Table Of ContentAlexander Paufler
Führung – Kreativität –
Innovation
Ein Leitfaden mit Denkstrategien
und Denktaktiken für innovative Köpfe
Führung – Kreativität – Innovation
Alexander Paufler
Führung – Kreativität –
Innovation
Ein Leitfaden mit Denkstrategien und
Denktaktiken für innovative Köpfe
Alexander Paufler
Berlin, Deutschland
ISBN 978-3-658-09914-5 ISBN 978-3-658-09915-2 (eBook)
https://doi.org/10.1007/978-3-658-09915-2
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Geleitwort
Statistisch gesehen gilt: Je schneller der technologische Fortschritt ist, desto
kürzer können sich große Unternehmen an der Spitze halten. Vor einem halben
Jahrhundert mischte ein Top-500 Unternehmen in den USA durchschnittlich noch
rund 75 Jahre ganz oben mit. Heute ist man froh, wenn das 15 Jahre lang gelingt.
Was zeichnet Unternehmen aus, die trotz Technologiesprüngen und verändertem
Kundenverhalten erfolgreich am Markt bestehen? In erster Linie: die Bereitschaft,
sich ständig weiterzuentwickeln und neu zu erfinden. Es hat aber ebenso mit
Führung, Kreativität und Innovation zu tun – den drei Schwerpunktthemen, die
Alexander Paufler in diesem Buch behandelt.
2017 war das wirtschaftlich stärkste Jahr in der über 130-jährigen Geschichte
von Daimler. Dass wir so erfolgreich waren, liegt sicher nicht daran, dass der
technologische Wandel in der deutschen Automobilindustrie weniger rasant wäre.
Im Gegenteil: Die Digitalisierung stellt derzeit alles auf den Prüfstand – wie wir
Fahrzeuge entwickeln, produzieren, vermarkten und natürlich auch, wie unsere
Kunden damit fahren. Das gesamte Geschäftsmodell steht zur Diskussion.
Hinzu kommt: Auch die Anforderungen an Arbeitgeber und Arbeitnehmer ver-
schieben sich grundlegend. Damit geht ein massiver Kulturwandel einher – spe-
ziell bezogen auf Führung. Es geht um mehr Geschwindigkeit, mehr Flexibilität
und mehr Raum für Innovationen. Solch einen Kulturwandel vollziehen auch wir
bei Daimler. Eine wichtige Erkenntnis aus diesem Prozess ist für mich: Exakte
Anweisungen bringen im besten Falle das erwartete Resultat. Aber wenn Mitar-
beiter mehr Freiräume bekommen, können Ideen entstehen, die sämtliche Vorstel-
lungen übertreffen. Und genau das wird in Zukunft noch wichtiger: die besten
Ideen nach vorne zu stellen, nicht Hierarchien.
Die Kreativität, die Alexander Paufler in seinem Buch thematisiert, ist dabei
Treibstoff für Innovation und Fortschritt. Deshalb brauchen Firmen Raum zum
V
VI Geleitwort
Quer- und Andersdenken. Nun klingt mehr Kreativität insbesondere in einem
Großunternehmen zunächst einmal nach einem Widerspruch. Aber Fakt ist: Bei
Daimler schaffen wir Bereiche, in denen die Gestaltungsmöglichkeiten groß und
die Entscheidungswege kurz sind.
Ein Beispiel hierfür ist unsere Innovationsschmiede „Lab1886“ – benannt
nach dem Jahr, in dem Carl Benz und Gottlieb Daimler das Automobil erfanden.
Das „Lab1886“ lebt den Pioniergeist unserer Gründer. Es fördert die Innovations-
kultur im gesamten Unternehmen. Es verbindet die Stärken unseres Konzerns mit
der Agilität von Start-ups. Und es hat die Freiheit und den Auftrag, sich mit The-
men auseinanderzusetzen, die über das Kerngeschäft hinausgehen. Das Ziel ist
klar: Gute Ideen, die es überall innerhalb und außerhalb unseres Unternehmens
gibt, finden und daraus möglichst schnell marktreife Produkte oder Geschäftsmo-
delle entwickeln.
Alexander Pauflers Buch mit den Schwerpunktthemen Führung, Kreativi-
tät und Innovation erscheint genau zur richtigen Zeit. Inmitten dieser digitalen
Umbruchphase stellt es eine fundierte und wertvolle Orientierungshilfe dar.
