Table Of ContentHans A. Hartmann· Rolf Haubl (Hrsg.)
Freizeit in cler Erlebnisgesellschaft
Hans A. Hartmann· Rolf Haubl (Hrsg.)
Freizeit in cler
Erlebnisgesellschaft
Amusement zwischen Selbstverwirklichung
undKommerz
2. Aujlage
Westdeutscher Verlag
2. Auflage 1998
Aile Rechte vorbehalten
© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen/Wiesbaden, 1998
Der Westdeutsche Verlag ist ein Unternehmen der Berte!smann Fachinformation GmbH.
Das Werk einschlieBlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschutzt.
Jede Verwertung auBerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes
ist ohne Zustimmung des Verlags unzulassig und strafbar. Das gilt insbe
sondere fur Vervie!faltigungen, Ubersetzungen, Mikroverfilmungen und
die Einspeicherung und Verarbeitung in e!ektronischen Systemen.
http://www.westdeutschervlg.de
Hochste inhaltliche und technische Qualitat unserer Produkte ist unser Zie!. Bei der Produk
tion und Verbreitung unserer Bucher wollen wir die Umwelt schonen: Dieses Buch ist auf
saurefreiem und chlorfrei gebleichtem Papier gedruckt. Die EinschweiBfolie besteht aus
Polyathylen und damit aus organischen Grundstoffen, die weder bei der Herstellung noch bei
der Verbrennung Schadstoffe freisetzen.
Umschlaggestaltung: Horst Dieter Burkle, Darmstadt
ISBN-13: 978-3-531-13277-8 e-ISBN-13: 978-3-322-88972-0
DOl: 10.1007/978-3-322-88972-0
Inhalt
Hans Albrecht Hartmann & Rolf Haubl
"Erlebe Dein Leben!"
Eine Einfiihrung ............................................................................ 7
Manin Stengel
Freizeit als Restkategorie.
Das Dilemma einer eigenstfuldigen Freizeitforschung .............................. 19
Daniela Rastetter
Freizeit braucht freie Zeit.
Oder: Wie Manner es schaffen, Frauen die (Frei-)Zeit zu stehlen ............... 45
Hans Albrecht Hartmann
The Thrilling Fields oder: "Bis ans Ende - und dann noch weiter".
Uber extreme Outdoor Activities ...................................................... 67
Armin Ganther
Reisen als asthetisches Projekt.
Uber den Formenwandel touristischen Erlebens .................................... 95
Bernard GOrlich
Ohne Hand und ohne Worte-
wie der FuBball mit der Seele spielt ................................................. 125
Judith Klinger & Carina Schmiedke-Rindt
Fantome einer fremden Welt.
Uber subkulturellen Eigensinn ........................................................ 147
Stephanie Handschuh-HeijJ
Von Muskelspielen und Titanenkampfen.
Korper, Kostiime und Klamauk ....................................................... 167
RolfHaubl
"Welcome to the pleasure dome".
Einkaufen als Zeitvertreib ............................................................. 199
6 Inhalt
Andreas Hirseland & Werner Schneider
Erkundungen im Reiche Midgard.
Eine ethnographische Skizze zu Fantasy-Rollenspielen und ihren Spielem .... 225
Damaris Stengel
Cybermania.
Uber virtuelle Welten .................................................................. 245
Literatur .................................................................................. 265
Personenverzeichnis .................................................................... 281
Sachverzeichnis ......................................................................... 286
Steckbriefe der Autorlnnen ............................................................ 292
"Erlebe Dein Leben!"
