Table Of ContentKarel Hruza (Hg.)
Österreichische Historiker
Lebensläufe und Karrieren 1900–1945
Band 2
Böhlau Verlag Wien · Köln · Weimar
Gedruckt mit der Unterstützung durch den Fonds zu Förderung der wissenschaftlichen Forschung
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek :
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen National bibliografie ;
detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http ://dnb.d-nb.de abrufbar.
ISBN 978-3-205-78764-8
Das Werk ist urheberrechtlich geschützt. Die dadurch begründeten Rechte, insbesondere die der Übersetzung,
des Nachdruckes, der Entnahme von Abbildungen, der Funksendung, der Wiedergabe auf fotomechanischem
oder ähnlichem Wege, der Wiedergabe im Internet und der Speicherung in Datenverarbeitungsanlagen, bleiben,
auch bei nur auszugsweiser Verwertung, vorbehalten.
© 2012 by Böhlau Verlag Ges. m. b. H und Co. KG, Wien · Köln · Weimar
http ://www.boehlau-verlag.com
Gedruckt auf umweltfreundlichem, chlor- und säurefrei gebleichtem Papier
Umschlaggestaltung: Michael Haderer
Umschlagabbildungen: v.l.n.r.: Martin Wutte, Konrad Josef Heilig, Karl Maria Swoboda, Max Dvořák, Michael
Tangl, Anton Chroust, Franz Huter, Hugo Hantsch, Arthur Stein, Adolf Grohmann, Ernst Klebel, Gustav
Pirchan und Heinrich Srbik
Druck : Wissenschaftlicher Bücherdienst, 50668 Köln
Inhalt
Vorwort des Herausgebers . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
Karel Hruza
Österreichische Historiker 1900–1945. Eine Einleitung . . . . . . . . . . . . . . 9
Andrea Rzihacek und Christoph Egger
Michael Tangl (1861–1921). Ein Österreicher in Berlin . . . . . . . . . . . . . . 23
Peter Herde
Anton Chroust (1864–1945). Ein streitbarer Historiker aus Österreich
in Franken . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 85
Klaus Wachtel
Arthur Stein (1871–1950) und Edmund Groag (1873−1945).
Zwei jüdische Gelehrtenschicksale in Wien und Prag. . . . . . . . . . . . . . . . 129
Hans Aurenhammer
Max Dvořák (1874–1921). Von der historischen Quellenkritik
zur Kunstgeschichte als Geistesgeschichte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 169
Ulfried Burz
Martin Wutte (1876–1948). Ein Kärntner Historiker und die
Iānusköpfigkeit in der nationalen Frage. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 201
Martina Pesditschek
Heinrich (Ritter von) Srbik (1878–1951). „Meine Liebe gehört
bis zu meinem Tod meiner Familie, dem deutschen Volk, meiner
österreichischen Heimat und meinen Schülern“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . 263
Stefan Lehr mit einem Exkurs von Tomáš Borovský
Gustav Pirchan (1881–1945). Ein Prager Historiker zwischen
Deutschen und Tschechen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 329
6 Inhalt
Sibylle Wentker
Adolf Grohmann (1887–1977). Orientalist und Historiker . . . . . . . . . . . . 379
Alena Janatková
Karl Maria Swoboda (1889–1977). „Von einem kulturgeschichtlich-biologischen
Perspektivismus her“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 411
Johannes Holeschofsky
Hugo Hantsch (1895–1972). Ein großösterreichischer Verfechter der Reichsidee . 451
Wolfram Ziegler
Ernst Klebel (1896–1961). Facetten einer österreichischen Historikerkarriere . . . 489
Stefan Eminger und Ralph Andraschek-Holzer
Karl Lechner (1897–1975). Landeshistoriker zwischen Katholizismus
und Nationalsozialismus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 523
Michael Wedekind
Franz Huter (1899–1997). „Verfügen Sie über mich, wann immer Sie
im Kampfe um die Heimat im Gedränge sind“. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 591
Helmut Maurer
Konrad Josef Heilig (1907–1945). Mediävist und politischer Publizist. . . . . . . 615
Abkürzungsverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 649
Abbildungsnachweis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 653
