Table Of ContentMarisa Nikol . Karriere durch bessere Kommunikation
Karriere durch
bessere Kommunikation
Eine Stufe zum beruflichen Erfolg
Zweite Auflage
Dr. Marisa Nikol
VDlVERLAG
Die Deutsche Bibliothek - CIP-Einheitsaufuahme
Nikol, Marisa:
Karriere durch bessere Kommunikation : eine Stufe zurn
beruflichen Erfolg / Marisa Nikol. - 2. Aufl.
- Dusseldorf: VDI-Verl., 1996
(Erfolg in Berufund AIltag)
ISBN-13: 978-3-540-62207-9 e-ISBN-13: 978-3-642-48901-3
DOl: 10.1007/978-3-642-48901-3
© VDI-Verlag GmbH, Dusseldorf 1996
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Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen u.ii.
in diesem Werk berechtigt auch ohne besondere Kennzeichnung nicht zu der
Annahme, daJ3 solche Namen im Sinne der Warenzeichen- und Markenschutz
Gesetzgebung als frei zu betrachten waren und daher von jedermann benutzt
werden durften.
Vorwort v
Vorwort zur ersten Auflage
Dieses Buch befaBt sich mit Kommunikation und Karriere. Es zeigt, wie
wichtig eine effektive Kommunikation mit Kollegen, Mitarbeitern und Vor
gesetzten ist.
Hautig mangelt es an Kommunikation, aber auch an der Motivation des einzel
nen Mitarbeiters. Es ist nicht ungew6hnlich, daB er oft wie ein Objekt behan
delt wird. Wie oft sagen Teilnehmer in unseren Seminaren: "Mein Chef? Ein
hervorragender Fachmann, aber man kommt nicht an ihn ran ... "
Selbst wenn die Kommunikation auf der Sachebene einigermaBen funktioniert,
ist das keine Garantie daflir, daB die Kommunikation auf der Personenebene
gut funktioniert. Verbessert man die gegenseitige Beziehung, wird die Kom
munikation auf der Personenebene offener. Man kann dann seIber bessere
Leistungen erbringen und auch von anderen erwarten.
Das Buch soli Ingenieuren und Fuhrungskraften helfen, auf neue Ideen zu
kommen. Sie sollten sich fragen:
- Was funktioniert nicht an meiner Art zu kommunizieren?
- Was ist erfolgreiche Kommunikation?
- Wie kann man sich Kommunikationsrahigkeiten aneignen?
- Wie kann ich meine Kommunikationsfahigkeiten im Unternehmen ein-
setzen? (flir die Arbeit im Team, fur meine Karriereplanung, urn erfolgrei
cher zu sein)
- Wie stelle ich mir die Entwicklung meiner Karriere vor?
Uber DenkprozeBe und Denkstrukturen kann man viel und sehr theoretisch
reden. Es ist zwar sehr interessant aber wenig nutzlich, wenn es darum geht,
das eigene Gehirn im Griff zu haben. "Ich bin halt so und kann mich nicht
mehr andem!" h6rt man oft. Das ist eine bequeme Ausrede, urn das miihsame
"an sich selbst arbeiten" zu vermeiden. Wir k6nnen unser Verhalten steuern
und wir k6nnen von anderen Leuten lemen. Der Weg geht durch erprobte
Mentaltechniken. Ich betone das Wort "erprobt", weil aile Ubungen, die Sie
in diesem Buch tinden, ich selbst und die Teilnehmer meiner Seminare mit
sehr guten Resultaten angewandt haben. Viele Teile des Buches stammen aus
meinen Seminarunterlagen: Ich habe sie flir die praktische Anwendung im
Seminar und die Arbeit zu Hause nach einem Seminar geschrieben.
Was kann man am besten uber Karriere schreiben? Ich iiberlegte, wer zur Zeit
Karriere macht. Ich bin auf die Idee gekommen, Arnold S., den "Held" dieser
Geschichte aufzusuchen, und ihn zu bitten, einige Interviews mit mir flir das
Buch zu machen.