Eine Einfiihrung
Hans Albrecht Hanmann & Rolf Haubl
Gleichviel, was man theoretisch und methodisch von dem kultursoziologischen
Bestseller "Die Erlebnisgesellschaft" halten mag, den Gerhard Schulze 1992
publiziert hat, eines steht zweifellos fest: das zeitdiagnostische Stichwort, das er
vorgibt, fangt - je nach weltanschaulicher Position - Hoffnungen oder Befiirch
tungen ein, die besonders seit Mitte der 80er Jahre urn die Frage kreisen, wie
moderne Gesellschaften ihren historisch erreichten kollektiven Wohlstand und
den ihm korrespondierenden Zuwachs an Freizeit nutzen (sollen). Dabei sind
weder die Leitmaxime, das eigene Leben erlebnisintensiv zu gestalten, noch die
Kontroverse urn deren psychosoziale Implikationen brandneu, sondern vielmehr
eng mit der Geschichte des Erlebnisbegriffs verbunden, der in Deutschland urn
die Jahrhundertwende als lebcnsphilosophische Kampfansage an den Rationalis
mus der AufkHirung schon einmal eine Bltitezeit hatte.
Vor allem die Verbreitung des Erlebnisbegriffs in der viel gelesenen biogra
phischen Literatur der damaligen Zeit fiihrte ihn in den allgemeinen Sprachge
brauch der gebildeten Schichten ein. Erst einmal in Mode gekommen stieg er in
nerhalb kurzer Zeit zu einem so "einleuchtenden Wertbegriff" (Gadamer 31972,
S. 58) auf, daB er sich tiber die Grenzen Deutschlands hinaus durchsetzte.
1m folgenden wollen wir an die Geschichte des Erlebnisbegriffs erinnern. Es
geht uns nicht urn deren systematische Aufarbeitung, sondern urn die Skizzie
rung einiger Konfliktlinien, die seinen Gebrauch bis heute bestimmen.
*
1919 halt Max Weber seine bertihmte Rede tiber "Wissenschaft als Beruf". Ge
gen Ende kommt er auf die Probleme der Lebensfiihrung in der modernen - un
ter dem EinfluB einer wissenschaftlich-technischen Weltbewaltigung - zuneh
mend rationalisierten Gesellschaft zu sprechen. Seine Sorge gilt vor allem der
"jungen Generation", denn der falle es schwer, einem entzauberten Alltag
"gewachsen zu sein" (Weber 61975, S. 28). Und dann folgt der bemerkenswerte
Satz: "Alles Jagen nach dem 'Erlebnis' stammt aus dieser Schwache." (ebd.)
8 Hans Albrecht Hartmann & Rolf Haubl
Indem Weber den Erlebnisbegriff in Anfuhrungszeichen setzt, zieht er eine
Grenze zwischen sich und den Anhangern einer lebensphilosophischen Gegen
kultur, die seit der lahrhundertwende in Deutschland vor allem unter jungen
Intellektuellen an Boden gewinnt. Diese Gegenkultur reagiert auf die allmahlich
sichtbar werdenden Kosten einer gesellschaftlichen Rationalisierung, die sich
immer weniger fortschrittsoptimistisch interpretieren HiBt. Was diese Diagnose
anbelangt, so stimmt Weber zu. Denn kaum jemand hat seinen Zeitgenossen die
psychosozialen Folgen des Modernisierungsprozesses drastischer vor Augen ge
fuhrt als er, auch wenn er zeitlebens tief ambivalent geblieben ist.
Webers mentalitatsgeschichtliches GroBprojekt, das die Entwicklungsge
schichte des Kapitalismus im Rahmen der Entwicklungsgeschichte des okziden
talen Rationalismus rekonstruiert, gipfelt in der Feststellung einer einschneiden
den Transformation des ursprtinglichen kapitalistischen Geistes. Indem Wirt
schaft und Herrschaft zu Systemen werden, mithin zu Spharen des gesellschaft
lichen Lebens, die zweckrational geregelt sind, gedit die Lebenswelt unter einen
zunehmenden Sakularisierungsdruck. Markt und Biirokratie tOten aIle GewiBheit
eines - ehemals religios verbiirgten - Lebenssinnes abo Der Geist weicht und
hinterlaBt mechanisierte Lebenszusammenhange, die als bloBe sachliche Not
wendigkeiten imponieren. Diese "Menschenmaschine" (Weber 1924, S. 413)
mit ihrem "stahlharten Gehause" (Weber 1920-21, I, S. 203) unterwirft, so die
diistere Prognose, das Leben aller, "bis der letzte Zentner fossilen Brennstoffs
vergliiht ist" (ebd.).
