Table Of ContentMODERNE
THERAPIE
IN INNERER MEDIZIN UND
ALLGEMEINPRAXIS
EIN HANDBUCH DER MEDIKAMENTöSEN
PHYSIKALISCHEN UND DIATETISCHEN
BEHANDLUNGSWEISEN DER LETZTEN JAHRE
VON
DR. RUDOLF FRANCK
FACHARZT FüR INNERE KRANKHEITEN UND
STOFFWECHSELKRANKHEITEN IN LEIPZIG
ZWöLFTE, VERMEHRTE UND VERBESSERTE AUFLAGE
SPRINGER-VERLAG BERLIN HEIDELBERG GMBH 1943
ISBN 978-3-662-35603-6 ISBN 978-3-662-36433-8 (eBook)
DOI 10.1007/978-3-662-36433-8
ALLE RECHTE, INSBESONDERE DAS DER OBERSETZUNO
IN FREMDE SPRACHEN, VORBEHALTEN.
COPYRIGHT 1931, 1932, 1934,1936, 1938, 1939 AND 1941
BY SPRINGER-VERLAG BERLIN HEIDELBERG
URSPRUNGLICH ERSCHIENEN BEI SPRINGER=VERLAG OHG. IN BERLIN 1941
SOFfCOVER REPRINT OF THE HARDCOVER 12TH EDITION 1941
Vorwort zur zwölften Auflage.
Auch die zwölfte Auflage des Buches fällt noch in die Kriegs
zeit. Wenn dadurch das äußere Gewand des Buches sich der
Zeit anpassen muß, so habe ich doch seinen Inhalt friedens
mäßig erhalten und nicht all die Präparate weggelassen, die
nur vorübergehend ausfallen. Besonders habe ich alle Neue
rungen und therapeutischen Fortschritte, die der Krieg ge
bracht hat, eingefügt und großen Wert auf die Ausarbeitung
der Sulfonamide, Hormone und Vitamine gelegt.
Im Sachverzeichnis sind wieder mehrere Krankheiten auf
geführt, die im 1. Teil nicht besprochen sind. Es ist bei diesen
Krankheiten nur auf die Arzneimittel im 2. Teil hingewiesen,
wo deren Anwendung bei den entsprechenden Krankheiten
beschrieben ist.
Leipzig, August 1943.
RudoU Franck.
Iilbaltsverzeiehnis.
Erster Teil.
Therapie der inneren Krankheiten.
Seite
Infektionskrankheiten . . . . . . . 1- 30
Krankheiten der Respirationsorgane . 30- 66
Herzkrankheiten . . . . . . . . . 67-103
Venenthrombose ........ . 104
Varicen und ihre Behandlnng durch Injektion von 20proz.
Kochsalzlösung 105-106
Nierenerkrankungen . . 106-129
Gelenkerkrankungen . . 129-141
Stoffwechselkrankheiten 141-172
Blutkrankheiten . . . . 173-179
Hämorrhagische Diathesen (Purpura-Erkrankungen, Hämo-
philie) . . . . . . . 180-182
Krankheiten der Mundhöhle 182-186
Verdauungskrankheiten 186-208
Darmerkrankungen 208-230
Leberkrankheiten .. 231-245
Pankreaserkrankungen 246-247
Nervenkrankheiten 247~272
Nach Gruppen geordnete Arzneimittel . 273-281
Zweiter Teil.
Arznelmittelbespreehung.
Arzneimittelbesprechung . . 282-672
Nähr- und Kräftigungsmittel 673-697
Heilquellen . . . . . . . . 680-682
Sandows Mineralwassersalze 683
Sandows künstliche Mineralwassersalze . 684-685
Brausesalze • . . . . . . . . . . . . 685
,.Stada"-Präparate der Deutschen Apothekerschaft 685-700
Maximaldosen der Arzneimittel für Erwachsene 700-702
Bäder ... 702-706
Tuberkuline 706-713
Sera .... 713-729
Vergiftungen 729-735
Sachverzeichnis . 736-740
ERSTER TEIL.
Therapie der inneren Krankheiten.
Infektionskrankheiten.
