Table Of ContentHeinz Meinholz IGabi Förtsch
Handbuchfür Gefahrstoffbeauftragte
I
Heinz Meinholz Gabi Förtsch
Handbuch für
Gefa hrstoffbea uftragte
STUDIUM
VIEWEG+
TEUBNER
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
DieDeutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation inder
Deutschen Nationalbibliografie;detaillierte bibliografische Datensind im Internetüber
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1.Auflage2010
Alle Rechtevorbehalten
©Vieweg+TeubnerVerlagISpringer FachmedienWiesbadenGmbH2010
Lektorat: Ulrich Sandten I Kerstin Hoffmann
Vieweg+TeubnerVerlagist eine MarkevonSpringer Fachmedien.
Springer Fachmedienist Teilder FachverlagsgruppeSpringer Science+Business Media.
www.viewegteubner.de
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vonjedermann benutzt werdendürften.
Umschlaggestaltung:KünkelLopkaMedienentwicklung,Heidelberg
Druck undbuchbinderischeVerarbeitung:MercedesDruck,Berlin
Gedruckt aufsäurefreiem undchlorfrei gebleichtem Papier.
Printed inGermany
ISBN978-3-8348-0916-2
Vorwort
In den nächsten Jahrzehnten werden Fragen des Umweltschutzes in der gesellschaftlichen Dis
kussion einen noch höheren Stellenwert einnehmen als heute. Unternehmen und ihre Mitarbeiter
müssen sichden entsprechenden Entwicklungen stellen.Derbetriebliche Umweltschutz kann aber
auch als unternehmerische Chance genutzt werden. Dazu isteine ganzheitliche Betrachtung aller
Umweltaspekte im Unternehmen notwendig. Mit einer entsprechenden Ausbildung zum "Techni
schen Umweltfachwirt {IHKt bieten sich den Mitarbeitern hervorragende berufliche Entwicklungs
möglichkeiten.
IntegrativeBetrachtungderUmweltaspekteeinesUnternehmens
Umweltspezifische Anforderungen haben einen erheblichen Einfluss auf nahezu alle Unternah
mensorozesse. Diese müssen auf der Basis rechtlicher,wirtschaftlicher,technischer und umwelt
spezifischer Kenntnisse optimiert werden. Der"Technische Umweltfachwirt (IHK)"istaufgrund sei
ner Fachkompetenz und Berutsertatuurq in der Lage, diese Aufgabe zu erfüllen.So kann er z.B.
Anforderungen an die Produktverantwortung oder Optimierungsprozesse zum Energie- und Roh
stoffeinsatz integrativ einbringen.
VI Vorwort
Im unternehmensinternen Chemikalien- und Gefahrstoffmanagement hat er die Kenntnisse und
Fähigkeiten den Einsatz,den Umgang unddie Entsorgung von Gefahrstoffen sicher zu gestalten.
Die Aufgaben eines Gefahrstoffbeauftragten sind vielfältig. So sind, wo immer möglich und tech
nisch machbar, cancerogene, mutagene und reproduktionstoxische (CMR)-Stoffe durch ungefähr
liche Gefahrstoffe zu ersetzen. Gleiches gilt auchfür Gefahrstoffe mitpersistenten,bioakkumulier
baren und toxischen (PBT)-Eigenschaften sowie sehr persistenten und sehr bioakkumulierbaren
(vPvB)-Eigenschaften.
Generell ist für einen Gefahrstoff eine Betrachtung der gesamten Prozesskette von der Rohstoff
gewinnung bis hin zur Entsorgung für eine Bewertung notwendig. Diese gesamtheitliche globale
Betrachtungsweise setztsichimUnternehmenalsgesamtheitliche,betriebliche Betrachtungsweise
fort. Zu sehr ist heute der betriebliche Umgang mit Gefahrstoffen noch von einer reaktiven Hand
lungsweise geprägt. Anstatt vorausschauend den Einsatz von Gefahrstoffen zu managen werden
nachträglich Maßnahmen initiiert,umden Schutzvon Menschund Umweltzugewährleisten. Dass
dieseMaßnahmenkeineintelligenten Lösungenliefernkönnen undnurKostenverursachen,dürfte
klarerkennbar sein.
