Table Of ContentISSN 0723-7766
3/2004
Heft 153
Mai/Juni
Jahrgang 25
€ 3,50
GEP e.V.,
Lüdenscheid
UFO-
Beobachtungen
IFO-Verifikationen
als Zuverlässig-
keitsanzeige
Das Knechtsand-
Rätsel
Roswell - News
Teil 20
Zwischenfall
bei Aztec
Literatur
Die GEP...
... ist die größte als gemeinnützig anerkannte
wissenschaftliche Vereinigung in Deutschland, die sich
hauptsächlich mit der Erforschung des UFO-Phänomens
Journal für UFO-Forschung beschäftigt. Für uns ist ein UFO im weitesten Sinne ein
Objekt, das zur Zeit der Beobachtung für die Zeugen nicht
erklärbar war.
Impressum Die GEP e.V. untersucht diese Meldungen mit Hilfe
spezieller Fragebögen, der Durchführung von
Felduntersuchungen und der intensiven Durchleuchtung
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Gesellschaft zur Erforschung des interdisziplinär und werden dabei von Behörden und
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Hans-Werner Peiniger (hwp)
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Ein UFO ist die mitgeteilte Wahrnehmung eines Objektes
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Liebe LeserInnen!
In den letzten 5 Jahren hat sich bei der
GEP einiges getan. Der Vorstand wurde
durch Mirko Mojsilovic und Tino Günter
verstärkt. Der GEP-Insider ist inzwischen
ein fester Bestandteil der GEP-Arbeit ge-
worden und das JUFOF hat ein professio-
nelles Aussehen wie nie zuvor.
Leider liegt es in der Natur der Sache,
wo gearbeitet wird, fallen Späne. Und so
gab es beim letzten Mal Probleme mit der
rechtzeitigen Auslieferung des JUFOFs.
Auch dieses Heft wird verspätet bei Ihnen
eintreffen. Wir hoffen, Sie unterstützen den
Modernisierungskurs der GEP und werden
Sascha Schomacker
uns treu bleiben, bis dieses Umstellungs-
problem behoben ist. worden, wie wichtig bei der Beurteilung
Zum Stichwort Modernisierung trägt auch einer UFO-Sichtung ist, den genauen Ort
ein Artikel des Kollegen Tino Günter bei. In und das Umfeld zu kennen. Alleiniges
der GEP haben wir darüber diskutiert, wie Verlassen auf Fernsehbilder und -Berichten
unsere Arbeit im wissenschaftlichen Sinne reicht zur seriösen Bewertung eines Falles
gestärkt werden kann. Entschieden haben nicht immer aus.
wir uns dabei für ein IFO-Verifikationsmo- Fortsetzung auf Seite
dell, bei dem die Zuverlässigkeit geklärter
Erscheinungen differenziert wird. Lesen Sie
Inhalt:
den Bericht von Tino Günter und schreiben
Sie uns gegebenenfalls, was Sie von dem
UFO-Beobachtungen
Modell halten.
Hans-Werner Peiniger / Roland Horn
3.04.2004, Bad Bodendorf
Ein anderes Thema: Der Fall der Sich- 13.12.2003, Burghausen
tung angeblicher UFOs durch ein Flugzeug Juli 2003, Werlte
1999/2000, Bad Bodendorf
des mexikanischen Militärs hat das Inte-
resse der UFO-Szene auf den Plan geru-
IFO-Verifikationen als Zuverlässigkeits-
fen. Schnell wurden verschiedene Spekula- anzeige bei geklärten Fällen
tionen und Vermutungen ausgesprochen GEP erweitert Klassifikationssystem
über die Herkunft der Objekte. Die GEP Tino Günter
hielt sich hier im Hintergrund. Die durch die
Das Knechtsand-Rätsel
Medien verbreiteten Informationen sind als
Ein historischer Fall in der Diskussion
ungenügend gesichert zu bewerten, eine
Sascha Schomacker
Schlussfolgerung ohne verlässliche Daten
aber wäre fahrlässig. Ähnlich mussten dies Roswell - News
Teil 20
auch die Kollegen von CENAP feststellen.
