Table Of Content© Dies ist urheberrechtlich geschütztes Material. Bereitgestellt von: UB Leipzig Do, Sep 15th 2022, 17:21
Handbuch
Sozialisationsforschung
Herausgegeben von
Klaus Hurrelmann, Matthias Grundmann
und Sabine Walper
7. Auflage
Beltz Verlag · Weinheim und Basel
© Dies ist urheberrechtlich geschütztes Material. Bereitgestellt von: UB Leipzig Do, Sep 15th 2022, 17:21
Das Werk und seine Teile sind urheberrechtlich geschützt.
Jede Nutzung in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen
bedarf der vorherigen schriftlichen Einwilligung des Verlages.
Hinweis zu § 52a UrhG: Weder das Werk noch seine Teile dürfen
ohne eine solche Einwilligung eingescannt und in ein Netzwerk
eingestellt werden. Dies gilt auch für Intranets von Schulen
und sonstigen Bildungseinrichtungen.
7., vollständig überarbeitete Auflage 2008!
Redaktion: Horst Haus, Bielefeld
Katrin Sauer, Weinheim
© 1980 Beltz Verlag · Weinheim und Basel
www.beltz.de
Herstellung: Klaus Kaltenberg!
Umschlaggestaltung: glas ag, Seeheim-Jugenheim
e-book
ISBN 978-3-407-(cid:21)(cid:28)(cid:20)(cid:24)(cid:28)-(cid:21)
PPoowweerreedd bbyy TTCCPPDDFF ((wwwwww..ttccppddff..oorrgg))
© Dies ist urheberrechtlich geschütztes Material. Bereitgestellt von: UB Leipzig Do, Sep 15th 2022, 17:21
Inhaltsverzeichnis 5
Inhaltsverzeichnis
Vorwort zur Neuausgabe ................................................................................................ 9
1. Theoretische und methodische Grundlagen
Klaus Hurrelmann/Matthias Grundmann/Sabine Walper
Zum Stand der Sozialisationsforschung ................................................................... 14
Hermann Veith
Die historische Entwicklung der Sozialisationstheorie ............................................ 32
Raphael Beer/Uwe Bittlingmayer
Die normative Verwobenheit der Sozialisationsforschung ....................................... 56
Jens B. Asendorpf
Genetische Grundlagen der Sozialisation ................................................................. 70
Franz J. Neyer/Judith Lehnart
Persönlichkeit und Sozialisation .............................................................................. 82
Klaus Boehnke/Andreas Hadjar
Die empirische Analyse von Sozialisationsprozessen .............................................. 92
2. Schwerpunkte der aktuellen Sozialisationsforschung
Jutta Ecarius/Thorsten Fuchs/Katrin Wahl
Der historische Wandel von Sozialisationskontexten ............................................... 104
Barbara Dippelhofer-Stiem
Die Gestalt von Sozialisationsumwelten .................................................................. 117
Urs Fuhrer
Die Rolle enger Bindungen und Beziehungen ......................................................... 129
Ludwig Liegle/Kurt Lüscher
Generative Sozialisation ........................................................................................... 141
Toni Faltermaier
Sozialisation und Lebenslauf .................................................................................... 157
Matthias Grundmann
Humanökologie, Sozialstruktur und Sozialisation ................................................... 173
© Dies ist urheberrechtlich geschütztes Material. Bereitgestellt von: UB Leipzig Do, Sep 15th 2022, 17:21
6 Inhaltsverzeichnis
3. Soziale Ungleichheit, Kultur und Geschlecht
Ullrich Bauer/Michael Vester
Soziale Ungleichheit und soziale Milieus als Sozialisationskontexte....................... 184
Sabine Walper
Sozialisation und Armut ........................................................................................... 203
Ute Schönpflug
Sozialisation in der Migrationssituation ................................................................... 217
Gisela Trommsdorff
Kultur und Sozialisation ........................................................................................... 229
Hannelore Faulstich-Wieland
Sozialisation und Geschlecht .................................................................................... 240
4. Zentrale Instanzen und Kontexte der Sozialisation
Klaus A. Schneewind
Sozialisation in der Familie ...................................................................................... 256
Wolfgang Tietze
Sozialisation in Krippe und Kindergarten ................................................................ 274
Marianne Horstkemper/Klaus-Jürgen Tillmann
Sozialisation in Schule und Hochschule ................................................................... 290