MitREACH(Registrierung,Bewertung,Zulassung undBeschränkungchemischer Stoffe)undGHS
(Globally Harmonized System) bzw. CLP (Classification, Labelling an Packaging of Substances
und Mixtures) hat die Europäische Union eine Vorreiterrolle im Umgang mit Gefahrstoffen über
nommen. Jedes Unternehmen ist von diesen Regelungen betroffen und muss den betriebsbezo
genen Umgang mit Gefahrstoffen näher betrachten. Dazu zählen u.a. die Einstufung, Lagerung,
Verwendung und EntsorgungvonGefahrstoffen.
DavonGefahrstoffen eingroßes Gefahrenpotenzial ausgeht, reichtesnichtauseinzelne Prozess
schritte zu betrachten. Zur ökonomischen, ökologischen und sozialen Prozessoptimierung muss
der gesamte Prozessdurchlauf eines Gefahrstoffes im Unternehmen betrachtet werden. In Zu
sammenhang mit REACHwerden die Anwender zukünftig weit mehr Informationen zuden einzel
nen Gefahrstoffen erhalten alsbisher. Trotzdem bleibt eingroßes Problembestehen. Insbesonde
re in nicht-chemischen,kleinen und mittelständischen Unternehmen fehlt das notwendige Grund
lagenwissen füreinensicheren UmgangmitGefahrstoffen. HiermussAbhilfegeschaffen werden.
Fragen des betrieblichen Umweltschutzes werden die Unternehmen in den kommenden Jahren
noch stärker herausfordern. Eigenverantwortliches Handeln dient in diesem Zusammenhang der
Zukunftssicherung der Unternehmen. Rechtliche Anforderungen und kostenoptimiertes Handeln
erfordern einen ganzheitlichen Ansatz. Nur mit qualifizierten Mitarbeitern können diese Aufgaben
bewältigt werden. Die Umwelt-Akademie der IHK Nordschwarzwald hat mit dem Angebot des
"Technischen Umweltfachwirt (IHK)" eine Möglichkeit geschaffen, diese Herausforderungen zu
bewältigen. Die Unternehmen und ihre Mitarbeiter werden damit in die Lage versetzt zukunftsori
entiert undvorausschauend zuhandeln.
Pforzheim,Januar 2010 MartinKeppler
Hauptgeschäftsführerder IHKNordschwarzwald
Vorwort VII
Wichtige und hilfreicheInformationenfinden sichz.B. unterden Internetadressen.
• BerufsgenossenschaftChemie (BG Chemie)
www.bqchemie.de
• Bundesanstaltfür ArbeitsschutzundArbeitsmedizin(BAuA)
www.baua.de
• DeutscheGesetzliche Unfallversicherung(DGUV)
www.dguv.de
• EuropeanChemicalAgency (ECHA)
http://echa.europa.eu
• Grenzwerte
www.mak-collection.com
• KMU-Gefahrstoffportal
www.gefahrstoffe-im-griff.de
• Umweltbundesamt(UBA)
www.umweltbundesaml.de
• Verbandderchemischen Industrie(VCI)
www.vcLde
• Weiterbildung Umweltakademie
www.toertsch-rneinholz.de
www.nordschwarzwald.ihk24.de
Inhalt
Seite
1. Einleitung 1
1.1 Einflussfaktoren auftoxische Wirkungen 1
1.2 Vonder Aufnahme biszur Ausscheidung toxischer Stoffe 4
1.3 Schutzmaßnahmen und ErsteHilfe 7
1.4 Weiterführende Literatur 8
2. Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung 10
chemischerStoffe (REACH)
2.1 Einleitung 10
2.2 Ziele und Begriffsbestimmungen 14
2.3 Registrierung vonStoffen 16
2.4 Informationen inder Lieferkette 20
2.5 NachgeschalteteAnwender 23
2.6 Bewertung 25
2.7 Zulassung 25
2.8 Allgemeine Bestimmungen fürdieStoffsicherheitsbeurteilung und 26
die ErstellungvonStoffsicherheitsberichten
2.8.1 Einleitung 26
2.8.2 Ermittlung schädlicherWirkungen aufdieGesundheitdesMenschen 28
