Table Of ContentEgon Bojkow
Getranke
verpackung
und Umwelt
Auswirkungen der
Verpackung von Getranken
und fliissigen
Molkereiprodukten
auf die Umwelt
Daten und Fakten
zur Verpackungs
diskussion
Springer-Verlag Wien New York
Dipl.-Ing. Dr. nauechn. Egon Bojkow
Verpackungslabor fur Lebensmittel und Getranke,
c/o Universitat fUr Bodenkultur, Wien, bsterreich
Das Werk ist urheberrechtlich geschutzt.
Die dadurch begrundt;ten Rechte,
insbesondere die der Ubersetzung, des Nachdruckes,
der Entnahme von Abbildungen, der Funksendung,
der W iedergabe auf photomechanischem oder ahnlichem Wege
und der Speicherung in Datenverarbeitungsanlagen,
bleiben, auch bei nur auszugsweiser Verwertung, vorbehalten.
© 1989 by Springer-Verlag/Wien
Mit 51 Abbildungen
CIP-Titelaufnahme der Deutschen Bibliothek
13ojkow, Egon:
Getrankeverpackung und Umwelt : Auswirkungen der
Verpackung von Getranken und flussigen Molkereiprodukten
auf die Umwelt ; Daten und Fakten zur Verpackungsdiskussion
/ von Egon Bojkow. - Wien : Springer, 1989
ISBN-13:978-3-211-82134-3 e-ISBN-13 :978-3-7091-9041-8
DOl: 10.1007/978-3-7091-9041-8
Vorwort
Umweltfragen der Konsumgtiterverpackung, vor allem deren Beitrag
zum Abfallproblem, nehmen heute einen breiten Raum in der Offentli
chen Diskussion ein. Widersprtichliche Expertenaussagen, eine schier
untiberblickbare Ftille an Publikationen und Fachbeitragen sowie die
meist tendenziose Berichterstattung in den Medien machen es nicht
nur der breiten Offentlichkeit schwer, sich eine zutreffende Meinung
zu diesem Thema zu bilden. Auch flir den Lebensmittel- und Verpak
kungsexperten ist es mtihevoll, sich aus den umfangreichen und diver
gierenden Darstellungen ein abgerundetes Bild flir richtige Entschei
dungen zu verschaffen. SchlieBlich spiel en in der gesamten Urn welt
thernatik nicht nur naturwissenschaftlich-technische Fragen, sondern
auch wirtschaftliche Interessen eine gewichtige Rolle. So ist jeder Ver
packungshersteller interessiert, seinern Erzeugnis auch tiber ein positi
ves "Umweltimage" eine gute Marktposition zu verschaffen.
In der vorliegenden Darstellung wurde versucht, abseits subjektiver,
wirtschaftlicher Interessen einen Uberblick tiber die Umweltauswir
kungen von Einweg- und Mehrwegverpackungen ftir stille und kohlen
saurehaltige Getranke zu geben, wobei auf die Kontroverse urn die
"urnweltgerechte" Verpackung fltissiger Molkereiprodukte ausfiihrlich
eingegangen wurde. Soweit dies moglich war, wurde versucht, Lo
sungsansatze aufzuzeigen, die sowohI den funktionellen Aufgaben der
Getrankeverpackung als auch volkswirtschaftlichen und umweltbezo
genen Zielsetzungen gerecht werden. Dem eigentlichen Thema wurde in
drei Kapiteln
- eine kurze Einftihrung in die technischen, wirtschaftlichen und urn
weltbezogenen Aufgaben der Lebensmittelverpackung
- eine Darstellung der produktbezogenen Anforderungen an Getranke
verpackungen
- sowie ein materialkundlicher Leitfaden tiber die Eigenschaften der
wichtigsten Packstoffe und Packmittel flir Lebensmittel und Ge
tranke
vorangestellt.
Grundlage der vorliegenden, in elDlgen Kapiteln stark verktirzten
Buchfassung ist eine in mehrjahriger Arbeit entstandene, umfangrei-
Vorwort
che Auswertung und Dokumentation der zu diesem Thema verfligba
ren Literatur sowie eine von den Primardaten ausgehende, nachvoll
ziehbar aufbereitete Gegenliberstellung des einschlagigen Datenmate
rials 1).
Den Vereinigungen "Osterreichische Milchinformationsgesellschaft"
und "Verpackungslabor flir Lebensmittel und Getranke" sei flir die An
regung zu diesern Werk sowie flir dessen Farderung gedankt.
Besonderer Dank geblihrt Herrn Prof. Dipl.-Ing. Dr. H. Kattl yom In
stitut flir Agrarakonornik an der Universitat flir Bodenkultur in Wien,
der wesentlichen Anteil an der Erarbeitung des Grundkonzeptes hatte
und dessen kritische Durchsicht in den einzelnen Phasen des Entste
hens stets wertvolle Anregungen enthielt.