Helmut Bremer
Sozialisation durch institutionalisierte Weiterbildung .............................................. 306
Hans Oswald
Sozialisation in Netzwerken Gleichaltriger .............................................................. 321
Christian Reutlinger
Sozialisation in räumlichen Umwelten ..................................................................... 333
Thomas Klatetzki
Sozialisation in Gruppen und Organisationen .......................................................... 351
Maja Apelt
Sozialisation in »totalen« Institutionen .................................................................... 372
Helmut Lukesch
Sozialisation durch Massenmedien .......................................................................... 384
© Dies ist urheberrechtlich geschütztes Material. Bereitgestellt von: UB Leipzig Do, Sep 15th 2022, 17:21
Inhaltsverzeichnis 7
5. Sozialisationseffekte
Bernhard Leipold/Werner Greve
Sozialisation, Selbstbild und Identität ...................................................................... 398
Monika Keller/Tina Malti
Sozialisation sozio-moralischer Kompetenzen ......................................................... 410
Michael Erhart/Klaus Hurrelmann/Ulrike Ravens-Sieberer
Sozialisation und Gesundheit ................................................................................... 424
Susanne Rippl
Politische Sozialisation ............................................................................................ 443
Die Autorinnen und Autoren dieses Bandes ................................................................... 459
Sachregister .................................................................................................................... 463
© Dies ist urheberrechtlich geschütztes Material. Bereitgestellt von: UB Leipzig Do, Sep 15th 2022, 17:21
PPoowweerreedd bbyy TTCCPPDDFF ((wwwwww..ttccppddff..oorrgg))
© Dies ist urheberrechtlich geschütztes Material. Bereitgestellt von: UB Leipzig Do, Sep 15th 2022, 17:21
Vorwort 9
Vorwort zur Neuausgabe
Im Jahre 1980 erschien die erste Auflage sozialen und dinglichen Umwelt aufgebaut
des Handbuches der Sozialisationsfor- werden, als Aneignung und mitgestaltende
schung. Sie ging auf die Initiative des da- Teilnahme am Leben einer Gruppe, Insti-
maligen verantwortlichen Lektors des Beltz tution oder Gesellschaft […]. Die dominie-
Verlages, Lothar Schweim, zurück. Der rende Rolle der Soziologie ist zugunsten
Verlag hatte die intensiven wissenschaft- der Psychologie und – ansatzweise – auch
lichen Aktivitäten in diesem seinerzeit noch der Pädagogik zurückgegangen, da als zen-
neuen interdisziplinären Feld wahrgenom- traler Bezugspunkt das Subjekt bzw. dessen
men und den mutigen Plan gefasst, die Soziogenese stärker in den Mittelpunkt ge-
noch unsichere fachliche Entwicklung rückt ist. Heute weisen Sozialisationsfor-
durch ein klassisches Handbuch zu bün- schung und Entwicklungspsychologie in ih-
deln. Er beauftragte den Sozialwissen- ren inhaltlichen und methodischen Ent-
schaftler Klaus Hurrelmann von der Uni- wicklungen starke Konvergenzen auf, ohne
versität Bielefeld und den Psychologen dass der primäre Impetus der Sozialisa-
Dieter Ulich von der Universität Augsburg tionsforschung, die gesellschaftliche Be-
mit der Herausgabe. dingtheit von individuellen Entwicklungs-
Wie die Herausgeber in ihrer Einführung prozessen nachzuweisen, verloren gegan-
zur ersten Ausgabe schrieben, standen sie gen wäre« (Hurrelmann/Ulich 1980, S. 7).
vor der Frage, ob die Sozialisationsfor- Die Entscheidung für die Herausgabe
schung damals tatsächlich schon einen kon- war offensichtlich richtig: Das Handbuch
solidierten Forschungsbereich darstellte, der Sozialisationsforschung hat in seiner
der die Herausgabe eines anspruchsvollen ersten Ausgabe insgesamt drei Auflagen
wissenschaftlichen Überblickswerkes recht- erlebt. 1991 nahmen die beiden Heraus-
fertigte. Die Herausgeber wiesen auf die geber eine neue Ausgabe des Handbuches
bestehenden Unklarheiten bei der Abgren- vor. Bei der Sichtung des Forschungsstan-
zung des Gegenstandsbereiches, die unter- des stellte sich heraus, dass eine Neufas-
schiedlichen Definitionen des Sozialisa- sung aller Beiträge des Handbuches not-
tionskonzeptes und die mangelnde Abstim- wendig war. Der fachliche Erkenntnisstand
mung von soziologischen und psychologi- hatte sich in den zehn Jahren seit Erschei-
schen Theorien hin. nen der ersten Auflage erheblich erweitert.
