Table Of ContentHandbuch
für Pilzsammler
Gminder 340 Arten Mitteleuropas
sicher bestimmen
empfohlen vom
NABU
Extra: Mit ausgewählten
Rezepten zu den
beliebtesten Speisepilzen
Bestimmungsschlüssel für die Pilzgruppen
Die nachfolgende Einteilung in sieben Gruppen entspricht nicht immer
den natürlichen Verwandtschaftsverhältnissen zwischen den Gattungen,
sondern dient vornehmlich der praktischen Anwendung. Seltene
Ausnahmefälle zum unten vorgestellten Bestimmungsschema sind der
besseren Anwendbarkeit zuliebe bisweilen nicht aufgenommen worden.
Gruppe 1: Röhrlinge (S. 72-91)
Fruchtkörper mit Hut und Stiel, weichfleischig, Fruchtschicht
auf der Unterseite eines Hutes in Form von Röhren.
Gruppe 2: Blätterpilze (S. 92-283)
Fruchtkörper mit Hut und Stiel, selten muschelförmig, Frucht
schicht auf der Unterseite eines Hutes in Form von Lamellen.
Gruppe 3: Porlinge (S. 284-303)
Fruchtkörper konsolenförmig bis flächig, korkig bis hart,
Fruchtschicht aus Poren gebildet, fast immer Holzbewohner.
Gruppe 4: Rindenpilze (S. 304-309)
Fruchtkörper unregelmäßig flächig, dünn, wattig,
wachsartig bis hart, Fruchtschicht glatt bis uneben,
Gruppe 3: Restliche Nichtblätter- und Gallertpilze (S. 310-331)
Fruchtkörper mit besonderer, bisher nicht genannter Form
(strauch-, keulen-, kreisel-, phallus-, tüten- oder hirnförmig).
Gruppe 6: Bauchpilze und Trüffeln (S. 332-343)
Fruchtkörper knollen-, kugel- bis bimförmig, innen reif zu
Pulver zerfallend oder schleimig, ober- oder unterirdisch.
Gruppe 7: Schlauchpilze (S. 344-363)
Fruchtkörper schüsselförmig und wachsartig brüchig oder
kugelförmig, klein und mit harter Schale.
Ritterlinge Riesenschirmlinge Träuschlinge und Kahlköpfe
S. 122-131 S. 190-192 S. 216-219 S. 236-239
Saftlinge Rüblingsartige Egerlinge Schwefelköpfe Schleierlinge
S. 100-103 S. 142-149 S. 196-201 S. 220-223 S. 240-255
Schnecklinge Schwindlingsartige Wulstlinge und Tintlinge Schüpplinge Häublinge
S. 104-107 S. 150-153 Knollenblätterpilze S. 174-181 S. 202-205 S. 224-227 S. 258-259
Filzröhrlinge Trichterlinge Helmlinge Schirmlinge Faserlinge und Risspilze Milchlinge
S. 86-91 S. 112-115 S.159-159 S. 184-187 Mürblinge S. 206-209 S. 230-234 S. 260-271
Die wichtigsten Gattungen
Täublinge Leistlinge Stäublinge
S. 272-283 S. 310-313 S. 332-335
Stielporlinge Korallen und Keulen Kartoffelboviste
S. 284-287 S. 314-419 S. 336-337
Porlingsartige Stachelingsartige Unterirdische Pilze
S. 290-303 S. 320-323 S. 340-343
Rindenpilze Gallertpilze Becherlingsartige
S. 306-309 S. 326-330 S. 350-353
Andreas Gminder
Handbuch
für Pilzsammler
340 Arten Mitteleuropas
sicher bestimmen
Zu diesem Buch
Ein „Handbuch" für Pilzsammler? Was ist an mit einem Steckbrief vorgestellt, bevor dann
diesem Buch anders, dass es nicht „Pilzbuch" ausgewählte Arten ausführlicher behandelt
für Pilzsammler heißt? Immerhin werden ja werden. So kann der Benutzer des Buches
340 Arten beschrieben und abgebildet. Aber sich nach und nach in die Kennzeichen der
das Konzept dieses Buches geht über ein reines jeweiligen Gruppen einarbeiten, lernt die von
Pilzbuch hinaus. Es möchte dem Benutzer Gattung zu Gattung verschiedenen Bestim
einen Überblick über die Großpilze vermitteln, mungsmerkmale kennen und bekommt so
der neben dem rein kulinarischen Aspekt auch leicht einen guten Überblick über die zunächst
das Umfeld der Pilze mit einbezieht. verwirrend vielfältige Pilzwelt. In diesen Gat
tungsübersichten werden stets auch Arten auf
Daher beginnt dieses Buches mit einer aus
geführt, die aus Platzmangel nicht im Buch
führlichen Übersicht der Lebensräume (ab
beschrieben und abgebildet werden konnten,
S. 7), in denen Pilze Vorkommen können. Mit
aber dennoch charakteristische Merkmal auf
Hilfe einiger weniger, meist leicht erkennbarer
weisen. So können auch Funde dieser Pilze
Zeigerpflanzen kann man ein Gebiet grob
mithilfe weiterführender Literatur gezielt
einschätzen und somit vorhersehen, welche
gefunden werden.
