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Fiihrungssysteme zwischen Stabilitat und Wandel
GABLER EDITION WISSENSCHAFT
Markt- und Unternehmensentwicklung
Herausgegeben von
Professor Dr. Ores. h.c. Arnold Picot
Professor Dr. Professor h.c. Dr. h.c. Ralf Reichwald und
Professor Dr. Egon Franck
Der Wandel von Institutionen, Technologie und Wettbewerb pragt in
vielfaltiger Weise Entwicklungen im Spannungsfeld von Markt und
Unternehmung. Die Schriftenreihe greift diese Fragen auf und stellt
neue Erkenntnisse aus Theorie und Praxis sowie anwendungsorien-
tierte Konzepte und Modelle zur Diskussion.
Jorg Siebert
Fiihrungssysteme zwischen
Stabilitat und Wandel
Ein systematischer Ansatz
zum Management der Fuhrung
Mit einem Geleitwort von
Prof. Dr. Prof. h.c. Dr. h.c. Ralf Reichwald
Deutscher Universitats-Verlag
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Dissertation Technische Universitat Munchen, 2005
1. Auflage September 2006
Alle Rechte vorbehalten
© Deutscher Universitats-Verlag I 6WV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2006
Lektorat: Brigitte Siegel /Sabine Scholler
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Umschlaggestaltung: Regine Zimmer, Dipl.-Designerin, Frankfurt/Main
Druck und Buchbinder: Rosch-Buch, ScheBlitz
Gedruckt auf saurefreiem und chlorfrei gebleichtem Papier
Printed in Germany
ISBN-10 3-8350-0245-7
ISBN-13 978-3-8350-0245-6
Meinen Eltem
Geleitwort VII
Geleitwort
„Welchen Beitrag konnen Fuhrungssysteme leisten, um die scheinbar gegensatzlichen Ziele
der Verfestigung und Verfliissigung der Fiihrungs- und Unternehmensstrukturen in ausgewo-
gener Weise zu realisieren?" Mit dieser Ausgangsfrage greift die vorliegende Arbeit eine brei-
te und anspruchsvolle Thematik in Theorie und Praxis der Betriebswirtschaft auf. Die im
Spannungsfeld von Stabilitat und Wandel zu behandelnden Themenkomplexe organisatori-
scher Fiihrung tangieren aktuelle Forschungsfelder der Personal- und Unternehmensfiiihrung,
der Organisationsgestaltung und Unternehmensentwicklung. Die Notwendigkeit dieser Breite
liegt auf der Hand: Wahrend die Fiihrungsfrage in der klassischen, weitgehend in sich ge-
schlossenen Industrieorganisationen auf Aspekte der Personalfuhrung fokussiert wurde, die
im Rahmen hierarchischer Strukturen der Organisation weitgehend stabile Einbettung fan-
den, entwickeln Unternehmen, deren Strukturen im globalen Wettbewerb dynamischem
Wandel unterworfen sind, heute zunehmend Fuhrungssysteme, die das Management der
Fiihrung stabilisieren und in seiner Dynamik unterstiitzen sollen.
Diesem Phanomen der Fuhrungssysteme im Spannungsfeld von Stabilitat und Wandel wid-
met sich die vorliegende Arbeit. Sie diskutiert die theoretisch-konzeptionelle Literaturbasis
zum Verstandnis dieser Form der strukturalen Fiihrung und reflektiert sie vor dem Hinter-
grund der Erkenntnisse zweier empirisch-explorativer Studien. Untersucht wurden Instru-
mente und institutionelle Rahmenwerke, die in der Unternehmenspraxis heute zum Einsatz
kommen. Erganzt werden die Erkenntnisse durch die empirisch-explorativen Befunde der
Studie „Design of Corporate Universities", die von Ende 2003 bis Anfang 2004 strategieori-
entierte Zentren der Fiihrungskrafteentwicklung in elf ausgewahlten Unternehmen unter-
suchte. In einem integrativen Ansatz gelingt es der vorliegenden Arbeit, die Erkenntnisse
beider Studien aufzuarbeiten und auf dieser Basis ein durchgangiges Gesamtbild unternehme-
rischer Fiihrungssysteme zu entwickeln. Somit prasentiert sich die vorliegende Arbeit sowohl
in ihrer inhaltlichen Breite als auch hinsichtlich der empirisch-explorativen Fundierung und
der besonderen Aktualitat fiir Theorie und Praxis als gelungene Dissertationsschrift.
Die Arbeit leistet einen wertvollen Beitrag zur Fortentwicklung der betriebswirtschaftlichen
Organisations- und Fiihrungsforschung und bietet zudem praxisorientierte und konzeptionel-
le Losungsansatze fiir strategisch ausgerichtete Fiihrungssysteme. Der Arbeit bleibt zu wiin-
schen, dass sie eine breite Aufnahme in Theorie und Praxis findet.
