Table Of ContentRoeser · Fachkunde
Abschlussprüfung für
Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte
Die Bücher der Reihe Abschlussprüfungfür Rechtsanwalts
und Notarfachangestellte richten sich an auszubildende
Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte, die sich auf die
Prüfung vorbereiten. Die Bücher helfen, Verständnislücken
auf prüfungsrelevanten Gebieten zu schließen, bieten eigene
Kontrollmöglichkeiten an und geben somit die erforderliche
Sicherheit fiir das erfolgreiche Bestehen der Prüfung.
In Kürze erscheinen:
Training Fachkunde
von Karsten Roeser
Wirtschaftslehre
von Werner Hau
Weitere Titel sind in Vorbereitung.
Karsten Roeser
Fachkunde
Über 620 Prüfungsfragen und Fälle
mit Lösungen
9., überarbeitete und erweiterte Auflage
GABLER
Die Deutsche Bibliothek-ClP-Einheitsaufnahme
Roeser, Karsten :
Fachkunde: über 620 Prüfungsfragen und Fälle mit Lösungen/
Karsten Roeser.- 9., überarb. und erw. Aufl.-Wiesbaden:
Gabler, 1999
(Abschlussprüfung für Rechtsanwalts-und Notarfachangestellte)
Bis 8. Aufl. als: Abschlussprüfung fiir Rechtsanwalts-und
Notarfachangestellte, Fachkunde
I. Auflage 1984
2. Auflage 1986
3. Auflage 1988
4. Auflage 1991
5. Auflage 1993
6. Auflage 1994
7. Auflage 1995
8. Auflage 1997
9. Auflage 1999
Die 8. Auflage ist unter dem Titel Abschlußprüfungfiir
Rechtsanwalts-und Notarfachangestellte, Fachkunde
erschienen
Alle Rechte vorbehalten
© Springer Fachmedien Wiesbaden 1999
Ursprünglich erschienen bei Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH, Wiesbaden 1999
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ISBN 978-3-409-99457-6 ISBN 978-3-322-93060-6 (eBook)
DOI 10.1007/978-3-322-93060-6
Vorwort
Dieses Buch ist alt und neu zugleich.
Es ist alt, weil Sie auch in dieser Auflage wieder die bewährten Prüfungsthe
men und Prüfungsfragen wiederfinden, die zugleich auch für die tägliche
Praxis relevant sind - kurz zusammengefasst und da, wo es nötig ist, mit
Beispielen versehen.
Das Buch ist zugleich neu, weil diese Auflage ein völlig neues Gesicht hat.
Hervorhebungen fallen als solche besser ins Auge. Wichtiges ist auf einen
Blick besser erfassbar, die Beispiele sind mehr geworden. Doch es ist nicht nur
einfach neues Make-up aufgetragen. worden. Die verbesserte äußere
Aufmachung des Buches soll Ihnen zugleich beim Lernen helfen- Sie sollen
noch schneller das Wesentliche erkennen, noch deutlicher auf Beispiele, die
für das Verständnis wichtig sind, hingewiesen werden und Sie sollen sich ganz
allgemein noch schneller und besser in dieser neuen Auflage zurechtfinden.
Randbemerkungen sollen Ihnen das schnelle Auffinden von Textstellen
erleichtern. Und nicht nur nebenbei gesagt hoffe ich, dass diese Fassung dem
Leser auch optisch noch mehr gefällt.
Das Buch ist, vom Titel her, vor allem an Prüflinge gerichtet. Doch wie ich
weiß, wird es auch gerne von denen gelesen, für die permanentes Lernen im
Beruf selbstverständlich ist und die sich ganz einfach mit diesem Buch auf den
neuesten Stand bringen wollen. Der neueste Stand - das sind die Änderungen,
die vor allem durch die 2. Zwangsvollstreckungsnovelle zum 1. Januar 1999 in
Kraft getreten sind.
Sie mögen keine Einleitungen? Wenn Sie noch vor der Prüfung stehen, sollten
Sie aber die folgende lesen, sie unterscheidet sich von Einleitungen der
herkömmlichen Art. Unter anderem enthält sie auch Tipps zum Lernen.
Die Anforderungen an die Fachkraft im Büro und demgemäß auch in der
Berufsausbildung sind sehr hoch. Demgemäß hat sich gezeigt, dass es oft nicht
ausreichend ist, nur bestimmte Themen zu erlernen, sondern dass man auf
vielen Gebieten auch (einfache und schwerere) Aufgaben selbst lösen muss.