Weiters ist auch den Mitarbeitern des Verpackungslabors flir Le
bensrnittel und Getranke, Herrn Ing. H. Schlair und Herrn Ing. G. Patzl,
flir die oft bis in die spaten Nachtstunden wahrende Mithilfe bei der
Bearbeitung und Zusarnrnenstellung des umfangreichen Datenrnaterials
zu danken. SchlieBlich sei auch Frau G. Szabo flir die Ubertragung des
Manuskriptes in die endgliltige Druckvorlage gedankt.
Den Mitarbeitern des Springer-Verlages danke ich flir die stets an
genehrne Zusarnrnenarbeit und flir die sorgfaltige Durchsicht der
Druckvorlage. Wenn das Buch einigermaBen frei von Druckfehlern sein
sollte, so haben sie wesentlichen Anteil daran.
Dern Bemiihen urn Objektivierung kontroversieller Standpunkte in
dieser Thematik entsprechend, mage das vorliegende Werk zurn besse
ren Verstandnis von Umweltauswirkungen von Getrankeverpackungen
irn Hinblick auf eine sachgerechte Lasung der darnit verbundenen Fra
gen und legislativen Vorhaben beitragen.
Wien, Dezernber 1988 E. Bojkow
1) Diese kann vom
Verpackungslabor f. Lebensmittel u. Getriinke
U"iversitiit far Bodenkultur
Gregor-Mendel-Stra.pe 33
A-JJ80 Wien
Tel. 0222131 63 21
bezogen werden.
Verzeichnis der Kapitel
I. Aufgaben der Lebensmittelverpackung 1
II. Produktbezogene Anforderungen an Getranke
verpackungen 36
III. Packstoffe und Packmittel flir Lebensmittel und
Getranke 58
IV. Die Umweltdiskussion tiber Verpackungen -
Darstellung und kritische Durchleuchtung 113
V. Beurteilung der Umweltauswirkungen von
Verpackungssystemen - Grundsatze 174
VI. Vergleiche alternativer Verpackungssysteme
ftir fltissige Ftillgtiter 201
Sachverzeichnis 337
KAPITELI
Aufgaben der Lebensmittelverpackung
In halts ve r ze i c h n i s
1. Allgemeine Anforderungen an Lebensmittel
verpackungen 3
1.1. Ubersicht 3
1.2. Schutz des Packgutes 5
1.2.1. Grundsatzliche Anforderungen 5
1.2.2. Schutz vor mechanischen Schaden 5
1.2.3. Schutz vor klimatischen Einfliissen 7
- Wasserdampfempfindliche Lebensmittel
- Sauerstoffempfindliche Lebensmittel
- Lichtempfindliche Lebensmittel
1.2.4. Schutz vor der Einwirkung von Mikroorganismen 8
1.2.5. Verpackung fliissiger oder fetter Lebensmittel 8
1.2.6. Verpackung stark aromatischer oder aroma-
empfindlicher Lebensmittel 8
1.2.7. Verpackung aggressiver Fiillgiiter 9
1.2.8. Schutz vor tierischen Schadlingen 9
1.2.9. Schutz vor Diebstahl und unerlaubter Manipulation 10
1.3. Rationalisierung und Erleichterung der Distribution 1 0
1.3.1. Grundsatzliches 10
1.3.2. Rationalisierung beim Abpacker 12
1.3.3. Rationalisierung beim Transporteur 12
1.3.4. Rationalisierung der Lagerung 12
1.3.5. Rationalisierung im Handel 1 3
1.4. Verbraucherfreundlichkeit 13
1.4.1. Warenprasentation 13
1.4.2. Verbraucherinformation 14
1.4.3. Gebrauchseigenschaften 14
1.5. Wahrnehmung umweltorientierter Anforderungen 1 5
1.6. Beriicksichtigung bestehender Rechtsvorschriften 16
1.6.1. Verpackung und Kennzeichnung von Waren 16
1.6.2. Verkehrs- und Postwesen 1 7
1.6.3. Export und Import 1 7
1.7. Kostengiinstigkeit 24
2 I. Aufgaben der Lebensmittelverpackung
2. Volkswirtschaftliche Bedeutung der Waren-
verpackung 25
2.1. Wirtschaftsentwicklung und Verpackungsverbrauch 25
2.2. Bedeutung der Warenverpackung ftir Wirtschaft und
Konsument 26
3. Das Verpackungswesen in Osterreich 27
3.1. Definitionen 27
3.2. Verpackungswissenschaft 27
3.3. Verpackungsinstitutionen 28
3.4. Verpackungswirtschaft 28
4. Literatur 33
Eine ausfiihrliche, auf die technischen Grundlagen eingehende Darstellung der
hier abgedruckten Kurzfassung dieses Kapitels kann vom
Verpackungslabor f. Lebensmittel u. Getranke
U niversitiit fiir Bodenkultur
G regor-M e nde loS trafJe 33
A-llSO Wien
Tel. 0222131 63 21
bezogen werden.