VI Vorwort
Mit Ausnahme von Kapitel 2 finden Sie am Anfang jedes Kapitels ein Inter
view. Die Reihenfolge der Themen ist nicht zufallig: 1m Kapitel 1 erziihlt
Arnold, wie er sein Studium und seinen Karriereeinstieg geplant hat. In Kapi
tel 3 ist uber Kommunikationstypen, Kommunikationsstiirken und -schwachen
die Rede. 1m Kapitel 4 geht es urn effektive Denkprozesse und Entscheidungs
strategien. 1m Kapitel 5 zeigt uns Arnold, was Kommunikation in einem Team
fur ihn bedeutet, und im Kapitel 6 erzahlt Arnold, wie er seine zukiinftige
Karriere plant und welche Rolle die Kommunikation fur die Verwirklichung
seiner Ziele spielt.
Arnold existiert ubrigens wirklich und ist fur mich das ideale "Modell" fur
hervorragende Kommunikationsfahigkeit. Seine Karriere hat bereits angefangen
und ich bin gespannt, wie we it er es bringen wird. Ich mochte mich bei ihm
bedanken: Die Interviews, die ich mit ihm gefiihrt habe, sind ein sehr lebendi
ger und nutzlicher Beitrag zu diesem Buch.
Dusseldorf, im Oktober 1993 Dr. Marisa Frangipane-Nikol
Vorwort zur zweiten Auflage
Ich freue mich, daB mein Buch nun in der zweiten, unveranderten Auflage
erscheint. Fur die positive Resonanz der Leser bedanke ich mich ganz herz
lich. Es bereitet mir groBe Freude, wenn jemand mit meinen Ubungen Erfolg
hatte, ich neue Ideen vermitteln konnte oder wenn jemand zu mir sagte: "Das
Buch hat SpaB gemacht - ich habe es gelesen wie einen Krimi!"
Dusseldorf, im September 1995 Dr. Marisa Frangipane-Nikol
Inhalt VII
Inhaltsverzeichnis
1 Wer gut startet, hat schon die Ralfte seiner Aufgabe
geschafft - die Zielsetzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1
1.1 V ordenklich sein ist besser als nachdenklich werden miissen -
Interview mit Arnold S. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 1
1.2 Fragen, die Sie sieh stellen k6nnen (und sollten!) . . . . . . . . . .. 7
1.3 Wer nieht weiB wohin er will, braucht sieh nicht zu wundern,
wenn er ganz woanders ankommt .................... 9
1.4 Zielimagination - durch mentale Techniken zum Ziel ........ 10
1.5 Denkmodelle und Theorien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 17
2 Fitnesstraining fUr Ihre Kommunikation . . . . . . . . . . . . . .. 23
2.1 Fit sein, wenn Sie es am meisten brauchen .............. 23
2.2 Motivation - die Kraft, die alles in Bewegung setzt ......... 28
2.3 Denkmodelle und Theorien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 33
2.4 Arbeitsbliitter ................................ 38
3 Introvertiert oder extrovertiert?
Kommunikationsfahigkeiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 43
3.1 Introvertierte I Extrovertierte - Interview mit Arnold S. 43
3.2 Was sind meine Praferenzen und Fiihigkeiten? ............ 47
3.3 Schaffen Sie einen neuen Rahmen fur Ihre Kommunikation! .... 49
4 Kommunikation fangt im Kopf an - effektive Denkstrategien 55
4.1 Wie denke ich effektiv? - Interview mit Arnold S. . . . . . . . .. 55
4.2 Lernen, wie es nieht in Biichern steht . . . . . . . . . . . . . . . . .. 60
5 Erfoigreiche Kommunikation im Team . . . . . . . . . . . . . . .. 69
5.1 Team-Koordination - eine Kunst! - Interview mit Arnold S. .. 69
5.2 Traumer - Realist - Kritiker: das ideale Team. . . . . . . . . .. 74
5.3 Wie man seine Fragetechnik an den Gesprachspartner anpaBt -
Kommunikationstypen ........................... 76
5.4 Denkmodelle und Theorien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 86
VIII Inhalt
6 Kommunikation und Karriere ..................... 91
6.1 Kommunikationsfahigkeiten und Karriere - das letzte Interview
mit Arnold S. ................................ 91
6.2 Berichte und Erfahrungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 95
6.3 Vier Erfolgsrezepte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 100
Literaturverzeichnis ............................... 101
1 Die Zielsetzung 1
1 Wer gut startet, hat schon die Halfte seiner
Aufgabe geschafft - die Zielsetzung
e
Chi ben comincia a meta dell' opera Wer gut startet, hat schon die Halfte
(italienisches Sprichwort) seiner Aufgabe geschafft
1.1 Vordenklich sein ist besser als nachdenklich werden
mussen - Interview mit Arnold S.