Man muss Erlerntes auch anwenden, erst dann weiß man, ob man das Gebiet
auch verstanden hat. Aus diesem Grunde ist im Betriebswirtschaftlichen
Verlag Dr. Th. Gabler, Wiesbaden, mein Buch "Training Fachkunde für
Rechtsanwalts- und Notargehilfen" erschienen. Es enthält zu den Themen
dieses Buches ausgewählte Aufgaben mit allen Schwierigkeitsgraden - von
leicht bis Prüfungsniveau -und die dazugehörigen Musterlösungen. Auf dieses
Buch, das ich kurz "Trainingsbuch" nenne, verweise ich zu Beginn der Kapitel
folgendermaßen: Steht in diesem Buch der Hinweis .. vgl. Trainingsbuch,
Kapitel 5.3", so ist damit gemeint, dass Sie das betreffende Thema in dem
Kapitel5.3 des Trainingsbuches üben, überprüfen und festigen können.
Neuss, im August 1999 Karsten Roeser
Einleitung
Warum sind die Anforderungen gerade in Fachkunde besonders hoch?
In Fachkunde (in einigen Lehrplänen kann das Fach auch "Recht" heißen)
werden noch am unmittelbarsten die Themen angesprochen, die für die
Büropraxis wichtig sind, so die Anfertigung von Schriftsätzen, die Erstellung von
Kostenrechnungen und die Durchführung der Zwangsvollstreckung.
Diesen erhöhten beruflichen Anforderungen versucht der Lehrplan durch sehr
zahlreiche und komplexe Lerninhalte gerecht zu werden. Für diejenigen, die
"nur" den Ausbildungsberuf "Rechtsanwaltsfachangestellte/r" oder "Notar
fachangestellte/r" anstreben, fällt nur ein geringer Teil der Lerninhalte weg,
und zwar der, der umgerechnet etwa einem halben Ausbildungsjahr entspricht.
Berücksichtigt man, dass auch die übrigen Fächer sehr stark mit Stoff
befrachtet sind, so wird ohne weiteres einsichtig, dass man in der Prüfung
nicht auf allen Gebieten fit sein kann. Vielmehr ist es erforderlich, sich auf die
prüfungsbedeutsamen wesentlichen Teilgebiete zu beschränken.
Die Abschlussprüfung findet schriftlich und mündlich statt. Der schriftliche Teil
besteht aus fünfPrüfungsfächern, die jedoch nicht identisch mit den Schulfächern
sind! So ist für alle genannten vier Ausbildungsberufe das Prüfungsfach "Recht,
Wirtschafts- und Sozialkunde" verbindlich, das in den Unterrichtsplänen
natürlich auf mehrere Fächer verteilt wird. Weitere Prüfungsfächer sind
Rechnungswesen(= Rechnen und Buchführung) und Fachbezogene Informati
onsverarbeitung (Textbearbeitung und Textverarbeitung). Zu diesen für alle vier
Ausbildungsberufe vorgeschriebenen Prüfungsfächern kommen für den Ausbil
dungsberuf Rechtsanwaltsfachangestellte/Rechtsanwaltsfachangestellter als
weitere Prüfungsfächer Zivilprozessrecht (mit Zwangsvollstreckung) und das
Rechtsanwaltsgebührenrecht hinzu. Für den Ausbildungsberuf Notarfachange
stellte/Notarfachangestellter sind stattdessen weitere Prüfungsfächer Freiwillige
Gerichtsbarkeit und das Gebührenrecht vorgeschrieben.
Warum Ist die Prüfung in Fachkunde besonders wichtig?
Zwar werden Sie in den verschiedensten Fächern geprüft, doch als Ergebnis
bekommen Sie lediglich eine Gesamtnote. Diese errechnet sich aus den
einzelnen Prüfungsergebnissen im Rahmen der schriftlichen und mündlichen
Prüfungen in den einzelnen Fächern. Da ist es nun wichtig zu wissen, dass
nicht jedes Fach gleichberechtigt ist. Die Endnote errechnet sich nämlich nach
einem komplizierten Schlüssel, in dem einzelne Fächer sehr verschieden
gewichtet werden.
Ablauf und Inhalt der Prüfungen richten sich nach der für Sie zuständigen
Ausbildungsordnung vom 23. November 1987 (BGBl. IS. 2392), die im schönen
Amtsdeutsch ReNoPatAusbV heißt und mit Wirkung zum 1. August 1995
geändert wurde, sowie nach der von Ihrer örtlich zuständigen Kammer erlassenen
VIII
Prüfungsordnung. Sie sollten wissen, dass während Ihrer Ausbildungszeit gleich
zwei Prüfungen auf Sie warten, nämlich zunächst eine Zwischenprüfung nach 12
bis 18 Monaten ab Beginn der Ausbildung und die Abschlussprüfung. Die
Zwischenprüfung ist lediglich schriftlich und dauert höchstens 180 Minuten.
