Table Of ContentRolf G. Heinze . Claus Offe (Hrsg.)
Formen der Eigenarbeit
Rolf G. Heinze . Claus Offe (Hrsg.)
Forß1en der Eigenarbeit
Theorie, Empirie, Vorschläge
Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
CIP-Titelaufnahme der Deutschen Bibliothek
Formen der Eigenarbeit: Theorie, Empirie, Vorschläge /
Rolf G. Heinze; Claus Offe (Hrsg.). - Opladen: Westdt.
Verl., 1990
ISBN 978-3-531-12164-2 ISBN 978-3-322-94186-2 (eBook)
DOI 10.1007/978-3-322-94186-2
NE: Heinze, Rolf G. [Hrsg.]
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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1990
Ursprünglich erschienin bei Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1990
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Inhalt
Rolf G. Heinze / Claus Offe
Einleitung ..... . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
I. Der empirische Wissensstand über organisierte Eigenarbeit
Wolfgang Glatzer
Die Rolle der privaten Haushalte im Prozeß der Wohlfahrtsproduk-
tion ........................................... 15
Joachim Merz / Klaus Wolff
Wohlfahrtsproduktion durch Erwerbs- und Eigenarbeit - Partizipa-
tion, Wohlfahrtsgewinne und Motivationsstruktur ............ 30
Jiri Skolka
Eigenleistungen, Zeit und Unabhängigkeit ................. 53
Johann Jessen / Walter Siebel / Christa Siebel-Rebell / Uwe-Jens Walther /
Irmgard Weyrather
Informelle Arbeit bei Industriearbeitern ................... 74
Hartmut Häußermann / Karin Lüsebrink / Werner Petrowsky
Die Bedeutung von informeller Ökonomie und Eigenarbeit bei Dauer-
arbeitslosigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 87
11. Internationale Erfahrungen und Beispiele
Christoph Badelt
"Unbezahlte Arbeit" in den Sozialen Diensten. . . . . . . . . . . . . .. 107
Edgar S. Cahn
Service Credits: Eine neue Währung für den Wohlfahrtsstaat . . . .. 125
Kerstin Petersson
Nebenwährung als Sozialvertrag: Kanadische Erfahrungen mit dem
"Local Employment and Trading System" (LETS) ............ 147
Raymond E. Pahl
Verteilungswirkungen informeller Arbeit .................. 159
6 Inhalt
IH. Normative, ordnungs- und steuerungspolitische Fragen und
Entwicklungsperspektiven
Wolfgang Lecher
Für einen erweiterten gewerkschaftlichen Arbeitsbegriff - Angebots-
orientierung und Eigenarbeit .......................... 181
Ulrich Mückenberger
Allein wer Zugang zum Beruf hat, ist frei, sich für Eigenarbeit zu ent-
scheiden ........................................ 197
Hildegard Müller-Kohlenberg
Die Helferrückwirkung. Was profitiert der Helfer von seiner Hilfelei-
stung? ......................................... 212
Richard Pieper
Selbstorganisation in der Nachbarschaft. Ein Modellprojekt zur Insti-
tutionalisierung von Eigenarbeit ........................ 225
Thomas Olk
Förderung und Unterstützung freiwilliger sozialer Tätigkeiten - eine
neue Aufgabe für den Sozialstaat? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 244
Autorenverzeichnis ................................ 266
Rolf G. Heinze / Claus Offe
Einleitung
Die "Trennung von Haushalt und Betrieb" gilt seit Max Weber (1965, S. 16
[1920]) als eines der wichtigsten Kennzeichen des wirtschaftlichen und so
zialen Modemisierungsprozesses westlicher Gesellschaften. Burkart Lutz
(1984) hat im gleichen Sinne die wirtschaftliche und soziale Entwicklung
in Deutschland nach dem Modell einer "Prosperitätsspirale" gedeutet; damit
ist bei ihm ein säkularer, nunmehr zum Abschluß gelangender Vorgang
gemeint, in dem der auf hauswirtschaftlicher und kleinhandwerklicher Pro
duktion beruhende "traditionelle" Sektor der Versorgung und des Bedarfs
ausgleichs vom industriellen Sektor aufgesogen wird und gleichzeitig die
auf diese Weise freigesetzten Arbeitskräfte und Konsumpotentiale auf den
industriellen Sektor umgelenkt werden.