Prof Dr. Prof h.c. Dr. h.c. Ralf Reichwald
Vorwort IX
Vorwort
,yAber ewes kann ich denjungen Kollegen, Doktoranden und sicherlich auch den Studenten versprechen:
Sie werden der Fast^^nation des Entdeckens ausgesett^ sein. Sie werden eines der wenigen Abenteuer erle-
ben, die unsere nuchteme Gegenivari bereithdlt Geniefien Sie diese Herausforderung, meine Fachkollegen
— mit Schweifi Geduld und Zuversicht!"
EberhardWitte2002
Mit diesem leidenschaftlichen und inspirierenden Appell beendete Eberhard Witte am 15. Januar
2003 seine Festrede in der Pinakothek der Moderne anlasslich der Verleihung der Ehrendoktor-
wiirde der Fakultat fiir Wirtschaftswissenschaften der Technischen Universitat Miinchen an Ro
land Berger, Adolf Coenenberg und ihn selbst. Dieser Appell entfachte meine Begeisterung von
neuem, mich in das Abenteuer Stabilitat und Wandel zu stiirzen. RiickbHckend mochte ich fest-
stellen, dass ich dieses Abenteuer immer wieder und bereits seit Ende der Schulzeit in Angriff
genommen habe. So behandelte meine Facharbeit die fraktale Mathematik und damit die sog.
Chaos-Theorie, die nach Wegen sucht, mittels stabiler mathematischer Modelle das deterministische
Chaos zu beschreiben und erklarbar zu machen. Die Chaos-Theorie lieB mich auch zum Ende
meines Studiums der Elektrotechnik nicht los. Die Diplomarbeit verwendete Daten epilepsie-
kranker Menschen, deren Gehimaktivitaten mit Elektroden aufgezeichnet waren und untersuchte
mit Hilfe der fraktalen Mathematik die Moglichkeit, den Zeitpunkt epileptischer Anfalle vorher-
zusagen. SchlieBlich war der sog. Technology Atlas Gegenstand meiner Diplomarbeit im Rahmen
des managementorientierten betriebswirtschaftlichen Aufbaustudiums (M.b.A.). Es sollte ein
Konzept entwickelt werden, das bei einem Business-Incubator in Berkeley (Kalifomien) den kreativen
Prozess der Geschafts-Ideen-Generierung systemisch unterstiitzen. Im Anschluss an das Diplom
begann die Arbeit am Lehrstuhl fiir Allgemeine und Industrielle Betriebswirtschaftslehre (heute
Lehrstuhl fiir Betriebswirtschaftslehre - Information, Organisation und Management) mit der
Durchfiihrung der empirischen Studie „Leadership Excellence" iiber Systeme, Instrumente und
Verfahren, die in Unternehmen eingesetzt werden, um Fiihrungskrafte und deren Aufgaben zu
unterstiitzen. Da es u.a. Aufgabe von Fiihrungskraften ist, einerseits Orientierung zu geben und
Stabilitat zu gewahrleisten sowie andererseits Veranderungen und Wandel zu initiieren, war das
Thema „Fiihrungs systeme zwischen Stabilitat und Wandel" vergleichsweise schnell geboren - die
Ausdifferenzierung des Themas und die praktische Umsetzung in eine Dissertation voUzog sich
in einem langeren Prozess.
Fiir mich war der Prozess der Entstehung der Dissertation eine auBerst spannende Entdeckungs-
reise zu den Themen Stabilitat und Wandel und besonders vor dem Hintergrund der Durchfiih
rung der Studie „Leadership Excellence" zu Fiihrung und Fiihrungssystemen. Die vielen Leucht-
tiirme, die mir den Weg erhellten, habe ich versucht auf diesem Entdeckungspfad wiederzugeben
und festzuhalten. Ich hoffe, dass das Ergebnis auch anderen eine kleine und zum Teil vielleicht
X Vorwort
auch neue Scheinwerferperspektive geben kann. Den Lesem mochte ich in diesem Sinne viel
SpaB bei der Lektiire wiinschen.
Danksagung
Diese Arbeit entstand von Oktober 2001 bis Februar 2005 wahrend meiner Forschungszeit am
Lehrstuhl fiiir Betriebswirtschaftslehre: Information, Organisation und Management. Sie beruht
wesentiich auf der Benchmarking-Untersuchung, die ich mit Prof. Ralf Reichwald, Frau Prof.
Kathrin Mosiein und 2u groBen Teilen auch mit Tim Kalbitzer bei iiber 40 intemationalen GroB-
untemehmen durchfiihren durfte und die den Vergleich von Fiihrungssystemen zum Inhait hatte.
Vater dieser Studie ist Prof Peter Pribilla, zur damaligen Zeit Zentralvorstand fiir Personal bei
der Siemens AG, der 2003 viel zu friih verstarb und dem ich fiir die Moglichkeiten und die Ein-
sichten, die mir die Studie ermogHchte, zu groBem Dank verpflichtet bin.