Die Abschlussprüfung findet schriftlich und mündlich statt. Der schriftliche Teil
besteht aus fünfPrüfungsfachern, die jedoch nicht identisch mit den Schulfächern
sind! So ist für alle genannten vier Ausbildungsberufe das Prüfungsfach "Recht,
Wirtschafts- und Sozialkunde" verbindlich, das in den Unterrichtsplänen
natürlich auf mehrere Fächer verteilt wird. Weitere Prüfungsfächer sind
Rechnungswesen(= Rechnen und Buchführung) und Fachbezogene Informati
onsverarbeitung (Textbearbeitung und Textverarbeitung). Zu diesen für alle vier
Ausbildungsberufe vorgeschriebenen Prüfungsfächern kommen für den
Ausbildungsberuf Rechtsanwaltsfachangestellte/Rechtsanwaltsfachangestellter
als weitere Prüfungsfächer Zivilprozessrecht (mit Zwangsvollstreckung) und das
Rechtsanwaltsgebührenrecht hinzu. Für den Ausbildungsberuf Notarfachan
gestellte/Notarfachangestellter sind stattdessen weitere Prüfungsfächer
Freiwillige Gerichtsbarkeit und das Gebührenrecht vorgeschrieben.
Diejenigen, die eine Doppelausbildung zum/zur Rechtsanwalts- und
Notarfachangestellten betreiben, haben demgegenüber als weitere schriftliche
Prüfungsfächer das Zivilprozessrecht (einschließlich Zwangsvollstreckung)
und die Freiwillige Gerichtsbarkeit sowie das Gebühren- und Kostenrecht
Die mündliche Prüfung gilt als weiteres Prüfungsfach, das jedoch gegenüber
den übrigen Prüfungsfächern doppeltes Gewicht hat. In dem Prüfungsgespräch
soll der Prüfling zeigen, "dass er mit den für den Ausbildungsberuf wesentli
chen Fragen vertraut ist und praktische Fälle lösen kann." Hier wird der
Schwerpunkt in der Regel wieder auf fachkundlichem Gebiet liegen, doch
müssen Sie natürlich auch damit rechnen, dass außerdem Fragen aus dem
Bereich der anderen Fächer gestellt werden.
Es bleibt also festzuhalten, dass einerseits für die Abschlussprüfung mehrere
Unterrichtsfächer zu einem Prüfungsfach zusammengefasst werden;
andererseits wird Fachkunde gleich in zwei Prüfungsfächer aufgeteilt, nämlich
z. B. für Rechtsanwaltsfachangestellte in das Zivilprozessrecht einschließlich
Zwangsvollstreckung und in das Rechtsanwaltsgebührenrecht Demgemäß
können Sie also davon ausgehen, dass die fachkundlichen Prüfungsleistungen
bei weitem das größte Gewicht besitzen.
Beachten Sie, dass bei der Errechnung der Prüfungsnote nur die Leistungen
der schriftlichen oder mündlichen Prüfung, nicht jedoch die mündlichen oder
schriftlichen Leistungen in der Schule herangezogen werden. Die Fachange
stelltenprüfung stellt ein hiervon unabhängiges Prüfungsverfahren dar!
IX
·:
Wie bereiten Sie alch auf die PrOfung vor-wie arbeiten Sie mit dleum
Buch?
Sicherlich haben Sie inzwischen eine eigene Arbeitsmethode entwickelt, doch
empfiehlt es sich, die nachfolgenden Ratschläge zu beachten:
I. Arbeiten Sie in diesem Buch nur die Kapitel bzw. Themenkreise durch, die
Sie im Unterricht bisher auch besprochen haben!
Das Buch setzt den Unterricht in der Schule voraus, ergänzt ihn zwar, ersetzt
ihn aber nicht.
2. Stürzen Sie sich nicht sofort auf die Fragen und Aufgaben, sondern lesen
Sie sich zunächst die (in der Regel kurz und zusammenfassend gehaltenen)
Ausführungen durch, die die Problemkreise erläutern!
Die vorgeschalteten Darstellungen bieten die wichtigen Prüfungsfragen
systematisch und im Zusammenhang dar, denn nur dann kann man sie auch
wirklich verstehen. Zugleich dienen die Ausführungen Ihrer Wiederholung.
3. Ziehen Sie beim Durcharbeiten der Kapitel auch Ihre entsprechenden
Aufzeichnungen aus der Schule hinzu!
Das ist deshalb besonders wichtig, weil die in Ihrem Unterricht behandelten
Lerninhalte häufig auch Hinweise dafür sein können, welche Fragestellungen
in Ihrer Prüfung auftauchen können.