Die Behandlung der Infektionskrankheiten richtet sich 1. gegen
die die Krankheit verursachenden Erreger und 2. gegen das Fieber
und die Allgemeinsymptome.
Wir kennen Arzneimittel, die eine ganz spezifische Wirkung
gegen bestimmte Erreger haben, wie z. B. Chinin gegen die Malaria
plasmodien oder Quecksilber, Wismut und Salvarsan gegen die
Spirochäten und die Sulfonamide besonders gegen die Kokken.
Auch bei Polyarthritis rheumatica acuta (eine Infektionskrank
heit, die wohl sicher durch verschiedene Streptokokkenarten
bedingt ist) haben die Salicylate eine fast spezifische Wirkung
auf die Krankheitssymptome, ebenso das Optochin bei Pneuma~
kokkeninfektionen. Bei Sepsis und den andem Infektionskrank
heiten, wo uns keine spezifisch wirkenden Mittel gegen die Erreger
zur Verfügung stehen, versucht man mit den modernen Antisepticis
auf die Bakterien vernichtend zu wirken. Es kommen besonders die
Sulfonamide, Trypaflavin, Rivanol, Argochrom, Kollargol, Taurolin,
Septazin, Preglsche Lösung und andere in Betracht. Diese Präpa
rate werden im allgemeinen intravenös injiziert. Prontosil, Tau
rolin, Cibazol, Eubasinum spritzt man nur intramuskulär, Albu
cid, Globucid nur intravenös, Tibatin kann intramuskulär und
intravenös gegeben werden. Die Sulfonamide (s. d.) werden bei
leichteren Fällen in Form von Tabletten, bei schwereren und da,
wo das Schlucken erschwert ist oder Störungen von seiten des
Magens vorliegen, in Form von Injektionen gebraucht.
Neben dieser Behandlung ist die allgemeine und symptomatische
Behandlung von großer Wichtigkeit. Man sucht durch Pflege, Rein
lichkeit und Ernährung mit leicht verdaulichen, aber nahrhaften
Speisen den Kranken bei Kräften zu halten. BeiHochfiebernden sind
von guter und erfrischender Wirkung Rohobst und Rohgemüsesäfte.
(S. meineModerne Ernährungstherapie.)Ichlasse bei alleninfektions
krankheiten reichlich Vitamin C geben in Form von Zitronenwasser
oder per os, oder als Injektion Cebion, Cantan oder Redoxon. Die
Zufuhr von Nebennierenrindenhormon (Cortiron, Percorten) hat
Franck, Moderne Therapie. 12. Auflqe. 1
2 Therapie der inneren Krankheiten.
sich bei zahlreichen Infektionskrankheiten als sehr wertvoll er
wiesen. Der Verlauf der Krankheiten war offensichtlich immer
ein leichterer.
Acid. hydrochl. dil. 3,0, Sirup. Rub. ld. 30,0, Aq. dest. ad 100,0,
3mal tägl. 1 Eßl. voll in einem Glase Wasser ist bei allen Infek
tionskrankheiten zu geben.
Bei Trockenheit im Munde schreibe man auf: Na. bicarb.,
Na. biborac. aa 6,0, Glycerin 25,0, Aq. 400,0, Tct. Menth. pip. gtt.
XV. D. S. zum Mundspülen und Reinigen der Zunge durch Ab
bürsten mit der angefeuchteten Zahnbürste.
Schmerzen und Schlaflosigkeit sind durch Veramon 0,4
oder 2-3 Allionaltabl. oder Doralgintabl. und -Suppositorien,
Rectidonzäpfchen, Optalidon (2-4 Tabl. abends), Pantopon oder
Dilaudid, Eukodal und ähnliche Präparate zu mildern oder zu be
seitigen.
Das allzu hohe Fieber, sobald es den Kranken zu sehr schwächt
und Unklarheit und Benoinmenheit verursacht, wird bekämpft
durch Bäder von 31 o C, die allmählich durch Zugießen von kaltem
Wasser auf 25° und weniger abgekühlt werden. Täglich 3 Bäder,
Badedauer 5-1 5 Minuten. Nach dem Bade in ein vorgewärmtes
Bett. Wo keine Badeeinrichtung zur Verfügung steht, kann es
durch feuchte, küble Ganzpackung des Körpers ersetzt werden.
