Table Of ContentMartin Abraham
Evangelium und Kirchengestalt
Theologische Bibliothek
Töpelmann
Herausgegeben von
O. Bayer · W Härle
Band 140
W
DE
G
Walter de Gruyter · Berlin · New York
Martin Abraham
Evangelium und Kirchengestalt
Reformatorisches Kirchenverständnis heute
w
DE
G
Walter de Gruyter · Berlin · New York
© Gedruckt auf säurefreiem Papier,
das die US-ANSI-Norm über Haltbarkeit erfüllt.
ISSN 0563-4288
ISBN 978-3-11-019444-9
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Umschlaggestaltung: Christopher Schneider, Berlin
Vorwort
Die vorliegende Arbeit wurde im Mai 2006 von der Evangelisch-theologischen
Fakultät der Eberhard-Karls-Universität Tübingen als Dissertation angenommen.
Erarbeitet, geschrieben und redigiert wurde sie innerhalb eines Zeitraums von
nahezu neun Jahren — unterbrochen und begleitet von Tätigkeiten als theologi-
scher Hilfskraft, Vikar, Wissenschaftlicher Angestellter, Pfarrer im Ehren- und im
Hauptamt. Drei Kinder kamen in dieser Zeit zur Welt, in sechs verschiedenen
Gemeinden galt es mitzuarbeiten, drei Umzüge zu überstehen. Möge all dies
direkt oder indirekt zur Praxisrelevanz der Arbeit beigetragen haben. Denn mehr
noch als vor akademischen Gremien wird sich das Folgende im Blick auf kirchli-
che Realitäten als tauglich erweisen müssen.
Danken möchte ich an erster Stelle Prof. Oswald Bayer, der mir viel mehr als
nur ein theologischer Lehrer war. Seiner Person, seinem Denken und Glauben
und der durch ihn vermittelten Ermutigung verdankt sich vieles in dieser Arbeit.
Mit Blick auf Paulus und Luther hat er mir eine Theologie nahegebracht, die sich
in Predigt und Seelsorge immer wieder bewährt.
Für das minutiöse, wohlbedachte und weise formulierte Zweitgutachten dan-
ke ich Prof. Gerhard Hennig, für manche Denkanstöße in Studienzeiten sowie für
die Aufnahme der Arbeit in die Reihe „Theologische Bibliothek Töpelmann"
dem Mitherausgeber Prof. Wilfried Härle. Für wichtige Gesprächsimpulse und
Literaturhilfen bin ich meinem Freund, Pfr. Dr. Christian Schulken, dankbar —
ferner den Mitgliedern der Doktorandensozietät, der Luther-Akademie Ratze-
burg-Sondershausen sowie der Facharbeitsgruppe Systematik des Arbeitskreises
für evangelikale Theologie (AfeT). Zahlreiche Begegnungen mit Menschen aus
unterschiedlichen Gemeinden - Derendingen, Bottendorf, Willersdorf, Gomarin-
gen, Dußlingen und Bruchköbel - eröffneten neue Einsichten.
Für die gute Kooperation bei der Veröffentlichung sei Dr. Sabine Krämer,
Sabina Dabrowski, Dr. Albrecht Döhnert und Carsten Burfeind vom Verlag de
Gruyter gedankt — vor allem für die Erlaubnis, auf die sogenannte neue Recht-
schreibung zu verzichten. (Bei den ausführlichen Zitierungen älterer Texte wäre
der orthographische Eindruck ohnehin sehr uneinheitlich geworden.) Für Druck-
kostenzuschüsse danke ich herzlich dem Theologie-Dezernat der Evangelischen
Kirche von Kurhessen-Waldeck, dem kurhessischen Pfarrverein, dem AfeT und
der VELKD. Für die ebenso verläßliche wie humorvolle Hilfe bei Erstellung der
Druckvorlage geht ein großer Dank an Petra Gräbener und ihre Familie; Cornelia
Rohleder war so freundlich, mir bei abschließenden Arbeiten am Namensregister
zur Seite zu stehen.
