Table Of ContentHoher Blutdruck
Eine aktuelle 8estandsaufnahme
Herausgegeben von
R. Gotzen und F. W. Lohmann
Mit 65 Abbildungen urid 40 Tabellen
Springer-Verlag
Berlin Heidelberg New York 1979
Professor Dr. Reinhard Gotzen
Medizinische Klinik und Poliklinik, Universitatsklinikum Steglitz,
Hindenburgdamm 30,1000 Berlin 45
Privatdozent Dr. Friedrich Wilhelm Lohmann
I. Innere Abteilung des Stadt. Krankenhauses Neuk6lln,
Rudower StraBe 56, 1000 Berlin 47
ISBN-13: 978-3-540-08715-1 e-ISBN-13: 978-3-642-66918-7
001: 10.1007/978-3-642-66918-7
CIP-Kurztitelaufnahme der Deutschen Bibliothek. Hoher Blutdruck : e. aktuelle Be
standsaufnahme 1 hrsg. von R. Gotzen u. F. W. Lohmann. - Berlin, Heidelberg, New
York: SpringElr, 1979. NE:.Gotzen, Reinhard [Hrsg.]
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2127/3130-543210
Grundlage dieses Buches bilden Referate, die anlaBlich eines interna
tionalen Hochdrucksymposions am 24. und 25. Februar 1978 in der Kon
greBhalle Berlin gehalten wurden.
Bei einer Haufigkeit von etwa 15% der Bevolkerung in den Industrie
landern stellt die arterielle Hypertonie keineswegs eine Seltenheit
dar. Zweifellos bedeutet die Feststellung eines erhohten Blutdruckes
weder eine diagnostische Schwierigkeit noch einen kostspieligen Auf
wand. Hoher Blutdruck ist einer der wichtigsten Risikofaktoren kardio
vaskularer Erkrankungen. Jede chronische Blutdrucksteigerung begtin
stigt die Entwicklung der Arteriosklerose mit ihren Folgeerscheinungen,
besonders im Bereich des Herzens, des Gehirns und der Nieren. Haupt
risiko der Hochdruckerkrankung ist eine erhohte Morbiditat und Letali
tat an koronaren Herzerkrankungen sowie an harnorrhagisch und thrombo
tisch bedingten Apoplexien. Es ist bewiesen, daB durch eine wirksame
blutdrucksenkende Behandlung das Komplikationsrisiko des Hochdruckkran
ken erheblich verringert und damit seine Lebenserwartung wesentlich
verbessert werden kann. Urn so erschreckender sind deshalb Statistiken,
nach denen in den sogenannten Industrielandern bei tiber der Halfte
aller Hochdruckkranken der Bluthochdruck nicht erkannt und bei einem
hohen Prozentsatz der diagnostizierten Hochdruckkranken nicht adaquat
behandelt wird. Ausgehend von diesen alarrnierenden Zahlen hat es sich
die Deutsche Liga zur Bekarnpfung des hohen Blutdrucks zur Aufgabe ge
macht, die Bevolkerung tiber die Gefahren der Hochdruckkrankheit aufzu
klaren und die Arzteschaft systernatisch tiber neuere Moglichkeiten der
Erkennung und Behandlung des Hochdrucks, seiner verschiedenen Ursachen
und die verschiedenen Stadien der Erkrankung zu informieren.
Dieses Buch hat daher das Ziel, tiber neuere Aspekte der Epidemiolo
gie und Pathophysiologie des Bluthochdrucks zu berichten und Probleme
der Diagnostik und ~herapie des Hochdrucks, orientiert am derzeitigen
Wissensstand, moglichst praxisrelevant zu besprechen. Es sei aber nicht
verschwiegen, daB viele atiologische, pathogenetische, aber auch dia
gnostische und therapeutische Fragen auf diesem Gebiet noch offen sind.