Neue Fotoanalysen bestätigen: Trümmer
So schließt Werner Walter im CENAP-
wurden nicht ausgetauscht
Newsticker den Fall vorerst mit der Be-
Uli Thieme
gründung ab, „mit einer gewissen Wahr-
Zwischenfall bei Aztec
scheinlichkeit“ seien „Wärmebildkamera-
Nick Redfern
Störflecken“ für die Erscheinungen verant-
wortlich. Am 17.06.2004 folgte dann ein Literatur
Dementi, indem Walter der dpa mitteilte, Solvong the 1897 Airship Mystery /
dass wohl eher Ölquellen in Mexiko, die Die UFOs identifiziert!
das Flugzeug überflog, zur Erklärung bei-
Leserbriefe
tragen. Hier ist noch mal deutlich ge-
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UFO-BEOBACHTUNGEN
DOKUMENTATIONEN - BEWERTUNGEN
Quallenähnliches Objekt war einfach weg.“
über Burghausen
Ergänzende Angaben
aus dem Fragebogen
Fall-Nummer: 20031213 A
Dauer der Beobachtung: 15-20 Min /
Datum: 13.12.2003
Scheinbare Größe des Objekts: „etwas
Uhrzeit: ca. 23:00 Uhr MEZ (22:00 UTC)
kleiner als der Vollmond“ / Vergleichsgröße
Ort: 84489 Burghausen
bei ausgestrecktem Arm: ca. Suppenteller /
Zeugen: Irene B. (geb. 1943, Rentnerin)
Vorstellung von tatsächlicher Entfernung:
Klassifikation: NL / IFO / V2
„Für unser Empfinden war es nicht sehr
Identifizierung: Lichteffektgerät
weit entfernt. Man hätte denken können, es
Ermittlungen: Sind eingestellt
sind nur 300 m“ / Formveränderung: keine /
Umrisse: scharf / Leuchten: reflektierend /
Zeugenbericht Licht: flackerte - „Das Licht war am unteren
„Bei einer ‚Nachhause-Fahrt’ von Berg- Teil des Objekt und flatterte konstant“ / Wir-
kirchen nach Burghausen sahen wir plötz- kungen: „Unser Eindruck war nicht negativ,
lich im Außenspiegel des Autos etwas sich jedoch das Gefühl, dass wir beobachtet
‚Bewegendes’, mit uns ‚Fliegendes’. wurden, war sehr stark“ / Flugverhalten:
Anfangs waren mein Mann und ich ge- gleichmäßig / Wetterlage: regnerisch / Ei-
schockt, keiner wusste was es war, dann gene Erklärung: ein Flugobjekt unbekannter
erhöhte mein Mann die Fahrgeschwindig- Herkunft / Vorbelastung: keine erkennbar
keit, dieses Objekt
ebenso.
Skizze der Zeugin
Nach einem kurzen
Waldstück fuhren wir
rechts in eine Seitenstraße
und stoppten. Dieses Ob-
jekt ebenso:
Vor Aufregung verga-
ßen wir ins Freie zu ge-
hen, um zu ‚Hören’. Wir
sahen dies vom Auto aus.
Man sah, wie sich der un-
tere Teil des Objekts mit
Hochgeschwindigkeit
drehte.
Nachdem wir wieder
anfuhren, flog auch das
Objekt wieder weiter.
Habe leider das ‚Ver-
schwinden’ übersehen. Es
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Diskussion und Bewertung an den Recherchen unsererseits und an ei-
Die Zeugin meldete sich aufgrund eines ner möglichen Aufklärung des Falles nicht
Zeugenaufrufes in der lokalen Presse zum sonderlich interessiert zu sein.
Fall 20030604 A, Burghausen (JUFOF Nr.: In einer Diskussion unter Kollegen wur-
152: 38 ff). In einer telefonischen Befragung den noch weitere Erklärungsmöglichkeiten
schilderte mir die Hauptzeugin recht plas- genannt, so z.B. „eine durch die Wetterlage
tisch das eineinhalb Jahre zurückliegende dunstig erscheinende Wolke“ oder eine
Erlebnis. Dabei war sie sich ziemlich sicher, „Wasserdampfwolke“. Wir meinen jedoch,
dass das Objekt unter intelligenter Kontrolle dass aufgrund der vorliegenden Daten ein
stand und sie verfolgt habe. Egal was wir Lichteffektgerät durchaus die beschriebene
bei unseren Recherchen herausbringen Lichterscheinung verursacht haben kann.
würden: es müssen Außerirdische gewesen Hans-Werner Peiniger
sein. Die Zeugin war nicht dazu zu bewe-
gen, herkömmliche Erklärungen auch nur in
Erwägung zu ziehen.
