierungs-
konstellationen........................................................................................... 12
1.4.1 Bauen mit Einzelunternehmern......................................................... 12
1.4.2 Bauen mit Teil-GU ........................................................................... 14
1.4.3 Bauen mit Generalunternehmer ........................................................ 15
1.4.4 Bauen mit Generalübemehmer ......................................................... 19
2 Projektablauf................................................................................................... 20
2.1 Die Projektphasen ..................................................................................... 20
2.2 Definitionsphase -programming .............................................................. 21
2.2.1 Problemanalyse................................................................................. 21
2.2.2 Zielformulierung .............................................................................. 21
2.2.3 Raumprogramm, Pflichtenheft.......................................................... 22
2.2.4 Rentabilitätsprüfung .............................. ........................................... 22
2.3 Konzeptionsphase -Planungs idee ............................................................. 23
2.3.1 Standortanalysen ............................................................................... 23
2.3.2 Wie kommt man zu einem guten Architekten? ................................. 25
2.3.3 Konzeptfindung über Investorenwettbewerbe .................................. 27
2.4 Planungs-und Vorbereitungsphase ........................................................... 28
2.4.1 Vorplanung....................................................................................... 28
2.4.2 Entwurfs- und Genehmigungsplanung.............................................. 30
2.4.3 Ausflihrungsplanung Rohbau............................................................ 33
2.4.4 Ausfiihrungsplanung Technische Ausrüstung................................... 37
2.4.5 Ausfiihrungsplanung Ausbau............................................................ 38
2.4.6 Vorbereiten der Vergabe ................................................................. 41
2.4.7 Angebotsbearbeitung, Submission.................................................... 42
2.4.8 Mitwirken bei der Vergabe............................................................... 42
2.4.9 Vorlaufzeiten .................................................................................... 43
2.5 Genehmigungsverfahren............................................................................ 45
2.5.1 Flächennutzungsplanung (vorbereitende Bauleitplanung)................ 45
2.5.2 Bebauungsplanung (verbindlicher Bauleitplan)................................ 46
2.5.3 Baugenehmigungsverfahren ............................................................. 49
2.5.4 Baufreigabe ...................................................................................... 50
VIII Inhaltsverzeichnis
2.6 Rohbau mit Raumabschluß........................................................................ 51
2.6.1 Baustellenvorbereitung..................................................................... 51
2.6.2 Baustelleneinrichtung ....................................................................... 54
2.6.3 Aushub-und Verbauarbeiten............................................................ 54
2.6.4 Gründungsarbeiten ........................................................................... 55
2.6.5 Aufgehende Baukonstruktion ........................................................... 56
2.6.6 Zimmerarbeiten, Dachabdichtung, Klempnerarbeiten ...................... 57
2.6.7 Fassade ............................................................................................. 60
2.7 Technische Ausrüstung ............................................................................. 65
2.7.1 Sanitärtechnik................................................................................... 68
2.7.2 Statische Raumkonditionierung ........................................................ 70
2.7.3 Dynamische Raumkonditionierung -Raumlufttechnik.... ............ ..... 72
2.7.4 Elektrotechnische Anlagen ............................................................... 79
2.7.5 Förderanlagen................................................................................... 83
2.7.6 Gebäudeautomation.......................................................................... 87
2.7.7 Konventionelle und alternative Energieerzeugung ........................... 87
2.8 Ausbauarbeiten (raumbiIdender Ausbau).................................................. 88
2.8.1 Fußbodenaufbauten .......................................................................... 88
2.8.2 Trennwandsysteme ........................................................................... 89
2.8.3 Deckensysteme ................................................................................. 90
2.8.4 Ablaufvarianten Ausbau ................................................................... 91
2.9 Ökologische Ansätze bei Bauverfahren .................................................... 93
2.9.1 Regenwassernutzung ........................................................................ 93
2.9.2 Solartechnologie ............................................................................... 95
3 Projektmanagement......................................................................................... 97
3.1 Projektorganisation ................................................................................... 97
3.1.1 Aufbauorganisation .................. ........ ................ ...................... .......... 98
3.1.2 Objektgliederung und Codierung ..................................................... 100
3.1.3 Ablauforganisation........................................................................... 102
3 .1.4 Vertragswesen allgemein.................................................................. 107
