Table Of ContentIngo Richter/Sabine Sardei-Biermann (Hrsg.)
] ugendarbeitslosigkeit
Ingo Richter/Sabine Sardei-Biermann (Hrsg.)
Jugendarbeitslosigkeit
Ausbildungs- und Beschaftigungsprogramme
in Europa
Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2000
Gedruckt auf alterungsbestandigem und saurefreiem Papier
Die Deutsche Bibliothek - CIP-Einheitsaufnahme
ISBN 978-3-8100-2484-8 ISBN 978-3-663-10442-1 (eBook)
DOI 10.1007/978-3-663-10442-1
© 2000 Springer Fachmedien Wiesbaden
UrspriingJich erschienen bei Leske & Budrich, OpJaden 2000.
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Satz: Leske + Budrich, Opladen
Inhalt
Ingo Richter
Vorwort ................................................................................................... 11
Ingo Richter, Sabine Sardei-Biermann
Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland-
Was lehren ausUindische Beispiele? ..................................................... 15
MaBnahmen gegen lugendarbeitslosigkeit im Vergleich ........................ 17
Anregungen fur Deutschland .................................................................. 23
Patrick Werquin
Frankreich ............................................................................................. 27
Einleitung ................................................................................................ 27
1 lugendarbeitslosigkeit in Frankreich ........................................... 29
1.1 Die Arbeitslosigkeit trifft lugendliche starker als Erwachsene
und Frauen starker als Manner ..................................................... 30
1.2 Langere Ausbildungszeiten .......................................................... 30
1.3 Die Arbeitslosigkeit ist bei lugendlichen ohne
Abschlusszeugnis am groBten .................. .............................. ...... 31
1.4 Die Bedeutung der Ausbildungsabschliisse ................................. 32
1.5 Zusammenfassung der fur den Arbeitsmarkt fur lugendliche
wichtigen Faktoren ...................................................................... 34
2 Staatliche MaBnahmen ................................................................. 35
2.1 Die staatlichen MaBnahmen: zwischen Ausbildung und
Arbeitsstelle ................................................................................. 36
2.2 Ein Komplex von permanenten und iiblichen MaBnahmen ......... 37
2.3 Die Logik des Eingreifens verandert sich, aber die Grundlagen
bleiben diesel ben ............................ .............................................. 38
3 Bewertung .................................................................................... 39
3.1 Die MaBnahmen schiitzen vor Arbeitslosigkeit ........................... 40
5
3.2 Die MaBnahmen sind sehr selektiv und die besten
BerufsbildungsmaBnahmen sind den Personen vorbehalten. die
die groBten Chancen haben. hinterher eingestellt zu werden ....... 42
3.3 Die QualWit der wiedererlangten Stelle: Das Gehalt als
Bewertungskriterium ............ ...... ................. ............................ .... 44
3.4 Die MaBnahmen fUr Jugendliche mildern den Eintritt von
neuen Generationen in den Arbeitsmarkt .... ....................... ..... ..... 46
4 Das neueste Programm: .. Neue Dienstleistungen -
ArbeitspHitze fur Jugendliche" .... .............. ................. ......... ..... ... 47
5 Anmerkungen und Perspektiven .......................... ........... ....... ...... 50
Literaturverzeiehnis ................................................................................ 51
Anlagen ................................................................................................... 53
Ken Roberts
Gro6britannien ...................................................................................... 57
Die 70er und 80er Jahre und Rollenumkehr in den 90er Jahren ............. 57
1 Bildungs- und Ausbildungsreform in GroBbritannien ........... ...... 59
1.1 Ausweitung des Bildungswesens ................................................. 59
1.2 Entwieklung der Berufsausbildung von Jugendlichen ................. 60
1.3 Neue berufliche Qualifikationen .................................................. 60
1.4 New Deal ..................................................................................... 61
2 Inharente Probleme .......................... ........... ........ ........ ................. 61
2.1 Schwindender Arbeitsmarkt fUr Jugendliche ............................... 62
2.2 Enklaven mit hoher Arbeitslosigkeit ............................................ 62
2.3 Polarisierung ................................................................................ 63
2.4 Nutzlose Programme und Qualifikationen ................................... 64
2.5 Berufliehe Qualifikationen: Nullwachstum ................................. 64
2.6 Minderwertige Jobs ...................................................................... 65
3 Das deutsche System aus britischer Sieht .................................... 65
3.1 Europas starkster Kontrast ........................................................... 65
3.2 Triftige Grunde fUr Subsidiaritat .................................................. 66