Sowohl dem Fragebogen, als auch dem Nachtrag zum Fall 20030604 A
Gespräch waren Hinweise zu entnehmen, JUFOF Nr. 152: 38 ff
die letztendlich zu unserer Einschätzung Alfred R., Burghausen
führten. Danach kann es sich um die Refle- Nunmehr habe
xionserscheinung eines Lichteffektgerätes ich über meine Be-
gehandelt haben. Insbesondere weist der obachtung weiter
von der Zeugin beschrieben untere „sich nachgedacht und
schnell drehende“ Teil des quallenartigen möchte dazu noch
Objekts darauf hin. Dieser wies fensterähn- ergänzend folgen-
liche Strukturen auf. Dabei handelte es sich des mitteilen:
eigentlich nur um die einzelnen Reflexe der Das Objekt ist,
Lichtstrahlen, die um einen zentralen Punkt wie auch schon
kreisten. Aufgrund der Perspektive und des mitgeteilt, auf mich
flachen Winkels der an die Wolken proji- zugeschwebt (ge-
zierten Lichter erschien das Objekt quallen- flogen) und hat dann plötzlich angehalten
artig. Der Eindruck, das Objekt habe sie (dies kann ein Ballon o.ä. eigentlich nicht).
verfolgt, ist schon fast charakteristisch für Es hat goldfarbig geglänzt und sich hin
die von fahrenden Fahrzeugen aus be- und her bewegt - ich vermute sogar, dass
obachteten Lichterscheinungen. Dieser so es sich gedreht hat. Dies war aber aufgrund
genannte „Mitfahreffekt“ ist bereits mehr- des hellen Sonnenlichts und der goldfarbi-
fach in ähnlichen Fällen beschrieben wor- gen Spiegelung nicht recht auszumachen.
den. Wer in solchen Fällen keinen kühlen Im Nachhinein bin ich eigentlich ziemlich
Kopf bewahrt, gerät schnell in einen pani- überzeugt, dass sich das Objekt gedreht
schen Zustand. Aufgrund der atmosphäri- hat und seitlich hin- und herschaukelte.
schen Bedingungen, der Entfernung und Wie auch schon mitgeteilt, ist es dann
Beobachtungsperspektive, waren die vom mit enormer Geschwindigkeit senkrecht
Boden ausgehenden Lichtstrahlen nicht zu nach oben gestiegen und hat später die
erkennen. Himmelsrichtung gewechselt.
Weder der Fragebogen noch die Inhalte Ich habe als Anlage nochmals eine
des Gesprächs, die mir den Beobachtungs- Skizze beigefügt - das Objekt könnte, vor-
ablauf sehr gut und nachvollziehbar be- ausgesetzt es hat sich wie ich nunmehr
schrieben, wiesen auf eine thematische eben vermute, gedreht, so ausgesehen
Vorbelastung hin. Trotzdem war sich die haben. Weiterhin ist aber unbestritten, dass
Zeugin sicher, hier von Außerirdischen das Objekt nicht kugelrund war sondern
verfolgt worden zu sein. Auf die Frage wa- rund-oval mit Henkeln links und rechts.
rum sie zu diesem Schluss gekommen sei, Diese Henkel könnten aber ohne weiteres
meinte sie, dass es ja wohl für das „intelli- ein Ring um den Körper gewesen sein -
gente“ Verhalten des Objekts keine andere aufgrund der starken Spiegelung eben nicht
Erklärung geben könne. Zudem schien sie ganz auszumachen.
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Es könnte nunmehr durchaus sein, dass deckte überrascht ein Licht, dessen Um-
sie aufgrund meiner heutigen Ergänzung risse durch die Wolken verschwommen
den geschilderten Sachverhalt etwas an- wirkte. Es bewegte sich in kreisförmigen
ders beurteilen. Bewegungen in immer der selben Art.
Dabei fiel mir aus, dass das Objekt auf
seiner Route immer meinen Standpunkt
kreuzte. Im südwestlichen Teil der Route
blieb es dann auch 1x für etwa 1 Sekunde
stehen, bevor es langsam wieder ‚anfuhr’,
um immer schneller zu werden.