Man hüllt den ganzen Körper unter Freilassen von Kopf und Armen
in ein feuchtes Bettuch, schlägt eine Wolldecke darum und pacld
den Kranken warm ins Bett ein. Soll er schwitzen, so wird er
ungefähr nach 2 Stunden wieder ausgepackt und der Körper mit
Franzl...ranntwein abgerieben, soll dagegen nur das Fieber ernied
rigt werden, so müssen die Packungen nach 30 Minuten erneuert
werden. Vor diesen Packungen ist der Darm durch Klistier zu
entleeren. Oft haben kühle Wadenpackungen eine sehr gute Wir
kung. Ist auch dies nicht möglich oder wegen Komplikationen
(Peritonitis, schwere Darmblutungen) nicht erlaubt, so kann man
Pyramidon 0,2-0,3 3mal tägl. geben. Die Bäder üben eine dämp
fende Wirkung auf das hohe Fieber aus, sie regen das Nerven
system günstig an (die benommenen Kranken werden oft wieder
klar und frei im Kopfe), sie wirken vertiefend auf die Atmung und
damit einer Bronchitis oder Bronchopneumoni( entgegen. Bei
Hochfiebernden ist stets auf Decubitus zu achten. Bei gefüllter
Blase ist zu katheterisieren. Künstliche Ernährung s. unter Ver
dauungskrankheiten S. 187.
Bei Herzstörungen, schwachem Puls und erniedrigtem Blutdruck
kommen Strophanthin, Cardiazol, Sympatol u. a. in Frage.
Folgende ansteckende Krankheiten sind anzeigepflichtlg:
Außer den gemeingefährlichen Krankheiten (Aussatz, Cholera,
Fleckfieber, Gelbfieber, Pest, Pocken und der Papageienkrankheit
[Psittacosis] )
Infektionskrankheiten.
ist innerhalb 24 Stunden nach erlangter Kenntnis dem für
den Aufenthaltsort zuständigen Gesundheitsamt Anzeige
zu erstatten bei
1. Kindbettfieber (Febris puerperalis) + + + +
a) nach standesamtlich meldepflichtigerGehurt
b) nach Fehlgeburt
2. Übertragbare Kinderlähmung (Poliomyelitis
epidemica) + + + +
3. Bakterielle Lebensmittelvergiftung (Botulismus,
Enteritis infectiosa) + + + +
4. Milzbrand (Anthrax). +· + + +
s. Paratyphus + + + +
6. Rotz (Malleus) . . . . . . . . + + + +
7. Übertragbare Ruhr (Dysenteria) + + + +
8. Tollwut (Lyssa), auch Bißverletzungen durch
tollwütige oder tollwutverdächtige Tiere + + + +
9. Tularämie + + + +
10. Typhus (Typhus abdominalis) + + + +
11. a) ansteckender Lungen- und Kehlkopftuber
kulose + + + +
b) Hauttuberkulose + + + +
c) Tuberkulose anderer Organe . + + + +
12. Bangsehe Krankheit (Febris undulans) + +- +
13. Diphtherie . + +- +
14. Übertragbare Gehirnentzündung (Encephalitis
epidemica) + +- +
15. Übertragbare Genickstarre (Meningitis cerebro-
spinalis) + +- +
16. Keuchhusten (Pertussis) ... + +- +
17. Körnerkrankheit (Trachoma) + +- +
18. Malaria + +- +
19. Rückfallfieber (Febris recurrens) + +- +
20. Scharlach (Scarlatina) + +--1 +
21. Trichinase + + +
22. Weilsehe Krankheit (lcterus infectiosus). + +1- +
A. Bei gleicher Frist ist jede Person anzuzeigen, die, ohne selbst
krank zu sein, die Erreger der bakteriellen Lebensmittelvergiftm1g,
des Paratyphus, der übertragbaren Ruhr oder des Typhus aus
scheidet.