Wenn auch dieser säkulare Prozeß gewiß. weit fortgeschritten ist, so
haben doch andererseits die wirtschaftssoziologischen, empirisch-verglei
chenden Studien (z.B. Pahl 1984; 1988) ebenfalls viel für sich, die in des
kriptiver - und zum Teil auch in normativer und prognostischer - Perspek
tive darauf bestehen, daß mit gewichtigen Gegentendenzen zu rechnen ist.
Nutzenstiftende Tätigkeiten finden nach wie vor keineswegs nur dort statt,
wo förmliche, betrieblich organisierte Erwerbsarbeit in Betrieben vor
11 11
kommt und wo Arbeitskraft bzw. die sachlichen Resultate ihres Einsatzes
gegen Geldeinkommen getauscht werden. Vielmehr hat eine breite Diskus
sion über den Begriff der Arbeit in entwickelten Industriegesellschaften
(vgl. aus unterschiedlicher Sicht Anthony 1977; Gorz 1980; Dahrendorf 1983;
Offe 1984; Lafontaine 1988; Clausen 1988) Anhaltspunkte dafür herausge
arbeitet, daß die zentrale Stellung der förmlichen Erwerbsarbeit in der Le
bensweise, der Sozialstruktur und der Konfliktdynamik fortgeschrittener
Industriegesellschaften durchaus fragwürdig geworden ist.
Wichtige Anstöße zu einer Ausweitung des Arbeitsbegriffs auf Tätigkei
ten außerhalb der Erwerbssphäre kamen schon in den siebziger Jahren aus
der Frauenbewegung, welche die Beschränkung von "Arbeit" auf das in
stitutionelle Gehäuse der betrieblichen Erwerbsarbeit und die damit offen
bar implizierte Herabsetzung der "Hausarbeit" einer wohl begründeten
Kritik aussetzte. Diese, in Sozialwissenschaft und Ökonomie bis dahin üb
liche Gleichsetzung von Arbeit und Erwerbsarbeit wurde aber nicht nur
durch den Aufstieg der Frauenbewegung und anderer neuer sozialer Be-
8 Rolf G. Heinze / Claus Offe
wegungen problematisiert. Auch sozialwissenschaftliche Untersuchungen
über das Zeitbudget privater Haushalte haben eine Fülle von "nutzenstif
tenden" Tätigkeiten identifiziert, die nicht als fonnelle Erwerbsarbeit ver
richtet werden, also z.B. die Eigenarbeit im Haushalt, die Nachbarschafts
und Selbsthilfe, verschiedene Arten von Ehrenämtern, Vereinstätigkeiten
etc. (vgl. die Beiträge in Glatzer /Berger-Schrnitt 1986). In neu auftauchen
den Begriffsbildungen wie "care work" oder "Konsumarbeit" zeigt sich die
Unzulänglichkeit einer Gleichsetzung von Arbeit mit Erwerbsarbeit einer
seits, von Haushalt und Freizeit mit Konsum und "zweckfreier Muße" an
dererseits. Angemessener wäre demgegenüber eine Dreiteilung von Er
werbsarbeit, anderer Arbeit und konsumtiver Zeitnutzung. Einer solchen
Dreiteilung entspricht die in den US-amerikanischen Sozialwissenschaften
neuerdings stark beachtete Erscheinung eines "dritten Sektors" (Powell1987
sowie bereits Levitt 1973), welche die Aufmerksamkeit auf jene Sphäre zwi
schen Erwerbsarbeit und reinem Konsum richtet - zumeist in der mehr
oder weniger deutlich ausgesprochenen Absicht, in dieser Sphäre Auswege
aus den Engpässen und Funktionsschwächen bürokratisch und professio
nell organisierter sozialer Dienstleistungsarbeit zu weisen und gleichzeitig
unter den Bedingungen anhaltend hoher Arbeitslosigkeit mögliche Rück
zugswege für die am Arbeitsmarkt nicht "unterkommenden" Teile des Ar
beitsangebotes zu eröffnen.