VI Vorwort
Zwei Menschen, ohne die diese Arbeit nicht zustandegekommen wäre, seien
besonders erwähnt. Der erste ist mein Vater Reinhold Abraham (1940-1999). Er
war weder Systematischer noch Praktischer Theologe, aber - was viel mehr ist -
ein Theopraktiker. Deudichkeit des Glaubens verband sich bei ihm mit großer
ekklesialer Weite. Gerne hätte ich mit ihm noch über mehr gesprochen als nur
über die Anfangsgründe dieser Arbeit.
Nicht genug danken kann ich meiner Frau Katrin. Auf vielfältige Weise hat
sie mit all ihren Kräften hinter dem Projekt „Evangelium und Kirchengestalt"
gestanden. Immer wieder half sie mir, das Thema ernst und mich selber leicht zu
nehmen. Deus providebit.
Bruchköbel, im September 2007 Martin Abraham
Inhaltsverzeichnis
Vorwort V
I. Einleitung 1
1. Problemstellung 1
2. Zum Titel 2
3. Kontext und Ort der Arbeit 4
3.1 Ökumenische Ortsbestimmung 4
3.2 Globaler Kontext 5
3.3 Methodologische Einordnung 5
3.4 Literaturüberblick 6
4. Aufbau und Zielsetzung der Arbeit 9
4.1 Grundlinien 9
4.2 Einzelheiten 10
II. Konstituierung und Leben der Kirche 16
II.O Einleitende Überlegungen: die notae ecclesiae nach CA 7 16
II. 1 Die notae ecclesiae nach Luthers Schrift „Von den Konziliis und
Kirchen" 22
1. Kontext und Gliederung des dritten Teils 22
2. Die Themenkreise im einzelnen 25
2.1 Zum Kirchenbegriff 25
2.2 Zur Heiligung nach den zwei Tafeln des Dekalogs 27
2.3 Die notae der ersten Tafel 28
2.3.1 Das Wort Gottes 28
2.3.2 Die Sakramente 31
2.3.3 Amt, Gebet, Leiden 32
2.3.4 Das Verhältnis der sieben notae der ersten Tafel untereinander 34
2.4 Die notae der zweiten Tafel 36
2.5 Adiaphora 37
2.6 Die „drei Hierarchien" 38
3. Das Verhältnis der Konzilienschrift zu „Wider Hans Worst" 39
4. Das Verhältnis der Konzilienschrift zu den altkirchlichen Bekenntnissen 41
VIII Inhaltsverzeichnis
11.2 Konstitutiv: Evangeliumswort und Sakrament (CA 7) 46
1. „Ubi verbum, ibi ecclesia" 46
Exkurs 1: Zum Verhältnis von Wort, Eehre und Amt 50
2. „Verbum visibile" 53
Exkurs 2: Bestreitungen der Zentralstellung von Wort und Sakrament 58
3. „Est autem ecclesia..." 63
3.1 „congregatio sanctorum" 64
3.2 „in qua" 66
4. Konsequenzen von CA 7 und Konzilienschrift 67
4.1 Unterscheidung zwischen Kirche und ihrem Grund 67
4.2 Gottes Wort kann nicht ohne Gottes Volk sein 69
Exkurs 3: Euthers Abendmahlssermon von 1519 70
4.3 Faßbares Wort 73
5. Konstitutives und Vitales 74
11.3 Vital: Geschwistergemeinschaft und zeugnishafte Ordnung (Barmen 3) 77
1. Notae vitae ecclesiae 77
2. Noch einmal: Konstitutives und Vitales 81
2.1 Ursprung und Lebensform 81
2.2 Graduelle Übergänge (Calvin)? 83
2.3 Entsprechungen (Barth)? 86
3. Barmen 3 und CA 7 89
3.1 Die dritte Barmer These 89
3.1.1 Wortlaut, Hintergründe und Interpretationen von Barmen 3 89
3.1.2 Zur Rezeption der Barmer Theologischen Erklärung 93
a) Die reformierte Rezeption 94
