Table Of ContentJohn Akude · Anna Daun
David Egner · Daniel Lambach (Hrsg.)
Politische Herrschaft jenseits des Staates
Globale Gesellschaft und internationale Beziehungen
Herausgegeben von
Thomas Jäger
John Akude · Anna Daun
David Egner · Daniel Lambach (Hrsg.)
Politische Herrschaft
jenseits des Staates
Zur Transformation von Legitimität
in Geschichte und Gegenwart
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1. Auflage 2011
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© VS Verlag für Sozialwissenschaften | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2011
Lektorat: Frank Schindler | Verena Metzger
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Umschlaggestaltung: KünkelLopka Medienentwicklung, Heidelberg
Satz: text plus form, Dresden
Gedruckt auf säurefreiem und chlorfrei gebleichtem Papier
Printed in Germany
ISBN 978-3-531-18289-6
5
Inhaltsverzeichnis
Inhalt
I. Einleitung und Theorie
Legitimität und Funktionsweise politischer Herrschaft im synchronen
und diachronen Vergleich
John Emeka Akude/Anna Daun/David Egner ....................................................... 9
Jenseits des Staates: Neue Formen politischer Herrschaft
Trutz von Trotha ................................................................................................. 25
II. Fälle
Der Zerfall des aztekischen Staates in Zentralmexiko 1516-1521
Daniel Graña-Behrens ........................................................................................ 53
„Tupaj Katari vive y vuelve, Carajo!“ – Politische Herrschaft jenseits
des Staates: Die Aymarakommunen und die CSUTCB in Bolivien
Bettina Schorr ..................................................................................................... 83
Legitime Autorität in segmentären Gesellschaften: Die Igbo in Nigeria
John Emeka Akude ............................................................................................ 103
Demokratisierung, neotraditionale Herrschaft und lokale Ordnung in
Südafrika und Namibia
Mario Krämer ................................................................................................... 137
6 Inhaltsverzeichnis
Herrschaftslegitimation in den frühhellenistischen Dynastien
Sabine Müller ................................................................................................... 157
Herrscherabsetzung, Herrschaftskonsolidierung und legitime Herrschaft
im frühen Mittelalter: Childerich III., Pippin und Karl der Große
Elke Ohnacker .................................................................................................. 183
Reziprozität und sanfte Regulierung: Legitimität und Funktionsweise
politischer Herrschaft im Raum der alten Eidgenossenschaft
Daniel Schläppi ................................................................................................ 209
Das politische System der Region Kurdistan im Irak seit 1991
Frank Wehinger ................................................................................................ 235
III. Zusammenfassung
Die Empirie der Transformation politischer Ordnung
Daniel Lambach ................................................................................................ 259
Autorenverzeichnis ........................................................................................... 277
7
I. Einleitung und Theorie
John Emeka Akude/Anna Daun/David Egner 9
Legitimität und Funktionsweise politischer Herrschaft
im synchronen und diachronen Vergleich1
John Emeka Akude/Anna Daun/David Egner
Unter dem Stichwort Transformation wurde in der politikwissenschaftlichen
Debatte der letzten beiden Dekaden in erster Linie Regimewandel diskutiert. Die
sogenannte Transformationsforschung geht von der Annahme einer prinzipiell
teleologischen Dynamik hin zur demokratischen Staatsform aus und untersucht
diejenigen Faktoren, die diese Entwicklung möglichst gewaltfrei unterstützen
und stabilisieren. Jedoch sind viele Prozesse politischen Wandels auf der Welt zu
beobachten, die nicht in dieses Schema passen. Einige der jüngeren Staaten, die
aus den zwei Wellen von Staatsgründungen im 20. Jahrhundert resultierten – der
Dekolonialisierung und dem Zusammenbruch der Sowjetunion – scheinen das
Modernisierungsparadigma, das eine solche Zielrichtung normativ voraussetzt,
nicht zu bestätigen. Auch in Staaten mit etablierten staatlichen Institutionen, wie
zum Beispiel in Lateinamerika, hat sich zum Teil nicht die gewünschte Stabili-
sierung demokratischer Staaten eingestellt, für die zuvor Anzeichen erkannt
worden waren (Beissinger/Young 2002, Herbst 2000).
Die Staatszerfallliteratur hat einige dieser Phänomene seit den 1990er Jah-
ren beschrieben und zu erklären gesucht. Das Prägnante an diesem Ansatz war,
dass die Forscher analytisch einen Schritt zurückgingen und, anstelle der Form
der Regierung, die Staatlichkeit selbst als wandelbar begriffen und in den Blick
nahmen. Die Autoren dieser Forschungsrichtung haben seither die Merkmale
von Staatlichkeit diskutiert und kategorisiert, wobei die entscheidende Variable
meist die „Stärke“ des Staates war, in der Regel kontinuierlich konzipiert zwi-
schen „Null Staat“ (zerfallener Staat) auf der einen und dem starken, institutio-
nell ausgeprägten und stabilen Staat auf der anderen Seite (Rotberg 2004, Erd-
mann 2003, Akude 2008, Lambach 2008). Zudem zeigt eine Vielzahl von Bei-
spielen, dass die Annahme einer sich quasi von selbst bildenden Staatlichkeit für
ein Verständnis relevanter politischer Verbände und Prozesse in der heutigen
Welt nicht mehr ausreichend ist. Obwohl diese Erkenntnis inzwischen weit ver-
1 Die folgenden Ausführungen sind eine überarbeitete und gekürzte Version eines Artikels von John
Emeka Akude, Anna Daun, David Egner und Daniel Lambach, der unter dem Titel „Transformation
politischer Ordnung: Ansätze zur Erweiterung des Transformationsbegriffs“ in der Zeitschrift für
Politik (2009, Bd. 56, Nr. 2, S.142-161) erschienen ist.
J. Akude et al. (Hrsg.), Politische Herrschaft jenseits des Staates,
DOI 10.1007/978-3-531-94017-5_1,
© VS Verlag für Sozialwissenschaften | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2011
Description:Die Legitimität politischer Herrschaft ist seit der Geburt der Philosophie im antiken Griechenland das zentrale Thema des politischen Denkens. Die Transformationsforschung ist dagegen ein Kind der jüngsten Entwicklung der Politikwissenschaft. Während diese sich bisher darauf beschränkt hat, die