Table Of ContentHandbuch Mitarbeiterbefragung
Michel E. Domsch · Désirée Ladwig
(Herausgeber)
Handbuch
Mitarbeiterbefragung
3., aktualisierte und überarbeitete Auflage
Prof. Dr. Michel E. Domsch
Helmut-Schmidt-Universität
Hamburg, Deutschland
Prof. Dr. Désirée Ladwig
Helmut-Schmidt-Universität
Hamburg, Deutschland
ISBN 978-3-642-35294-2 ISBN 978-3-642-35295-9 (eBook)
DOI 10.1007/978-3-642-35295-9
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Lektorat: Stefanie Winter
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I
Vorwort der Herausgeber
Zufriedene Mitarbeiter gestalten bessere und intensivere Kundenkontakte und zufriedene
Kunden sind die wichtigsten Garanten für den wirtschaftlichen Gesamterfolg von Unter
nehmen. Es ist somit herauszufinden, ob die Mitarbeiter tatsächlich zufrieden sind in Bezug
auf die unterschiedlichsten Aspekte des Arbeitslebens, also mit Entwicklungsmöglichkei
ten, Arbeitsplatzausstattung, Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, Diversity Manage
ment, Führungsverhalten, Kooperation mit anderen Bereichen oder etwa Informationswe
gen und -formen. Es bleibt dann kaum eine andere Alternative, als die Mitarbeiter darüber
zu befragen, ihre eventuellen Änderungsvorschläge zu verdeutlichen und ihre Bereitschaft,
sich auch selbst dafür verantwortlich einzusetzen, zu fördern. Damit gehören Mitarbeiter
befragongen zu den strategischen Instrumenten des Change Management zur Verbesse
rung von Qualität, Leistung und Zusammenarbeit: Sie erfüllen Diagnosefunktionen und
beinhalten selbst Gestaltungselemente für Veränderungsprozesse.
In dieser 3. neu konzipierten und umfangreich erweiterten Auflage des bewährten Hand
buches zur Mitarbeiterbefragong wird deutlich, wie ausdifferenziert und erfolgswirksam
inzwischen die Einsatzmöglichkeiten von Mitarbeiterbefragongen sind. Dies gilt für Unter
nehmen aller Branchen und Größenordnungen wie auch für Organisationen der öffentli
chen Verwaltung. Insofern ist es nicht erfolgreich und wäre wenig nutzbringend und reali
tätsfern gewesen, die Beiträge einer strengen einheitlichen Ausrichtung von Mitarbeiterbe
fragungen zu unterwerfen. Gerade aus der dargestellten Vielfalt sollen die unterschied
lichsten Anregungen für eigene Vorhaben entnommen werden. Es gibt generelle Befragon
gen mit umfassenden Fragenkatalogen und Spezial-Befragongen mit einer Vielzahl von
Einzelthemen. Die Autoren dieses Handbuches sind ausgewiesene Praktiker und Wissen
schaftler, die die gesamte Bandbreite eindrucksvoll dokumentieren.
In Zukonft wird die Bedeutung von Mitarbeiterbefragongen noch erheblich steigen. Längst
hat sich in der Praxis die Erkenntnis durchgesetzt, dass neben einem "market-based view of
strategy" ein "resource-based view" unter besonderer Berücksichtigong des Mitarbeiterpo
tentials für den Erfolg eines Unternehmens unabdingbar ist. Hierzu gehören Stichworte wie
Arbeitgeberattraktivität, Employer Branding, Talentrnanagement, Gewinnung und Bin
dung von qualifizierten und motivierten Fach-und Führungskräften. Mitarbeiterbefragon
gen können dabei wesentliche Erkenntnisse für erfolgreiche Umsetzungen liefern. Total
Quality Management-Prozesse, Auditierungen sowie die Steuerung nach Balanced Score
card-Konzepten sind in Zukonft ohne die Integration von Mitarbeiterbefragungen unvoll
ständig und deshalb undenkbar. Insofern sind entsprechende Weiterentwicklungen des
Einsatzes von Mitarbeiterbefragongen unter Einbezug moderner Informations- und Kom
munikstionstechnologien zu begrüßen. Auch zu diesen Aspekten bietet diese Veröffentli
chung Diskossionen, Anregongen und "best practices" an.
