Table Of ContentMENSURA
MASS, ZAHL, ZAHLENSYMBOLIK
IM MITTELALTER
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DE
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MISCELLANEA MEDIAEVALIA
VERÖFFENTLICHUNGEN DES THOMAS-INSTITUTS
DER UNIVERSITÄT ZU KÖLN
HERAUSGEGEBEN VON ALBERT ZIMMERMANN
BAND 16/1
MENSURA. MASS, ZAHL, ZAHLENSYMBOLIK
IM MITTELALTER
WALTER DE GRUYTER · BERLIN · NEW YORK
1983
MENSURA
MASS, ZAHL, ZAHLENSYMBOLIK
IM MITTELALTER
1. Halbband
HERAUSGEGEBEN VON ALBERT ZIMMERMANN
FÜR DEN DRUCK BESORGT VON GUDRUN VUILLEMIN-DIEM
WALTER DE GRUYTER · BERLIN · NEW YORK
1983
CIP-Kurztitelaufnahme der Deutschen Bibliothek
Mensura — Mass, Zahl, Zahlensymbolik im Mittelalter / hrsg.
von Albert Zimmermann. Für d. Dr. besorgt von Gudrun Vuillemin-
Diem. — Berlin ; New York : de Gruyter
(Miscellanea mediaevalia ; Bd. 16)
NE: Zimmermann, Albert [Hrsg.]; GT
Halbbd. 1 (1983).
ISBN 3-11-009769-9
© 1983 by Walter de Gruyter & Co.,
vormals G. J. Göschen'sche Verlagshandlung · J. Guttentag, Verlagsbuchhandlung
Georg Reimer · Karl J. Trübner · Veit & Comp., Berlin 30
Alle Rechte, insbesondere das der Ubersetzung in fremde Sprachen, vorbehalten.
Ohne ausdrückliche Genehmigung des Verlages ist es auch nicht gestattet, dieses Buch
oder Teile daraus auf photomechanischem Wege (Photokopie, Mikrokopie) zu vervielfältigen.
Printed in Germany
Satz und Druck: Arthur Collignon GmbH, Berlin 30
Bindearbeit: Lüderitz & Bauer, Berlin
VORWORT
Das Thomas-Institut der Universität zu Köln veranstaltete vom 8. —11.
September 1982 die 23. Kölner Mediävistentagung. Das wissenschaftliche
Ziel, dem die Vorträge zahlreicher Fachgelehrten und die Diskussionen
während dieses Treffens dienten, war eine möglichst vielseitige und gründ-
liche Erhellung des sehr weiten Begriffsfeldes, dessen Umrisse durch das
Wort mensura bezeichnet werden und das für das mittelalterliche Denken
eine zentrale Bedeutung hat. Diese Zielsetzung führte uns bei der Planung
der Tagung zu gewissen Leitfragen, von deren Beantwortung wir uns eine
nennenswerte Förderung unserer Kenntnisse und unseres Verständnisses
der Menschen des Mittelalters, ihrer Vorstellungen und Lebensformen ver-
sprachen. Sie mögen auch einen ersten Einblick in den Inhalt dieses Bandes
XVI der Miscellanea Mediaevalia geben.
In welcher Weise versuchten die mittelalterlichen Denker die Ordnung
zu verstehen und zu erfassen, die in dem Satz omnia mensura et numero
etpondere disposuisti (Sap. 11,20[21]) der ganzen Schöpfung zugesprochen
ist? Wie legten Theologen und Philosophen diesen für die biblisch-christ-
liche Sicht der Wirklichkeit maßgebenden Satz aus? Welche Rolle wird
dem messenden Erfassen bei der Erforschung der Natur zugestanden und
wie versucht man, die Dinge und deren verschiedene Seinsweisen als meß-
bar zu verstehen? Mit welchen Maßen und Gewichten geht man in der
Praxis um, und zwar sowohl in derjenigen der Wissenschaften wie auch im
täglichen Leben?
Der Begriff des Maßes hat eine große Bedeutung in der philosophischen
Theorie des Erkennens, das ja — wie die oft wiederholte Behauptung, das
Wort mens stamme von mensurare, zeigt — als ein Messen und Gemessen-
werden begriffen wird.
Aufschluß erwarteten wir auch über die Art und Weise, in der man im
Mittelalter die Zeitmaße der Geschichte dachte und welche über den
Wechsel von Tag und Nacht und den der Jahreszeiten hinausgehenden Zeit-
einteilungen die Vorstellungen von Vergangenheit und Zukunft bestimm-
ten. Schließlich sollte verdeutlicht werden, wie in der Dichtung, der
bildenden Kunst und der Musik von Zahlen und Zahlenverhältnissen
Gebrauch gemacht wurde und welche Theorien dabei als Leitfaden dienten.
Die große Zahl der Beiträge von Gelehrten aller Richtungen der Mittel-
alterforschung machte es erforderlich, diesen Band in zwei Teilen erschei-
nen zu lassen. Die äußere Trennung ändert jedoch nichts an der sachlichen
Zusammengehörigkeit der Studien. Das Inhaltsverzeichnis erfaßt beide
Teilbände, die Seiten werden durchgezählt, und das Register am Ende des
zweiten Teils bezieht sich auf den ganzen Band.
VI Vorwort
Unterstützt von den Mitarbeitern des Thomas-Instituts trug Herr Prof.