2.8.3 Ermittlung schädlicherWirkungen durch physikalisch-chemische 30
Eigenschaften
2.8.4 Ermittlung schädlicherWirkungen aufdieUmwelt 31
2.8.5 Ermittlung der PBT-undvPvB-Eigenschaften 33
2.8.6 Ermittlung der Exposition 33
2.8.7 Risikobeschreibung 36
2.8.8 FormatdesStoffsicherheitsberichts 37
2.9 Allgemeine Bestimmungen für nachgeschaltete Anwender zur 39
Bewertung vonStoffen undzur Erstellung von
Stoffsicherheitsberichten
2.10 Kriterienfür dieIdentifizierung persistenter, bioakkumulierbarer 40
undtoxischer Stoffe undsehr persistenter undsehr
bioakkumulierbarerStoffe
2.10.1 PBT-Stoffe 40
2.10.2 vPvB-Stoffe 41
2.11 SozioökonomischeAnalyse 42
2.12 Wissensfragen 43
2.13 Weiterführende Literatur 43
3. Die neue Gefahrstoffkennzeichnung 45
3.1 Einleitung 45
3.2 Gefahreneinstufung 45
3.3 Bewertung derGefahreneigenschaften undEntscheidung über die 48
Einstufung
3.4 Gefahrenkommunikation durch Kennzeichnung 50
Inhalt IX
Seite
3.5 Grundsätzefür die Einstufung und Kennzeichnung 54
3.5.1 PhysikalischeGefahren 54
3.5.1.1 ExplosiveStoffe/GemischeundErzeugnissemitExplosivstoff 54
3.5.1.2 EntzündbareGase 58
3.5.1.3 EntzündbareAerosole 60
3.5.1.4 OxidierendeGase 61
3.5.1.5 GaseunterDruck 63
3.5.1.6 EntzündbareFlüssigkeiten 65
3.5.1.7 EntzündbareFeststoffe 69
3.5.1.8 SelbstzersetzlicheStoffeundGemische 71
3.5.1.9 Pyrophore Flüssigkeiten 73
3.5.1.10 Pyrophore Feststoffe 74
3.5.1.11 SelbsterhitzungsfähigeStoffeundGemische 75
3.5.1.12 Stoffe undGemische,dieinBerührungmitWasserentzündbareGaseentwickeln 77
3.5.1.13 Oxidierende Flüssigkeiten 80
3.5.1.14 Oxidierende Feststoffe 82
3.5.1.15 OrganischePeroxide 84
3.5.1.16 KorrosivgegenüberMetallen 86
3.5.2 Gesundheitsgefahren 87
3.5.2.1 AkuteToxizität 87
3.5.2.2 Ätz-/Reizwirkung aufdieHaut 93
3.5.2.3 SchwereAugenschädigung/-reizung 99
3.5.2.4 SensibilisierungderAtemwege oderderHaut 103
3.5.2.5 Keimzellmutagenität 105
3.5.2.6 Karzinogenität 108
3.5.2.7 Reproduktionstoxizität 113
3.5.2.8 SpezifischeZielorgan-Toxizität(EinmaligeExposition) 117
3.5.2.9 SpezifischeZielorgan-Toxizität(wiederholteExposition) 122
3.5.2.10 Aspirationsgefahr 125
3.5.3 Umweltgefahren 127
3.5.3.1 Gewässergefährdend 127
3.5.3.2 Ozonschichtschädigend 136
3.6 Gefahrenhinweise 137
3.6.1 StrukturderGefahrenhinweise(H-Sätze) 137
3.6.2 GefahrenhinweiseimÜberblick 138
3.6.3 Ergänzende GefahrenhinweisefürdieEuropäische Union(EU) 140
3.6.4 ListederGefahrenhinweise 141
3.6.4.1 PhysikalischeGefahren 141
3.6.4.2 Gesundheitsgefahren 143
3.6.4.3 Umweltgefahren 147
3.7 Sicherheitshinweise 149
3.7.1 StrukturderSicherheitshinweise(P-Sätze) 149
3.7.2 Sicherheitshinweise im Überblick 149
3.7.3 ListederSicherheitshinweise 155
3.8 Gefahrenpiktogramme 184
3.8.1 Einleitung 184
3.8.2 GefahrenpiktogrammeimÜberblick 185
x
Inhalt
Seite
3.9 Wissensfragen 189
3.10 Weiterführende Literatur 189
4. Nationales Chemikalienrecht 191
4.1 Chemikaliengesetz(ChemG) 191
4.1.1 Einleitung 191
4.1.2 Durchführung derVerordnung(EG)Nr.1907/2006 (REACH) 193
4.1.3 Zulassung vonBiozid-Produkten 194
4.1.4 Einstufung,Verpackung undKennzeichnung 196
4.1.5 Mitteilungspflichten 197
4.1.6 Schutz vonMitarbeitern 199
