Table Of ContentSpringer-Lehrbuch
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Harald Wiese
Mikroökonomik
Eine Einführung
Fünfte, überarbeitete Auflage
1 C
Prof. Dr. Harald Wiese
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre,
insb. Mikroökonomik
Grimmaische Str. 12
04109 Leipzig
Deutschland
[email protected]
ISSN 0937-7433
ISBN 978-3-642-11599-8 e-ISBN 978-3-642-11600-1
DOI 10.1007/978-3-642-11600-1
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Für Corinna, Ben, Jasper und Samuel
Vorwort
Die Mikroökonomikuntersucht EntscheidungenEinzelnerunddasZu-
sammenwirken dieser Entscheidungen auf Märkten, in Unternehmen,
beiWahlenundallgemeinerinKooperations-undKonfliktsituationen.
Traditionellerweise zählt die Mikroökonomik zur Volkswirtschaftsleh-
re. Dafür gibt es jedoch keine sachliche Rechtfertigung. Sie ist für Stu-
denten der Betriebswirtschaftslehre ebenso relevant wie für Studenten
der Volkswirtschaftslehre. Darüber hinaus ist sie grundlegend für alle
Sozialwissenschaften.
Auch Studentinnen dürfendas Buch selbstverständlich gerne lesen;
sie mögen mir ein „er“ anstelle von „sie bzw. er“ verzeihen. Zum Aus-
gleich sind ja immerhin die Mikroökonomik, die Unternehmung, die
Strategie und die Kostenfunktion weiblich — das muss reichen.
DienunmehrfünfteAuflageunterscheidetsichvonderviertennicht
wesentlich. In der Hauptsache wurden das Kapitel zur vollkommenen
Konkurrenz umgeschrieben und etliche Aufgaben neu konzipiert. Zu-
dem haben wir die Abbildungen noch schöner und an 100 Stellen den
Textnochverständlichergemacht.SchließlichblickenwirabS.433auf
fastdengesamtenStoffderMikroökonomikzurück,indemwirzentrale
Ergebnisse mithilfe der Pareto-Brille (neu) betrachten.
Erfahrungsgemäß istmikroökonomische Analyseanstrengend.Des-
halb ist die Grundidee der bisherigen Auflagen beibehalten worden:
Lehrtext und Aufgaben sind eng verzahnt. Dadurch sollen die Stu-
denten motiviert werden, sich aktiv mit dem Lehrstoff auseinander zu
setzen.GeradedieMikroökonomikeignetsichfüreinsolchesVorgehen,
weildiewichtigstenPrinzipienineinerVielzahlvonAnwendungenim-
mer wieder auftauchen und die dadurch möglichen Analogien genutzt
werden können. Nur durch die aktive Auseinandersetzung mit dem
Stoff macht Mikroökonomik Spaß und wird der Lernerfolg dauerhaft.
VIII Vorwort
Der Hauptteil des Buches besteht also aus Lehrtext und Aufgaben,
die die Leser immer tiefer in die Materie eindringen lassen. Fortge-
schritteneundWiederholerkönnendenLehrtextüberspringenundsich
direkt an die Lösung der Aufgaben machen. Zu allen Aufgaben finden
sich am Ende des Kapitels Lösungen oder zumindest Lösungshinwei-
se. Dabei wird zwischen zwei Aufgabenarten unterschieden. Aufgaben
der ersten Art sind für das Verständnis unumgänglich und gehören
eng zum Lehrtext. Sie sollten beim ersten Durchgang auf jeden Fall
bearbeitet werden. Die Lösungen zu diesen Aufgaben sind recht aus-
führlichgehalten.AufgabenderzweitenArtsindÜbungsaufgaben.Sie
festigen das Verständnis. Bei Einsatz des Lehrbuches im universitär-
en Lehrbetrieb können die Übungsaufgaben außerhalb der Vorlesung
(z. B. in Übungsgruppen) durchgearbeitet werden. Diese Übungsauf-
gabensindineinemeigenenAbschnittamEndederjeweiligenKapitel
zusammengestellt. Die Lösungen zu den Übungsaufgaben sind in der
RegelsehrkurzundermöglicheneineErfolgskontrolle,ohnedemLeser
die Arbeit abzunehmen. Dozenten können beim Autor auch für diese
Aufgaben ausführlichere Lösungen erhalten.
Natürlich kann der Leser den Autor leicht überlisten, indem er die
Aufgaben nicht selbst rechnet, sondern lediglich die Lösungen durch-
liest. Wer ein solches Vorgehen wählt, sollte jedoch lieber zu anderen
Lehrbüchern greifen, nämlich zu denjenigen, die das lästige Hin- und
Herblättern ersparen. Nehmen Sie also Papier und Bleistift zur Hand
und schreiben Sie die Lösung hin, bevor Sie kontrollieren, ob Sie rich-
tig liegen (oder ob noch Fehler in den Aufgaben versteckt sind). Im
ÜbrigengiltauchfürdieMikroökonomik,wasSavage(1972) inseinem
Vorwort über die Mathematik schreibt: „Serious reading of mathema-
tics is best done sitting bolt upright on a hard chair at a desk.“
Eine zusätzliche Kontrolle bieten die neuen Begriffe, die am Ende
der Kapitel aufgelistet sind. Zur Orientierung ist das Buch zusätzlich
mit einer Sammlung der wichtigsten Formeln und mit einem Index
versehen. Die Formeln können auch zur knappen Wiederholung des
bereits Gelernten verwendet werden.
