Table Of ContentFORSCHUNGSBERICHTE DES LANDES NORDRHEIN-WESTF ALEN
Nr. 2786/Fachgruppe Bau/Steine/Erden
Herausgegeben vom Minister fUr Wissenschaft und Forschung
Dipl. -Ing. Dipl. -Wirtsch. -Ing. Bernt Langeneke
Lehrgebiet Baubetriebswissenschaft
der Rhein. -Westf. Techn. Hochschule Aachen
Leiter: Prof. Dr. -Ing. Karl Kutsch
Informationssysteme im Bauwesen
- Eine Bestandsaufnahme -
Westdeutscher Verlag 1978
CIP-Kurztitelaufnahme der Deutschen Bibliothek
Langeneke, Bernt:
Informationssysteme im Bauwesen : e. Bestands
aufnahme / Bernt Langeneke. Leiter: Karl Kutsch.
- Opladen: Westdeutscher Verlag, 1978.
(Forschungsberichte des Landes Nordrhein
Westfalen; Nr. 2786 : Fachgruppe Bau, steine,
Erden)
ISBN-I3: 978-3-531-02786-9 e-ISBN-I3: 978-3-322-88604-0
DOl: 10.1007/978-3-322-88604-0
© 1978 by Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen
Gesamtherstellung: Westdeutscher Verlag
III
Informationssysteme im Bauwesen - eine Bestandsaufnahme
Inhalt
O. Vorhaben und Aufbau der Bestandsaufnahme 1
===========================================
I. Grundlagen und Bestandsaufnahme 3
1. Unternehmen und Informationssystem 3
1.1 Organisationstheorie und Information 3
1.2 Das Unternehmen als System 4
1.3 Das Unternehmen als System von
Regelkreisen 7
1.4 Unternehmensmodelle und Informations
systeme 14
2. Schwierigkeiten beim Aufbau von Informations
systemen und Ansatze zu deren Uherwindung 15
2.1 Management-Informationssystem 15
2.1.1 Das Management 16
2.1.2 Management-Informationen 19
2.2 Gesamt-Informationssystem 21
2.3 Optimales Informationssystem 22
2.3.1 Die Ziele 23
2.3.2 Die Sprachen 25
2.3.3 Die Randbedingungen 29
3. Vorhandene Modelle von Informationssystemen 30
3.1 Modelle fUr die stationare Industrie 31
3.2 Modelle fur das Bauwesen 36
3.2.1 Teilbereiche der EDV als Informations
system 37
3.2.1.1 Programmketten 37
3.2.1.2 Datenbanke, Modellbanke und Methodenbanke 40
3.2.2 Modelle von Informationssystemen mit
systemtheoretischem Ansatz 43
3.2.2.1 Das Modell zur "Planung und Lenkung des
instationaren Baubetriebs" 44
3.2.2.2 Das "Modell eines Informationssystems
fur das Bauwesen" 49
3.2.2.3 Das "IMIS fur Baubetriebe" 55
IV
II. Bauunternehmen und Informationssystem 57
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1. Informationsverarbeitung im Bauunternehmen 58
1.1 Besonderheiten des Informationsbedarfs
bei Bauunternehmen 58
1.1.1 Informationsbedarf fur Entscheidungen 59
1.1.2 Bedarf an Koordinationsinformationen 63
1.1.3 Organisationsmittel und Informationsbedarf 68
1.2 Beispiele und Kritik der Informations
verarbeitung in der Praxis von Bauunter
nehmen 69
1.2.1 Vernachlassigung zuganglicher Informationen 69
1.2.2 Wechselnde Verwendung der Gliederungs
prinzipien "Arbeitsgliederung" und
"Erzeugnisgliederung" innerhalb des Bau
unternehmens 73
1.2.3 Mangelnde Abstimmung von technischen und
wirtschaftlichen Aspekten bei der Planung
der Leistungserstellung 78
2. Anwendbarkeit von Modellen fur die stationare
Industrie in Bauunternehmen 79
2.1 Anwendung des "KaIner Integrationsmodells" 80
2.2 Das "Informationssystem fur Maschinenbau-
Unternehmen mit Einzel- und Serienfertigung" 85
2.3 Das "Informations-System fur die Entwicklung
und Gestaltung von Produkten der Maschinen-
bauindustrie" 88
2.4 Das "Management-Informations- und Kontroll-
System fur eine Raffinerie" 90
3. Zusammenfassung und Ergebnis 92
III. Literaturverzeichnis 93
=========================
o. Vorhaben und Aufbau der Bestandsaufnahme
===========================================
In der Literatur werden zur Losung von Informations
problemen der Unternehmen zunehmend Modelle von Infor
mationssystemen angeboten. Die Modelle behandeln zum
uberwiegenden Teil die stationare Industrie, nur wenige
beschaftigen sich mit dem Bauwesen.