Deshalb fragt sich Weber, ob denn iiberhaupt noch die Chance besteht,
"irgend welche Reste einer in irgendeinem Sinn 'individualistischen' Bewe
gungsfreiheit zu retten" (Weber 1980, S. 465f.). Er ist pessimistisch: Kiinftigen
4
Generationen wird sich die hiirgerliche Utopie einer allseits verwirklichten
Subjektivitat nicht erfullen, statt des sen ist eine "mechanisierte Versteinerung,
mit einer Art von krampfhaftem Sich-wichtig-nehmen verbramt" (Weber 1920-21,
I, S. 204), zu erwarten. Zudem "konnte fur die 'letzten Menschen' dieser Kul
turentwicklung das Wort zur Wahrheit werden: 'Fachmenschen ohne Geist, Ge
nuBmenschen ohne Herz': dies Nichts bildet sich ein, eine nie vorher erreichte
Stufe des Menschentums erstiegen zu haben" (ebd.).
In diesem Zitat spielt Weber auf Friedrich Nietzsche an, der den lebensphi
losophischen Diskurs seiner Zeit wie kein zweiter gepragt hat. In der 1883-84
verfaBten Schrift "Also sprach Zarathustra" stellt Nietzsche den "letzten Men
schen" (Vorrede, Abschnitt 5) als den Sozialcharakter vor, den er als Zielpro
jektion der wissenschaftlich-technischen Zivilisation identifiziert:
"Erlebe Dein Leben!" - Eine Einfiihrung 9
"'Wir haben das Gliick erfunden' -sagen die letzten Menschen und blinzeln.
Sie haben die Gegenden verlassen, wo es hart war zu leben: denn man braucht
Warme. Man liebt noch den Nachbar und reibt sich an ihm: denn man braucht Warme.
Krank-werden und MiBtrauen-haben gilt ihnen siindhaft: man geht achtsam einher.
Ein Tor, der noch iiber Steine oder Menschen stolpert!
Ein wenig Gift ab und zu: das macht angenehme Traume. Und viel Gift zuletzt, zu
einem angenehmen Sterben.
Man arbeitet noch, denn Arbeit ist eine Unterhaltung. Aber man sorgt, daB die Un
terhaltung nicht angreife.
Man wird nicht mehr arm und reich: beides ist zu beschwerlich. Wer will noch re
gieren? Wer noch gehorchen? Beides ist zu beschwerlich.
Kein Hirt und keine Herde! Jeder will das gleiche, Jeder ist gleich: wer anders
fuhlt, geht freiwillig ins Irrenhaus.
'Ehemals war aIle Welt irre'- sagen die Feinsten und blinzeln.
Man ist klug und weiB alles, was geschehen ist: so hat man kein Ende zu spotten.
Man zankt sich noch, aber man versohnt sich bald -sonst verdirbt es den Magen.
Man hat sein Liistchen fur den Tag und sein Liistchen fur die Nacht: aber man ehrt
die Gesundheit.
'Wir haben das Gliick erfunden' -sagen die letzten Menschen und blinzeln.
_n
(Nietzsche 1930, S. 14f.).
Zarathustra predigt von diesen Menschen, weil er das "Volk" zur Umkehr auf
rufen will. Dieses indessen - so stellt sich heraus - verachtet den gegei13elten
Sozialcharakter keineswegs, sondern wiinscht, genauso zu sein. Zarathustra ist
betriibt, denn, wird dieser Wunsch erfiillt, so "kommt die Zeit, wo der Mensch
nicht mehr den Pfeil seiner Sehnsucht iiber den Menschen hinaus wirft, und die
Sehne seines Bogens verlernt hat, zu schwirren!" (ebd., S. 13).