Die Herausgeber danken allen Autoren für die gute Zusammenarbeit bei diesem Projekt.
Das Vorhaben entwickelte sich ursprünglich aus der "Projektgruppe Mitarbeiterbefragon-
6 Vorwort der Herausgeber
gen". Hier diskutierten Vertreter von Wirtschaftsunternehmen unterschiedlicher Branchen
unter der Koordination der Herausgeber über Erfahrungen und neuere Entwicklungen auf
dem Gebiet der Mitarbeiterbefragungen. Insofern richtet sich dieses Handbuch primär an
die Praxis. Angesprochen sind Unternehmen aller Branchen und Größenordnungen, Mut
tergesellschaften wie Tochtergesellschaften im In-und Ausland sowie die unterschiedlichs
ten öffentlichen Verwaltungen, Verbände, Vereine und NGOs.
Ein besonderer Dank gilt Walter Sauennann und Rebekka Hensen, die unennüdlich und
gekonnt die redaktionelle Arbeit geleistet haben und für die schwierige drucktechnische
Aufbereitung der Texte und Anlagen verantwortlich waren. Dem Verlag danken die Her
ausgeber für die Aufnahme auch der 3. Auflage in das Verlagsprogramm und für die stets
gute Betreuung des Werkes.
Hamburg, im März 2013 Michel E. Domsch und Desire. H. Ladwig
I
Inhaltsverzeichnis
Vorwort der Herausgeber .................................................................................................................. 5
Miehel E. Domseh und Desim H. Ladwig
Einführung
Mitarbeiterbefragungen - Stand und Entwicklung ................................................................... 11
Miehel E. Domseh und Desiree H. Ladwig
Mitarbeiterbefragungen in den 2000er Jahren: Eine Bestandsaufnahme .................................. 57
Rüdiger Hossiep und Philip Frieg
Online-Mitarbeiterbefragungen ...................................................................................................... 77
Meinald T. Thielseh und Simone Weltzin
Die IT Survey Group: Das weltweit führende Benclunarking Konsortium für
Mitarbeiterbefragungen der IT Industrie ....................................................................................... 95
Franz G. Deitering und ChristUm Liebig
Mitarbeiterbefragung - was dann? Handlungsfelder, die dazu beitragen,
eine mitarbeiterorientierte UnterneIunenskuitur zu entwickeln ............................................. 105
Karsten Sehulte-Deußen, KathaTina Klein und Mathias Maas
Spezielle Mitarbeiterbefragungen
3600-Feedback-Verfahren als spezielle Variante der Mitarbeiterbefragung. .......................... 127
Torsten J. Gerpott
Fallstudie: Wie bei Phoenix Contact mit einem 360o-Feedback-Prozess systematisch
an Excellence in Führung und Kommunikation gearbeitet wird ............................................. l63
Stephan Holtmeier, Arne Domseh und Nina Mrugal/a
Mitarbeiterspezialbefragung zur internen DienstieistungsquaJität
in Shared Service Centern .............................................................................................................. 187
Desi,.e H. Ladwig
Mitarbeiterbefragung und betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) ........................... 203
Peter Nieder
8 Inhaltsverzeichnis
Talentmanagement: Arbeitszeitflexiblisierung für hochqualifizierte Fach-und
Führungskräfte ................................................................................................................................. 221
Desiree H. Ladwig
Möglichkeiten und Grenzen von Mitarbeiterbefragungen
bei Kundenkontakt-Mitarbeitern .................................................................................................. 251
Ruth Stock-Homburg
Delphi-Befragung von Mitarbeitern: Die Zukunft im Unternehmen gestalten ..................... 277
Desiree H. Ladwig
Die Messung des Glücks von Arbeitnehmern im Rahmen von Mitarbeiterbefragungen .... 289
Milike Andresen und Susanne Imhoj
Innovative Laufbahn-/Karrierekonzepte für ein erfolgreiches Retention Management ...... 311
Desiree H. Ladwig, Claudia Linde und Friederike J. FTÜndt
Generelle Mitarbeiterbefragung
Die weltweite Mitarbeiterbefragung bei Dräger - Integration des Führungsfeedbacks