Ich habe einer Vielzahl von Personen zu danken. Einige Studen-
tengenerationen an der Wissenschaftlichen Hochschule für Unterneh-
mensführung Koblenz haben zur Entwicklung dieses Buches beigetra-
Vorwort IX
gen, indem sie meine ersten didaktischen Gehversuche ertragen muss-
ten. Spätere Generationen in Koblenz und Leipzig haben (hoffentlich)
weniger gelitten; ihr Beitrag liegt in der erschreckenden Vielzahl von
Hinweisen, mit denen sie Verbesserungen bewirkt haben.
Auch um die weiteren Auflagen haben sich viele verdient gemacht.
Der Abschnitt über Entscheidungen bei Unsicherheit im Rahmen der
HaushaltstheorieistimWesentlichenvonDirkBültelgeschriebenwor-
den (insbesondere die axiomatischen Teile), während der Abschnitt
über externe Effekte und Umweltökonomik zu einem großen Teil von
André Casajus verfasst wurde. Die Idee zu Abb. E.11 auf S. 113 ver-
danke ich Tobias Ravens. Markus Wimmer hat in einem frühen Sta-
dium für die Übertragung in ein anderes Textverarbeitungssystem ge-
sorgtundeineVielzahlvongutenAnregungengegeben.AndréCasajus
hatauchbeiderhiervorliegendenfünftenAuflagetechnischeHilfestel-
lung geleistet, während Franziska Beltz mit großem Einsatz die Abbil-
dungen noch schöner gemacht hat. Benjamin Rohr verdanke ich viele
gute Verbesserungsvorschläge. Bei den neuen Übungsaufgaben haben
sichTobiasHiller,FrankHüttnerundAndreasTuticverdientgemacht.
Für Hilfestellungen bei vergangenen Auflagen habe ich Achim Hauck,
Matthias Maul, Hilke Niediek, Lothar Tröger und Markus Wagner zu
danken.
Leipzig, im Januar 2010
Harald Wiese
Inhaltsübersicht
A. Einführung.......................................... 1
A.1 Überblick ........................................ 1
A.2 Die mikroökonomische Trickkiste.................... 4
A.2.1 Rationalität................................. 4
A.2.2 Gleichgewicht ............................... 5
A.2.3 Komparative Statik .......................... 6
A.3 Haushaltstheorie (Teil I) ........................... 6
A.4 Unternehmenstheorie (Teil II) ...................... 9
A.5 VollkommeneKonkurrenzundWohlfahrtstheorie(TeilIII) 9
A.6 Marktformenlehre (Teil IV)......................... 12
A.7 Externe Effekte und öffentliche Güter (Teil V) ........ 13
A.8 Noch einmal: Was ist Mikroökonomik?............... 14
A.9 Literaturempfehlungen............................. 17
Teil I. Haushaltstheorie
B. Das Budget ......................................... 23
B.1 Das Budget als Geldeinkommen..................... 23
B.1.1 Die Budgetbeschränkung ..................... 23
B.1.2 Marginale Opportunitätskosten................ 25
B.1.3 Mengeneinheiten und Geldeinheiten............ 28
B.1.4 Die Lage der Budgetgeraden .................. 28
B.2 Das Budget als Anfangsausstattung ................. 30
B.3 Neue Begriffe ..................................... 31
B.4 Literaturempfehlungen und Übungsaufgaben.......... 32
B.4.1 Literaturempfehlungen ....................... 32
B.4.2 Übungsaufgaben............................. 32
XII Inhaltsübersicht
B.5 Lösungen zu den Aufgaben ......................... 33
C. Präferenzen, Indifferenzkurven und Nutzenfunktionen 37
C.1 Die Präferenzrelation .............................. 37
C.2 Die Indifferenzkurve ............................... 39
C.2.1 Definition und Beispiele ...................... 39
C.2.2 Monotonie und Konvexität.................... 43
C.2.3 Die Grenzrate der Substitution ................ 47
C.3 Nutzenfunktionen ................................. 50
C.3.1 Definition und Äquivalenz .................... 50
C.3.2 Ordinale und kardinale Nutzentheorie .......... 51
C.3.3 Cobb-Douglas- und quasilineare Nutzenfunktionen 53
C.4 Neue Begriffe ..................................... 55
C.5 Übungsaufgaben .................................. 56
C.6 Lösungen zu den Aufgaben ......................... 57
D. Das Haushaltsoptimum ............................. 65
D.1 Das Maximierungsproblem des Haushalts............. 65
D.2 Marginale Zahlungsbereitschaft versus marginale Op-
portunitätskosten ................................. 67
D.3 Streng konvexe Präferenzen......................... 70
D.3.1 Cobb-Douglas-Nutzenfunktion................. 70
D.3.2 Der Lagrange-Ansatz (Exkurs) ................ 72
D.4 Konkave Präferenzen .............................. 76
D.5 Perfekte Komplemente............................. 79
D.6 Bekundete Präferenzen............................. 80
D.7 Die Ausgabenfunktion ............................. 81
D.8 Neue Begriffe ..................................... 83
D.9 Literaturempfehlungen und Übungsaufgaben.......... 84
D.9.1 Literaturempfehlungen ....................... 84
D.9.2 Übungsaufgaben............................. 84
D.10Lösungen zu den Aufgaben ......................... 85
E. Komparative Statik ................................. 91
E.1 Der Einfluss des eigenen Preises..................... 92
E.1.1 Preis-Konsum-KurveundNachfragekurvebeiGeld-
einkommen ................................. 92
Description:Diese grundlegende Einführung in die Mikroökonomik ist als vorlesungsbegleitende Lektüre ebenso wie zum Selbststudium geeignet. Auf der Basis der Haushaltstheorie (Teil I) und der Unternehmenstheorie (Teil II) werden das Modell der vollständigen Konkurrenz und das erste Wohlfahrtstheorem (Teil I