Table Of ContentLandsberg/Pinkau . Holzsysteme für den Hochbau
Heike Landsberg
Stephan Pinkau
Holzsysteme
für den
Hochbau
Grundlagen
Systeme
Beispiele
Verlag W. Kohlhammer
Die Deutsche Bibliothek - CIP-Einheitsaufnahme
Landsberg, Heike:
HOlzsysteme für den Hochbau: Grundlagen, Systeme, Beispiele /
Heike Landsberg ; Stephan Pinkau. -
Stuttgart ; Berlin ; Köln: Kohlhammer, 1999
ISBN 978-3-8348-1662-7 ISBN 978-3-322-99952-8 (eBook)
DOI 10.1007/978-3-322-99952-8
Die technischen Angaben erfolgen nach bestem Wissen.
Eine Haftung kann nicht übernommen werden.
Alle Rechte vorbehalten
© 1999 W. Kohlhammer GmbH
Stuttgart Berlin Köln
Verlagsort: Stuttgart
Umschlag: Data Images GmbH
Gesamtherstellung:
W. Kohlhammer Druckerei GmbH + Co. Stuttgart
Inhalt
1. Grundlagen zum System bau mit Holz
1.1 Der Stand der Dinge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 10
1.2 Die bisherige Entwicklung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 12
1 .3 Wege der Rationalisierung am Bau ............. 16
1 .4 Bauen mit Systemen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. . 20
1 .5 Werkstoff Holz. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ... . 2.6 . . . . .
2. Holzsysteme
::;:rt 2.1 Bauholz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 35
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I.d'~"'-" ~"'~I 2.2 Brettschichtholz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 41
2.3 Holzverbundwerkstoffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 49
2.4 Profilträger. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 81
2.5 Verbindungsmittel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 95
2.6 Systeme aus Stäben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 109
2.7 Holzrahmenbauwände. . . . . . . . . . . . . . . . .. .. . 1. 1. 5
2.8 Massivholzwände ........................... 123
2.9 Hohlkastenwände und -decken ................. 131
2.10 Holzrahmenbau- und Rippendecken ............ 139
2.11 Massivholzdecken . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 149
2.12 Raumzellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 157
3. Beispiele zur Verwendung von HOlzsystemen
3.1 Wohnbauten. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 163
3.2 Öffentliche Bauten und Gewerbebauten . . . . . . . . .. 185
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Vorwort Dieses Buch stellt heute verfügbare HOlzsysteme
erstmals in der Übersicht dar.
Holz bietet sich seit jeher als leicht verfügbarer und
preiswerter Baustoff an. Grundlage der Darstellung sind Vorlesungen von
Durch die Art seiner Entstehung liegt es bereits im Stephan Pinkau als Gastprofessor an der Techni
Urzustand stabförmig vor und braucht vor seiner schen Universität Berlin im Fach Baukonstruktion,
Verwendung nur auf Format geschnitten zu werden. eine Analyse verfügbarer Holzsysteme und realisier
ter Projekte in Holzbauweise.
Die modernen Entwicklungen im Holzbau setzen
allerdings nicht an dieser Stelle an. Vielmehr ver Herrn Dipl. Ing. Gerke, Herrn Dipl. Ing. Voß und
langt der zunehmende Vorfertigungsgrad eine Ent Herrn cand. arch. Bonzel danken wir für die gute
wicklung von Holzsystemen, die sich mit geringem Zusammenarbeit.
Montageaufwand vor Ort zusammensetzen lassen.
Ergänzende Informationen finden Sie im Internet
Entwurfliche und konstruktive Überlegungen hierzu unter http://www.snafu.de/-Iandsberg.pinkau oder
gehen zurück auf Architekten wie F.L. Wright, unter http://www.fh-anhalt.de
K. Wachsmann, W. Gropius und H. Poelzig.
Heike Landsberg
Bei industriell vorgefertigten Holzsystemen kann das Stephan Pinkau
geschnittene Ausgangsmaterial nur in manchen Fäl
len direkt eingesetzt werden, meistens sind
bestimmte Holzeigenschaften in einer automatisier
ten Fertigung hinderlich.
Dann werden die Stämme erst zu Brettern, Furnie
ren oder Spänen verarbeitet, daraus stab- oder plat
tenförmige Halbzeuge erstellt und anschließend
komplexe Systeme gefertigt.
Literatur: [28]
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1. Grundlagen zum Systembau mit Holz
Literatur: [10]
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H. Landsberg et al., Holzsysteme für den Hochbau
© W. Kohlhammer GmbH 1999
1.1 Der Stand der Dinge Große Fortschritte in der Industrialisierung sind (auf
grund der abgrenzbaren Betätigungsfelder und der
Die staatlichen Gelder für die Wohnungsbauförde hohen Wertschöpfung) vor allem in der Fertighaus
rung werden drastisch abgebaut. industrie, im Fassaden- und Hochhausbau erzielt
Damit stellt sich die Frage nach neuen Wegen zu worden.
erträglichen Baukosten mit steigender Dringlichkeit.
Diese Entwicklung wird schrittweise auch auf die
Ein Weg aus der zunächst eingetretenen Stagnation vielfältigen übrigen Bausektoren übertragen. Hierbei
ist (neben einer Reduzierung kostenintensiver Vor treten in sich abgeschlossene Bausysteme in den
schriften) die konsequente Rationalisierung, d.h. die Hintergrund.