Warum fangt dieses Kapitel mit einem Dialog an? Es gibt verschiedene Griin
de. Kommunikation spieJt sich unter anderem auch innerhalb einer Unterhal
tung zwischen zwei Gesprachspartnern abo Ein Dialog ist dann eine der wirk
samsten Formen, etwas iiber Kommunikation zu zeigen. Er kann Sie auf neue
Ideen bringen. Er kann Situationen direkt und lebendig beschreiben, die Sie
vielleicht gut kennen und bringt Sie dazu, iiber Ihre eigene Situation nachzu
denken. Aus diesem Grund habe ich auch die Form des Interviews gewlihlt,
und zwar mit jemandem, der wirklich existiert und der als Ingenieur mit
Technik zu tun hat, aber auch mit Kommunikation und Fiihrung. Ich habe
natiirlich seinen Namen verandert, aber was er uns erzahlt ist das, was er in
seinem beruflichen Alltag wirklich erlebt. Das zeigt, daB seine Sozialkompetenz
mindestens genauso groB ist wie seine Fachkompetenz. Damit kann ich sehr
direkt und personiich in viele wichtige Themen der Kommunikation einsteigen.
Es enstehen viele Fragen, die nicht nur mit Kommunikationstechniken, sondern
auch mit den menschlichen Aspekten der Kommunikation zu tun haben. Der
Lerneffekt fur den Leser ist erfahrungsgemaB viel groBer, als wenn ich nur
Theorien und Modelle beschreiben wiirde.
Ais ich mich neulich mit einem Bekannten, der Ingenieur und Unternehmer ist,
iiber das Buch unterhalten habe, sagte er mir: "Uberall predigen sie Kom
munikation. Es gibt sicher Leute, die irgendwo gelesen haben: Kommunikation
ist wichtig fur die Karriere! Also kaufen sie sich Dein Buch und erwarten
vielleicht etwas ganz anderes: Urn kommunikativ zu sein, muB ich bestimmten
Regeln folgen. "
Ich gebe zu, daB diese Erwartung eigentlich verstandlich ist. Man sollte schon
Hinweise bekommen, was Kommunikationsfahigkeiten sind und wie man sie
erwerben kann. Ich stellte fest, daB einige Regeln schon da sind, vielleicht
nicht so direkt - mit Punkt 1, 2 usw. - aufgelistet, aber deutlich in der
Struktur des Buches erkennbar.
2 1 Die Zielsetzung
Arnold S. ist ein erfolgreicher Chemieingenieur. Er ist erst 28 Jahre alt. Nach
seinem Studium an der Universitat begann er sofort mit einer interessanten
Tatigkeit bei einem groBen Chemiekonzern in Norddeutschland.
Welche Karrierevorstellungen hat er? Hat er seine Ziele schon wahrend des
Studiums gesetzt? Wie schatzt er seine Kommunikationsfahigkeiten neben
seinen fachlichen Qualifikationen ein? Welche Rolle spielen diese Fahigkeiten?
Arnold wird Sie durch das ganze Buch begleiten und diese und viele andere
Fragen beantworten.
Interview:
Marisa: Arnold, erzahle mir bitte etwas uber Deinen jetzigen Job.
Arnold: Ich bin an verschiedenen Projekten als interner Berater beteiligt. Wir
arbeiten in interdisziplinaren Teams - zusammengesetzt aus verschiedenen
Fachbereichen - an Projekten, die fachubergreifend angesiedelt sind. Wir
haben zum Beispiel mit mehreren Fachabteilungen zusammen eine Konzeption
erarbeitet, um fUr unsere Firma die Entsorgung von IndustrieverPackungs
stoffen entsprechend wirtschaftlich zu gestalten. Es gibt andere Elemente, die
mich in meiner Arbeit besonders interessieren. Oft bearbeiten wir Projekte, die
viel mit Unternehmensstrategie zu tun haben. Da mussen wir uns auch Fragen
stellen, die sich nieht nur mit den rein teehnisehen Aspekten befassen: We1che
Richtung verfolgt die Firma? Was Ieiten wir daraus ab? Wie strukturieren wir
uns intern, um den Anforderungen gerecht zu werden?