3.1.5 Planerverträge ................................................................................... 108
3.1.6 Bauleistungsverträge ........................................................................ 114
3.1.7 Information und Kommunikation .................................................... 116
3.2 Terminsteuerung im Rahmen des Projektmanagements ............................ 118
3.2.1 Netzplan als Simulation des geplanten Ablaufs ................................ 118
3.2.2 Grundlagen der Netzplantechnik ...................................................... 127
3.2.3 Darstellungsweise der Pläne ............................................................. 138
3.2.4 Einsatz von räumlichen CAD-Darstellungen .................................... 141
3.2.5 Stufenweiser Aufbau der Systematik beim Projektmanagement.. ..... 146
3.2.6 Kontrolle des Ablaufs (Regelkreis Terminkontrolle) ....................... 151
3.3 Kostensteuerung ........................................................................................ 154
3.3.1 Grundsätzliches ................................................................................ 154
3.3.2 DIN 276 neu ..................................................................................... 156
3.3.3 Kostenermittlung .............................................................................. 165
3.3.4 Kostenkontrolle ................................................................................ 170
1 Einführung
1.1 Was ist Projektmanagement?
Optimale Bauwerke entstehen durch klare Zielvorgaben, kreative Planung und
professionelle Abwicklung! Jedes Projekt kann mit dem erforderlichen Sachver
stand auf der einen sowie einem rechtzeitig installierten und professionell durch
geführten Projektmanagement auf der anderen Seite zum Erfolg geführt werden!
Durch "Ordnung schaffen" und "das Richtige tun zum richtigen Zeitpunkt" wer
den Reibungsverluste reduziert, Qualität geschaffen sowie Kosten und Zeit
gespart! Aus der Ergebnisverantwortung der auf der Bauherrnseite für die Projekt
abwicklung Verantwortlichen lassen sich folgende Bauherrnaufgaben ableiten:
Bauherrnaufgaben
• Aufbau der Projektstruktur, Vertragswesen
(Unterstützung durch die Projektsteuerung)
• Definition der Zielvorgaben für Zweck und Umfang
der Bauaufgabe
• Entscheidungsfindung und Entscheidungssicherung
(Vorbereitung durch die Projektsteuerung)
• Sicherstell~n der Genehmigungsfähigkeit
(Unterstützung durch die Projektsteuerung)
• Überwachen der Termin-, Kosten- und Qualitätsziele
(Durchführung durch die Projektsteuerung)
• Sicherstellen der Finanzierung und Vermarktung
Abb. 1.1. Bauherrnaufgaben
2 1 Einführung
Faßt man die Abwicklung all dieser Bauherrnaufgaben zusammen, so spricht man
auch von "Projektmanagement". Dieses Projektmanagement wird vom "Projekt
manager" oder "Projektleiter" in Vertretung des eigentlichen Bauherrn oder Inve
stors durchgeführt. Eine bei der Projektleitung angesiedelte "Projektsteuerung"
kann Teile dieser Bauherrnaufgaben, wie z.B. die Überwachung der Termin- und
Kostenziele, unter Führung der Projektleitung übernehmen und diese bei den übri
gen Aufgaben unterstützen.
Im Gegensatz zum Projektsteuerer gehört zu den Aufgaben des Projektleiters als
dem direkten Vertreter des Bauherrn auch die fachliche Gestaltung der Bauaufga
be und die Vertretung der Abwicklung bei den Vorstands- und Aufsichtsgremien.
Er muß die erforderlichen Entscheidungen herbeiführen und über den Stand des
Projektes berichten. Entscheidend ist für diese Aufgabe zunächst die fachliche
Kompetenz und die Kenntnis der Zusammenhänge aus der Erfahrung entsprechen
der Projekte. Da es rein zeitlich unmöglich ist, daß ein einzelner Mensch diese
Aufgaben wahrnimmt und gleichzeitig noch die Beteiligten koordiniert, braucht er
zur Umsetzung seiner Ideen und zur Durchsetzung seiner AufgabensteIlungen eine
schlagkräftige Mannschaft aus eigenen oder "geliehenen" Mitarbeitern.
Projektmanagement durch Zielvorgaben
Abb. 1.2. Projektmanagement durch Zielvorgaben
Die Vorgaben des Projektleiters werden von der Projektsteuerung in Form von
AufgabensteIlungen und Terminplänen an die Fachbereiche, Planungsleiter und
Bauleiter weitergegeben. Diese wiederum disponieren und überwachen auf der
Basis dieser AufgabensteIlungen die Abwicklung der Planung und der Baudurch
führung.
Durch diese Vorgehensweise entsteht eine stufenweise Verfeinerung der Ziel
vorgaben des Projektleiters über die einzelnen Hierarchieebenen.
1.1 Was ist Projektmanagement? 3
Hierarchie von Steuerungsvorgaben
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Prinzipielle Ebene 1
Zielvorgaben Projektleitung
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Einzelziele und Projekt-
Aufgaben management
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Abb. 1.3. Hierarchie der Vorgaben
So ist es möglich, daß die konzentrierten und mit wenig Zeitaufwand fomlUlierba
ren prinzipiellen Ziel vorgaben des Projektleiters präzise durchformuliert und ter
miniert durch eine Vielzahl von Beteiligten umgesetzt werden.
Zur Information des Projektleiters werden dann die einzelnen Aktivitäten und
deren Erledigung oder aber auftretende Probleme von der Planungs- und Aus
führungsebene in geeigneter Form an die Projektsteuerung berichtet.
Rückmeldung durch
Informationsverdichtung
Abb. 1.4. Rückmeldung durch Informationsverdichtung