Dr. Dieter Zetsche
Vorsitzender des Vorstands der Daimler AG
Leiter Mercedes-Benz Cars
Vorwort
Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstan-
den sind (Albert Einstein).1
Sehr verehrte Leserin, sehr geehrter Leser,
dieses Buch habe ich für Sie und andere Führungskräfte geschrieben. Es ist
ein ganzheitlicher Führungsleitfaden geworden, der auf den zwei Säulen Kreati-
vität und Innovation aufbaut. Machen Sie Kreativität und Innovation zum festen
Bestandteil in Ihrem Führungsstil. Die beiden Säulen brauchen wir heute mehr
denn je, weil Talente und großartige Mitarbeiter Inspiration suchen, engagiert
und kreativ arbeiten wollen. Ich verstehe unter Führung sowohl die Führungsrolle
als auch Ihre Positionierung als „führend in der Pole Position“. Sie führen durch
meine Methode.
Mein Buch Führung – Kreativität – Innovation: Ein Leitfaden mit Denkstrate-
gien und Denktaktiken für innovative Köpfe entstand aus der Beobachtung, dass
gute Führung die Methoden der Kreativität und Innovation braucht. Die Kapitel
des vorliegenden Buches sind wie Spielkarten. Mischen Sie und spielen Sie die
Karten je nach Intuition aus – alles geht. Kreativität ist ein kognitives Kopfspiel,
bei dem Sie besser Druck und Stress mit negativen Gefühlen vermeiden – positiv
entspannt geht es für die Meisten besser.2
1http://www.poeteus.de/zitat/Probleme-kann-man-niemals-mit-derselben-Denkweise-l%C3%
B6sen-durch-die-sie-entstanden-sind/10.
2Katrin Brenner-Becker: Warum ist Kreativität ein Problem? Interview in: Psychologie
Heute, 08/2016, S. 87.
VII
VIII Vorwort
Den Lösungsweg für komplexen Wandel sieht Albert Einstein nicht in her-
kömmlichen Methoden – sie reichen nicht mehr aus: „Unsere Probleme lassen
sich nicht mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“ Das
Buch ist deshalb ein Leitfaden zum Neu.denken, Quer.denken sowie Unbere-
chenbar.denken, um außerordentliche Probleme zu lösen. Probleme und aggres-
sive Konkurrenz brauchen Innovationen zum Überleben und Erfolg. Beispiele für
Komplexität und Wandel zeigen die Dringlichkeit:
• Aufstieg und Fall der BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China,
Südafrika), Dotcom-Crash und Aufstieg der Super-Startups
• Eskalierende Informations- und Migrationsflut.
• Schwarze Schwäne (Black Swan Model),3 als Metaphern für etwas Unvor-
stellbares, werden über Nacht zur Realität, wie die BREXIT-Entscheidung
oder die Wahl nicht vorstellbarer Führungspersonen. Das Undenkbare wird zur
neuen Normalität.
• Neue Normalitäten stellen Märkte auf den Kopf. So löste 2008 der „Sub-
prime Mortgage–Kreditwürdigkeitsschwindel“ eine lang anhaltende weltweite
Finanzkrise aus.
Störung vor Zerstörung
Gute Nachricht: Vordenker schaffen Innovationen, bei denen neue Produktideen,
neue Dienstleistungsideen und neue Prozesse entstehen – das sind Mehrwerte
für Kunden. Schlechte Nachricht: Innovationen wirken disruptiv auf traditionelle
Unternehmen, die sich nicht weiterentwickeln wollen. Folgende Beispiele zeigen
die Zerstörungskraft der digitalen Geschäftsmodelle:
• Weltgrößte Taxifirma besitzt keine Taxis (Uber)
• Weltgrößtes Hotel besitzt keine Immobilien (Airbnb)
• Weltgrößte Telco-Gesellschaften sind ohne Telco Infrastruktur (Skype,
WeChat)
3Mikael Krogerus, Roman Tschäppler: The Decision Book, Profile Books 2008, S. 112 f.:
Das „Black Swan Modell“ ist Sinnbild für Unvorstellbares, das zur neuen Normalität wird.
Deswegen empfiehlt der Philosoph Bertrand Russell: „We should always question the
things we take for granted.“ (s. Mikael Krogerus et al. …, S. 112; Nassim Nicholas Taleb:
The Black Swan – The Impact of the Highly Improbable, Penguin Books 2010).