Autorinnen und Autoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 655
Personenregister. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 659
Vorwort des Herausgebers
Im Sommer des Jahres 2008 konnte der erste Band der „Österreichischen Historiker 1900–
1945“ ausgeliefert werden, in dem 18 österreichische Historiker und eine Historikerin por-
trätiert wurden. Monika Glettler schloss ihre das Buch positiv würdigende Rezension (siehe
die nachfolgende Einleitung) mit dem von mir als angenehmen Imperativ aufgefassten
Satz : „Ein zweiter Band sollte folgen.“ Ermuntert über die auch andernorts fast durchge-
hend gute oder sogar sehr gute Aufnahme des Buches, begann ich alsbald mit der Konzep-
tion und Organisation eines zweiten Bandes. Das Team der Autorinnen und Autoren und
die Liste der zu porträtierenden Historikerinnen und Historiker waren am Ende des Jahres
2008 bis auf wenige Ausnahmen zusammengestellt. Im Vorwort des ersten Bandes ver-
wies ich darauf, dass damals einige Autoren ihre Beiträge aufgrund von Arbeitsüberlastung
nicht fertig gestellt oder zurückgezogen hatten, sodass unter anderem die Biografien Otto
Brunners, Adolf Helboks, Oswald Redlichs, Heinrich von Srbiks und Hermann Wopfners
nicht aufgenommen werden konnten. Umso mehr freut es mich, dass wenigstens Srbik im
vorliegenden Band in einer ausführlichen Studie gewürdigt wird. Dass zum zweiten Mal
wegen erneut später bzw. nicht kommunizierter Absagen die wichtigen Biografien Brunners
und Redlichs fehlen, ist zu bedauern. Über weitere ausgesprochene oder durch Schweigen
vermittelte Absagen informiert die Einleitung.
Wie beim ersten Band erhielten die Autorinnen und Autoren ein Konzept zur Erstellung
der Beiträge, gemäß dem weit über gewöhnliche Lexikonartikel hinausgehende wissen-
schaftsgeschichtliche Porträts eingefordert wurden. So haben im vorliegenden Buch wie-
der 16 „individuelle“ Historikerinnen und Historiker 15 ihrer Fachkollegen biografisch
aufgearbeitet und dabei viel – oftmals noch unbeachtetes – Quellenmaterial zugrunde ge-
legt und auch zitiert. Gerne betone ich, dass sich die Arbeitsstätten der auch dieses Mal
aus Österreich, Deutschland und Tschechien stammenden Autorinnen und Autoren auf
Klagenfurt, St. Pölten, Wien, Brünn, Berlin, Frankfurt am Main, Konstanz, Münster in
Westfalen und Alzenau verteilen. Dank der Bereitschaft der Autorinnen und Autoren, bei
der Fahnenkorrektur die für ein Personenregister relevanten Namen zu markieren, konnte
dieses schnell erstellt werden. Dafür spreche ich allen Beteiligten meinen herzlichen Dank
aus. Für trotzdem vorkommende Unzulänglichkeiten des Buches trägt der Herausgeber die
Verantwortung.
Auch zu diesem Buch muss angemerkt werden, dass die vorliegende Historikerauswahl
subjektiv ist und auch ein bestimmtes Element des Zufälligen enthält : Für diese oder jene
8 Karel Hruza
Person konnte kein Bearbeiter gefunden werden, während mancher Autor sein „Sujet“ be-
reits mitbrachte. Trotzdem hoffe ich, dass wie im ersten Band individuelle, aber auch durch
gemeinsame Wege in Forschung und Lehre zusammenhängende Lebensläufe und Schicksale
präsentiert werden.
Etliche Personen und Institutionen waren in das Buchprojekt eingebunden : Alle invol-
vierten Archivare und Bibliothekare im In- und Ausland standen mit Rat und Tat helfend
zur Seite, wenn es um die Suche nach und die Einsicht in Akten ging. Die Autorinnen und
Autoren haben trotz des anscheinend obligatorischen Zeitmangels in der Historikerzunft
aus purem Interesse ihre Beiträge doch so zeitig ausgearbeitet, dass das Buchmanuskript
nach knappen zweieinhalb Jahren Projektlaufzeit abgeschlossen werden konnte. Frau Eva
Reinhold-Weiß und die Herren Peter Rauch und Johannes van Ooyen vom Böhlau-Ver-
lag in Wien haben das Buch ohne Zögern in ihren Katalog aufgenommen. Die Fa. G&L
(USA) und meine Eltern Eva und Karel Hruza haben mir auf vielfältige Weise geholfen.