B. Beim Wechsel der Wohnung oder des Aufenthaltsorts sowie
bei Krankenhausaufnahme und -entlassung ist erneut Anzeige zu
erstatten. In der Entlassungsanzeige ist anzugeben, ob der Ent
lassene geheilt ist und ob er die Erreger einer übertragbaren Krank
heit noch ausscheidet.
C. Es kann also bei ein und demselben Falle eine zweimalige
und, da bei einzelnen Krankheiten auch schon der Verdacht und
der Wechsel im Aufenthalt anzuzeigen ist, sogar eine drei· bzw.
viermalige Anzeigeerstattung nötig werden.
t•
4 Therapie der inneren Krankheiten.
D. Mit Geldstrafe bis zu 150 RM. oder mit Haft wird bestraft,
wer die vorgeschriebene Anzeige vorsätzlich oder fahrlässig nicht
oder nicht rechtzeitig erstattet.
Masern, Morbilll. Die Kranken bleiben im warmen Bett und
werden vor Erkältung in ·acht genommen. Zimmer nicht zu hell,
wegen der bestehenden Lichtscheu. Augen, Nase und Mund be
sondere Pflege zuteil werden lassen, Reinigung mit 2proz. Bor
säurelösung. Wenn die Augenlider verkleben, dann einige Tropfen
Paraffinöl in die Augen träufeln. Kommt der Ausschlag nicht gut
zum Durchbruch, so kann man Tee geben von Flor. Tiliae oder
Sambuci, auch warme Bäder sind oft von wohltuender Wirkung.
Ernährung sollleicht sein. Ausgepreßtes Obst mit Traubenzucker.
Nicht zum Essen zwingen! BeiBronchitis Inhalation von Koch
salzlösung oder
Natr. chlorat., Natr. brom. aa 2,5, Aq. dest. ad 250,
oder man verdampft im Zimmer Terpentinöl oder Eukalyptusöl.
Feuchte, warme Brustumschläge. Bei Pneumonie warme bis
heiße Bäder mit kalten Übergießungen, kühle oder heiße Brust
umschläge je nach Verträglichkeit. Solvochin oder Solvochin
Calcium intragl., am besten gleich die Sulfonamide in hohen
Dosen. Bei VerschHmmerung mit Herzschwäche: Senf
wickel s. S. 40. Bei starkem Husten und Verschleimung Liquor
ammon. anis. oder Infus. Ipecacuank. mitSucc. Liquirit. und. Liquor
ammon. anis., evtl. mit etwas Kodein. (Inf. rad. Ipecac. 0,2 bis
0,5: 1,50, Succ. Liquirit. 5,0, Codeinphosph. 0,1, Ephedrin 0,2,
H 0 ad 200,0. D. S. 3mal tägl. 1 Kinder- bis Eßl. voll.) Bei Mit
2
telohrentzündung öfter am Tage Otalgan ins Ohr träufeln.
Gleichzeitig 4mal tägl. 1/2-2 Tabl. Cibazol je nach Alter. Bei star
ken Ohrschmerzen je nach Verträglichkeit kalte oder warme Um
schläge oder Bestrahlung mit Solluxlampe. Hinter das Ohr ein Can
tharidenpflaster. Bei vorgewölbtem Trommelfell Paracentese. Wenn
das Exanthem verschwunden und keine Komplikationen bestehen,
läßt man die Kinder aufstehen. ·Nach der Erkrankung kräftige
Ernährung (Lebertran, Sanostol oder Heliocitin).
Als Masernprophylakticum wird in den Krankenhäusern
das Blut ·von Masernrekonvaleszenten injiziert, also von Kindern,
die die Krankheit erst überstanden haben. Dies ist für den prak-'
tischen Arzt meist ausgeschlossen, da ihm die Kinder nicht zur
Verfügung stehen und die Blutentnahme mit Schwierigkeiten ver
bunden ist. Es ist daher empfehlenswert, das Blut von Erwach
senen zu nehmen, obwohl hier der Antikörpergehalt des Blutserums
nicht mehr so hoch ist wie der des Rekonvaleszentenserums. Man
entnimmt dem Erwachsenen 20-30 ccm :J?lut mit Spritze und in
jiziert sofort intragl. beim Kinde. Die Krankheit verläuft danach
entweder sehr leicht, oder das Kind erkrankt überhaupt nicht.