Ein solcher lethargischer Zustand aber gleicht der "Schonen neuen Welt",
die Aldous Huxley 1932 beschrieben und auf das Jahr 632 nach Ford dem Herrn
- Personifikation der Rationalisierung - datiert hat (Huxley 1990). In dieser von
Arbeit entlasteten und dafiir mit Freizeit belasteten Welt leben Menschen, die
ihren Sinn- und Freiheitsverlust kompensieren, indem sie ihre Sinne und ihren
Verstand tagtiiglich betiiuben und diese Betiiubung als Gliickseligkeit empfinden!
Versucht man die Pointe von Webers Gegenwartsdiagnose zu formulieren,
so besteht sie in einer Vorwegnahme der zentralen These, die Max Horkheimer
und Theodor W. Adorno 1944 in ihrer "Dialektik der AufkHirung" ausgearbeitet
haben: Der moderne Mensch bezahlt seinen Triumpf iiber die "iiu13ere Not" mit
wachsender "innerer Not" (Horkheimer & Adorno 1969).
Uber welche psychosozialen Ressourcen verfiigt er, die helfen, damit fertig
zu werden?
Bei der Suche nach einer Antwort auf diese Frage, sto13t Weber auf die pa
radoxe Struktur der Moderne. Denn wiihrend sich die Zweckrationalitat gesell-
10 Hans Albrecht Hartmann & Rolf Haubl
schaftlich durchsetzt, kommt es zur Ausbildung einer "subjektivistischen Kultur"
(Weber 1924, S. 420), die dem Mega-Trend zu widerstehen trachtet. Ihre An
hanger favorisieren einen Lebensstil, der Sinn und Freiheit in der Steigerung des
eigenen Erlebens zu finden hofft.
Die beiden wichtigsten Hoffnungstrager sind dabei Erotik und Asthetik. Die
Macht der Erotik hat Weber selbst, nach langen Jahren der puritanischen Ver
leugnung seiner sinnlichen Wunsche, am eigenen Leib erfahren, als er sich trotz
mas siver Schuldgeflihle 1920-21 in eine auBereheliche Liebesbeziehung mit Else
laffe-Richthofen sturzte. Diese innige, rauschhafte Beziehung lieB ihn Satze
voller lebensphilosophischem Pathos schreiben:
"Gerade darin: in der Unbe~riindbarkeit des eigenen, durch kein Mittel kommunika
bIen, darin dem mystischen Haben' gleichartigen Erlebnisses, und nicht nur vermoge
der Intensitat seines Erlebens, sondern der unmittelbar besessenen Realitat nach, weill
sich der Liebende in den jedem rational en Bemiihen ewig unzuganglichen Kern des
wahrhaft Lebendigen ein~epflanzt, den kaIten Skeletthanden rationaler Ordnungen
ebenso vollig entronnen Wle der Stumptbeit des Alltags" (Weber 1920-21, S. 560f.).
Trotzdem geiBelt er letztlich auch seinen eigenen Versuch einer "Erl6sung yom
Rationalen" (ebd.) durch eine Hinwendung zur Erotik als Eskapismus, den er
ethisch verwirft, weil er ihm verantwortungslos erscheint.
G1eiches gilt flir den zweiten Hoffnungstrager, die Hinwendung zur Kunst,
wie sie etwa Georg Simmel, ein weiterer Vordenker der lebensphilosophischen
Gegenkultur, propagierte und praktizierte. Kein Wunder also, wenn Webers
Einstellung zu Simmel h6chst ambivalent war. Liest man die folgende Passage
aus Simmels 1892-93 geschriebener "Einleitung in die Moralwissenschaft", in
der er die Schwierigkeiten in seinen Kreisen rasoniert, sich in der sozialen Frage
zu engagieren, so drangt sich einem Webers Eskapismus-Vorwurf unweigerlich
auf:
" ... das Elend der unteren Millionen, der Schmutz und die Verkommenheit ihres kor
perlichen und geistigen Daseins, der Hunger, die Krankheit, die Verkriippelung, die
aile auf die Ausbeutung der Niederen durch die Hoheren zuriickgefiihrt werden - das
sind asthetische Gegenstande, von denen man sich mit Schaudern abwendet, indem man
sich noch einbildet, besonders mitfiihlend und sittlich beeindruckbar zu sein, weil man
dies 'nicht mit ansehen' konne" (Simmel 1892-93, I, S. 442).
