Table Of ContentOrganisationale Resilienz
Gregor Paul Hoffmann
Organisationale
R esilienz
Kernressource moderner Organisationen
Mit 17 Abbildungen
Gregor Paul Hoffmann
syn:logos
Graz
Steiermark
Österreich
ISBN 978-3-662-53943-9 ISBN 978-3-662-53944-6 (eBook)
DOI 10.1007/978-3-662-53944-6
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V
Den wahren Helden!
VII
Vorwort
In wirtschaftlich angespannten Zeiten stellt sich die Frage, wie es Führungskräften gelingen
kann, die Unternehmen, für die sie verantwortlich sind, unbeschadet durch die „unruhige
See“ zu navigieren. Gerade im schwierigen ökonomischen Umfeld werden Managementfehler
nicht verziehen: Nach einer Untersuchung des österreichischen Kreditschutzverbands von 1870
waren Managementfehler für mehr als 50% der Insolvenzen verantwortlich (Kreditschutz-
verband von 1870 2016) – demgegenüber stehen nur 9% durch persönliches Verschulden,
wie die Vernachlässigung der Geschäftsführung oder betrügerisches Handeln. Eine geänderte
Marktlage und Konkurrenzsituation werden ebenfalls nur für 14% der Unternehmenspleiten
als Ursachen angeführt.
In diesem Umfeld wurden in den letzten Jahren die Eigenschaften Agilität und Widerstands-
fähigkeit eines Unternehmens als Bedingungen für das Gelingen modern. Immer öfter wird
auch von organisationaler Resilienz gesprochen, wenn Unternehmen schwierige Bedingungen,
ja vielleicht sogar Krisen überstehen und bestenfalls gestärkt daraus hervorgehen.
In der Praxis als Supervisor, Coach und Organisationsentwickler bin ich zunehmend mit der
Frage von Klientinnen und Klienten konfrontiert, wie es Führungskräften gelingen kann, die
organisationale Resilienz zu fördern und das Überleben des Unternehmens zu sichern. Dabei
geht es in den meisten Fällen nicht nur um das reine wirtschaftliche Überleben, sondern ins-
besondere um die Sicherung der Identität, sowohl jener des Unternehmens als auch jener der
Führungskraft. Vor diesem Hintergrund habe ich mich in den letzten Jahren intensiv mit der
Theorie von Organisation, Identität und Krise beschäftigt und versucht, daraus angemessene
und vor allem praxisrelevante Unterstützung für meine Klientinnen und Klienten sowie für
Organisationen abzuleiten.
Dieses Buch ist das Resultat dieser Auseinandersetzung. Es beleuchtet das Phänomen der orga-
nisationalen Resilienz aus unterschiedlichen Blickwinkeln und verfolgt das Ziel, dem moder-
nen Begriff auch ein theoretisches Fundament zu unterlegen. Ich bin der festen Überzeugung,
dass theoretische Bezüge Grundbedingung sind, um Problemlagen der Praxis angemessen er-
fassen zu können. Erst dadurch wird es ermöglicht, Führungskräften darin zu unterstützen,
adäquate Maßnahmen für die spezifische Situation ihrer Organisationen zu entwickeln und
entsprechende Interventionen zu setzen. Krisenbewältigung verstehe ich dabei als Prozess,
der eine systemische Betrachtungsweise benötigt, keine vereinfachenden Antworten verträgt
und prinzipiell an den spezifischen Potenzialen, Ressourcen und Kompetenzen orientiert ist.
Ich hoffe, dass dieses Buch sowohl für Führungskräfte als auch für Kolleginnen und Kollegen
aus der Beratungsbranche eine hilfreiche Grundlage bildet, ohne den Anspruch zu postulieren,
die „eine Wahrheit“ zu transportieren, sondern vielmehr einen ersten Versuch darstellt, das
komplexe Phänomen der organisationalen Resilienz sowohl theoretisch zu verorten als auch
praxisrelevante Implikationen daraus abzuleiten.
VIII Vorwort
Ein besonderer Dank gilt jenen Kooperationspartnerinnen und -partnern, Kolleginnen und
Kollegen, die sich in den letzten Jahren kritisch mit meinen Positionen auseinandergesetzt
haben und so zur Weiterentwicklung beigetragen haben. Von ganzem Herzen bedanke ich
mich bei meiner Familie, die mich mit großer Geduld im Entstehungsprozess unterstützt hat.
Abschließend danke ich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Springer-Verlags für die
professionelle Begleitung des Buches, insbesondere Joachim Coch (Planung), Judith Danziger
(Projektmanagement) und Dr. Marion Sonnenmoser (Lektorat).