1. Allgemeine Anforderungen 3
1. Allgemeine Anforderungen an Lebensmittel
verpackungen
1.1. Ubersicht (1)(2)(3)(4)(5)
Verpackungen sind nicht Selbstzweck, sondern unentbehrliche Hilfs
mittel zur Verbringung von Giltern in einwandfreiem Zustand, mit ge
ringstem Aufwand vom Hersteller zum Verbraucher. Die in Ubersicht 1
zusammengefaBten technischen, okonomischen, rechtlichen, verbrau
cherorientierten und okologischen Anforderungen sollen mit dem ge
ringstmoglichen materiellen und wirtschaftlichen Aufwand (Ressour
censchonung und Kostengilnstigkeit) erfilllt werden. Diese Forderung
definiert das Verpacken von Giltern als Optimierungsaufgabe.
Obersicht 1: Spektrum der Anforderungen an Verpackungen
Schutz des Packgutes vor Verlust, Verderb, Qualitiitsabfall und
TECHNIK Beschadigungen
Rationalisierung und Erleichterung der Warendistribution durch
Bildung lager-und versandfiihiger Einheiten
Priisentation der Ware in verbrauchsgerechter, ansprechender Form
OKONOMIE Kostengiinstigkeit hinsichtlich Verpackungsaufwand und
Verpackungsleistung
RECHT Beachtung geHender Rechtsvorschriften
Verbraucherfreundlichkeit beziiglich Produkterkennung,
VERBRAUCHER
Information, Handling und Bequemlichkeit
GeringstmOgfiche Umweltbelastung bei Herstellung, Distribution,
UMWELT
Gebrauch und Entsorgung
Durch die Verknilpfung von Anforderungen aus verschiedenen
Fachgebieten, ergibt sich flir die Verpackungstechnik eine interdiszipli
nare Aufgabenstellung. Wie die Auflistung der wichtigsten Faktoren,
welche beim Verpacken von Lebensmitteln berilcksichtigt werden
milssen, in Abb. 1 erkennen laBt, erstreckt sich die Aufgabe der Ver
packungstechnik auf die Schaffung von Systemen, welche die Abwick
lung des (zumeist automatisierten) Verpackungsvorganges, die Erfill
lung logistischer Funktionen, sowie die Wiederverwendung, Verwer
tung oder problemlose Entsorgung verbrauchter Packmittel gewahrlei
sten: Verpackungstechnik ist Systemtechnik.
4 I. Aufgaben der Lebensmitteiverpackung
mechanische L-- Gawicl'4, GrOBe, Beschaltenheit (fest, ftiissig, gasfOrmig, pastes, pulvrig
L-__- ---'! usw.) HMe, Sleifigkeit, Zetbrechlichke~, ObertIacherilesdlaHenheit usw.
Lkirntiisctle_·_---'f--I I
PRODUKT Wasser, Wasserdampf, Temperatur, Licht
(spezifische
f--I I
ElIllfr1dlichkeit) Sauerstoff, Fremdstoffe, Geruchs-und Geschmacksstoffe, Anerung,
~~f --I I
00I0gische K Mikroorganismen und Eigenverderb
1---
_m~_""''''''."""".
ABPACKMASCHINE elektrostatAulladung, VerkIebbarkeit, HeiBsiegeliahigkeit usw.
(Maschinengangigkoo)
Packhifsm. I I
Verarbe~ungseigenschanen
Bahn
1_ ____1 SlraBe
Wasser
Luft
I I
DISTRIBUTION __ (~chemisdI- __ TLuefmtfpeeucrahttuigr ke~
(Beanspruchungen) physikalisch) Trockenhe~
Wasser (Salzwasser)
Mikroorganismen, tierische Schadlinge
I 5a1SIige I--- Pilferage (Diebstahl)
-----'I Tampenng (bOsw1l1ige Beeintriichtigung)
L.
VERBRAUCHER Man~ulierbarke~
(Marketing) Gebrauchseigenschaften
I
Bezeichnung, Gebrauchshinweise,
Aulbrauchsfrist
I I-- Eichwesen, Dampl\(essefwesen, Nonnung, Gesundheitwesen, Lebensmittelrecht, Gawelbe-,
GESETZGEBUNG Handels-u. Wettbewerbsrecht, Land-u. Forstwirtschaft, Weirbau, ArbOOnehmerschutz, Ver
kehrs-, Post-, Abgaben-und ZoIlwesen
1 1--------1 Material
C ~=ckungs- ~=:mel)
I
KOSTEN
Entwicklungs-und Kontrollkosten, ....A _rbOO_· ___- '
Abpack-und Distributionsverluste
Vertriebskosten
I Rohstoffgewinnung
Energie-und Rohstoffverbrauch Herstellung
IU.WELTe Belastung von Luft und Wasser I Verarbe~ung
Ablall (Gewicht und Volumen) Distribution
Entsorgung
r-- Ergonomie
I L.arm
ArbOOsumwelt
Gewicht
Verletzungsgefahr
Abb. 1: Faktoren, die beirn Verpacken von Lebensrnitteln zu berOcksichtigen sind