Etwas weniger als die Hälfte seiner
Route war aufgrund der hohen Geschwin-
digkeit nicht mehr zu erkennen, außer ei-
nem Lichtschweif, den ich ein Mal wahr-
nahm, und schemenhaft auch den Weg des
Lichtobjektes.
Als nächstes fiel mir auf, als ich auf dem
Weg zurück nach Hause ging (Richtung
Westen), dass das Objekt zwar die Art der
Skizze des Zeugen
Bewegung einhielt, aber den Standort mei-
Anm. GEP:
nem Standort anpasste. Das heißt: Je wei-
Es mag durchaus sein, dass es sich bei
ter ich nach vorne ging, desto weiter rückte
den „Henkeln“ um Teile eines Wulstes ge-
das Objekt nach vorne.
handelt hat. Dieser Wulst könnte dabei als
Stabilisator gedient haben. Ich sehe jedoch
keine Gründe dafür, diesen Fall anders zu
bewerten. Das optische Erscheinungsbild
und das Bewegungsverhalten lassen m. E.
nach wie vor einen Ballon als möglichen
Verursacher wahrscheinlich erscheinen.
Hans-Werner Peiniger
Verschwommenes Licht Skizze der Zeugin
über Bad Bodendorf
Zuhause erzählte ich meiner Mutter die-
Fall-Nummer: 20040403 A ses und wir gingen auf den Balkon, um es
Datum: 3.04.2004 weiter zu beobachten. Inzwischen war das
Uhrzeit: 22:40 Uhr MESZ (20:40 UTC) Objekt weiter nach Westen gerückt, so
Ort: 53489 Bad Bodendorf dass ich der Annahme war, es würde dort-
Zeugen: Antje P. (geb. 1985, Schülerin) hin verschwinden. Aber als ich auf dem
Klassifikation: NL / IFO / V2 Balkon stand, kam es wieder zurück und
Identifizierung: Lichteffektgerät kreuzte abermals unseren Standpunkt.
Ermittlungen: Sind eingestellt Nach ca. 10 Minuten ohne Veränderung (es
kreiste immer noch) begab ich mich in die
Wohnung.
Zeugenbericht
Als ich zwei Stunden später noch einmal
„Gegen etwa 22:35 Uhr verließ ich das
nachsah, war nichts zu sehen. Nur die Wol-
Haus, um mit meinem Hund an der nahe-
kendecke war aufgelockert.“
gelegenen Wiese (ca. 50 m) entlang zu ge-
hen.
Ergänzende Angaben
Als ich an der Ostseite der Wiese ent-
aus dem Fragebogen
lang ging, sah ich zum Himmel und ent-
Scheinbare Größe des Objekts: größer
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als Vollmond / Vergleichsgröße bei ausge- Fuß zurückgelegter Weg zu gering, um
strecktem Arm: Untertasse, ca. 8 - 10 cm / aufgrund der veränderten Beobachtungs-
Mondvergleichsschätzung: Orange, 5 - 6 perspektive eine Positionsverlagerung der
cm / Helligkeitsvergleich: „wie Autoschein- Lichtreflexion zu erkennen. So schien das
werfer in einer Nebeldecke“ / Vorstellung Licht immer ihrem Standortwechsel zu fol-
von tatsächlicher Größe: ca. 20 Meter / gen. Aufgrund der atmosphärischen Bedin-
Licht des Objekts: „Das Licht schien gelb- gungen, der Entfernung und Beobach-
lich-weiß, ähnlich schwachen Autoschein- tungsperspektive, waren die vom Boden
werfern“ / keine Formveränderung / Um- ausgehenden Lichtstrahlen nicht zu erken-
risse: nicht genau zu erkennen / Leuchten: nen.
matt / Flugverhalten: „Die kreisenden Be- Die von der Zeugin beschriebenen De-
wegungen waren gleichmäßig, allerdings tails weisen eindeutig auf die Reflexion ei-
wanderte die Bewegung allmählich nach nes Lichteffektgerätes hin, so dass uns eine
Westen und später wieder zurück (auf den Klassifikation als „IFO“ gerechtfertigt er-
Balkon)“ / Geschwindigkeitsvergleich: „An- scheint. Hans-Werner Peiniger
fang vergleichbar mit einem Hubschrauber,
dann stetige Geschwindigkeitszunahme bis
am Ende, (vermutlich) schneller als ein Dü-
senjäger“ / Wolkenformen: Stratus („zeigte 30 Lichter in drei
teilweise kleine Lücken auf“) / Wetterlage: angeordneten Kreisen
mittelmäßige Bewölkung / Wind: leichte
Brise / Eigene Erklärung: keine Vorstellung
Fall-Nummer: 1999/2000
/ Vorbelastung: keine erkennbar.