4.2 Chemikalienverbots-Verordnung(ChemVerbotsV) 201
4.3 Gefahrstoffverordnung(GefStoffV) 205
4.3.1 AnwendungsbereichundBegriffsbestimmungen 205
4.3.2 Gefahrstoffinformation 207
4.3.3 AllgemeineSchutzmaßnahmen 207
4.4 Verordnung zurarbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) 219
4.4.1 Einleitung 219
4.4.2 PflichtuntersuchungenbeiTätigkeiten mitGefahrstoffen 220
4.4.3 AngebotsuntersuchungenbeiTätigkeiten mitGefahrstoffen 222
4.4.4 Tätigkeiten mitphysikalischen Einwirkungen 222
4.5 Wissensfragen 223
4.6 Weiterführende Literatur 224
5. Gefährlichkeitsmerkmale 225
5.1 Physikalisch-chemische Eigenschaften 232
5.1.1 HochentzündlicheStoffe undZubereitungen 232
5.1.2 LeichtentzündlicheStoffe undZubereitungen 233
5.1.3 EntzündlicheStoffe undZubereitungen 234
5.1.4 BrandförderndeStoffe 235
5.1.5 ExplosionsgefährlicheStoffe 236
5.2 Toxische Eigenschaften 237
5.2.1 SehrgiftigeStoffe undZubereitungen 237
5.2.2 Giftige Stoffe undZubereitungen 239
5.2.3 GesundheitsschädlicheStoffe undZubereitungen 241
5.2.4 Ätzende Stoffe undZubereitungen 243
5.2.5 Reizende Stoffe undZubereitungen 244
5.2.6 SensibilisierendeStoffe undZubereitungen 246
5.3 BestimmtespezifischeGesundheitsschäden 248
5.3.1 Reproduktionstoxische Stoffe 248
5.3.2 KrebserzeugendeStoffe 252
5.3.3 Erbgutverändernde Stoffe 256
5.4 UmweltgefährlicheStoffe 259
5.5 Wissensfragen 262
5.6 Weiterführende Literatur 262
Inhalt XI
Seite
6. Einstufung und Kennzeichnung vonZubereitungen 263
6.1 Einleitung 263
6.2 Einstufungvon Zubereitungen 265
6.2.1 Sehrgiftig 265
6.2.2 Giftig 268
6.2.3 Gesundheitsschädlich 270
6.2.4 Ätzend 271
6.2.5 Reizend 274
6.2.6 Sensibilisierend 277
6.2.7 Krebserzeugend 278
6.2.8 Erbgutverändernd 281
6.2.9 Fortpflanzungsgefährdend 281
6.2.10 UmweltgefährlicheEigenschaften 282
6.3 Wissensfragen 290
6.4 Weiterführende Literatur 290
7. Unterweisung der Mitarbeiter 291
7.1 Allgemeineszum Sicherheitsdatenblatt 291
7.2 Form des Sicherheitsdatenblattes 293
7.2.1 BezeichnungdesStoffesbzw.derZubereitungunddes Unternehmens 296
7.2.2 Mögliche Gefahren 297
7.2.3 Zusammensetzung/AngabenzuBestandteilen 298
7.2.4 Erste-Hilfe-Maßnahmen 299
7.2.5 Maßnahmenzur Brandbekämpfung 300
7.2.6 MaßnahmenbeiunbeabsichtigterFreisetzung 300
7.2.7 Handhabungund Lagerung 300
7.2.8 Begrenzungund ÜberwachungderExposition/PersönlicheSchutzausrüstung 302
7.2.9 Physikalische undchemische Eigenschaften 304
7.2.10 Stabilitätund Reaktivität 305
7.2.11 UmweltbezogeneAngaben 309
7.2.12 Hinweisezur Entsorgung 311
7.2.13 Angaben zumTransport 311
7.2.14 Rechtsvorschriften 312
7.2.15 SonstigeAngaben 313
7.2.16 Fließschemazur Erstellung vonSicherheitsdatenblättern 313
7.3 Betriebsanweisung 315
7.3.1 Anwendungsbereich 315
7.3.2 Erstellung derBetriebsanweisung 315
7.3.2.1 AllgemeineHinweise 315
7.3.2.2 InhaltederBetriebsanweisung 317
7.3.3 Schnittstellezum Sicherheitsdatenblatt 319
7.3.4 Unterweisung 319
7.3.5 Allgemeinearbeitsmedizinisch-toxikologische Beratung 321
7.3.6 Zusätzliche InformationspflichtenbeiTätigkeitenmitkrebserzeugenden, 323
erbgutveränderndenoder fruchtbarkeitsgefährdenden Gefahrstoffen der
Kategorie 1oder 2
7.4 Wissensfragen 324