3.3 Regelsystem und korporative Strukturen ..................................... 67
3.4 Deutschland hat keine andere Wahl............................................. 67
3.5 Neue Herausforderungen ............................................................. 68
4 GroBbritannien. das Land mit ungeregeltem Arbeitsmarkt .......... 69
4.1 Systemimmanente Merkmale ....................................................... 69
4.2 Neue MaBnahmen. altes System .................................................. 71
4.3 Ein System fur das 21. Jahrhundert? ............................................ 72
5 Neue Probleme ............................................................................. 73
5.1 Mangel an Arbeitsplatzen ............................................................ 73
5.2 Hohere Erwartungen .................................................................... 73
5.3 Entwertung alter Losungen .......................................................... 75
Literaturverzeichnis .......................................................... .................. .... 75
6
Frans Meijers, Vincent Janssen
Niederlande ............. ............................................................................... 79
Einleitung ........ ........................................................................................ 79
1 Arbeitslosigkeit und Beschaftigung: Fakten und Zahlen ............. 79
2 Beschaftigungspolitik ........... .......... ............................................. 81
3 Das "Gesetz zur Garantie der ]ugendarbeit" unter der Lupe ....... 84
3.1 Ein umfassendes Vorgehen? ........................................................ 85
3.2 Motiviert die Teilnahme am ]WG? Die Perspektiven der
teilnehmenden ]ugendlichen ........................................................ 87
3.3 Die Begleitung durch die Betreuer ............................................... 91
4 Das ]WG: Schnuller oder Trampolin? ......................................... 94
Literaturverzeichnis ............... ...... ....................... .................................... 96
Thomas Bredgaard, Henning Joergensen
Danemark ............... ........... ... .... ........ .............. ................... .... ................ 99
Problemstellung und Schwerpunktverschiebungen ....... ............... ..... ...... 99
1 Politischer Diskurs und institutionelle Verankerung ................... 100
1.1 Die Geburt eines Problems .......................................................... 100
1.2 Die Dekade der ]ugendarbeitslosigkeit ........................................ 101
1.3 Bildung und Aktivierung ............................................................. 102
1.4 ]ugendarbeitslosigkeit verschwindet als politisches Problem ...... 105
1.5 Das Programm gegen ]ugendarbeitslosigkeit aus dem
]ahr 1996 ...................................................................................... 107
2 ]ugendarbeitslosigkeit in den 90er Jahren .................................... 107
3 Riickgang der ]ugendarbeitslosenrate: Ausschlaggebende
Faktoren ....................................................................................... 110
3.1 Konjunkturbedingte Jugendarbeitslosigkeit ................................. 110
3.2 Kleinere ]ugendkohorten ............................................................. 111
3.3 Zuwachse bei Jugendlichen in theoretischer und beruflicher
Ausbildung ...................... .... ......................................................... 111
3.4 Versteckte Arbeitslosigkeit .......................................................... 112
4 Jugendforderungsprogramme: Auswirkungen und Probleme ...... 114
4.1 Auswirkungen des Programms gegen Jugendarbeitslosigkeit ..... 116
4.2 Identifizierung von Problembereichen ......................................... 118
4.2.1 Marginalisierte J ugendliche ......................................................... 118
4.2.2 Aktivierungseffekte auf der Mikro- und Makroebene:
ein Paradoxon .............................................................................. 119
5 Schlussfolgerungen ..... ................. .................................. .............. 120
Literaturverzeichnis ................................................................................ 122
7
Helena Helve
Finnland ................................................................................................. 125
1 Finnland im Wandel ..................................................................... 125
1.1 Veranderungen und nationales Einkommen ................................ 125
1.2 Mehr Freizeit und Konsum .......................................................... 126
1.3 Zunehmende Bildung und technische Entwicklung ..................... 126
1.4 Arbeitslosigkeit und Rezession .................................................... 127
2 Jugendarbeitslosigkeit .................................................................. 128
3 Bildungs-und Jugendpolitik ........................................................ 130
3.1 Bildungspolitische Entwicklung .................................................. 130
3.2 Neue bildungspolitische Herausforderungen ............................... 131