Vor dem Hintergrund dieser sehr vielfältigen Motive, Erwartungen und
Orientierungen erfreut sich jener Teil der gesellschaftlichen Arbeit, der nicht
betrieblich gebundene Erwerbsarbeit ist, einer anhaltenden und eher noch
wachsenden gesellschaftlich-kulturellen, staatlich-politischen und auch so
zialwissenschaftlichen Aufmerksamkei tskonjunktur. Angesichts der zumin
dest für Westeuropa gut begründbaren Zweifel daran, ob die Wiederher
stellung von Vollbeschäftigung ein realistisches Ziel sein kann (und wenn
ja: unter Inkaufnahme welcher Arbeitsbedingungen, Einkommensverteilun
gen und Umweltbelastungen), ist zu erwarten, daß das theoretische und
praktische Interesse an einem Neuzuschnitt des Verteilungsmusters zwi
schen formeller Erwerbsarbeit und informeller, d.h. nicht durch Marktme
chanismen bzw. betriebliche Herrschaftsverhältnisse zugewiesener und ent
goltener nützlicher Tätigkeit in absehbarer Zeit erlöschen wird. Allerdings
sind unter den in der Bundesrepublik und anderen vergleichbaren Ländern
herrschenden sozial- und wirtschaftsstrukturellen, nicht zuletzt auch so
zialrechtlichen Bedingungen, die Möglichkeiten einer produktiven Anwen
dung des menschlichen Arbeitsvermögens oder "Tätigkeitspotentials" in
Bereichen außerhalb der Erwerbsarbeit außerordentlich beschränkt und mit
materiellen und immateriellen Opfern belastet. Diejenigen Bevölkerungs
gruppen, die sowohl nutzbare Zeitressourcen zur Verfügung hätten als auch
aufgrund ihrer Versorgungslage motiviert sein könnten, sich vennehrt im
Bereich der infonnellen Tätigkeiten zu engagieren, sind hierzu aus institu
tionellen Gründen am wenigsten in der Lage. Angesichts bestehender in-
Einleitung 9
stitutioneller Barrieren besteht gewiß wenig Anlaß zu einer vorbehaltlos
positiven, gar gedankenlos romantisierenden Würdigung des "autonomen",
"befriedigenden" und solidaritätsstiftenden Charakters von Tätigkeitsfor
men, die jenseits der Berufs- und Betriebsarbeit liegen.
Auch begrifflich-analytisch sind gegen eine allzu expansive Neubestim
mung des Arbeitsbegriffs Einwände zu erheben. Von "Arbeit" kann nur
dann gesprochen werden, wenn eine Tätigkeit durch ein vorbedachtes und
nicht nur von den Arbeitenden selbst, sondern auch von anderen als nütz
lich bewertetes Ziel geleitet wird und wenn sich die auf dieses Ziel gerich
teten Anstrengungen in einer gewissen Übereinstimmung mit dem gesell
schaftlich erreichten Stand der technischen Produktivität befinden. Nach
diesen beiden Kriterien der sozialen Validierung von Zielen und der Effi
zienz des Mitteleinsatzes würde etwa ein großer Teil der als "Hobbies" be
triebenen Tätigkeiten nicht sinnvollerweise der Sphäre der "Arbeit" zuge
rechnet werden können, sondern müßte - wie etwa auch sportliche Tätig
keit - als eine konsumtive Art der Freizeitverwendung klassifiziert werden.
Überall dort, wo der "Arbeitsprozeß" und sein "Ergebnis" schwer oder
überhaupt nicht voneinander zu trennen sind und der Nutzen der Tätig
keit in ihrem "Prozeßnutzen" aufgeht, wird man deshalb nicht sinnvoll von
"Arbeit" sprechen wollen.
Auch in normativer Hinsicht ist Skepsis angebracht. Allzu oft übersieht
das Lob der angeblich "autonomen" informellen Arbeit die Einbußen an
Freiheit, Gleichheit und Sicherheit, die mit solchen Tätigkeitsformen regel
mäßig einhergehen. Diese Werte werden überall dort beeinträchtigt und oft
manifest verletzt, wo Formen informeller Arbeit zu ungeschützten und
rechtlich ungestalteten Verpflichtungsverhältnissen führen, gegen deren Zu
mutungen sich die Beteiligten nicht wehren können. Eine Schattenseite zu
mindest der "Schattenarbeit" besteht zudem häufig darin, daß sie zu so
zialräumlichen Versorgungsmustern führt, die wesentlich ungleichmäßiger
und lückenhafter sind, als es im Lichte der sozialstaatlichen Norm einer
"Gleichartigkeit der Lebensverhältnisse" als wünschenswert erscheint.
