Table Of ContentJapans Zukunftsindustrien
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Andreas Moerke Anja Walke
(Herausgeber)
Japans
Zukunftsindustrien
Mit40Abbildungenund54Tabellen
123
Dr.AndreasMoerke
DIJ-GermanInstituteforJapaneseStudies
NisseikojimachiBldg.2F.
KudanMinami3-3-6Chiyoda-ku
102-0074Tokyo
Japan
[email protected]
Dr.AnjaWalke
InstitutfürAsienkunde
Rothenbaumchaussee32
D-20148Hamburg
Germany
[email protected]
ISBN-103-540-29806-1SpringerBerlinHeidelbergNewYork
ISBN-13978-3-540-29806-9SpringerBerlinHeidelbergNewYork
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Vorwort
Japans nicht verlorenes Jahrzehnt
Für Japan schien in den 1990er Jahren die Zukunft fast vorbei zu sein: Das
gesamtwirtschaftliche Wachstum betrug zwischen 1992 und 2001 im Jah-
resdurchschnitt gerade einmal 1,1%. Der Aktienindex Nikkei 225 fiel von
seinem 1989 erzielten Höchststand von fast 40.000 Punkten zwischenzeit-
lich bis auf unter 13.000 Zähler im Oktober 1998 (und sogar auf fast 7.600
Punkte im April 2003). Sinkende Bruttoanlageinvestitionen verursachten
einen Rückgang des Wirtschaftswachstums, und selbst die von der Regie-
rung in Angriff genommenen Konjunkturprogramme, die nominal eine
Größenordnung von bis zu 6% des Bruttoinlandsproduktes erreichten,
brachten nicht den gehofften Erfolg. Im Gegenteil: Ende der 1990er Jahre
verfiel Japan in eine bis 2005 anhaltende Phase der Deflation.
Mittlerweile hat Japans Wirtschaft aber wieder an Fahrt gewonnen und
befindet sich auf einem stabilen Wachstumspfad. Nach einem spürbaren
Anziehen der Wirtschaft im Jahr 2005 erwartet die OECD für das Kalen-
derjahr 2006 einen realen Zuwachs von 2,8% und einen nominalen von
2,2%. In der Retrospektive erwies sich das „verlorene Jahrzehnt“ zudem
gar nicht als so verloren: Japans Unternehmen haben die 1990er Jahre er-
folgreich für grundlegende Umstrukturierungen und Neuausrichtungen ge-
nutzt. Sie haben Überkapazitäten abgebaut, ihre Kosten gesenkt und erzie-
len wieder Gewinne. Zudem zeigen sie sich recht investitionsfreudig und
sind dabei, einen tief greifenden Anpassungsprozess an die Bedingungen
der Globalisierung zu vollziehen. In wichtigen Bereichen hat Japan wieder
internationalen Anschluss gefunden.
VI Vorwort
Neue Technologien: Investitionen in die Zukunft
Die guten Ergebnisse japanischer Unternehmen sind auch das Resultat
konsequenter Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie einer
strukturierten Forschungs- und Technologiepolitik. Japan hat in den letzten
zehn Jahren kontinuierlich einen höheren Prozentsatz des Bruttosozialpro-
dukts in FuE investiert als alle anderen großen Industrienationen: Für das
Jahr 2004 lag beispielsweise die Quote für Japan bei 3,15%, für die USA
bei 2,59% und für Deutschland bei 2,49%. Diese Investitionen resultieren
auch in einer hohen Anzahl von Patenten: Japan rangiert mit weltweit rund
190.000 erteilten Patenten im Jahr 2002 auf Platz 2 nach den USA mit
rund 195.000 Patenterteilungen. Selbst in den USA sind noch immer rund
20% der erteilten Patente japanischen Ursprungs!