3.3 Koordination von Bildung und Erwerbsleben .............................. 132
3.3.1 EU Normen fUr Jugendliche ........................................................ 132
3.3.2 Probleme finnischer Jugendlicher ................................................ 133
3.4 Arbeitsmarktpolitik und alternative Beschaftigungsmodelle ....... 134
4 Arbeitslosigkeit und Zukunftserwartungen .................................. 137
5 Unterschiedliche Lebensbedingungen ......................................... 139
6 Schlussfolgerungen und Diskussion ................ ............................ 140
Literaturverzeichnis ......... ........... ...... ... .... .......... ......... .... ................ ... ..... 142
Brigitte Steimen Grandl, Franziska Hildebrand Alberti
Schweiz ................................................................................................... 145
Einleitung ................................................................................................ 145
1 AusmaB und Ursachen der Jugendarbeitslosigkeit ....................... 146
1.1 Die Situation in der Schweiz .. .......... ......... ............. ............ ....... ... 146
1.2 Ursachen der Jugendarbeitslosigkeit ............................................ 148
1.3 Die heutigenjugendlichen Arbeitslosen ...................................... 150
2 MaBnahmen gegen Jugendarbeitslosigkeit .................................. 151
2.1 MaBnahmen im Bereich der Berufsbildung und
Lehrstellenforderung .. ............. ......... ........ ........... ........... .............. 151
2.2 Spezielle MaBnahmen im Bereich der Arbeitslosenversicherung
fiir Jugendliche und gesetzliche Rahmenbedingungen ................ 152
2.2.1 Voriibergehende Beschaftigungsprogramme ............................... 153
2.2.2 Motivationssemester .................................................................... 153
2.2.3 Berufspraktika .............................................................................. 154
2.2.4 Weiterbildungs- und Umschulungskurse ..................................... 154
2.3 Beispiele fiir konkrete Projekte im Rahmen der
Arbeitslosenversicherung ............................................................. 155
2.3.1 Voriibergehende Beschaftigungsprogramme ............................... 155
2.3.2 Motivationssemester .................................................................... 156
2.3.3 Berufspraktika .............................................................................. 161
8
2.3.4 Weiterbildungs- und Umschulungskurse ..................................... 162
2.4 Nic~t von de.r ~rbeitslosenversicherung finanzierte Projekte ...... 163
2.4.1 ProJekt" amle ............................................................................. 164
2.4.2 Projekt "Job Plus" ...................................................................... 165
2.5 Kommentar zu den MaBnahmen .................................................. 166
3 Folgerungen aus den laufenden Programmen und
Empfehlungen .............................................................................. 167
Literaturverzeichnis ........ ................................... ...... ................. .............. 169
Maria Hofstatter
Osterreich ..................................................................................... ......... 173
1 Bildungswege und Arbeitsmarktsituation der Jugendlichen .. ...... 173
1.1 Bildungswege der Jugendlichen nach Absolvierung der
Schulpflicht .................................................................................. 173
1.2 Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit im Vergleich zur
Gesamtarbeitslosigkeit ........................... ...................................... 174
1.3 Entwicklungen am Lehrstellenmarkt ........................................... 179
1.4 Entwicklung der Lehrstelleneintritte ............................................ 180
2 MaBnahmen zur Lehrstellenschaffung 1997,1998 und 1999
- Das Auffangnetz fUr Jugendliche .............................................. 183
2.1 Lehrstellenmarkt 1997 ................................................................. 183
2.2 Lehrstellenmarkt 1998 und 1999 ................................................. 183
2.3 MaBnahmen im legistischen Bereich ........................................... 185
2.4 MaBnahmen im Bildungsbereich ................................................. 185
2.5 MaBnahmen im arbeitsmarktpolitischen Bereich ......................... 186
3 Ausblick ....................................................................................... 189
3.1 Neue Qualifikationsanforderungen pragen das
Bildungsgeschehen ...................................................................... 189
3.2 Die Starken des dualen Systems .................................................. 190
3.3 Neue Lehrberufe und Tertiarisierung ........................................... 190
3.4 Uberarbeitung der bestehenden Lehrberufsbilder und Bedeutung
der Berufsbildungsforschung .. ........................ ........... ........ .......... 191
3.5 Neuer Bedarfnach Lehrlingen in Sicht? ...................................... 192