Denn keineswegs in allen sozialen Schichten, Subkulturen, Stadtvierteln,
Verwandtschaftsnetzen, Alters- und Berufsgruppen gelingt es gleicherma
ßen, informelle Arrangements des Bedarfsausgleichs ins Leben zu rufen
und funktionsfähig zu halten; vielmehr spricht viel dafür, daß die Vertei
lungsverhältnisse, die sich aus der formellen Ökonomie ergeben, von der
informellen Ökonomie gerade nicht kompensiert, sondern eher noch ver
stärkt werden.
Trotz dieser begrifflich-analytischen und normativen Bedenken, von de
nen sich die Neigung zur Überschätzung der Leistungsfähigkeit informel
ler Arbeit ernüchtern lassen sollte, spricht viel dafür, daß der Bedarf an
Hilfe, Kooperation und Unterstützung in dem Maße wächst, wie Staat und
Markt als Träger des Bedarfsausgleichs lückenhaft werden und das Arran
gement der Versorgung im traditionellen Familienhaushalt an deutliche Lei-
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stungsgrenzen stÖßt (vgl. Heinze et a1. 1988, S. 177ff.). In dieser Situation
käme es darauf an, auf dem Wege einer gewissen Formalisierung und in
stitutionellen Sicherung informeller Arten nützlicher Tätigkeit den Umfang
der sozialen Fremdbestimmung und Abhängigkeit zu mildern, die mit
selbstorganisierten informellen Leistungen oft einhergehen, um so ihre At
traktivität zu steigern. Dazu sind, wie wir vermuten, am ehesten markt-ähn
liche Arrangements geeignet, die jeden Fall eines Leistungsaustauschs bzw.
einer Hilfe vom übereinstimmenden Willen der beteiligten Partner abhän
gig macht. In diesem Zusammenhang haben die Herausgeber des vorlie
genden Bandes Überlegungen über ein als "Kooperationsring" bezeichne
tes Modell angestellt (vgl. Offe/Heinze 1986 sowie 1990), dessen wichtig
ste Kennzeichen darin bestehen,
- daß innerhalb eines überschaubaren sozialräumlichen Bereichs Dienst
leistungen und Hilfen auf der Basis einer Gutschein-Währung getauscht
werden und
- daß das Zustandekommen und der Bestand eines derartigen, durch
nicht-konvertible Nebenwährung ausgegrenzten Marktes öffentlich sub
ventioniert wird, nämlich durch die Bereitstellung einer geeigneten ma
teriellen und rechtlich-institutionellen Infrastruktur.
Von einem solchen Arrangement könnte man den Vorteil erwarten, daß der
informelle Leistungsaustausch von den immer ebenso zu- wie anfälligen
lokalen Solidaritäts-und Reziprozitätsbeziehungen abgekoppelt würde, daß
aber andererseits auch der Ausweg über eine schematisierende und stand
ardisierende Kollektivversorgung bzw. über eine Marktversorgung und ihre
Preismechanismen ein Stück weit vermieden werden könnte. Auf diese
Weise würden die drei heute verfügbaren institutionellen Alternativen der
einzelhaushaltlichen (familiären) Selbstversorgung, des Bedarfsausgleichs
über den Markt und der Versorgung über öffentliche Dienstleistungsein
richtungen um eine weitere institutionelle Option ergänzt.
Die inzwischen zum Abschluß gekommenen Forschungen der Heraus
geber über empirische und theoretische Aspekte solcher "Nebenmärkte"
werden an anderer Stelle veröffentlicht (vgl. Offe/Heinze 1990). Die Beiträ
ge des vorliegenden Bandes beschreiben und analysieren, wie in verschie
denen Bedarfsbereichen und in mehreren untersuchten Ländern sich zwi
schen Privathaushalt und (Arbeits-)Markt soziale Netzwerke entwickelt
haben, in denen Hilfen und andere Formen überhaushaltlicher Koopera
tion stattfinden. In den Beiträgen des ersten Teils wird der empirische Wis
sensstand über organisierte Eigenarbeit in der Bundesrepublik präsentiert.
