Table Of ContentSusanneDammann- Gattung und Einzelwerk
im symphonischenFriihwerkCajkovskijs
Susanne Dammann
Gattong und Einzelwerk
im symphonischen Friihwerk
Cajkovskijs
MJ?
VERlAGFORWlSSENSCHAFT
UNOFORSCHUNG
Dissertation
zur Erlangungdes Doktorgrades
der PhilosophischenFakultat
der ChristianAlbrechtUniversitat
zu Kiel
Referent: Prof.Dr.FriedheImKrummacher
Korreferent: Prof. Dr.BerndSponheuer
TagdermundlichenPriifung: 16. 12. 1992
ZurVervielfaltigunggenehmigt:
Dekan: Prof.Dr.HubertusMenke
Die DeutscheBibliothek- CIP-Einheitsaufnahme
Dammann,Susanne:
Gattungund EinzelwerkimsymphonischenFriihwerkCajkovskijs/Susanne
Dammann.
- Stuttgart: M und P,VerI.furWiss.und Forschung,1996
Zugl.:Kiel,Univ.,Diss.,1992
ISBN978-3-476-45155-2
ISBN978-3-476-45155-2
ISBN 978-3-476-04251-4 (eBook)
DOI 10.1007/978-3-476-04251-4
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elektronischenSystemen.
M & P Verlag furWissenschaftund Forschung
einVerlag der J.B. MetzlerschenVerlagsbuchhandlungund
Carl ErnstPoeschelVerlag GmbHinStuttgart
©1996Springer-VerlagGmbHDeutschland
UrsprunglicherschienenbeiJ.B.MetzlerscheVerlagbuchhandlungundCarlErnstPoeschel
VerlagGmbH1996
INHALT
VOnNort 7
Erster TeilProbleme mitCajkovskij
Erstes KapiteI: Forschungsstand und Forschungsperspektiven II
Zweites Kapitel: Cajkovskij und Cajkovskij-Rezeption zwischen
"Universalitatsgedanke" und "nationalrussischer Schule" 35
I.EntstehungundAnspruchaufeine"nationale"SchulebeidenPublizisten
desPetersburgerKreises unddieVennittlungmit dergesarnteuropaischen
Tradition:GrundlagenundAporienvonCajkovskijs "Zwischenstellung" 35
ExkursI:DieEntfaltungdeshistorischenDenkensinRuBlandunddieKon-
frontationmitdemdeutschen Universalismusanspruch 80
2.DerVermittlungsgedankeausentgegengesetzterPerspektive:Hanslicks,
Sittards,KretzschmarsundLares'UrteiletiberCajkovskij undihreGrund-
lagen 87
3.Cajkovskijunddie"SchumannscheZeit":zumVerhaltnisvon"Programm"
undAutobiographie 100
ZweiterTeilDimensionenderfrlihen lnstrumentalmusikCajkovskijs
Drittes Kapitel: Kompositorische Strukturen der 1. Sinfonie
G-Moll op. 13 (1866/1874) 133
1.DerKopfsatzder 1.SinfonieG-Moll,op.13 133
ExkursII:AusgewahlteStudienarbeitenCajkovskijs ausdenJahrenam
St.PetersburgerKonservatorium 134
1.1.DieKomplementarthernatikdesHauptsatzes 155
ExkursIII:ParallelenzurGestaltungvonSektioneninderOuvertureGroza
[DasGewitter]von1864 174
1.2.DieGestaltungdesSeitensatzesvorderUmarbeitung 195
1.3.DerSeitensatzinderFassungvon1874 201
2.DieZuspitzungderKornplementarthematikinderDurchftihrung 207
3.DieReprisealsdynamisierte Exposition 215
4.DieCodaalsSchluBreflexionaufdiekomplementiirthematischeAnlage
desHauptsatzes 218
Viertes Kapitel: Exkurse fiber einige frfihe Instrumentalwerke
Cajkovskijs (1873-75) 223
Exkurs IV:SechsStucke tibereinThema,op.21(1873) 225
ExkursV:2.StreichquartettF-Dur.op.22(1874) 237
ExkursVI:DasVerhaltnis zwischendenBinnen-undEcksatzen.Uberlegungen
zurfunfsatzigen Konzeption der3.SinfonieD-Dur,op.29(1875) 260
Ffinftes Kapitel: Rhythmisch-motivisch stillslerte Charaktere und
thematische Einheit in der 4. Sinfonie F-Moll, op. 36 (1876-1877)
EinftihrendeUberlegungen 267
1.DieFunktiondes"Andantesostenuto"als"Strukturgenerativ"desKopf-
satzes 290
2.GestaltundVerlaufdesKopfsatzes 308
2.1.MaterialeKontinuitatundCharakterwandel:derVerlaufdesHauptsatzes 308
2.2.DerCharakterkontrastdesSeitensatzesundseineHerleitungdurch
Thementransformation 328
3.DieDurchfiihrungalsBrennspiegelderExposition 343
4. DerVerlaufderRepriseundseineKonsequenzen:dieNotwendigkeit
eineszyklischenSatzkalkiils 353
5.DieSatzcodaalszweiteDurchftihrunginauBersterZuspitzung 357
ExkursVII:DieBinnensatzeimzyklischenKontextdesWerkes 364
6.DieReflexiondes"Finalproblems"oderderRtickgriffaufdas
"Andantesostenuto" imFinaleder4.Sinfonieop.36 382
SchluBbemerkungen 403
Anhang
BibliographieRaisonnee 409
AlphabethischesSchriftenverzeichnis 457
Vorwort
Die vorliegendeArbeitstellt dieuberarbeiteteFassung derDissertationdar,dieim
Winter1992vonderPhilosophischenFakultatderChristian-Albrechts-Universitiit
Kielangenommenwurde.
