Table Of ContentMit dem kleinen Krodo auf Entdeckungsreise durch
Ein Stadtführer für neugierige Kinder im Grundschulalter
Dieses Bu
gehört:
Hallo,
liebe Kinder,
kleine Krodo
ich bin der
Bad Harzburg!
aus
Habt ihr Lust, mich auf einem kleinen Stadtrundgang
durch unsere schöne Stadt zu begleiten?
Doch zuerst möchte ich mich einmal kurz vorstellen!
Also mein Name ist Krodo, und ich bin eine sagenhafte Figur,
2 7 -," Ä Ä " — - —
Darauf bin ich natürlich besonders stolz!
Wie der Harne Bad Harzburg schon sagt, besteht die Geschichte unserer a
eiaentlich aus zwei Geschichten.
Die erste ist die der Harzburg auf dem Großen B^g^g*
zweite ist die Geschichte der Stad, als Heilbad!
Beginnen wollen wir unseren Stadtausflug im Kurpark....
direkt an der Talstation zum Großen Burgberg O
Von hier aus fahren wir in einer großen Kabinenbahn
den steilen, 482 m hohen Berg hinauf.
Stellt euch vor, in nur 3 Minuten überwindet
die Bahn 186 Höhenmeter!
Na, zu Fuß müssten wir da aber ganz schön flitzen!
WISSENSWERTES:
Als Besonderheit bietet die
Burgbergbahn die Möglichkeit
standesamtlicher Trauungen in
der Gondel und der Bergstation!
Oben angelangt kommen wir zu einem Wegweiser.
Auf ihm ist eine Darstellung der Harzburg zu sehen,
wie sie früher einmal ausgesehen haben könnte.
Bevor wir uns die Burgruinen
jedoch näher anschauen,....
möchte ich euch zuerst die Canossa-Säule zeigen.
Sie wurde 1875 zu Ehren Fürst Bismarcks errichtet
und ist 19 Meter hoch.
Vom Standort der Canossa-Säule ^ aus
hat man einen herrlichen Blick auf die Stadt
und das weite Umland!
WISSENSWERTES:
Auch heute noch verwenden wir im deutschen
Sprachgebrauch den Ausdruck „Canossagang"
gleichbedeutend für eine Demütigung. Auf diese
Erklärung zielt die Errichtung der Canossasäule für
Fürst Bismarck, der 1872 im Reichstag die Worte
sprach „Nach Canossa gehen wir nicht!".
Die Errichtung der Säule oben auf dem Burgberg
hat aber noch eine zweite Bedeutung.
Kaiser Heinrich IV., der Erbauer der Harzburg, war
es, der den berühmten Gang nach Canossa zu
Papst Gregor VII. 1077 unternahm, um sich durch
T5, | diese persönliche Demütigung wieder
rjcwjHi politische Handlungsfreiheit zu verschaffen.
/
Die Burgruine Harzburg Q gehört zu den ältesten Teilen unserer Stadt.
Bereits 1065, also vor über 930 Jahren, ließ Kaiser
Heinrich IV. sie als königliche Schutzburg erbauen.
Damals war der Kaiser gerade einmal 15 Jahre alt!
Von dieser Burg sind heute nur noch Reste erhalten,
denn sie wurde im 17. Jahrhundert völlig zerstört.
Die Burganlage war durch einen tiefen, 10 m breiten Graben
in zwei Teile geteilt, in die Ostburg und in die Westburg.
Diesen Graben gibt es auch heute noch, und er wird durch
eine wiederaufgebaute Brücke überspannt.
Wisst ihr schon was alles zu einer richtigen Burg gehört?
Der wichtigste Teil ist die große Burgmauer, die die gesamte Anlage
umgibt. Sie sollte die Burg vor angreifenden Feinden schützen.
Um sie herum wurden Wassergräben und hohe Wälle angelegt.
Sie sollten den Angreifern die Eroberung der Burg erschweren.
Und wie kamen die Bewohner wieder aus ihrer Burg heraus?
Ganz einfach! Durch die Burgtore mit ihren Zugbrücken!
Diese Zugbrücken wurden einfach heruntergekurbelt und legten
sich dann wie eine Holzbrücke über den Wassergraben.
So konnte man ganz bequem über den Graben marschieren!
Wurde die Burg jedoch von Feinden angegriffen, dann zog man die Zugbrücken
schleunigst wieder hoch, und die Burg war fest verschlossen!
Und woher wusste man, dass Feinde anrückten?
Nun, jede Burg hat ihre Wehrtürme. In denen standen Wächter, die weit über das
Land blicken und die Burgbewohner rechtzeitig warnen konnten!
Dann zogen sich die Burgbewohner in den hohen Bergfried zurück.
Das war ein Wohnturm inmitten der Burganlage.
Heute noch könnt ihr Reste davon erkennen!
Doch nicht jede Burg ist uneinnehmbar, und so halfen alle Vorsichtsmaßnahmen
nichts, und die Harzbu
Kaiser Heinrich hatte sie ein Jahr zuvor verlassen müssen. Man sagt, er sei durch
den mindestens 42 m tiefen Burgbrunnen (die genaue Tiefe ist unbekannt!),
der tief unten einen Geheimgang hatte, aus der belagerten Burg entkommen!
Aufregend, nicht?
Den Brunnen könnt ihr auch heute noch anschauen.
Er ist jedoch aus Vorsichtsmaßnahmen mit einem Gitter bedeckt, dass auch ja
niemand hineinfallen kann!
Wenn ihr einmal ganz genau hinschaut, dann könnt ihr vielleicht den Eingang
zum Geheimgang erkennen? Denkt euch nur, einen Teil seines Wassers erhielt
der Burgbrunnen durch eine unterirdische Wasserleitung!
Diese ist 1,3 Kilometer lang und
besteht aus vielen ineinander
gesteckte Tonröhren.
Im 11. und 12. Jahrhundert wurde die Burg unter Kaiser Otto IV. wieder aufgebaut
und vergrößert.
Eine Zeit lang wurden in der Harzburg sogar die sogenannten Reichskleinodien
aufbewahrt, das sind die Kaiserkrone, das Zepter, der Reichsapfel und das
Reichsschwert.
Zur Burgvergrößerung unter Kaiser Otto IV. gehört auch der sogenannte
Pulverturm, der sich ganz in der Nähe des Burgbrunnens befindet.
Erst 1995 wurde der Pulverturm restauriert, da er fast zerfallen war. Über eine
Holztreppe, die an den Turm gebaut wurde, kann man den Pulverturm besteigen.
Von hier oben habt ihr einen
guten Überblick über die
gesamte Burganlage!
WISSENSWERTES:
Im Braunschweigischen Landesmuseum
in Wolfenbüttel (Abteilung für Ur- und
Frühgeschichte) sind zahlreiche
VÄ’ Ausgrabungsfunde der Harzburg wie
Waffen, Werkzeuge und Gerätschaften
ausgestellt.