An erster Stelle gebiihrt mein Dank meinem Doktorvater Ralf Reichwald. Seine Begeisterung sich
stets und rastios in neue Themen zu stiirzen nahm auch von mir Besitz, sein Riickhalt und sein
Vertrauen waren fiir mich auBerst forderlich, um die gesteckten Ziele mit einem sehr hohen MaB
an Freiheiten zu erreichen. Ebenso mochte ich dem Zweitkorrektor meiner Arbeit, Herrn Prof.
Wildemann und der Vorsitzenden des Priifiingsausschusses, Frau Prof Achleitoer, dafiir danken,
dass sie sich dazu bereit erklart haben, diese Aufgaben zu iibernehmen und mir wertvolle Anre-
gungen zuteil werden lieBen.
Ein besonderer Dank gilt dem tollen Team am Lehrstuhl - bei weitem nicht nur fiir die Entias-
tung wahrend der Schreibphase. Ich hatte dort die Gelegenheit eine einzigartige Teamatmosphare
sowie auBerst individuelle, interessante und besondere Menschen kennen zu lemen - Ihr habt mir
eine wunderschone Zeit beschert, die nicht nur wahrend der Doktorandenseminare und wahrend
der Reisen und Kongresse reich an Erkenntnissen und Erfahrungen war, die vor allem eine kolle-
giale, unkomplizierte und herzliche Zusammenarbeit beinhaltete. Allen voran ist jedoch meine
„Doktormutter", Prof Kathrin Mosiein, hervorzuheben. Ihr stets ungebrochener Optimismus
und ihre Ratschlage bereits wahrend der Studie und spater, wahrend des ganzen Prozesses des
Schreibens, ihre starke Unterstiitzung bei alien Zielen, ihre umsorgende, kritische aber vor allem
auch offene und herzliche Art waren fiir mich mehr als wertvoll, um dieses Projekt zu vollenden.
Besonders danken mochte ich in diesem Zusammenhang Tim Kalbitzer, fiir die sehr gute und
freundschaftliche Zusammenarbeit wahrend der Studie. Fiir die Unterstiitzung wahrend der letz-
ten Korrekturphase vor Abgabe dieser Arbeit geht ein besonderer Dank an Angelika BuUinger,
Jutta Hensel, Kathrin Mosiein, Michael Ney, Daniel Rackensperger und Dominik Walcher.
Insbesondere fiir die Unterstiitzung wahrend der Hochs und Tiefs in der entscheidenden Zeit
des letzten Jahres sowie fiir fruchtbare und bereichernde Diskussionen richtet sich ein spezieller
Dank an meine lieben Freunde Clemens Berger, Florian Hettich, Georg Schoppa, Ulrich Walk
Vorwort XI
und deren Partnerinnen. Ein gan2 besonderer Dank richtet sich an dieser Stelle sicher nicht 2u-
letzt an meinen lieben Freund und Kollegen Martin ZiBler, der mich ebenso bei der Korrektur
der Arbeit unterstiitzte.
Vor allem mochte ich mich aber bei meinen Eltern Doris und Manfred Siebert bedanken. Meine
Eltem haben mich auf dem teils sehr steinigen, teils sehr schonen Weg stets und mit aller Kraft
unterstiitzt, sie gaben mir alien Riickhalt, alle Sicherheit und alle Stabilitat, die Eltem geben kon-
nen - sogar noch dariiber hinaus - und bekraftigten mich immer Neues zu probieren und zu er-
forschen; sie haben den Wandel der einem wahrend der Dissertationsphase widerfahrt offen und
konstruktiv-kritisch begleitet und, iiber das zuvor dargelegte hinaus, auch die Entstehung und
Entwicklung der Arbeit durch Korrekturen und Anmerkungen sowie in Diskussionen ganz ent-
scheidend mitgepragt! In gleichem MaBe mochte ich mich bei meiner ganzen Familie bedanken,
die mir ganz besonders in Phasen der Unsicherheit Riickhalt gab, besonders bei meiner Schwes-
ter Dr. Karen Hoffmann, die mich auch bei einem Teil der Korrekturen unterstiitzte, bei ihrem
Mann Stefan Hoffmann, bei meiner GroBmutter Hilde Siebert, bei meinen beiden GroBvatern
Walter Siebert und Heinz Kirchner sowie bei meiner Tante Monika Gobel - ich weiB das starke
Fundament, das ihr mir gebt als Ausgangspunkt fiir die eigene Entwicklung sehr zu schatzen. Die
Bedeutung der Unterstiitzung, die mir meine gesamte Familie offenbart, kann ich vielleicht nie
wirklich ganz ermessen, auch vielleicht nie ganz in Worten ausdriicken - an dieser Stelle mochte
ich Euch alien aber sehr herzlich dafiir danken!
Jorg Siebert
Inhaltsiibersicht XIII
Inhaltsubersicht
KsLp. l:Einleitung 1
Kap. 2: Fuhrung und Fuhrungssysteme 7
Kap. 3: Stabilitat und Wandel 67
Kap. 4: Die Studie „Leadership Excellence" 189
Kap. 5: Schlussbetrachtung 329
Kap. 6: Ausblick 337