Trotz dieser Bedenken erschien ihnen In ihrem Vorwort zur Neuausgabe von 1991
die sich 1980 abzeichnende Kontur der schrieben die Herausgeber: »Wenn wir an
Sozialisationsforschung aber stark genug, die Unsicherheiten denken, die wir noch
um das Wagnis des Handbuches einzu- bei der Erst-Herausgabe des Handbuches
gehen. In der Einführung von 1980 heißt es empfanden, dann sind wir Herausgeber
dazu: »Inzwischen sind keine Zweifel mehr heute erfreut, wie schnell und nachhaltig
möglich an der Tatsache, dass individuelle das Handbuch der Sozialisationsforschung
Handlungskompetenzen in einem Prozess sich einen Platz als wichtiges Standardwerk
der aktiven Auseinandersetzung mit der in der psychologischen und soziologischen
© Dies ist urheberrechtlich geschütztes Material. Bereitgestellt von: UB Leipzig Do, Sep 15th 2022, 17:21
10 Vorwort
Forschung sowie in vielen interdisziplinä- verschoben haben. Sabine Walper, Sozial-
ren Arbeitsgebieten der Philosophie, Päda- psychologin an der Universität München,
gogik, Medizin und Biologie gesichert hat« und Matthias Grundmann, Soziologe an der
(Hurrelmann/Ulich 1991, S. 1). Universität Münster, sind neu im Heraus-
Obwohl die Neuausgabe von 1991 über- geberteam. Durch die drei Herausgeber sind
wiegend von denselben Autorinnen und die sozialwissenschaftliche, die psychologi-
Autoren bestritten wurde wie die Erstaus- sche und die erziehungswissenschaftliche
gabe von 1980, ergaben sich einige Neue- Komponente der Sozialisationsforschung,
rungen, die auf die Fortentwicklung der So- die sich nach wie vor als konstitutiv für die-
zialisationsforschung in den dazwischen- ses Gebiet erweisen, kompetent vertreten.
liegenden Jahren zurückzuführen waren. Aufgrund des fortgeschrittenen Theorie-
Der auffälligste Akzent war die inzwischen und Forschungsstandes wurde eine Neu-
möglich gewordene Orientierung der So- konzeption des Handbuches vereinbart, die
zialisationsforschung an einem metatheo- sich in den Grundzügen aber weiter an der
retischen Paradigma, nämlich der Modell- Struktur der beiden vorangegangenen Aus-
vorstellung der dynamischen Person-Um- gaben orientiert. Theoretische und metho-
welt-Beziehung. Von Klaus Hurrelmann dische Zugänge zur Sozialisationsforschung
war 1983 zur Überwindung der auseinan- und zu zentralen Forschungsperspektiven
derdriftenden Theoriestränge das »Modell stehen wie bisher im Vordergrund des ersten
der produktiven Realitätsverarbeitung« Teils des Handbuches. Im Unterschied zu
konzipiert worden und hatte große Ak- den bisherigen Ausgaben, in denen zunächst
zeptanz gefunden. Diese Modellvorstellung unterschiedliche Forschungsansätze darge-
wurde deswegen der Neuausgabe des stellt wurden, wird nunmehr das For-
Handbuches orientierend vorangestellt. Die schungsfeld als Ganzes konturiert, werden
Autorinnen und Autoren der Neuausgabe zentrale methodologische Annahmen und
bemühten sich in ihren Beiträgen auf dieser methodische Zugänge beschrieben sowie
Basis um eine Integration von unter- die für die Sozialisationsforschung spezifi-
schiedlichen Theorie- und Forschungs- schen Forschungsperspektiven aufgezeigt.