Hieran schließt sich eine ausgewählte Zusammenstellung internationaler
Erfahrungen mit Formen solidarischer Selbsthilfe und Eigenarbeit an. Vor
allem die Beispiele aus den USA und aus Kanada können Anregungen dafür
geben, wie man gesellschaftliche Tätigkeitsfelder aktivieren könnte, ohne
daß auf monetäre Anreize oder öffentliche Zwangsverpflichtungen zurück
gegriffen werden müßte. Gerade weil es bisher an institutionellen Mecha-
Einleitung 11
nismen fehlt, die es erlauben würden, ein in dem Medium "Zeit" gemes
senes Tätigkeitspotential in "Nutzen" umzusetzen, ohne daß man darauf
angewiesen wäre, das Geldmedium "zwischenzuschalten", sind solche so
zial innovatorischen "Erfindungen" und Experimente aus anderen Ländern
von hohem Interesse. An ihnen lassen sich zugleich die Probleme und
Schwierigkeiten illustrieren, mit denen derartige überhaushaltliche Koope
rationsformen regelmäßig belastet sind.
In jedem Fall stehen Vorschläge für die Neuorganisation freiwilliger so
zialer Tätigkeiten und selbstorganisierter Hilfen in engem Zusammenhang
mit normativen und ordnungspolitischen Fragen und Interessen. Diese be
ziehen sich u.a. auf das Verhältnis solcher Modelle zu dem Arbeitsbegriff,
wie er von den Gewerkschaften vertreten und institutionalisiert wird, aber
auch auf die staatliche Arbeitszeit-, Einkommens-, Arbeitsmarkt- und So
zialpolitik. Auch zu diesen Fragen enthält der vorliegende Band einschlä
gige Analysen.
Bochum und Bremen, Frühjahr 1989
Rolf G. Heinze Claus Offe
Literatur
Anthony, D., 1977: The Ideology of Work. London.
Clausen, L., 1988: Produktive Arbeit, destruktive Arbeit. Berlin/New York.
Dahrendorf, R., 1983: "Wenn der Arbeitsgesellschaft die Arbeit ausgeht", in: J. Matthes
(Hrsg.), Krise der Arbeitsgesellschaft? Verhandlungen des 21. Deutschen Soziologenta
ges in Bamberg. Frankfurt a.M./New York, S. 25-37.
Glatzer W., und R. Berger-Schmitt (Hrsg.), 1986: Haushaltsproduktion und Netzwerkhilfe.
Frankfurt a.M./New York.
Gorz, A., 1980: Abschied vorn Proletariat: Jenseits des Sozialismus. Frankfurt a.M.
Heinze, R.G., T. Olk und ,. Hi/bert, 1988: Der neue Sozialstaat. Analyse und Reformperspek-
tiven. Freiburg.
Lafontaine, 0., 1988: Die Gesellschaft der Zukunft. Harnburg.
Levitt, T., 1973: The Third Sector: New Tactics for a Responsive Society. New York.
Lutz, B., 1984: Der kurze Traum immerwährender Prosperität. Eine Neuinterpretation der
industriell-kapitalistischen Entwicklung im Europa des 20. Jahrhunderts. Frankfurt
a.M./New York.
Offe, c., 1984: "Arbeit als soziologische Schlüsselkategorie?", in: ders., Arbeitsgesellschaft:
Strukturprobleme und Zukunftsperspektiven. Frankfurt a.M./New York, S. 13-43.
-, und R.G. Heinze, 1986: "Am Arbeitsmarkt vorbei. Überlegungen zur Neubestimmung
'haushaltlicher' Wohlfahrtsproduktion in ihrem Verhältnis zu Markt und Staat", in: Le
viathan, 14, S. 471-495.
-, und R.G. Heinze, 1990: Organisierte Eigenarbeit. Das Modell Kooperationsring. Frank
furt a.M. /New York.
Pahl, R.E., 1984: Divisions of Labour. Oxford/New York.
(Hrsg.), 1988: On Work. Historieal, Comparative & Theoretical Approaches. Oxford.
Powell, W. W. (Hrsg.), 1987: The Nonprofit Sector. A Research Handbook. New Haven/Lon
don.
Weber, Max, 1965 [1920]: Die protestantische Ethik. München.