und differenzierte Vorgehensweise im Folgeprozess ................................................................ 333
Ira Gerhordt
Den Wandel messen: Befragungen im Ralunen der Integration - Commerzbank
und Dresdner Bank ....................................................................................................................... 359
Karin BTÜnnecke, Brigitte Schmitt und Horst Basse
Die Mitarbeiterbefragung bei Bertelsmann - Instrument zur Stärkung der
Unternehmenskultur. ...................................................................................................................... 377
Milrtina MönninghojJ
Optimierungspotentiale aus Beschäftigtensicht - die Mitarbeiterbefragung bei der
Techniker Krankenkasse (I'K) .......................................................................................................4 03
Thomos Dorn und Christian Albrecht
Wie Unternehmen psychische Belastungen verhindern können: Gefährdungs-
beurteilung und Mitarbeiterbefragung helfen Risiken rechtzeitig zu erkennen ................... 437
Carolin Müller und Benjamin Klenke
Auturenverzeichnis ......................................................................................................................... 475
Stichwortverzeichnis ....................................................................................................................... 485
I
Einführung
Mitarbeiterbefragungen - Stand und
Entwicklung
Miehel E. Domseh und Desiree H. Ladwig
Abstract Mitarbeiterbefragungen gehören heute unbestritten zu den Standardtools ei
nes modemen und erfolgreichen PersonaImanagements. Sowohl umfassende Mitarbei
terbefragungen, als auch Spezialbefragungen liefern wertvolle Impulse zur zeitgemäßen
Führung und Zusammenarbeit. Sie spielen eine wichtige Rolle z. B. bei Change-Prozes
sen, Employer Branding, im Qualitäts-, Talent- und Wissensmanagement, in der Perso
nal-und Organisationsentwicklung. Es ist anzunehmen, dass sie künftig national wie in
ternational weiter an Bedeutung zunehmen.
1 Begriff
Mitarbeiter erwarten heute eine partizipative Führung und Zusammenarbeit. Diese schließt
eine intensivere Kommunikation und erweiterte Gestaltungsmöglichkeiten im eigenen
Verantwortungsbereich ein. Überzeugende Erkenntnisse aus empirisch orientierten Moti
vationsstudien sowie positive Erfahrungen aus Organisationsentwicklungsprojekten haben
deshalb in erfolgreichen Unternehmen eine Unternehmenskultur entstehen lassen, in der
partizipatives Verhalten zum Besitzstand des Denkens, Sprechens und Handelns geworden
ist. Es wird unterstützt und ergänzt durch personalpolitische Instrumente wie Mitarbeiter
gespräche, Problemlösungsklausuren, Zirkelarbeit, durch intensive Delegation etc. In die
sem Zusammenhang werden Mitarbeiterbefragungen seit über 30 Jahren international mit
großem Erfolg in der Wirtschaftspraxis als strategisches Führungsinstrument bei kontinu
ierlichen Verbesserungsprozessen (KVP), im Ralunen von o.ange Management Maßnah
men sowie beim Innovations- und Qualitätsmanagement eingesetzt. Ebenso sind sie im
Zusammenhang mit Auditierungen, Personalcontrolling und Balanced Scoredcard-Konzep
ten nicht mehr wegzudenken. Insofern können sie als integrierter Bestandteil des gesamten
o.ance Management gelten.
Unter einer Mitarbeiterbefragung - synonyme Begriffe sind z. B. Betriebsk1imaanalysen,
betriebliche Meinungsumfragen, Mitarbeiterzufriedenheitsanalysen, innerbetriebliche Ein
stellungsforschung, attitude/employee surveys, Mitarbeiterfeedback - wird überwiegend
verstanden:
• Ein Instrument der partizipativen Führung und Zusammenarbeit, mit dem
• im Auftrag der Untemehmensleitung, oft delegiert an den Personalbereich, den Organi
sationsbereich, den Marketingbereich oder an ein besonderes Projektteam,
• im Dialog mit den Arbeitnehmervertretungen,
M. E. Domsch, D. Ladwig (Hrsg.), Handbuch Mitarbeiterbefragung,
DOI 10.1007/978-3-642-35295-9_1, © Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2013