FUr die Baubetriebswissenschaft ist es eine reizvolle
Aufgabe zu prufen, inwieweit die vorhandenen Modelle
eine Hilfe bei den Problemen der Bauunternehmen bieten
konnen und gegebenenfalls ein neues Modell zu erarbeiten.
Voraussetzung fur dieses Vorhaben ist es, die ein
schlagige Literatur kritisch zu sichten, bestehende
Modelle fur die Bauindustrie und die stationare In
dustrie zu analysieren und die besonderen Anforderungen
des Bauunternehmens an sein Informationssystem zu
erarbeiten.
Als Ergebnis dieser Bestandsaufnahme wird sich zeigen,
daB der Aufbau eines eigenen Modells fur Bauunternehmen
notwendig ist, die Bestandsaufnahme bildet ihrerseits
eine Grundlage fur den Aufbau dieses neuen Modells.
Die Bestandsaufnahme gliedert sich in zwei Abschnitte:
I - Grundlagen und Bestandsaufnahme
mit der kritischen Sichtung der einschlagigen
Literatur und der Analyse vorhandener Modelle
und
-2-
II - Bauunternehmen und Informationssystem
mit der Analyse der Informationsverarbeitung im
Bauunternehmen und der Untersuchung der Anwendbar
keit von Modellen fur die stationare Industrie in
Bauunternehmen.
Zu Beginn jeden Kapitels sind die wesentlichen Gedanken
und Ergebnisse kurz zusammengestellt; die eigentliche
Diskussion, die zu diesen Ergebnissen fuhrte, folgt davon
abgesetzt.
-3-
I. Grundlagen und Bestandsaufnahme
==================================
1. Unternehmen und Informationssystem
Theoretische Grundlagen fur die Erklarung und Bewaltigung
von Informationsproblemen des Unternehmens liefert die
organisationstheoretische Forschung.
In ihrer Diskussion lassen sich vier Ansatze zum Verstand
nis des Phanomens "Organisation" erkennen:
-betriebswirtschaftlich-pragmatische Ansatze,
-entscheidungstheoretische Ansatze,
-verhaltenstheoretische Ansatze und
-informationstechnologische Ansatze.
Die organisationstheoretische Forschung versucht gegen
wartig, die Ergebnisse der verschiedenen Richtungen zu
einer einheitlichen Organisationstheorie zusammenzufassen.
Einen wesentlichen Beitrag fur eine solche Theoriebildung
leisten nach Ansicht GROCHLA's ( [57] 8.37) die 8ystem
theorie und - speziell fur die Untersuchung von Infor
mationssystemen - Regelkreisvorstellungen und die Modell
analyse.
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Informationsprobleme werden bei den vier Ansatzen, mit
denen die organisationstheoretische Forschung das Phanomen
"Organisation" zu erklaren sucht, unterschiedlich gewichtet,
alle leisten jedoch einen Beitrag zur Losung der Informations
probleme (vgl. [56] und [57] 8.20 ff.).
Bei den betriebswirtschaftlich-pragmatischen Ansatzen
steht das Problem der Zuordnung der Teilaufgaben eines Un
ternehmens zu Aufgabentragern im Vordergrund. Es werden vor
wiegend die Probleme der Anweisung untersucht, andere In
formationsprobleme bleiben unberucksichtigt.