Berlin, im Februar 1979 R. GOT ZEN
F.W. LOHMANN
Inhaltsverzeichnis
Epidemiologie, Pathogenese und Diagnostik •••.••.•••...•••..•
Epidemiologie des Hochdrucks
F.H. Epstein 3
Regulation des normalen Kreislaufs
O.H. Gauer (Mit 7 Abbildungen). • • 11
Pathogenetische Faktoren bei arterieller Hypertonie
K.D. Bock (Mit 5 AbbiYdungen) • • . • • • • • 22
Kreislaufmechanik bei arterieller Hypertonie
M. Anlauf (Mit 4 Abbildungen) . • 30
Rationelle Diagnostik bei arterieller Hypertonie
R. Gotzen (Mit 1 Abbildung) • • . . . 39
Kritische Bewertung von BlutdruckmeBmethoden
B'. Kronig (Mit 4 Abbildungen) ••••.••. 51
Therapie 65
Chirurgische Moglichkeiten der Hochdruckbehandlung
R. Haring, A. Hirner und Th.Karavias (Mit 21 Abbildungen) 67
Pharmakologische und klinisch-pharmakologische Grundlagen der Hochdruck
behandlung
K.H. Rahn ••.•.•.•..••.•.•• , ••..•• 87
AII~emeine Pharmakologie von Beta-Adrenoceptorantagonisten
B. Xblad, E. Carlsson, L. Ek, G. Johnsson und B. Lundgreen (Mit 8 Abbildungen). 93
Beta-Blocker zur Hochdrucktherapie in der Praxis
F.R. BUhler und G. Ferel (Mit 5 Abbildungen) ••• • . 108
Klinische Erfahrungen mit Beta-Blockern in der antihypertensiven Langzeit
therapie
L. Hansson (Mit 3 Abbildungen). • • • • • • 116
Praxis der medikamentosen Hochdrucktherapie
F.W. Lohmann (Mit 7 Abbildungen). 122
Sachverzeichnis . 135
Epidemiologie, Pathogenese
und Diagnostik
Epidemiologie des Hochdrucks
F. H. Epstein·
1. Ein1eitung
In den 1etzten 25 Jahren hat die Epidernio10gie entscheidende Beitrage
zur Hypertonieforschung ge1eistet. Die Vertei1ung der B1utdruckwerte
in der Bev61kerung und Norma1bereiche wurden definiert, die Risiken
der Hypertonie quantitativ erfaBt, Hinweise auf ursach1iche Mechanis
men erbracht und sch1ieB1ich Interventionsstudien unternommen. Die fo1-
genden Ausflihrungen geben nur einen kurzen und ausgewah1ten Uberb1ick.
2. Was ist Hypertonie?
Ein bahnbrechender AnstoB kam nicht von einem Epidernio10gen, sondern
dem groBen Hypertonieforscher Sir George Pickering im Jahre 1953 mit
der These, daB Hochdruck 1edig1ich den oberen Bereich der normal ver
tei1ten Streukurve des B1utdrucks darste11e, daB jeg1iche Definition
der "Hypertonie" daher wi11klir1ich sei und daB der B1utdruck ebenso
wie die K6rper1ange, von einer Mehrzah1 von Genen und Umwe1teinf1lissen
bedingt ist (24). A11e Versuche, einen bi-moda1en Einschnitt in der
Streukurve zu finden, sind gescheitert, und Pickerings dama1s revo1u
tionare Ansichten gel ten nun durchwegs a1s richtig. Die uni-moda1e,
1eicht asymmetrische Vertei1ungskurve in der BASF-Studie (15) ist re
prasentativ flir unzah1ige, monoton identische Befunde.
Da dernnach Hypertonie nicht bio10gisch definierbar ist, mlissen ver
nlinftige, wenn auch wi11klir1iche Grenzen gesetzt werden. Eine Arbeits
gruppe der We1tgesundheitsorganisation sch1ug im Jahre 1959 vor, B1ut
druckwerte von 160 mmHg systo1isch und/oder 95 mmHg diasto1isch oder
h6her a1s hyperton und Werte unter 140/90 mmHg a1s "normal" zu be
zeichnen, a11e anderen sind Grenzwerte (14). Diese Definition hat sich
praktisch gut bewahrt, obwoh1 sie dern Alter des Erkrankten nicht Rech
nung tragt. Sekundare Formen der Hypertonie sind in die Streukurven
einbezogen. Ihr Prozentsatz 1iegt bei allen Hypertonikern - se1bst in
Hypertoniek1iniken - unter 10% und ist in der Bev61kerung gewiB bedeu
tend niedriger. Die Hypertonie hat in Industrie1andern im mittleren
Lebensa1ter eine Prava1enz urn 15 Prozent (9, 31).
3. Vor1aufer und Verlauf der Hypertonie
Wegen der Risiken und Haufigkeit der Hypertonie lag bisher der Schwer
punkt auf der Behand1ung des erh6hten B1utdrucks. Es wird aber immer
*Institut fur Sozial- und Praventivmedizin, Universitat Zurich, GloriastraBe 32 B,
CH-8006 Zurich.
4
klarer, daB das optimale Ziel nicht die Prophylaxe der Komplikationen
von Hypertonie, sondern die VerhUtung der Hypertonie selbst sein soll
teo PraventivmaBnahmen waren besonders wichtig fUr junge Menschen mit
erhohtem Hypertonierisiko.