Vorwort IX
• Weltgrößter Einzelhändler hat keinen Lagerbestand (Alibaba)
• Populärstes Medienunternehmen hat keine Medieninhalte (Facebook)
• Wachstumsschnellste Bank hat kein Geldvermögen (SocietyOne)
• Weltgrößtes Kino besitzt keine Kinos (Netflix)
• Weltgrößte Softwareverkäufer programmieren keine Apps (Apple & Google),
sondern arbeiten an autonomen Fahrzeugen, die unsere Mobilität grundlegend
verändern werden.4
• Amerikanische Superstars sitzen auf unvorstellbaren Cashbergen und Unterneh-
menswerten, die sie für Innovationen einsetzen. Die Top 10 Superstars des Jahres
2016 waren: Apple, Alphabet, Microsoft, Berkshire Hathaway, Exxon Mobile,
Amazon, Facebook, Johnson & Johnson, General Electric, China Mobile.5 Die
digitalen Superstars unter den Top 10 arbeiten mit minimalen Aktiva und kleinsten
Belegschaften (nur 140.000 Arbeitsplätze), aber mit Mega-Börsenmarktwerten.
Der Hauptanteil der Unternehmenswerte befindet sich in Silicon Valley. 10 % der
Unternehmen machen 80 % des privaten Vermögens aus. Diese Unternehmen sind
in der Regel große Technologieunternehmen, die reich an intellektuellen Aktiva
(Patente, Copyrights) und Gewinnerwartungen sind.
Hier ein Vergleich zwischen Volkswagen AG und Facebook: Beide Unternehmen
berichteten 2017 (im 2. Quartal) über einen sehr guten Verlauf des operativen
Geschäfts, beide wiesen einen fast gleich hohen Reingewinn von umgerechnet
leicht über drei Milliarden Euro für das zurückliegende Quartal aus.
Damit enden aber schon die Gemeinsamkeiten. Während Volkswagen
620.000 Mitarbeiter beschäftigt, sind es bei Facebook gerade mal 17.000. Volks-
wagen muss einen Jahresumsatz von 217 Mrd. Euro erzielen, Facebook reichen
schon 27 Mrd. US-Dollar aus.6
An dieser Stelle möchte ich mich noch bei all den Damen und Herren aus-
drücklich bedanken, die mich bei diesem Buchprojekt in verschiedenster Weise
4Markus Maurer, J. Christian Gerdes, Barbara Lenz, Hermann Winner (Hrsg.): Autonomes
Fahren – Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte, Springer 2015.
5The Economist Special Report: The Rise of the Superstars, 17. September 2016, S. 3–16.
6Vgl. http://www.boerse-online.de/nachrichten/aktien/Facebook-Aktie-auf-Rekordhoch-
Konzern-stellt-mit-Wachstum-Google-in-den-Schatten-1002207768; Facebook: Annual
Report 2016: https://s21.q4cdn.com/399680738/files/doc_financials/annual_reports/FB_
AR_2016_FINAL.pdf Volkswagen: Jahresbericht 2016: https://www.volkswagenag.com/
de/news/2017/02/VW_Group_2016_results.html.
X Vorwort
mit Ratschlägen, Hinweisen und ihrer wertvollen Zeit unterstützt haben. Vielen
Dank für die zahlreichen Ideen und innovativen Ausführungen an:
• Dr. Dieter Zetsche – Vorstandsvorsitzender der Daimler AG, Stuttgart
• PD Dr. Mazda Adli – Psychiater und Psychotherapeut, Chefarzt der Fliedner
Klinik und Leiter des Forschungsbereichs Affektive Störungen an der Charité,
Berlin
• Ulf Schäfer – Kapitän auf großer Fahrt (Kapitänspatent: AG), Honolulu
• Frau Dr. Barbara Schüle – Leitende Werksärztin der Daimler AG, Stuttgart
• Prof. Dr. med. Rudolf Tauber – Charité Universitätsmedizin, Berlin
• Johannes Simon Becker – Regisseur und Drehbuchautor, Berlin
• Folkmar Stoecker – Botschafter a. D., Berlin
• Dr. Stefan Weingartner – Private Equity Partner, München
Ich wünsche Ihnen viele Aha-Erlebnisse beim Lesen und Nachdenken und freue
mich auf Ihr Feedback.
Alexander Paufler