Marisa: Das hat sehr viel mit konkreten Zielsetzungen zu tun! Ich habe den
Eindruck, daB Du Dich auch fUr Deine pers6niiehen Ziele in der selben Form
engagierst. Hattest Du Dir auch fUr Dein Studium solche klaren Ziele gesetzt?
Arnold: Natiirlich! Mein Ziel sah so aus: Ich wollte mein Studium relativ
schnell durchziehen. Da spielten die familiaren Bedingungen und die Tatsache,
daB ich keinen Anspruch auf BafOg hatte, eine groBe Rolle. Erstes Ziel war:
"Ich muB mein Vordiplom innerhalb von vier Semestern haben." In meinem
Fach steigen 50 % der Leute bis zum Vordiplom aus. Wenn man das Vor
diplom innerhalb von vier Semestern in der Tasche hat, macht man in der
Regel auch das Diplom .... sogar mit einer Note besser! Fur das Vordiplom
habe ich mich nicht so sehr auf die Note konzentriert, sondern darauf, Klausu
ren zu schreiben und zu bestehen, weil die Zeit das Wichtigste war! Fur das
Hauptdiplom hatte ieh mir vorgenommen, die Note 2, das heiBt "gut" zu
schaffen. Ich wuBte schon zum damaligen Zeitpunkt, daB die Note 2 eine gute
Ausgangsbasis fUr den spateren Berufseinstieg ist. Ich vergleiche immer gern
mit der Eintrittskarte fUr das Theater. Noten und Durchschnittssemesterzahl
1 Die Zielsetzung 3
bestimmen, welchen Platz man im Theater hat: ob man oben in der Loge sitzt,
oder ob man einen Platz unten im Parkett nehmen muB.
Marisa: Wie ich sehe, hast Du Dir sehr viele Gedanken fiber die Prioritiiten
gemacht. Was hast Du dann getan, urn Dein Ziel zu erreichen?
Arnold: Ich habe mich stark auf das Fachliche konzentriert, und habe in Lern
gruppen viel gelernt. Wir haben uns zusammengetan und dann die Klausuren
durchgezogen. Wir haben uns sehr intensiv vorbereitet und anschlieBend habe
ich mit den entsprechenden Leuten sehr hart gearbeitet, so daB im 6. Semester
fUr mich schon ein GroBteil des Hauptdiploms absolviert war.
Marisa: Wie lange hat das gesamte Studium gedauert?
Arnold: Ich habe nach 12 Semestern abgeschlossen, was unter dem Durch
schnitt der meisten Studenten - 13 bis 13,5 Semester - liegt.
Marisa: Und wie ist es nach dem 6. Semester weitergegangen? Welche Ziele
hattest Du damals?
Arnold: Nach dem 6. Semester hatte ich eine Krise, sagen wir mal einen gewis
sen Einbruch. Ich habe vor dem Studium ein Praktikum bei einer Firma ab
solviert und dort wahrend sieben Monaten das "Arbeitsleben" kennengelernt.
Ich habe gesehen, welche Probleme innerhalb einer Firma auftreten. Die
meisten Probleme gab es im Bereich der Kommunikation zwischen Vorgesetz
ten und Mitarbeitern. Ais damaliger Werkstudent war ich in einer neutralen
Position und wurde von den Leuten manchmal urn Rat gefragt. Ich konnte also
einen sehr guten Einblick gewinnen, wie man in dieser Abteilung emotional
zueinander stand.
Marisa: Wie hat das auf Dich gewirkt?
Arnold: Nach sechs Semestern hatte ich das Gefiihl "WofUr lernst du diese
ganze Sache hier? Du bist fachlich hervorragend ausgebildet und mathematisch
fit". Damals steHte ich mir die Frage: "Wie setzt man so etwas spater im Beruf
ein?" Es sind sehr viele Sachen dabei, die nur gelernt wurden, urn eine Klausur
zu bestehen und die teilweise nicht einmal richtig verstanden wurden.
Marisa: Welche Konsequenzen hast Du daraus gezogen?
Arnold: Daraus steHte sich mir die Frage: "So weitermachen wie bisher oder
vieHeicht mal etwas anderes?" We il ich sowieso arbeiten muBte und ich meine
Studieninhalte so sehr in Frage steHte, fing ich mit einer Tlitigkeit als Assistent
an, und zwar in Flichern, von denen ich noch nie vorher gehOrt hatte. Nur weil
sie mich interessierten oder weil ich sie yom Klang her interessant fand, habe