4. Sofern Sie ein Lehrbuch für den Fachkundeunterricht zur Hand haben:
Lesen Sie auch im jeweils einschlägigen Kapitel des Lehrbuches nach,
beschränken Sie sich aber auf die Gebiete, die im vorliegenden Buch oder in
Ihren Aufzeichnungen angesprochen sind.
Das Schulbuch soll Ihnen helfen, die Prüfungsthemen zu verstehen, nicht aber
soll es Sie verleiten, sich den Kopf mit Dingen voll zu stopfen, die in der
Prüfung niemand wissen will.
5. Sparen Sie nicht mit Anmerkungen (an den Rand), mit Unterstreichungen
oder mit Fragezeichen (wenn Sie etwas nicht verstanden haben).
Wenn Sie schon Ihr kostbares Geld für dieses Buch ausgegeben haben, so
können/sollen Sie auch nach Herzenslust darin herummalen, damit es Ihr
spezielles Gepräge erhält; denn nur dann lernen Sie am besten.
Einige Randbemerkungen finden Sie bereits vor - Sie sollen sich so bei einer
späteren Wiederholung in dem Buch schneller zurechtfinden - mit einem
Blick können Sie beim schnellen Blättern feststellen, worum es in diesem
Absatz eigentlich geht.
Die Piktogramme am Rand zeigen Ihnen auf einem Blick, was zu dem
zugehörigen Absatz noch zu sagen ist:
Eine Birne am Rand gibt einen Hinweis auf einen kleinen Aha-Effekt.
X
An vielen Stellen sehen Sie ein Notizbuch - wer diese Absätze nicht gelernt
hat, ist selber schuld! Was Sie in einem solchen Absatz finden, ist wichtig und
wird auch in der Zwischen- oder Abschlussprüfung immer wieder mal
tJ:~~~II':::- abgefragt.
Dann gibt es noch Gefahren in Form von Prüfungsfallen, Aufgaben und
Fragestellungen, die in der Prüfung vorgekommen sind (und wieder
vorkommen werden) usw. Hier besteht in der Prüfungspraxis häufig die
Gefahr, hereinzufallen und einen Fehler zu machen. Ich finde, der Blitz ist da
ein gutes Symbol.
6. Wenn Sie etwas in diesem Buch nicht verstanden haben:
a) Lesen Sie die Stelle mehrmals! Schauen Sie sich insbesondere die
Beispiele an!
b) Schlagen Sie die entsprechenden Stellen in Ihren Aufzeichnungen, im
Schulbuch und im Gesetz nach!
c) Falls immer noch Verständnisschwierigkeiten bestehen: Fragen Sie Ihre
Kollegin, Klassenkameradin, Ihren Bürovorsteher, Chef oder Ihren
Fachlehrer!
d) Lassen Sie keine Fragen offen, es sei denn. Ihr Fachlehrer sagt Ihnen
ausdrücklich, dass die Fragestellung in der Prüfung nicht abverlangt
wird!
7. Bereiten Sie sich, sofern möglich, nicht nur allein, sondern zusammen mit
einer (höchstens mit drei weiteren) Leidensgenoss(inn)en auf die Prüfung vor!
Machen Sie hierzu regelmäßige, feste Termine aus an einem Ort, an dem
Lernen wirklich möglich ist. Trotzdem: Auch das Lernen allein ist unerläss
lich.
8. Bei den kurzen Prüfungsfragen in diesem Buch decken Sie bitte mit einem
Zettel die nachfolgenden Musterlösungen zu, notieren Ihre Antwort auf
einen Zettel, oder formulieren Sie die Lösung wenigstens laut und
vergleichen erst dann Ihre Lösung mit der im Buch.
Haben Sie richtig geantwortet, so kennzeichnen Sie die Frage am Rand mit
,,+",
einem wenn nicht, vermerken Sie ein "·". Jede Frage sollte mindestens
mit drei "+" versehen sein! Vorsicht, Betrugsgefahr - aber Sie sind der/die
Betrogene!
9. Die umfangreicheren Prüfungsaufgaben lösen Sie bitte ebenfalls auf
einem Zettel, und vergleichen Sie erst dann Ihre Lösung mit der Lösung im
Buch.
10. Lernen Sie am Abend vor der Prüfung nicht, sondern lenken Sie sich im
Gegenteil möglichst angenehm ab, und gehen Sie früh ins Bett.
Was Sie bis zum Vorabend nicht gelernt haben, das brauchen Sie auch nicht in
der letzten Sekunde zu verschlingen. Sie verdauen es womöglich nicht richtig.