IX
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung ............................................................................1
A Theorie Organisationaler Resilienz
2 Organisation .........................................................................7
2.1 Der Begriff der Organisation ...........................................................8
2.2 Basiseigenschaften von Organisationen ..............................................10
2.2.1 Umwelt ...............................................................................10
2.2.2 Organisationsziele .....................................................................15
2.2.3 Organisationsstrukturen ...............................................................17
2.2.4 Organisationsmitglieder ...............................................................20
2.2.5 Ausstattung und Ressourcen ...........................................................23
2.2.6 Organisation als multidimensionales soziales System ....................................24
2.3 Organisationskultur ..................................................................27
2.3.1 Merkmale von Organisationskulturen ...................................................27
2.3.2 Kulturebenen ..........................................................................28
2.3.3 Funktion und Konfliktlinien von Organisationskultur .....................................30
2.3.4 Organisationskultur als Erfolgsfaktor? ...................................................31
2.4 Führung ..............................................................................33
2.4.1 Grundsätzliches zu Management und Leadership ........................................33
2.4.2 Führung ist Aktualisierung von Macht ...................................................35
2.4.3 Erfolg durch Führung – aber was ist erfolgreiche Führung? ...............................38
2.4.4 Erfolg ohne Führung? – Kritische Führungstheorie .......................................42
2.4.5 Zusammenfassung .....................................................................46
3 Resilienz .............................................................................47
3.1 Personale Resilienz ...................................................................48
3.1.1 Geschichte des Konzepts der Resilienz ..................................................48
3.1.2 Darstellung verwandter Begriffe ........................................................51
3.1.3 Belastung – Krise – Trauma .............................................................53
3.1.4 Persönlichkeit und Identität ............................................................54
3.1.5 Die fünf Säulen der Identität ............................................................56
3.1.6 Erklärungsmodelle .....................................................................58
3.2 Resilienz im Sozialen ..................................................................64
3.2.1 Einflussreiche Forschungstraditionen ...................................................65
3.2.2 Die soziologische Resilienzforschung ...................................................66
3.2.3 Dimensionen sozialer Resilienz .........................................................66
3.2.4 Spezifika sozialer Resilienz. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72
4 Organisationale Resilienz ..........................................................75
4.1 Stand der Diskussion .................................................................76
4.2 Organisationale Resilienz als Gesamtheit differenzieller Resilienzen ..................87
X Inhaltsverzeichnis
4.2.1 Organisationale Krisen – Risiko, Ungewissheit und Nichtwissen ...........................88
4.2.2 Organisationale Identität ...............................................................91
4.2.3 Ressourcen im Kontext organisationaler Krisen ..........................................93
4.3 Definition organisationaler Resilienz ....................................................95
B Organisationspraxis
5 Förderung organisationaler Resilienz ...........................................103
5.1 Selbstreflexion .......................................................................106
5.1.1 Beispiel „Nichts funktioniert!“ ..........................................................106
5.1.2 Analyse ...............................................................................109
5.1.3 Implikationen .........................................................................112
5.2 Reflexion des Führungshandelns .....................................................113
5.2.1 Beispiel „Burn-Out trotz Gesundheitsförderung“ .........................................113
5.2.2 Analyse ...............................................................................115
5.2.3 Implikationen .........................................................................116
5.3 Balance von Belastungen .............................................................117
5.3.1 Beispiel „Die Werte sind sowas von verschoben!“ ........................................118
5.3.2 Analyse ...............................................................................119
5.3.3 Implikationen .........................................................................120
5.4 Kultursensibilität .....................................................................122
5.4.1 Beispiel „Der Knoten löst sich!“ .........................................................123
5.4.2 Analyse ...............................................................................124
5.4.3 Implikationen .........................................................................125
5.5 Persönliche Souveränität .............................................................126
5.6 Fundierte Kollegialität ...............................................................126
5.7 Strategisches Personalmanagement. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .127
5.7.1 Beispiel „Alt ist gut!“ ...................................................................128
5.7.2 Analyse ...............................................................................129
5.7.3 Implikationen .........................................................................130
5.8 Klarheit ..............................................................................131
5.8.1 Beispiel „Ruhe, Geduld und Zuversicht – obwohl es mich fast zerreißt!“ ...................133
5.8.2 Analyse ...............................................................................135
5.8.3 Implikationen .........................................................................137
5.9 Entscheidung, Verantwortung und Lernbereitschaft ..................................137
5.10 Umfeldbeobachtung und Antizipation von Zukünften ................................139
5.10.1 Beispiel „Digitalisierung? Ohne uns.“ ....................................................139
5.10.2 Analyse ...............................................................................140
5.10.3 Implikationen .........................................................................141
5.11 Vertrauen und Optimismus ...........................................................142
5.12 Resümee .............................................................................143
Serviceteil ..........................................................................145
Literatur ..............................................................................146
XI
Der Autor
Mag. Gregor Paul Hoffmann, MSc., ist Geschäftsführer der österreichischen
Consultingfirma syn:logos in Graz und Geschäftsführer einer mittelgroßen ös-
terreichischen NPO. Als Organisationsberater bietet er Supervision, Coaching
und Organisationsentwicklung an. Schwerpunkte sind Personal-, Team- und
Kulturentwicklung sowie Beratung für Mobbing-Betroffene. In Lehraufträgen
an der Donau-Universität Krems und der Fachhochschule Kärnten unter-
richtet er in den Bereichen Organisationstheorie, Führung und Management,
Konzepte und Methoden.