Industrialisierung des Bauens.
Kurze Rüstzeiten der Maschinen, hohe Flexibilität
Die Bayerische Staatsregierung hat hier in den ver (Anpaßbarkeit durch Digitalisierung und Automati
gangenen Jahren mit den Pilotprojekten zur Errich sierung des Herstellungsprozesses) und verbes
tung von Wohnungen in Holzbauweise unter beiden serte Logistik (Fertigung auf ein Projekt bezogen,
Aspekten einen wichtigen Anschub geliefert. nicht für einen Lagerbestand) bewirken, daß die
Ein Teil der jüngsten Entwicklungen zum Holzbau in Fügung der Elemente den Schwerpunkt der Auf
Deutschland ist hierauf zurückzuführen. merksamkeit beansprucht und entscheidend wird für
die Wirtschaftlichkeit.
"Industrialisierung des Bauens" umschreibt die
Gesamtheit rationeller, arbeitsteiliger Verfahrens Neue Systeme sind meist patentrechtlich geschützt
und Organisationsformen im Bauprozeß. und werden ausschließlich von einer Firma angebo
ten.
Bedeutung erlangt dieser Begriff dadurch, daß im
Bausektor (anders als in den meisten übrigen Wirt Für eine Vergleichbarkeit der Angebote bietet sich
schaftssektoren ähnlich großer Bedeutung) noch deshalb eine funktionale Ausschreibung an, die das
immer ein großer Teil der Arbeit von Hand, d.h. gewünschte Ergebnis genau definiert, innerhalb
lohn- und kostenintensiv, ausgeführt wird. bestimmter Grenzen jedoch die Wahl des Weges zu
diesem Ziel dem Systemanbieter überläßt.
Literatur: [7; 23], (20)
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Bauherren, Architekten, Unternehmer
Mit zunehmender Vorfertigung verlagert sich der
Schnittpunkt von der Planungs- zur Ausführungs
phase zeitlich nach vorne.
In diesem Zusammenhang sichern die Planung und
Bauüberwachung eines freien Architekturbüros nicht
nur die entwurfliche Qualität bis zur Realisierung,
sondern gewährleisten auch die Wirtschaftlichkeit
des Gesamtvorhabens.
Die Systemhersteller treten teilweise als General
übernehmer auf und bieten, ausgehend z.B. von
einem vorliegenden Bauantrag, eine schlüsselfertige
Komplettleistung einschließlich Ausführungsplanung
zum Festpreis an.
Um hier als Architekt beratend tätig zu sein, muß
man die spezifischen Anforderungen und Charakte
ristiken der Systeme kennen und bewerten können,
d. h., es ist firmenübergreifendes, generalistisches
Wissen gefragt.
Auf dieser Basis kann sich dann die Planung posi
tive Aspekte der industriellen Vorfertigung zunutze
machen. Die Beispiele im dritten Teil des Buches
zeigen, was sich aus der großen Präzision und
Maßhaltigkeit der neuen Holzelemente und Füge
techniken entwickeln läßt.
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Früheste Ansätze "industrieller Vorfertigung": Zeitlich ebenfalls weit vor der Entwicklung von Holzsystemen:
Im Steinbruch werden ringförmige Gräben um die Säulen ausge Kuppel des Ford Rundbaus (Buckminster Fuller).
schlagen und dann die einzelnen Säulenstümpfe ausgebrochen. Die letzten Platten aus Glasfiber-Polyesterkunststoff werden
außen angebracht.
1.2 Die bisherige Entwicklung Den eindeutigen Zusammenhang zwischen materi
algerechter Gestaltung und Kräfteverlauf zeigen
auch die Bauten der Gotik.
Wie wirken sich neue Bauweisen auf den architekto
nischen Entwurf aus und wie können die Regeln
Mit der Technikentwicklung, vor allem während des
industrieller Fertigung in Architektur umgesetzt wer
letzten Jahrhunderts, wird der erforderliche Wissens
den?
umfang für Baumeister sehr umfangreich.
Material und Ausführungstechnik haben nicht nur zu
Ausgehend von der für den Eisenbahn- und
jeder Zeit Einfluß auf Architektur, vielmehr besteht
Brückenbau erforderliche Spezialisierung entwickeln
bis in die jüngere Vergangenheit hinein eine selbst
sich auch im allgemeinen Hochbau die Berufsbilder
verständliche Einheit von gebauter Form und den
von Architekten und Bauingenieuren auseinander.
Möglichkeiten des Materials, der materialgerechten
Konstruktion.
Für die Entwicklung von und die Planung mit indu
striell vorgefertigten Holzsystemen muß diese Tren
In der Architekturgeschichte erfolgt die Integration
nung nun wieder überwunden werden, mehr noch:
von Material, Form und Funktion in der Person der
Baumeister.
Die enge Zusammenarbeit der beiden Fachdiszipli
Ihnen obliegt nicht nur die Planung, sondern auch
nen ist hier die Voraussetzung für den Erfolg.
die Ausführung der Bauten.
Stehen nur Steine als Baumaterial zur Verfügung,
so hat dies Stützenabstände zur Folge, die ohne
Bewehrung überbrückt werden können.
Nach der Entdeckung des Gewölbes erfolgt die
Anpassung der architektonischen Möglichkeiten an
den Fortschritt der Baukunst.
Literatur: [42; 35], [36; Abb. 64]
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