3.6 Veranderung des Leistungsspektrums der Jugendlichen ............. 192
3.7 Fehlende Ausbildungsplatze - MaBnahmen ................................ 193
Literaturverzeichnis ................................................................................ 194
Lynne Chisholm
Europaische Union ................................................................................ 197
1 Jugendarbeitslosigkeit in den 90er Jahren .................................... 197
2 Der Strukturwandel der Arbeitsgesellschaft und die Zukunft
in der Wissensgesellschaft ... .... ...... .... .... .............................. ..... ... 205
9
3 Politik und Aktion der Europaischen Union ................................ 208
4 Schlussbemerkungen ................................................................... 218
Literaturverzeichnis ................................................................................ 219
Deutsche und englische Zusammenfassungen der
Beitrage der Lander und der Ell ......................................................... 221
Zusammenfassungen
Frankreich ............................................................................................... 221
GroBbritannien ........................................................................................ 222
Niederlande ............................................................................................. 223
Danemark ................................................................................................ 225
Finnland .................................................................................................. 226
Schweiz ................................................................................................... 228
Osterreich ....... ...................... ............... ........................ ......... ....... ..... ....... 229
Europaische Union .................................................................................. 230
Summaries
France ...................................................................................................... 232
Great Britain ............................................................................................ 233
Netherlands ............................................................................................. 234
Denmark .................................................................................................. 235
Finland .................................................................................................... 237
Switzerland .............................................................................................. 238
Austria ..................................................................................................... 239
European Union ...................................................................................... 240
Die Autoren und Autorinnen ................................................................... 243
10
Ingo Richter
Vorwort
Die Regierungschefs der Mitgliedsstaaten der Europaischen Union haben auf
dem Europaischen Beschaftigungsgipfel am 21. November 1997 beschlossen.
dass nach fUnf Jahren kein Jugendlicher langer als ein halbes Jahr lang aus
bildungs- oder arbeitslos sein soIl. d.h .. dass ab dem Jahr 2003 jede und jeder
Jugendliche nach hOchstens einem halben Jahr der Arbeitslosigkeit einen
Ausbildungsplatz. einen Arbeitsplatz oder einen Platz in einer Umschulungs
oder BeschaftigungsmaBnahme erhalten solI. Die nach den Bundestagswah
len 1998 neu gebildete Regierung beschloss fUr das Jahr 1999 ein Sofortpro
gramm zum Abbau der Jugendarbeitslosigkeit .. JUMP" . das eine zusatzliche
Ausbildung und Beschaftigung von rund 100.000 Jugendlichen durch eine fi
nanzielle F6rderung im Umfang von zwei Milliarden DM vorsah. Nach Aus
sagen der Bundesanstalt fUr Arbeit wurde dieses Ziel im Jahre 1999 erreicht.
Die Bundesregierung beschloss fUr das Jahr 2000 eine Verlangerung dieses
Programms mit einem finanziellen Forderungsvolumen von nochmals zwei
Milliarden DM.
Wenn man sich vorstellt, dass jedes Jahr zusatzlich 100.000 Ausbil
dungs- und Arbeitsplatze im Rahmen dieses Programms geschaffen werden.
k6nnte - rein statistisch gesehen - im Jahre 2003 die Jugendarbeitslosigkeit.
die im Jahre 1997 - zum Zeitpunkt des EU-Beschaftigungsgipfels - in
Deutschland rund 400.000 betrug. beseitigt sein. und dam it das Ziel des Gip
fels erreicht werden. Doch hangt dies nicht nur von der Wirksamkeit der
MaBnahmen. sondern auch von den Randbedingungen abo z.B. von der Zahl
der Schulabganger. dem Angebot an Ausbildungsplatzen u.v.a.m. Der Erfolg
des Programms der Bundesregierung gegen die Jugendarbeitslosigkeit bleibt
also letztlich abzuwarten.
1m Jahre 1998. vor den Bundestagswahlen und vor der Verabschiedung
des Programms der Bundesregierung hat das Forum .. Jugend - Bildung - Ar
beit" . ein unabhangiges Gremium von Sachverstandigen aus Wissenschaft.
Verwaltung. Politik und sozialer Praxis in Deutschland. ein Memorandum
zur Uberwindung der Jugendausbildungs- und Jugendarbeitslosigkeit vorge
legt (Flitner. A.. Petry. Chr.. Richter. 1. (Hrsg.). Wege aus der Ausbildungs-
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