Die konsequente Forschungs- und Entwicklungspolitik der japanischen
Regierung manifestiert sich unter anderem im „Rat für Forschungs- und
Technologiepolitik“ (CSTP), der einmal monatlich tagt, sowie in zahlrei-
chen technologiebezogenen Regierungsinitiativen wie dem „New Industri-
al Structure Report“ mit entsprechenden Fördermaßnahmen. Der japani-
sche Staat hat in bewährter Manier Themenfelder definiert und versucht,
anders als früher, nicht über Dirigismus, sondern über Förderung Entwick-
lungen anzustoßen. Mit dem Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts
Japan und der Unternehmen zu sichern, hat die japanische Regierung bei-
spielsweise in ihrem 2. FuE-Rahmenprogramm (2001-2005; Gesamtvolu-
men: 24 Bio. JPY) vier Sektoren identifiziert, von denen sie ein hohes
Wachstumspotenzial erwartet und die daher auch besonders gefördert wer-
den: Lebenswissenschaften, IT, Umwelt und Nanotechnologie. Im 3. FuE-
Rahmenprogramm (2006-2010; Gesamtvolumen: 25 Bio. JPY) liegt der
Fokus auf den Bereichen Energie, IT, Life Sciences, Nano-/Material-
wissenschaft, Umwelttechnologie, Verfahrenstechnik sowie Raumfahrt
und Meeresforschung.
Forschungsförderung ist jedoch nur eine Seite der Medaille. Genauso
wichtig ist die Änderung der Rahmenbedingungen für Innovationen – und
damit für die Entstehung von Zukunftstechnologien. Ein Schritt auf diesem
Weg war die jüngste Hochschulreform, deren wichtigste Merkmale die
Umwandlung von bisher staatlichen Universitäten in unabhängige Rechts-
körperschaften, die systematische Evaluation von Forschungs- und Aus-
bildungsergebnissen und die Förderung von Forschung und Bildung in
ausgewählten Schwerpunkt-Bereichen darstellten. Als eine Folge hat sich
die Bereitschaft der Universitäten, Unternehmen zu gründen und For-
schungsergebnisse zu vermarkten, deutlich erhöht. Ferner sollen durch
Neuregelungen der Beteiligungen an Patenten Professoren stärker dazu
angeregt werden, ihre Forschungsergebnisse an Unternehmen weiter-
Vorwort VII
zugeben, um dadurch den Wissenstransfer aus den Universitäten in die
Wirtschaft zu erhöhen.
Kurz: das japanische Innovationssystem befindet sich in einem Wandel,
und die „Zukunftsindustrien“, die in diesem Buch beschrieben werden,
sind nur die bisher manifesten Erscheinungen dieses Wandels. Sie stellen
aber wichtige Meilensteine auf Japans Weg in die Technologie(n) der Zu-
kunft dar, und ihre Kenntnis hilft, die Stellung Japans im System der Welt-
wirtschaft besser zu verstehen.
Japans Zukunftsindustrien – Intention und Struktur des
Bandes
„Japans Zukunftsindustrien“ ist ein Produkt der Kooperation zwischen
dem Deutschen Institut für Japanstudien (DIJ) in Tokio und dem GIGA In-
stitut für Asienkunde in Hamburg. Der vorliegende Sammelband schließt
inhaltlich an den 1997 vom ifo Institut für Wirtschaftsforschung und dem
Sakura Research Institute vorgelegten Vergleich der Wettbewerbsfähigkeit
deutscher und japanischer Industrien („A Comparative Analysis of Japa-
nese and German Economic Success“) sowie an die 1998 vom DIJ vorge-
legte Darstellung japanischer Wirtschaftsstrukturen („Die Wirtschaft Ja-
pans“) an. Es ist daher nur folgerichtig, dass auch dieser Band im Sprin-
ger-Verlag erscheint.