Datum: 1999 oder 2000
Uhrzeit: 0:30 Uhr
Diskussion und Bewertung
Ort: 53489 Bad Bodendorf
Zunächst muss einmal gesagt werden,
Zeugen: Antje P. (geb. 1985, Schülerin)
dass die Zeugin den Bewegungsablauf der
Klassifikation: NL / IFO / V2
Lichterscheinung sehr präzise und nach-
Identifizierung: Lichteffektgerät
vollziehbar beschrieben hat. Und danach
Ermittlungen: Sind eingestellt
hat es sich auch in diesem Fall zweifellos
um die Reflexionserscheinung eines Licht-
effektgerätes gehandelt. Wir haben hier er- Zeugenbericht
neut über einen längeren Zeitraum eine „Es ist ca. 4 bis 5 Jahre her, als ich eines
wiederkehrende Bewegung. Das beschrie- Nachts zufällig zum Fenster heraussah und
bene optische Erscheinungsbild und dyna- etwa über dem Kirchturm sah, was ich mir
mische Verhalten, entspricht eindeutig dem nicht erklären konnte und bis heute nicht
Bild, das eine Reflexion an den Wolken kann. ...
beim Schwenken des in größerer Entfer- Jedenfalls weiß ich noch, dass ich dieses
nung stehenden Scheinwerfers zeigen Objekt von etwa 00:30Uhr bis 1:30Uhr be-
würde. Auch hier ist es zu einem Mitfahref- obachtete. In meinem Zimmer und außer-
fekt gekommen, auch wenn die Zeugin zu halb brannte kein Licht, und so fiel mir
Fuß unterwegs war. diese Anordnung von etwa 30 Lichtern, in 3
Das vom entferntesten Punkt ausge- angeordneten Kreisen, auf. Die Lichter des
hende Licht bewegte sich auf die Zeugin äußeren Kreises waren ein wenig größer
zu, wobei es mit zunehmender Entfernung als die Lichter der beiden inneren Kreise.
vom Ausgangspunkt scheinbar immer lang- Diese Anordnung von Lichtern drehte
samer wurde. Es kreuzte den Standort der sich gleichmäßig im Uhrzeigersinn, wäh-
Zeugin und bewegte sich über sie hinweg. rend sie sich zusätzlich noch unregelmäßig
Am Scheitelpunkt angelangt bewegte sich über einige Häuser und das Kirchenge-
das Licht wieder zurück, wobei scheinbar bäude bewegte.
die Geschwindigkeit anstieg, je näher es Einige Male blieb das besagte Objekt
dem Ausgangspunkt kam. Da die Entfer- auch direkt neben dem Kirchturm stehen,
nung von der Position der Zeugin bis zur wobei sich allerdings die drei Lichterkreise
Wolkendecke relativ groß war, war ihr zu weiterhin drehten.
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Die verschiedenen Kreise besaßen zu- projiziert. Die meisten Sichtungsermittler
dem auch unterschiedliche Farbtöne. Aller- werden diese Erscheinungsform bereits
dings kann ich mich an diese nicht mehr kennen.
erinnern. Die damals von mir angefertigten Das Gerät muss nicht, wie von der Zeu-
Unterlagen gingen leider im Laufe der gin zunächst vermutet, unbedingt im Nach-
Jahre verloren. barort gestanden haben. Die Reflexionen
Gegen halb zwei Uhr morgens wurde sind noch aus über 15 Kilometer und bei
das Leuchten schwächer, bis es schließlich größeren Geräten sogar aus bis zu 70 Ki-
nicht mehr zu erkennen war.“ lometer Entfernung sichtbar.