Es gibt zwei Moglichkeiten, anfallige Personen zu identifizieren:
Erstens ist der Blutdruck bei Eltern und Kindern und unter Geschwistern
stark korreliert (7, 35, 38). Daher sind Kinder von Hypertonikern ge
fahrdet; schon von Jugend an sollte Ubergewicht verhindert und der
Salzkonsum niedrig gehalten werden (s. unten). Zwar entwickeln nicht
aIle Kinder von Hypertonikern eine Hypertonie, doch ist nicht vorauszu
sagen, welches einzelne Kind betroffen sein wird. Deshalb muB die Pro
phylaxe aIle Kinder einschlieBen. Diese Uberlegungen beruhen nicht auf
prospektiven Studien, welche es nicht gibt. Die GroBe des Risikos ist
nicht genau abzuschatzen, doch geben Daten aus Querschnittstudien
groBenordnungsmaBige Hinweise: In der Tecumseh-Studie, die eine ganze
Gemeinde umfaBte, wird berichtet, daB bei 26% der Kinder, von denen
ein oder beide Elternteile einen systolischen Druck in den obersten
20% der Streukurve aufwiesen, die Werte ebenfalls in diesem Bereich
lagen (7) (Tabelle 1). Vorausgesetzt, daB ein groBer Teil dieser Kin
der spater in den hypertonen Bereich fallen wird, kann man dieses Ri
siko mit 15-25% einsetzen, verglichen mit einem Risiko von etwa 10%
bei den restli~hen Kindern. Die absolute Aussagekraft eines Hyperto
niebefundes bei den Eltern ist zwar nicht sehr graB, aber, wie aus
einer Reihe von Studien hervorgeht, hochsignifikant.
Ein MaB fUr die Haufung der Hypertonie in Familien ergibt sich auch
aus Studien bei Zwillingen (Tabelle 2). Wenn ein Zwilling einen diasto
lischen Wert Uber 95 mmHg aufweist, liegt die Wahrscheinlichkeit eines
ahnlichen Befundes bei seinem Zwillingsbruder bei 19%, d.h. 1,6 mal
hoher als beim Durchschnitt von 12%. Bei einem hoheren Grenzwert von
105 mmHg ist die ~hnlichkeit viel groBer, trifft aber nur auf 20 der
264 Paare zu (11). Die GroBenordnung dieser Beobachtungen deckt sich
Tabelle 1. Blutdruck bei Eltern und ihren Kindern.
Tecumseh Studie. Berechnet nach Daten aus (7)
Eltern N Kinder "HOCH"
Vater und/oder
1164 26%
Mutter "HOCH"
Beide "NICHT HOCH" 2320 11%
Alle 3484 16%
"HOCH": Syst. Blutd~uck im obersten Fiinftel der alters
und geschlechtsspezifischen Streukurve.
Tabelle 2. Hypertonie bei zwei-e11gen Zwillingsbriidern (Alter
42-55 Jahre). Kriterium: diastolischer Druck (11)
Blutdruck bei N Wahrscheinlichkeit bei Zwilling 2,
Zwilling 1 daB Blutdruck h5her liegt als:
95 mm Hg 105 mm Hg
AIle 264 12% 4%
> 95 mm Hg 62 19% 15%
>105 mm Hg 20 45% 30%
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Tabelle 3. Einspuren ("Tracking") des Blutdrucks (39)
Erste Messung Untersten Mittleren Obersten
Systolischer 15 Prozent 69 Prozent 16 Prozent
Druck in den der Streukurve
tlber dem
30% 45% 65%
Zweite Mittelwert
Messunga Unter dem
70% 55% 35%
Mittelwert
anach 4 Jahren
Tabelle 4. Korrelationen zwischen Blutdruckmessungena
Studie Geschlecht Alte~ Jahre Korrelations-
zwischen koeffizient
Messungen
Wales, GB (1977) M, F 5-74 8 0.61
M 0.40
Neuseeland (1977) 5-14 3
F 0.29
Piloten, USA (1967) M ±25 12 0.39
15-19 0.31c
P,iloten, Kanada (1972) M 20-24 20 0.29c
25-29 0.35c
M 0.47
Framingham, USA (1976) 35-64 18
F 0.55
aSystolischer Druck
bAIter bei der ersten Messung
CMaximalwerte
mit dem Eltern-Kinder-Vergleich aus der Tecumseh-Studie. Signifikante
Blutdruckkorrelationen innerhalb von Familien sind bei Kindern schon
mindestens vom 2. Lebensjahr an und wahrscheinlich noch fruher festzu
stellen (18). Es ist zu betonen, daB nicht nur Gene, sondern auch ge
meinsame Umweltfaktoren fur diese familiaren Haufungen verantwortlich
sind.