Im Abschuppungsstadium ist ein Masernkranker, praktisch ge
nommen, nicht mehr ansteckungsfähig.
Vom Masernsohutzserum, das aus Placentahergestellt ist, gibt
Infektionskrankheiten. 5
man prophylaktisch oder spätestens bei Exanthemausbruch 10 b1s
1 5 ccm intramusk. (Masernschutzserum intramusk. Sächs. Serum
werke, Dresden).
Röteln, Rubeolae. Da hierbei meist die Nacken- und Halsdrüsen
geschwollen sind, kann man dieselben mit. Jodvasogen oder Ungt.
Jodex einreiben. Die Kranken läßt man entweder im warmen
Zimmer oder im Bett. Besondere Therapie nicht notwendig.
Scharlach, Scarlatina. Schutzimpfung bei Kindern ist Pflicht!
Krankenzimmer ziemlich kühl und gut gelüftet. Allgemeine Rein
lichkeit, besondere Pflege von Mund, Rachen und Nase. Als Kost
Milch, Grieß- und Reissuppe, Fleischbrühe und Ei, als Getränk.
Himbeer- und Zitronenwasser oder besser frisch ausgepreßte Obst
säfte, auch Flieder- und Lindenblütentee. Reichlich Vitamin C als
Cebion, Cantan, Fructamin Redoxon. Bei lang dauerndem hohem
Fieber sind Bäder von 28-30°C öfter am Tage empfehlenswert
oder feuchte Einpackung des ganzen Körpers. In der Allgemein
praxis kann für 2-3jährige Kinder verordnet werden
Antipyrin 1,0, Sirup Rub. Id. 20,0, Aq. dest. ad 100,0, 2stündl.
1 Teel.
Bei Abblassen des Exanthems re!Ot man cl!e Haut mit Mandel
oder Olivenöl ein. Zur Beeinflussung der Angina fleißiges Gurgeln
mit Wasserstoffsuperoxyd, Kaliumpermanganat, Fol. Salviae oder
a
Formalin, Alcohol absol. 20,0, Chloroform 10,0, 01. Menth.
pip. gtt. VI. D. S. Je nach Alter 5·-10 Tropfen auf 1 Glas Wasser
zum Gurgeln.
Zum Bepinseln aer Tonsillen Cumasma liq. anginae oder
Perhydrat 3,0, Glycerin 30,0 oder Neo-Pyocyanase oder Jodex
liquid. zum Bepinseln des Halses und der Tonsillen. Um den
Hals Prießnitzumschläge. Bei starken Drüsenschwellungen Ein
reibungen mit Jodvasogen oder Ungt. Jodex. Man kann auch
Scharlachstreptokokkenserum Höchst (Scarla-Strepto
serin) versuchen oder Scharlachrekonvales zentenserum.
Beide werden besonders bei schwerem Scharlach (Scharlachsepsis)
gebraucht. Man entnimmt einem Scharlachrekonvaleszenten 30
bis 40 ccm Blut in ein steriles Kölbchen. Wenn sich das Serum
klar darüber abgeschichtet hat, entnimmt man mit der Spritze
20 ccm und injiziert sie dem Kranken intragl. Liegt Komplikation
mit echter Diphtherie vor, so gibt man Diphtherieheilserum. Von
Scharlachstreptokokkenserum (Scarl'a-Streptoserin) (s. u. Sera) gibt
man zur Verhütung von Komplikationen bei Säuglingen 10 ccm,
Kindern bis zum 3. Jahr 10-25 ccm, später 25-60 ccm intramusk.
Das Scharlachserum Bebringwerke (in Ampullen zu
10 und 25 ccm, nativ und konzentriert, mit 1 Amp. zu 1 ccm
zur subcutanen Injektion, um Anaphylaxie zu vermeiden) kann
bei allen Scharlachfällen in Anwendung kommen. Man muß
möglichst frühzeitig injizieren, zwischen dem 2. und 4. Krank
heitstage. In mittelschweren Fällen injiziert man 25-40 bis
SO ccm intramusk., in sehr schweren Fällen kann man sich