Hans-Werner Peiniger
Skizze der Zeugin
Ergänzende Angaben
aus dem Fragebogen
Scheinbare Größe des Objekts: jedes
Licht etwa halbe Vollmondgröße / Ver-
gleichsgröße bei ausgestrecktem Arm:
Fußball / Mondvergleichsschätzung:
Orange, 5 - 6 cm / Helligkeitsvergleich:
„etwa wie eine Zimmerlampe“ / keine Form-
veränderung / Leuchten: selbsttätig / Licht:
„Der innere Lichtkreis pulsierte“ / Flugver-
halten: pendelnd / Wolkenformen: Stratus
oder Stratocumulus / Das Objekt wurde
durch die Fensterscheibe (Doppelvergla-
sung) beobachtet / Eigene Erklärung: keine
Vorstellung „Das einzige, was ich mir als
Erklärung hatte einreden wollen, war, dass
es sich um Diskolichter aus einem Nach-
barort handeln könnte. Allerdings fragte ich
genauer nach und es fand an diesem
Abend/dieser Nacht keine derartige Veran-
staltung statt“ / Vorbelastung: keine er-
kennbar.
Diskussion und Bewertung
Bei diesem Fall handelt es sich um eine
Beobachtung derselben Zeugin wie im vo-
rangegangenen Fall. Auch hier ist sowohl
das optische Erscheinungsbild als auch das
dynamische Verhalten eindeutig auf die
Reflexionserscheinung eines Lichteffektge-
rätes zurückzuführen. Hierbei handelte es
Es werden im Handel zahlreiche so genannte
sich offensichtlich um ein Gerät mit Flower-
Outdoorscheinwerfer angeboten, die die
Effekt, das, genau wie von der Zeugin be-
unterschiedlichsten Effekte in den Himmel
schrieben, eine größere Anzahl von Lich- projizieren können, verstärkt werden diese
tern in drei Kreisbereichen, an den Himmel Effekte noch durch Farbfilter, Stroboskope u.a.
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abends aus meinem Fenster schaute. Ich
sah dort knapp über dem Hausdach meines
Nachbarn einen hellen Punkt. Zuerst hielt
ich es für einen Stern, doch plötzlich wurde
dieser Punkt immer heller. Das dauerte so
1 Minute, bis er wieder dunkler wurde und
dann ganz verschwunden war. Ich hoffe,
Sie können was mit dieser Meldung
anfangen denn ich habe keine Erklärung
dafür. Es hat sich nämlich nicht bewegt.“
Diskussion und Bewertung
Der Zeuge hatte sich per E-Mail an mich
gewandt. Zunächst wurde versucht, die
doch recht groben Daten etwas
einzugrenzen um mehr über die Sichtung
zu erfahren. So berichtete der Zeuge auf
weitere Mails hin, der Sichtungszeitpunkt
sei um etwa 22 Uhr gewesen und das
Sichtungsdatum etwa gegen Ende Juli
2003, das wisse er jedoch nicht mehr so
genau. Die Winkelhöhe des Objekts habe
35 Grad betragen und die Helligkeit war
konstant weiß. Der Zeuge beobachtete
durch das geöffnete Fenster. Der Himmel
war vollkommen klar und das Objekt stand
im Westen.
Skizzen anderer Zeugen, die ähnliche
Nun ist anzunehmen, dass der Zeuge
Beobachtungen gemacht haben
nicht wusste, ob der Himmel auch hinter
dem Hausdach des Nachbarn klar gewesen
war, oder ob sich vielleicht doch
Licht verdunkelt Schleierwolken oder Dunst dort befanden.
sich und wird Diese könnte den im Zeitraum der UFO-
wieder heller Sichtung im Westen stehenden Jupiter
verdeckt und wieder freigegeben haben.
Zudem ist das Erkennen solcher Dunst-
Fall-Nummer: 072003
und Schleierwoken nachts überhaupt sehr
Datum: vermutlich gegen Ende Juli 2003
schwierig. Die vom Zeugen gegebene
Uhrzeit: ca. 22 Uhr MESZ (20:00 UTC)
Beschreibung ist dafür jedenfalls typisch.
Ort: 49757 Werlte, Niedersachsen
Eine Nachprüfung auf Grund des fehlenden
Zeuge: S. E.
Datums ist leider nicht möglich.