Im vorliegenden Band werden die wirtschaftspolitischen Rahmenbedin-
gungen für die Entstehung und Entwicklung von Zukunftsindustrien und
-technologien umrissen und das Wechselspiel von politischer Gestaltung
und wirtschaftlicher Dynamik anhand markanter Technologien und Indus-
trien untersucht. Ferner werden Wettbewerbsstrategien japanischer „Glo-
bal Player“ analysiert und ihre Stärken und Defizite exemplarisch aufge-
zeigt. Der Band untersucht die Frage nach Japans Stellung in den Indus-
trien und Technologien, die international als zukunftsweisend gelten. Es
wird international vergleichend herausgearbeitet,
• welche Weichen Japan für die Zukunft gestellt hat,
• in welchen Zukunftsbereichen japanische Unternehmen welche Rollen
spielen,
• und welche Entwicklung(en) Japan offensichtlich verpasst hat.
Bei der Konzeption des Sammelbandes stand der Praxisbezug mehr als die
theoretische Beschäftigung mit den Themenfeldern Innovationen, Techno-
logieentwicklung, Technologietransfer etc. im Vordergrund. Die siebzehn
Beiträge sind sechs Themenbereichen zugeordnet, um die Vielfalt der
VIII Vorwort
Technologien, Industrien und Forschungsansätze zu bündeln und Gemein-
samkeiten deutlicher herauszuarbeiten.
Im ersten Themenbereich werden die „Rahmenbedingungen“ für die
Entwicklung von Zukunftstechnologien und -industrien umrissen. Werner
Pascha zeigt gesamtwirtschaftliche Megatrends und ihre Implikationen für
die japanische Branchenstruktur auf. Er kommt zu dem Ergebnis, dass die
Lage in Japans bisherigen Paradedisziplinen, den Montage- und Verarbei-
tungsindustrien, zwar schwierig ist, die Wettbewerbsdynamik jedoch nicht
unterschätzt werden darf. Zudem zeigen Japans Industrien Ansätze, ausge-
tretene Pfade zu verlassen und neue Potentiale (Stichwort „Cool Japan“)
zu erschließen. Kerstin Cuhls beschreibt, wie Zukunftstechnologien in Ja-
pan mit Hilfe groß angelegter Foresight-Studien systematisch identifiziert
werden und auf welche Felder bzw. Technologien konkret gesetzt wird.
Andreas Nabor befasst sich mit der institutionellen Ausgestaltung des ja-
panischen Finanzsystems zur Finanzierung von Zukunftstechnologien. Er
stellt dar, dass das traditionelle bankbasierte Finanzsystem Japans durch-
aus in der Lage ist, die traditionelle Forschung und Entwicklung in Japans
Großunternehmen zu finanzieren, und dass darüber hinaus das japanische
Finanzsystem bereits auf dem Weg ist, auch die vornehmlich durch kleine
Unternehmen geprägten Zukunftsindustrien effizient durch die Einführung
marktbasierter Elemente zu fördern.
Der Themenbereich „Life Sciences“ untersucht die Entwicklungen in
der japanischen Biotechnologie, Pharmaindustrie und Medizintechnik. An-
ja Walke legt dar, dass Japan in der Biotechnologie mittlerweile die Phase
relativer Rückständigkeit der 1990er Jahre überwunden hat und sich aktiv
am internationalen Wettlauf beteiligt. Ob es Japan gelingt, die Entwick-
lung der Biotechnologie deutlich voranzutreiben, wird jedoch in hohem
Maße davon abhängen, inwieweit drei grundlegende Probleme gelöst wer-
den: die Fragmentierung in der Forschung, der Zugang zu Finanzressour-
cen und der Schutz des geistigen Eigentums. Jörg Mahlich beschreibt den
Versuch japanischer Pharmaunternehmen, durch höhere Forschungsinves-
titionen und über eine Internationalisierung der Forschung zur internatio-
nalen Konkurrenz aufzuschließen. Weitere Konsolidierungen auf dem
zweitgrößten Pharmamarkt der Welt scheinen jedoch unabdingbar. Tim
Goydke stellt die wichtigsten Bestimmungsgrößen des japanischen Medi-
zintechnikmarktes und seine Rahmenbedingungen vor. Aufgrund der de-
mografischen Entwicklung schätzt er die Aussichten für die Medizintech-
nikbranche in Japan als positiv ein, obwohl anhaltender Kostendruck und
die anstehende Gesundheitsreform Unwägbarkeiten darstellen.