strängen und eine Überwindung der bis Auf diese Weise kommen die bio-psycho-
dahin stark auseinanderfallenden psycho- soziale Verfasstheit und die generationale
logischen und soziologischen Ansätze. Verankerung von Sozialisation besser in
den Blick. Neu ist auch eine ausführliche
15 Jahre nach Erscheinen der zweiten Aus- Auseinandersetzung mit sozialer Ungleich-
gabe des Handbuches der Sozialisations- heit, Kultur und Geschlecht in ihrer Bedeu-
forschung erscheint hiermit die dritte. Der tung für Sozialisationsprozesse. Die Analyse
Verkauf von weit mehr als 10.000 Ex- zentraler Instanzen und Kontexte der Sozia-
emplaren des Handbuches deutet auf eine lisation ist gegenüber den vorangehenden
anhaltende Nachfrage nach diesem Über- Ausgaben des Handbuches erweitert wor-
blickswerk hin, weshalb dem Beltz-Verlag den, zum Beispiel um die Sozialisation im
die Entscheidung zur aufwendigen Neuaus- Kontext von totalen Institutionen und die
gabe leicht fiel. Sozialisation in Organisationen. Im Schluss-
Auch für die jetzt vorliegende Ausgabe teil des Handbuches finden sich Analysen zu
hat Klaus Hurrelmann die koordinierende den Sozialisationseffekten. Auf diese Weise
Herausgeberfunktion übernommen. Dieter kommen auch die manifesten Ausprägungen
Ulich hat darum gebeten, nicht mehr im des sozialen Miteinanders in den Blick, die
Herausgebergremium vertreten zu sein, da sich in und durch Sozialisationspraxen und
sich inzwischen seine Arbeitsschwerpunkte -prozesse konstituieren.
© Dies ist urheberrechtlich geschütztes Material. Bereitgestellt von: UB Leipzig Do, Sep 15th 2022, 17:21
Vorwort 11
An der programmatischen Ausrichtung des vorgestellt. Sie liegen vor allem in histo-
Handbuches hat sich gegenüber den ersten rischen, umweltorientierten, bindungsbezo-
beiden Ausgaben nichts verändert. Die genen, generativen, lebenslauforientierten
konkreten Entwicklungen in Theorie und und humanökologischen Fragestellungen.
Forschung der letzten 15 Jahre legten es Im dritten Teil werden milieu-, kultur-
nahe, weiterhin einen starken Doppelakzent und geschlechtsspezifische Sozialisations-
sowohl auf person- und subjektzentrierte bedingungen und -prozesse dargelegt. Hier-
als auch auf interaktions- und gesellschafts- bei werden nicht nur zentrale gesellschaft-
zentrierte Strömungen in Theorie und For- liche Differenzierungslinien aufgezeigt, son-
schung zu setzen. dern auch spezifische Deprivationen und
Das Ziel des vorliegenden Handbuches Diskriminierungen thematisiert, die Sozia-
besteht darin, das interdisziplinäre und lisationspraxen und -erfahrungen beein-
multiperspektivische Feld der Sozialisa- flussen.
tionsforschung aufzuzeigen und mit jeweils Diese Perspektive wird im vierten Teil
authentischen Beiträgen zu illustrieren. im Hinblick auf Sozialisationsprozesse in
Dabei geht es vor allem darum, den ge- zentralen gesellschaftlichen Instanzen und
meinsamen Kern und die Schnittmengen Kontexten fortgeführt.
zwischen den verschiedenen Themen und Im fünften Teil werden Sozialisations-
Zugängen aufzudecken, die zu einer Ver- effekte vor allem auf die Persönlichkeits-
netzung der Forschungen beitragen können. entwicklung und die gesellschaftliche Teil-
Aus diesem Grund werden lebenslagen-, habe ausgeführt.
kultur- und geschlechtsspezifische Diffe-
renzen in Sozialisationspraxen und -pro- Wir Herausgeber freuen uns sehr, für die
zessen sowie zentrale Instanzen und Kon- hier vorliegende Neuausgabe des Hand-
texte der Sozialisation (Familie, Kinder- buches der Sozialisationsforschung die füh-
garten, Schule, soziale Netzwerke), in de- renden deutschsprachigen Wissenschaftle-
nen jeweils spezifische Sozialisationspro- rinnen und Wissenschaftler gewonnen zu
zesse aufscheinen, in jeweils eigenen Bei- haben. Sie repräsentieren das gesamte fach-
trägen ausführlich dargelegt. liche und interdisziplinäre Spektrum, das
Die Beiträge im ersten Teil des Hand- für die modernen Theorie- und Forschungs-
buches geben einen Überblick über den ansätze zur Sozialisation charakteristisch
erreichten Stand in Theorie und Forschung, ist.
erörtern theoretische Grundlagen und füh-
ren in die Methodik der Sozialisationsfor-
schung ein. Klaus Hurrelmann
Im zweiten Teil werden die aktuellen Matthias Grundmann
Schwerpunkte der Sozialisationsforschung Sabine Walper
© Dies ist urheberrechtlich geschütztes Material. Bereitgestellt von: UB Leipzig Do, Sep 15th 2022, 17:21
PPoowweerreedd bbyy TTCCPPDDFF ((wwwwww..ttccppddff..oorrgg))