Eine weitere Moglichkeit, zukunftige Hypertoniker fruhe zu erfas
sen, bietet sich aufgrund der Tendenz des Blutdrucks, beim Individuum
eine gesetzte Bahn im Laufe der Zeit einzuhalten. Im angelsachsischen
Sprachgebrauch wird dies als "tracking" bezeichnet (18). Ein entspre
chendes deutsches Wort ist schwer zu finden. Insbesondere eine Studie
von Kass u. Mitarb. in Boston hat gezeigt, daB Kinder im Alter von
2-14 Jahren ihre relative Position in der Blutdruckverteilung nach
4-8 Jahren beibehalten (39, 40). Somit wird ein Kind dessen Blutdruck
im oberen Bereich der alters- und geschlechtsspezifischen Streukurve
liegt auch spater einen relativ hoheren Blutdruck aufweisen. Die Ten
denz ist zwar nicht sehr stark ausgepragt (Tabelle 3), aber signifi
kant und in der letzten Zeit verschiedentlich belegt (3, 10, 28). Die
Wahrscheinlichkeit ist daher groB, daB zukunftige Hypertoniker zum
groBen Teil bei Kindern und Jugendlichen im oberen Bereich der Blut
druckstreukurve zu suchen sind; eine Feststellung von groBer praven
tivrnedizinischer Bedeutung. Ein MaB fur diese Tendenz ist durch Korre-
6
Tabelle 5. Einspuren ("Tracking") des Blutdrucks: Tecumseh Studie (Epstein, unver-
6ffentlichte Daten)
Alter Noch "HOeH" nach 4 und/oder 8 Jahren:
(Jahre) Manner Frauen
N N %
10-19 50 70 52 65
20 und alter 356 78 432 73
aprozentsatz (%) aller Probanden (N), welche anfangs und immer noch nach 4 und/oder
8 Jahren im obersten Drittel der alters- und geschlechtsspezifischen Streukurve des
systolischen Blutdrucks lagen.
lationskoeffizienten zwischen zwei Blutdruckmessungen nach langerem
Zeitabstand gegeben (Tabelle 4). Die Koeffizienten (3, 13, 21, 22, 28)
sind im allgemeinen recht hoch und signifikant. Das Beibehalten der
Blutdruckspur kann auch aus Daten der Tecurnseh-Studie (10) ersehen
werden: Werte, die ursprunglich im obersten Drittel der Streukurve
lagen, waren nach 4 oder 8 Jahren mit einer Wahrscheinlichkeit von un
gefahr 70% immer noch in diesem Bereich (Tabelle 5).
Die Befunde uber familiare Haufung der Hypertonie und das Phanomen
des "tracking" zusammen betrachtet lassen schlieBen, daB sowohl Kin
der von Hypertonikern als auch Kinder mit Blutdruckwerten im oberen
Bereich der Streukurve gefahrdet sind. Die Notwendigkeit einer Vorbeu
gung in Familien von Hypertonikern ist klar, doch ist es wahrschein
lich noch zu fruh, Blutdruckmessungen im Schulalter allgemein einzu
fuhren, bevor nicht mehr Daten aus prospektiven Studien bei Jugendli
chen vorhanden sind. Jedoch liegt eine Gewichtskontrolle im Jugend
alter, wie spater besprochen wird, auf der Hand.
4. Risiken und Behandlung der Hypertonie
Hypertonie ist neben erh6htem Cholesterinspiegel und Rauchen der Haupt
risikofaktor fur'die Koronarkrankheit (Tabelle 6), wie beispielsweise
aus den Daten des "Pooling Projects" hervorgeht (33). Fur den Hirn
schlag stellt die Hypertonie ein noch gr6Beres Risiko dar (17). Es ist
eine auBerordentlich wichtige Erkenntnis, daB Risikofaktoren sich ge
genseitig potenzieren: Das Risiko, an Hypertonie zu erkranken ist z.B.
fur einen Raucher relativ noch h6her als fur einen Nichtraucher (27).
Die logische Folgerung aus diesen Beobachtungen ist, daB Blutdruck
senkung das Krankheitsrisiko reduzieren sollte. Daruber besteht kein
Zweifel in Bezug auf cerebrovaskulare Krankheiten und die Gesamtheit
der kardiovaskularen Krankheiten (9). Ob die anti-hypertensive Thera
pie jedoch den Myokardinfarkt und p16tzlichen Herztod spezifisch ver
hutet, ist aufgrund randomisierter Praventivstudien noch nicht erwie
sen (5). Die diesbezuglichen Versuchsreihen sind zahlenmaBig unzurei
chend, urn ein Resultat statistisch zu sichern. In der G6teborg Studie,
die sich auf eine ganze Stadt bezieht, wurde unlangst uber einen sta
tis tisch signifikanten Unterschied in der Inzidenz der Koronarkrank
heit uber 4 Jahre zwischen behandelten und weitgehend unbehandelten
Hypertonikern berichtet (4). Die jetzt in einer Reihe von Landern lau
fenden, groBangelegten Interventionsstudien an zehntausenden von Per
sonen werden in einigen Jahren beantworten, ob und wie wirksam die
prophylaktische Behandlung bezuglich der Koronarkrankheit ist (25, 32).