Der Themenbereich „Miniaturisierung/Automatisierung“ umfasst
Beiträge zu den Feldern Nanotechnologie, Chip-Industrie und Robotik. Iris
Wieczorek konstatiert, dass Japan auf dem besten Weg ist, sich beim Na-
Vorwort IX
notechnologie-Wettlauf einen vorderen Platz zu sichern. Da in einigen
wichtigen Bereichen noch Nachholbedarf besteht, ist schnelles und effek-
tives Handeln gefragt, um den Anschluss nicht zu verpassen. Nach Jürgen
Maurers Auffassung hat Japan, das in den 1980er Jahren die weltweite
Chip-Industrie dominierte, an Marktmacht verloren und befindet sich der-
zeit an einem Scheideweg. Die japanischen Chiphersteller versuchen,
durch massive Investitionen in Forschung und Entwicklung Neuentwick-
lungen schnell zu kommerzialisieren. Pascal Gudorf weist nach, dass Japan
bei der Entwicklung und dem Einsatz von Industrierobotern führend ist
und diesen Vorsprung zurzeit durch umfassende Forschungsprojekte abzu-
sichern versucht. Auch bei Servicerobotern verspricht Japan zu einem Füh-
rungsmarkt zu werden, wenn es gelingt, aus humanoiden Prestigeobjekten
konkrete und praktisch einsetzbare Produkte zu generieren.
Im Themenbereich „Information und Kommunikation“ werden Ja-
pans Markt für mobile Kommunikation und die japanische Videospielin-
dustrie vorgestellt. Alexander Müller und Martin Seibert argumentieren,
dass die Zukunftsfähigkeit der i-mode-Technologie durch Smartphones ge-
fährdet ist. Auf der anderen Seite zeigen sich für die japanischen Anbieter
von Mobile Solutions aber auch hervorragende Wachstumschancen durch
die Standardisierung im Telematik-Bereich und durch den Wissensvor-
sprung im Bereich von 3G-Infrastruktur. Christian Winkler stellt fest, dass
der Weltmarkt für Spielekonsolen trotz des Zutritts durch Microsoft noch
immer von Sony und Nintendo dominiert wird. Auch sind etliche japani-
sche Softwarehersteller sowohl zu Hause als auch auf dem Weltmarkt sehr
gut positioniert. Aufgrund steigender Entwicklungskosten dürfte sich die
Konsolidierung der Industrie allerdings fortsetzen.
Der Themenbereich „Transport“ umfasst Beiträge zur Brennstoffzel-
len-Technologie, zu Intelligenten Transportsystemen (ITS) und zur japani-
schen Luftfahrtindustrie. Hiromichi Kunimi konstatiert, dass Brennstoff-
zellen als Fahrzeugantriebssystem der Zukunft gelten. Auch in ihren
Einsatz im privaten Haushalt werden hohe Erwartungen gesetzt. Allerdings
wird das Tempo der Verbreitung von Brennstoffzellen von ihren Preisen,
der Preisentwicklung auf dem Energiemarkt generell und vom Aufbau des
Versorgungsnetzes abhängen. Andreas Moerke beschreibt, dass die kon-
zentrierte Aktion von Ministerien und Industrien im Bereich ITS Japan ei-
ne Spitzenposition verschafft hat. Da kein Nachlassen der Aktivitäten zu
sehen ist, kann weiterhin von einer Spitzenstellung Japans in diesem Be-
reich ausgegangen werden. Sigrun Caspary vertritt die These, dass Japan
in der Luftfahrtindustrie in technologischer Hinsicht durchaus den Ländern
der weltweiten Spitzengruppe zuzurechnen ist und auch künftig in diesem
Bereich eine nennenswerte Rolle spielen wird.