-4-
Die entscheidungstheoretischen Ansatze gehen von der An
nahme aus, daB die Aktionen eines Unternehmens durch Ent
scheidungsp~ozesse bestimmt werden, an denen mehrere Mit
glieder des Unternehmens beteiligt sind. Informations
austausch und Informationsgewinnung werden als Voraus
setzung fUr das Zustandekommen von Entscheidungen ange
sehen.
Die verhaltenstheoretischen Ansatze versuchen, Erkennt
nisse der Soziologie und der Psychologie fur die Organi
sationstheorie nutzbar zu machen. Zur Erklarung von In
formationsproblemen interessieren hier besonders Klein
gruppenexperimente, in denen die Effizienz der Gruppe in
Abhangigkeit von ihrer Kommunikationsstruktur untersucht
wird.
Die informationstechnologischen Ansatze befassen sich im
wesentlichen mit den Fragen des Einsatzes der automatischen
Datenverarbeitung. Hier stehen zwar Informationsprobleme im
Mittelpunkt, durch die Beschrankung auf heute mit Hilfe der
Datenverarbeitung losbare Probleme rouB jedoch der Bereich
der nicht programmierbaren Entscheidungen ausgeklammert
bleiben.
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Die Systemtheorie faBt ein System auf als eine Nenge von
Elementen, die durch Beziehungen verknupft sind. Der Be
griff des Systems ist sehr flexibel; weder hinsichtlich der
Elemente noch hinsichtlich der Beziehungen werden Ein
schrankungen gemacht. Elemente des Systems "Unternehmen"
konnen die im Unternehmen ausgeubten Funktionen sein.
Beziehungen zwischen diesen Funktionen konnten in Form von
Gutern, Energie oder Informationen auftreten.
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FUr die Organisationsforschung liegt die Bedeutung der
Systemtheorie darin, daB sie fur die Untersuchung von In
formationsproblemen in Unternehmen eine einheitliche
Terminologie zur Verfligung stellt. Daneben ermoglicht die
systemtheoretische Betrachtung, die Beziehungen zwischen
den Elementen des Systems "Unternehmen" oder Teilen davon,
eben auch Informationsbeziehungen, zu untersuchen und dar
zustellen, ohne bestimmte Organisationsmittel oder eine
bestimmte Aufbauorganisation voraussetzen zu mussen. LOst
man sich namlich bei der Untersuchung von Informations
systemen von der Betrachtung von Dienststellen und unter
sucht allein die Tatigkeiten, so wird die Untersuchung un
abhangig von der BetriebsgroBe und der vorhandenen Organi
sation. "Bei naherer Betrachtung hat sich gezeigt, daB das,
was getan werden muB - d. h. die Funktionen - in allen
Betrieben eines Wirtschaftszweiges - z. B. der Industrie
oder des GroBhandels - gleich ist. Die Funktionen be
stehen unabhangig vom Produktions- und Verkaufsprogramm und
unabhangig von der BetriebsgroBe uberall gleichermaBen".
( [121 S.121).
Bei einer Auffassung des Unternehmens als System sind die
Begriffe Kommunikationssystem und 1nformationssystem zu un
terscheiden. Yom Kommunikationssystem wird in tlberein
stimmung mit der 1nformationstheorie in dieser Arbeit dann
gesprochen, wenn die informationsverarbeitenden Funktionen
mit allen ihren 1nformationsbeziehungen betrachtet werden,
vom 1nformationssystem dann, wenn nur die formellen
Kommunikationsbeziehungen gemeint sind (vgl. Abb. 1.1).
-6-
Die Unterscheidung kann verdeutlichen, daB nicht alle
1nformationsbeziehungen in der Organisation formell vor
gesehen sind, man bei Ausklammerung der informellen Be
ziehungen aber nur einen Teilaspekt des Problems behandelt.
Die informellen Beziehungen sind teils unternehmensbe
dingt, teils durch personliche und soziale Bedtirfnisse
hervorgerufen (vgl. [8] s. 347).
informelle
Informationsbeziehungen
rechnergestUtztes nicht rechnergestUtztes unternehmens- sozial persllnlich
Informations system Informationssystem bedingte bedingte bedingte
Informationsbeziehungen
Abb. 1.1 Abgrenzung zwischen Kommunikationssystem
und 1nformationssystem