Weber akzeptiert weder einen auf erotische noch auf asthetische Erlebnisse zie
lenden Lebensstil. Denn beide halt er letztlich flir ohnmachtige Versuche einer
religionsf6rmigen Wiederverzauberung des Alltags. Dagegen pladiert Weber flir
eine "Rucksichtslosigkeit des Blickes in die Realitaten des Lebens" (Weber
41980, S. 558), die er zudem geschlechtlich konnotiert, wenn er sie als "mann
liche und herbe Haltung" (ebd., S. 549) beschreibt.
"Erlebe Dein Leben!" - Eine EinfUhrung 11
In diesem Pathos heroisch ertragener Illusionslosigkeit trifft sich Weber
auch mit Sigmund Freud, obgleich der von manchen seiner damaligen Anhanger
- allen voran Otto GroB, der zu den fUhrenden Kopfen in den gegenkulturellen
Zentren in Miinchen-Schwabing und auf dem Monte Veriti bei Ascona gehorte
geme lebensphilosophisch vereinnahmt worden ware. Zwar fokussiert die Psy
choanalyse das menschliche Erleben. Aber sie analysiert es. Es geht ihr nicht in
erster Linie darum, Erlebnisfahigkeit zu steigem, urn so das Leben der Men
schen ertraglicher zu machen. Vielmehr zielt Freud auf die Aufklarung der Illu
sionen, die sich unbewuBt im menschlichen Erleben einnisten und eine niichter
ne Realiilitspriifung behindem. Deshalb schreibt er 1930 in "Das Unbehagen in
der Kultur", daB er denen, die ihr Heil in der Psychoanalyse suchen, "keinen
Trost zu bringen weiB, denn das verlangen sie im Grunde aIle, die wildesten
Revolutionare nicht weniger leidenschaftlich als die bravsten Frommglaubigen"
(Freud 1960c, S. 506).
*
Den skizzierten Ausschnitt der Ideengeschichte des Erlebnisbegriffs fiihren wir
nicht urn seiner selbst willen an, sondem urn ein Feld polarer Spannungen ab
zustecken, in dem auch der aktuelle Diskurs urn die diagnostizierte stetige Ver
breitung erlebnisorientierter Lebensentwiirfe gefiihrt wird. In diesem Feld sind
deskriptive und praskriptive Aspekte eng miteinander verwoben:
Wahrend die einen den Siegeszug der Erlebnisgesellschaft als Niedergang
des logozentrischen Weltbildes der abendIandischen Kultur beklagen und apathi
sche Gesellschaftsmitglieder fiirchten, die aIle Verantwortung fUr ihre Zukunft
und die ihrer Kinder in den Vulkan kippen, auf dem sie tanzen, feiem die ande
ren diesen Siegeszug als eine Befreiung von autoritarer Bevormundung, die die
Chance eroffne, selbst ihre intimsten Vorstellungen von einem guten Leben zu
verwirklichen, so daB mit solchen schopferischen Gesellschaftsmitgliedem jetzt
und zukiinftig kein repressiver oder gar totalitarer Staat mehr zu machen sei.
*
Prazisieren wir den Erlebnisbegriff durch die Elemente, die ihm im Laufe seiner
Geschichte zugeschrieben worden sind, so lassen sich weitere Einsichten gewin
nen. Dabei verhalt es sich ahnlich wie beim Begriff der Sensation (Empfindung;
aufsehenerregendes Ereignis), des sen historischer Bedeutungswandel auch in ei
ner Verschiebung yom Gewohnlichen zum AuBergewohnlichen besteht.