Pilzarten zu erwarten sind und welche man
dort vergeblich suchen wird.
Mithilfe des anschließenden Bestimmungs SYMBOLE
schlüssels (ab S. 37) wird der Versuch unter
Bei jeder porträtierten Art weist
nommen, dem Benutzer ein Mittel an die
ein Symbol neben dem Artnamen
Hand zu geben, damit er auch ihm unbe
darauf hin, ob die Art essbar oder
kannte Pilze in Gattungen oder Gruppen ein
giftig ist.
ordnen kann. Dieses Wissen erleichtert die
Suche nach der richtigen Art wesentlich: Kann = essbar
man den unbekannten Fund beispielsweise
= unter Vorbehalt essbar
als Ritterling bestimmen, fällt das anschlie
(siehe Einschränkungen im
ßende Blättern in den Artenporträts nach
jeweiligen Text)
passenden Abbildungen und Beschreibungen
wesentlich leichter als jedes Mal aufs Neue ein = ungenießbar
Pilzbuch von vorne bis hinten durchzublättern. (zu hart, zu bitter, zu klein)
Dass bei etwa 5000-6000 in Mitteleuropa
= giftig
vorkommenden Großpilzen nur ein Teil im
Bestimmungsschlüssel berücksichtigt werden
konnte, der bei den Blätterpilzen und Röhr
lingen umfassender, bei den Nichtblätterpilzen
Den Abschluss bildet ein ausführliches Kapitel
und Schlauchpilzen punktueller ausfällt, tut
zum richtigen Sammeln und Genießen (ab
der Benutzbarkeit und dem Sinn keinen
S. 365) mit Hinweisen zur möglichen Verwer
Abbruch.
tung und einem ausführlichen Rezeptteil. Alle
In den anschließenden, 340 Arten umfassen Rezepte habe ich selbst probiert, sodass ich sie
den Artenporträts (ab S. 71) werden alle guten Gewissens an alle Leserinnen und Leser
wichtigeren Gattungen und Gruppen zunächst weiterempfehlen kann.
Inhalt
Biologie und Lebensräume 7
Was ist ein Pilz?. 8
Wo findet man welche Pilze? 10
Bestimmungsschlüssel 37
Wie bestimmt man Pilze? 38
Bestimmungsschlüssel für die Gruppen 42
Artenporträts 71
Gruppe 1:
Röhrlinge 72
Gruppe 2:
Blätterpilze
Gruppe 3:
Porlinge
Gruppe 4:
Rindenpilze 304
Gruppe 5:
Nichtblätterpilze mit besonderen Formen und Gallertpilze 310
Gruppe 6:
Bauchpilze und Trüffeln
Gruppe 7:
Schlauchpilze (Becherlingsartige)
Sammeln und genießen 365
Pilze richtig sammeln 366
Pilzvergiftungen 370
Pilzkunde für Fortgeschrittene 372
Pilze in der Küche 374
Pilz-Rezepte 377
Glossar 388
Gift-Notruf-Zentralen 389
Zum Weiterlesen 390
Register 390
Biologie
und Lebensräume
Dieses Kapitel soll einen kleinen Einblick geben, was Pilze
sind, wie sie entstehen und leben, wo sie zu finden sind
und warum sie gerade dort und nicht woanders wachsen.
Pilze spielen in der Natur eine sehr bedeutende Rolle.
Je nach Ernährungsweise fallen ihnen verschiedene Auf
gabenbereiche zu, vor allem bei der Zersetzung und Wie
dernutzbarmachung toten organischen Materials. Aber
auch die Besiedlung extremer Standorte durch Wälder wird
erst durch die Mithilfe von Pilzen möglich. Ihre Ansprüche
an ihre Lebensräume sind oft sehr speziell: So gibt es etwa
Pilze, die beispielsweise nur auf den Blattstielen von
Eschenblättern Vorkommen, während andere deren Blatt
flächen zersetzen. Natürlich gibt es auch unter den Pilzen
Allerweltsarten, die „überall" Vorkommen. Wenn wir
diese oft unglaublich faszinierenden Zusammenhänge
besser kennen, dann wird es uns möglich sein, Pilze
gezielter zu suchen und zu finden. Dadurch können wir
aber auch seltenen Arten bewusst bessere Lebensbedin
gungen oder neue Biotope schaffen oder zumindest die
vorhandenen erhalten.