Klassifikation: NL
Denkbar ist auch, dass der Zeuge die
Identifizierung: ungenügende Daten
Landescheinwerfer eines Flugzeuges
(evtl. zeitweise von Schleierewolken ver-
fehlinterpretiert hat, die vom Piloten ein-
deckter Jupiter oder Landescheinwerfer
und wieder ausgeschaltet wurden. Dazu
eines Flugzeugs.
müsste der zeuge aber auch den Jupiter
Ermittlungen: Sind eingestellt:
gesehen haben. Er sagte jedoch aus, er
habe zwar viele helle Sterne gesehen, aber
Zeugenbericht: keinen „besonders hellen“. Doch auch das
„…ich bin heute auf ihre Internetseite ist aus dem gleichen Grund nicht mehr
gestoßen und deshalb möchte ich ihnen nachprüfbar.
meine Sichtung schreiben, in der Hoffnung So bleibt uns nicht anderes übrig, als
das sie was damit anfangen können. Also den Fall mit „Ungenügende Daten“ zu
das war letztes Jahr im Sommer als ich bewerten. Roland M. Horn
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GEP erweitert Klassifikationssystem
IFO-Verifikationen als
Zuverlässigkeitsanzeige
bei geklärten UFO-Fällen
Tino Günter
Wann kann ein UFO-Fall als geklärt betrachtet werden? Welche Bedingungen sind
für eine IFO-Klassifizierung nötig? Ausgehend von dieser Fragestellung, übernimmt
die GEP e.V. für die Fallbesprechungen im Journal für UFO-Forschung künftig einen
Zuverlässigkeits-Index für IFOs. Im folgenden Artikel werden die sogenannten IFO-
Verifikationen erläutert und deren Sinnigkeit erklärt.
Bereits 1991 entwickelte der UFO-Phä- tion 2. Ordnung = V2-Fälle);
nomen-Forscher Rudolf Henke (Mitglied der 3. die Objektmerkmale mit Merkmalen von
GEP) einen Verifikationsschlüssel für mehreren bekannten Objekttypen über-
Identifizierte Flugobjekte (IFOs), die er in einstimmen (Verifikation 3. Ordnung =
der Zeitschrift Skeptiker vorstellte bzw. mit V3-Fälle.
einfließen ließ (1). 1997 brachte er den
JUFOF-Lesern in einem kurzen Absatz Bei all diesen Fällen tritt, wie bei IFO-
seine Klassifikationserweiterung nahe (2) Bewertungen üblich, keinerlei Strangeness
und verwendete sie fortan bei seinen Fall- auf.
Besprechungen in unserem Journal.
Bis auf wenige Ausnahmen ignorierte die (cid:214) Ein V1-Fall ist hierbei ein sehr gut verifi-
gesamte UFO-Szene die Erneuerung, die zierter IFO-Fall, z.B. berichtet ein Zeuge,
daraufhin wieder unbeachtet in der Versen- er habe am Himmel ein funkelndes Licht
kung verschwand. Lediglich in den JUFOF- gesehen. Der Ermittler wird nun über-
Fallbewertungen des Kollegen Henke prüfen, ob es sich hierbei um einen ast-
tauchten rätselhafte Abkürzungen wie V2 ronomischen Stimulus wie etwa die Ve-
o.ä. (End-Klassifikation n. Henke) auf. Den nus etc. gehandelt hat, dessen Sichtbar-
meisten Lesern wird die Bedeutung dieser keit mit einem astronomischen Compu-
Kürzel jedoch verborgen geblieben sein, da terprogramm oder einem Anruf bei der
sich bestimmt kaum jemand an den unauf- Sternwarte genau bestimmt werden
fälligen Abschnitt in Heft 5/97 erinnern wird. kann. Der Fall kann zuverlässig als IFO
Sehen wir uns das IFO-Verifikationssystem publiziert werden.
noch einmal an:
(cid:214) Miniatur-Heißluftballone (MHB) können
Ein Fall gilt als erklärt, wenn... häufig als V2 klassifiziert werden, da die
1. eine temporäre und geografische Über- Parameter einer MHB-Sichtung bekannt
einstimmung (Koinzidenz) zu bekannten und zumeist sehr eindeutig sind. Trifft
Objekten vorliegt (Verifikation 1. Ord- die Beschreibung des UFOs nur auf die-
nung = V1-Fälle); sen einen Stimulus zu, dann haben wir
2. die Objektmerkmale den Merkmalen von sozusagen einen gut verifizierter Fall.
bekannten Erscheinungen innerhalb des Ein Beispiel: Der Zeuge X berichtet, er
empirisch wie experimentell bestätigten habe in der Silvesternacht eine orange-
Rahmens (wahrnehmungs)psychologi- rot flackernde Lichtkugel mit unwahr-
scher Abweichungen gleichen (Verifika- scheinlicher Geschwindigkeit über den
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