Dr. Klaus Jacobi die Hauptlast bei der inhaltlichen und organisatorischen
Planung und Vorbereitung der Tagung. Die Drucklegung besorgte erneut
mit großer Sachkenntnis und Umsicht Frau Dr. Gudrun Vuillemin-Diem.
Das Register wurde von Herrn Hastenteufel MA erstellt. Sie alle verdienen
für ihre Mühewaltung herzlichen Dank.
Der Deutschen Forschungsgemeinschaft sei für die finanzielle Beihilfe,
welche die Mediävistentagung ermöglichte, gedankt. Unser Dank gilt auch
dem Verlag de Gruyter, der schon so lange für die hervorragende Aus-
stattung der Miscellanea Mediaevalia sorgt.
Köln, 1. Juni 1983 Albert Zimmermann
INHALTSVERZEICHNIS
(1. Halbband)
ALBERT ZIMMERMANN:
Vorwort V
ISRAEL PERI (Beuron):
Omnia mensura et numero etpondere disposuisti: Die Auslegung von
Weish 11,20 in der lateinischen Patristik 1
MICHEL LEMOINE (Paris):
La triade mensura-pondus-numerus dans le De natura corporis et
animae de Guillaume de Saint-Thierry 22
HORST SEIDL (Nijmegen):
Bemerkungen zu Erkenntnis als Maßverhältnis bei Aristoteles und
Thomas von Aquin 32
EDOUARD-HENRI WEBER (Paris):
Commensuratio de l'agir par l'objet d'activite et par le sujet agent chez
Albert le Grand, Thomas d'Aquin et Maitre Eckhart 43
KLAUS BERNATH (Bonn):
Mensura fidei. Zahlen und Zahlenverhältnisse bei Bonaventura . .. 65
BARBARA FAES DE MOTTONI (Rom):
Mensura im Werk De mensura angelorum des Aegidius Romanus . . 86
WOLFGANG HÜBENER (Berlin):
Ordo und mensura bei Ockham und Autrecourt 103
MICHAEL STADLER (München):
Zum Begriff der mensuratio bei Cusanus. Ein Beitrag zur Ortung der
cusanischen Erkenntnislehre 118
A. GEORGE MOLLAND (Aberdeen):
Continuity and Measure in Medieval Natural Philosophy 132
WOLFGANG BREIDERT (Karlsruhe):
Zum maßtheoretischen Zusammenhang zwischen indivisibile und
Kontinuum 145
JÜRGEN SARNOWSKY (Berlin):
Zur Messung von Zeit und Bewegung: Einige spätscholastische
Kommentare zum Ende des vierten Buchs der aristotelischen Physik 153
VIII Inhaltsverzeichnis
JERZY DREWNOWSKI (Warszawa):
Ist die Welt zu erkennen oder ist ihre perfekte Regularität zu be-
wundern und nachzuahmen? Bemerkungen zur Interpretation eines
Sermo von Stanislaus de Scarbimiria 162
MIECZYSLAW MARKOWSKI (Krakow):
Numerus und mensura in der Krakauer Naturphilosophie des XV.
Jahrhunderts 177
ANNA-DOROTHEE V. DEN BRINCKEN (Köln):
Hodie tot anni sunt — Große Zeiträume im Geschichtsdenken der
Frühen und Hohen Scholastik 192
HELMUT G. WALTHER (Kiel):
Das gemessene Gedächtnis. Zur politisch-argumentativen Hand-
habung der Verjährung durch gelehrte Juristen des Mittelalters . .212
HARALD WITTHÖFT (Siegen):
Maßgebrauch und Meßpraxis in Handel und Gewerbe des Mittel-
alters 234
INHALTSVERZEICHNIS
(2. Halbband)
HERIBERT M. NOBIS (München):
Zeitmaß und Kosmos im Mittelalter
GRAZIELLA FEDERICI VESCOVINI (Torino):
Un trattato di misura dei moti celesti: il De motu octavae sphaerae
di Pietro d'Abano
ELISABETH GÖSSMANN (Tokyo):
Maß- und Zahlangaben bei Hildegard von Bingen
ULRICH ERNST (Wuppertal):
Zahl und Maß in den Figurengedichten der Antike und des Früh-
mittelalters. Beobachtungen zur Entwicklung tektonischer Bau-
formen
JOHANNES RATHOFER (Köln):
Stmctura codicis — ordo salutis. Zum Goldenen Evangelienbuch
Heinrichs III.
WALTER RÖLL (Trier):
Zum formalen Aufbau der erzählenden Werke Wolframs von Eschen-
bach
WILHELM PÖTTERS (Würzburg/Köln):
Wer war Laura? Versuch einer Identifizierung der namentlich be-
kannten Unbekannten in Petrarcas Liebesdichtung
HENK DE VRIES (Doorn):
Zahlenbau in spanischer Dichtung
JOACHIM GAUS (Köln):
Circulus mensurat omnia
HARALD KÜMMERLING (Köln):
Mensura hominis quae est angeli. Die Maßeinheit des Hauses Gottes
KLAUS-JÜRGEN SACHS (Erlangen):
Die Rolle der mensura von Monochord, Orgelpfeifen und Glocken
in der mittelalterlichen Ars musica
X Inhaltsverzeichnis
GUNTHER G. WOLF (Heidelberg):
Est modus in rebus, sunt certi denique fines, quos ultra citraque
nequit consistere rectum (Horaz, Sat. 1,1,106). Einige Bemerkungen
zum Symbolcharakter von Maß und Kreis
Namenregister