X Vorwort
Natürlich dürfen auch zukunftsorientierte Entwicklungen im Dienstleis-
tungssektor nicht ignoriert werden. Der Themenbereich „Services“ zeigt
Beispiele aus den Feldern Finanzdienstleistungen, Modeindustrie und Dis-
tribution. Nach Ansicht von Martin Schulz ist Japan nicht länger „over-
banked“ und scheint am Anfang einer Reihe von Finanzinnovationen im
Bereich des „elektronischen Geldes“ zu stehen. Sowohl der Markt wie
auch die Infrastruktur und die notwendigen Technologien sind hierfür be-
reits reif. Ob die Banken diese Chance im Retail Banking ergreifen, ist je-
doch noch offen. Sabine Pick sieht neben dem gestiegenen Wettbewerbs-
druck durch internationale Konkurrenten den demografischen Wandel
Japans als große Herausforderung für die japanische Modeindustrie. Sie
konstatiert darüber hinaus eine voranschreitende Polarisierung der Preis-
segmente, auf die die Hersteller bisher nur unzureichend reagieren. Hend-
rik Meyer-Ohles Beitrag unterstreicht, dass sich das japanische Distributi-
onssystem in den 1990er Jahren und zu Beginn des 21. Jahrhunderts
deutlich gewandelt hat. Die Vorrangstellung der Hersteller ist einer Orien-
tierung an Kundeninteressen gewichen, was dem Einzelhandel eine deut-
lich bessere Verhandlungsposition sichert. Es gibt sogar Einzelhandelsun-
ternehmen, die so stark geworden sind, dass sie den Großhandel aus der
Vertriebskette eliminieren. Auch die Hersteller suchen verstärkt die direkte
Zusammenarbeit mit dem Einzelhandel ohne Nutzung des Großhandels.
Naturgemäß konnten nicht alle Industrien und Technologien, die inter-
national als zukunftsweisend gelten, in einem einzigen Band umfassend
abgehandelt werden. So mag mancher Leser Ausführungen zu ebenfalls in-
teressanten Gebieten, wie Optoelektronik, Umwelttechnologien oder Digi-
tal Content, vermissen. Dennoch gibt der Sammelband einen guten Ein-
blick in Japans Stärken und Schwächen in zentralen Zukunftstechnologien
und -industrien.
Grußwort und Danksagung
Die Entstehung von „Japans Zukunftsindustrien“ wäre nicht möglich ge-
wesen ohne die Forschungsnetzwerke, in denen wir uns bewegen. Unser
Dank gilt zuerst den Autorinnen und Autoren, die ihr Wissen mit uns tei-
len. Kollegiale Unterstützung erfuhren wir auch an beiden Instituten durch
Diskussionen über die Struktur des Bandes oder bei der Suche nach und
Ansprache von Autoren. Wir freuen uns, dass der Springer-Verlag den
Band so bereitwillig und schnell in das Verlagsprogramm aufnahm. Frau
Dr. Martina Bihn hat das Projekt engagiert und geduldig betreut. Ohne
Stephan Schönfelds Lektorat und sein sowie Nina Bonges Einsatz beim
Layout wäre der Band vielleicht noch immer nicht fertig gestellt. Ihnen
Vorwort XI
beiden gilt ebenfalls unser herzlicher Dank. Trotz aller Unterstützung
bleibt die Verantwortung für Fehler bei den Herausgebern. Wir hoffen,
dass es nicht zu viele sein mögen und dass die Inhalte das Interesse vieler
Leser wecken!
Für Anfragen, Anmerkungen oder auch Kritik sind wir unter den E-
Mail-Adressen [email protected] und walke@zukunftsindus-
trien.de zu erreichen. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.
Tokio und Hamburg, im Juli 2006
Andreas Moerke Anja Walke
Deutsches Institut für Japanstudien GIGA Institut für Asienkunde