Mein Dankgilt vor allem meinem akademischen Lehrer und DoktorvaterProf.
Dr. FriedheimKrummacherfurdieskrupulos angelegte Vermittlungseines fachli
chenAnliegenssowie dafiir,daBmeine Gedanken undihresprachlicheGestaltung
kritisch gepruft und gefordert wurden. Ferner danke ich Prof. Dr. Bernd Spon
heuer, daB er die Arbeit engagiert untersuchte und Verbesserungsvorschlage
machte,sowie Prof. Dr.Heinrich Wilhelm Schwab.
Mein Dank gehort auch der freundlichen Bereitschaft von Prof. Dr.Thomas
Kohlhase (Ttibingen),daBermir zuBeginn meinerDissertationEinblickinunge
druckte Typoskriptegewahrt hat,diesichinseinem Privatbesitz befinden; auchfur
entgegenkommendeGesprachsbereitschafthabeichzudanken.
AuBerdemforderte Prof.Dr.Helmut G.Walther (lena) meineArbeit sehr durch
seine Aufgeschlossenheitfur meine Fragestellungsowiedurch seinlebhaftesInter
esse an der Cajkovskij-Rezeption. FUrseine stets aufmunternde Teilnahme am
WerdegangmeinerArbeit binichihmsehrdankbar.
DaBichwahrendmeiner AufenthalteinRuBlandauchAutographevon PetrIl'ie
Cajkovskij habe einsehen diirfen, danke ich der groBztigigen Untersttitzung von
Dr. Polina Efimovna Vajdman, der Archivarin des Cajkovskij-Hausmuseums in
Klin(MoskauerRegion),sowie demfreundlichen EntgegenkommenderDirektorin
desArchivs,Galina Ivanovna Belonovic,
Ichdenke sehr gerne an diebesondereArbeitsatmosphare im letzten Wohnsitz
desKomponisten zuruck,aberauchandieoffenen undanregenden Gesprachetiber
CajkovskijsLeben undWerk.
SchlieBlichmochte ichmich noch beiden Freunden bedanken,diemir wahrend
meinerDissertationaufdie verschiedensteArt undWeise zur Seite gestanden ha
ben: Dr. Claus-Peter Becke (Flensburg), Elena Dormann (Frankfurt), Susanne
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Hockling(Bonn/Stuttgart),Renate Meyer-Rei! (Kiel),Dr. DorotheaScholl (Tubin
gen/Kiel)sowie PD Dr. HenningUnverhau(Kie1).
DieArbeitwidme ichdemAndenken meinesVaters undmeiner Mutter.
Preetz,im Friihjahr 1995 Susanne Dammann
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Erster Teil
Probleme mit Cajkovskij
Erstes Kapitel: Forschnngsstand und Forschungsper
spektiven
SuchtmansicheinenUberblickiiberdenStandderwissenschaftlichen Erforschung
Cajkovskijs zu verschaffen,so fallen die hartnackig wiederholten Forderungen
nach einer "neuen Sicht" des Komponisten auf. Dabei wird stets auch das krasse
MiBverhliltniserwahnt,daBzwischen der PopularitlitCajkovskijsund der analyti
schen Erschlossenheit seines <Euvresbesteht. Es lohnt sich, nach Cajkovskijs
Werken inAnbetrachtseinerweltweiten Beliebtheitzufragen; zuklarenwareindes
zuerst,wann,warum undinwiefem eineneueArtderWerkrezeptionfur notwendig
erachtet wurde.
GeradedieUmbriicheinderBewertungCajkovskijskonnenals "Knotenpunkte"
der Rezeption verstanden werden,dasieschlaglichtartig erhellen,welche Funktion
die Rezeption bislang erfiillte und mit welchen Aporien sie endete.1mfolgenden
werden deshalb verschiedene historische Rezeptionssituationen herausgegriffen;
femer wird das historische "MiBverstehen"erortert,dasdie Forderung nach einer
"neuen Sicht" auf das Werk hervorgerufen hat. Die Folge von neuem und "richti
gem" bzw.alternund "falschem"Verstehenerlaubt beidiachronischerDarstellung
RiickschliisseaufProbleme undKonstantenderCajkovskij-Rezeption,diedas Bild
des Komponisten bisindieGegenwart hineinbeeinflussen.
1993wurdeerstmals auchhierzulande einneuesCajkovskij-Bild gefordert.Von
Thomas Kohlhase istdaraufhingewiesen worden, daBCajkovskij imKonzertleben
zwar omniprasent sei. Seine Popularitat riihre jedoch nur von einigen wenigen
Werken her, wahrend weite Teile seines Gesamtwerks nahezu unbekannt seien.
Ausdiesem Grundgeltees,derimmensen PopularitatdesKornponisten irninterna
tionalen Musikleben durch wissenschaftliche Reflexion zu begegnen,urneine Er
weiterung desStandardrepertoireszuerwirken.
EineInitiativeindieserRichtungstelltdieGrundungder"Cajkovskij-Gesellschaft"
dar,diefurdiemusikalischePraxisQuellenzuerschlieBenversucht,urnder"konzep
tionellen Einfallslosigkeit"! unddem VerschleiBeinzelner Werke ineinem durch
1 Thomas Kohlhase,BegriiBungundEinfiihrung, in:Internationales Cajkovskij-Symposium
Tiibingen 1993.Bericht,hrsg.v.ThomasKohlhase(= Cajkovskij-Studien Bd. I),Mainz 1995,
12.
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