Unterstützung erfuhr ich auch durch die Österreichische Akademie der Wissenschaften in
Wien und den FWF – Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung in Öster-
reich. Andreas Froese (Konstanz), Franz Fuchs (Würzburg), Stefan Sienell (Wien) und Bri-
gitte Slepička (Wien) aber haben mich in Gesprächen und mit Taten nicht nur unterstützt,
sondern vor allem auch ermuntert, die Idee dieses Buches zu verwirklichen. Ihnen allen
danke ich gerne aufs Herzlichste.
Karel Hruza Wien, im Dezember 2011
Karel Hruza
Österreichische Historiker 1900–1945
Eine einleitung
In diesem Buch werden 15 österreichische Historiker in ausführlichen wissenschaftsge-
schichtlichen Porträts vorgestellt. Als Aufnahmekriterium unter die Porträtierten galt –
wie bereits im ersten Band –, dass die Person als Historiker ausgebildet worden sein sollte,
in Österreich, das heißt in der Habsburgermonarchie geboren wurde, und/oder nach 1918
die österreichische Staatsbürgerschaft besaß und ihre entscheidende Wirkungsphase zwi-
schen 1900 und 1945 durchlebt oder danach nicht wesentlich übertroffen hat. Zudem
sollte der Porträtierte solche bleibenden Spuren in der Wissenschaft oder in anderen Be-
reichen hinterlassen haben, dass die Auseinandersetzung mit Werk und Person lohnende
wissenschaftsgeschichtliche Ergebnisse erwarten lässt, seine Biografie also historisch zu
denken geben sollte. Wie beim ersten Band wurde dieses Kriterienbündel jedoch nicht
strikt eingeklagt. Waren im ersten Band dann auch einige als Archivare, Bibliothekare
oder Geografen tätige Personen enthalten, so finden sich im vorliegenden zwei – freilich in
ihrem Fach zumindest zeitweise sehr einflussreiche und nachwirkende – Kunsthistoriker,
wie auch zwei Althistoriker und ein Orientalist ihren Platz gefunden haben. Dass in vorlie-
gendem Buch keine Historikerin biografisch behandelt wird, ist der Tatsache geschuldet,
dass zugesagte Manuskripte auch nach mehrmaliger Fristenverlängerung nicht geliefert
wurden. Der „Ausfall“ von Manuskripten mit Porträts von Historikern war freilich zahlen-
mäßig weit gravierender. Insgesamt waren für das vorliegende Buch zusätzlich die Porträts
Otto Brunners, Adolf Helboks, Erna Patzelts, Alfred Francis Přibrams, Oswald Redlichs,
Balduin Sarias, Samuel Steinherz’, Lucie Vargas und Hermann Wopfners vorgesehen. Ei-
nige dieser Personen hätten bereits im ersten Band porträtiert werden sollen1. Alexander
Pinwinkler, selbst Autor eines Beitrags im ersten Band, äußerte 2005 die Meinung, dass
für eine kritische Auseinandersetzung mit Paradigmen und Tendenzen in der österreichi-
schen Geschichtswissenschaft während des 20. Jahrhunderts bis ca. 1950 die ausführli-
1 Ein ebenfalls für den ersten Band erarbeiteter Beitrag wurde an anderer Stelle publiziert, siehe Michael Hoch-
edlinger, Lothar Groß 1887–1944. Zur Geschichte des österreichischen Archivwesens in der ersten Hälfte
des 20. Jahrhunderts, in : Archivalische Zeitschrift 89 (2007) 45–118. Hingewiesen sei zudem auf die Porträts
Hans Uebersbergers, Alois Hajeks und Carl Patschs sowie anderer Historiker in : Osteuropäische Geschichte in
Wien. 100 Jahre Forschung und Lehre an der Universität, hg. v. Arnold Suppan, Marija Wakounig, Georg
Kastner (Innsbruck 2007), und auf Martina Pesditschek, Barbar, Kreter, Arier. Leben und Werk des
Althistorikers Fritz Schachermeyr 1–2 (Saarbrücken 2009).
Description:Brief Tangls an Albert von Werminghoff, 08.05.1906, Mün- chen, Archiv der Ludwig Bieler (Oxford 1972) 243. 7 Monumenta Devnya (bei Varna), dem antiken Markianopolis, wo Hartl Ausgrabungen leitete, die epi- grafischen