b) Die unierte Ke^eption 96
c) Die lutherische Rezeption 97
d) Εαψ 99
3.2 Das Problem eines christologischen Ethizismus 100
Exkurs 1: Die Aporie des „bekennenden Kirchenrechts" 101
Exkurs 2: Die Zwei-Regimente-Lehre in der Kirche 103
3.3 Zu einer konstruktiven Verhältnisbestimmung von CA 7 und
Barmen 3 111
4. Das Leben der Gemeinde als Gemeinschaft 114
11.4 Adiaphora (FC 10) 118
1. Vorgeschichte und wesentliche Aussagen von FC 10 118
1.1 Die Adiaphora-Frage bei Luther 118
1.2 Der Adiaphoristische Streit 120
1.3 Das Votum der Konkordienformel 121
2. Das Problem der Kirchengestalt in statu confessionis im 20. Jahrhundert 122
2.1 Die Kirche vor der Judenfrage 122
Inhaltsverzeichnis IX
2.2 Die Kirche vor der Apartheidsfrage 125
3. Notwendige Präzisierungen 127
4. Fazit : 130
5. Ausblick 132
III. Krise und Transformation der Kirche(n) 133
Ernst Troeltschs „Soziallehren der christlichen Kirchen und Gruppen"
als Deutungshilfe für die kirchliche Lage der Gegenwart
1. Krise der Kirche - Krise des Protestantismus? 133
2. Ansatz und Gedankengang der „Soziallehren" 136
2.1 Jesus und Alte Kirche 137
2.2 Mittelalterlicher Katholizismus 139
2.3 Protestantismus 143
2.4 Abschließende Wertung 150
3. Kritische Würdigung 153
3.1 Zur Methode der „Soziallehren" 154
3.2 Zu Troeltschs Jesus-Darstellung 156
3.3 Zum Typ „Kirche" 157
3.4 Zum Typ „Sekte" 160
3.5 Zum Typ „Mystik" 162
3.6 Zur Typologie insgesamt 164
Exkurs 1: Troeltschs Dreiertypologie in der gegenwärtigen Praktischen Theologie 165
4. Eigener Deutungsansatz 167
4.1 These 167
4.2 Prognose 171
Exkurs 2: Zunehmende Durchdringung von „Kirche " und „Mystik " 172
4.3 Position 174
Exkurs 3: Die offene Frage der Gemeinschaft bei Troeltsch 175
IV. Soziologie - Praktische Theologie - Ekklesiologie 178
IV.l Das Theorie-Praxis-Problem innerhalb der drei Wissenschaften von
der Kirche 178
1. Die jeweilige Eigenart der drei Wissenschaften von der Kirche 181
1.1 Soziologie: eine deskriptive Wissenschaft? 181
Exkurs 1: Probleme in der Abgrenzung zwischen Wahrnehmung und
Deutung der Empirie 182
Exkurs 2: Der „Naturalistische Fehlschluß". 186
1.2 Praktische Theologie: eine Handlungswissenschaft? 192
Exkurs 3: Wahrnehmungsorientierte Entwürfe Praktischer Theologie 197
1.3 Ekklesiologie: eine Wesenswissenschaft? 200
χ
Inhaltsverzeichnis
Exkurs 4: Systematische Theologie als Eeitivissenschaft? 202
1.4 „Kirchentheorie" als eigene Disziplin? Oder: Die Frage nach der Einheit
der Praktischen Theologie 208
Exkurs 5: Die fortschreitende Entkirchlichung der Praktischen Theologe 211
2. Zusammenhang und Zuordnung der drei Wissenschaften von der Kirche 217
2.1 Die Notwendigkeit der Verhältnisbestimmung 217
2.2 Versuche der Verhältnisbestimmung 218
2.2.1 Römisch-katholisch: „heilige Soziologie" 218
2.2.2 Christologische Ekklesiologie 220
a) Dietrich Bonhoejfer 220
b) Karl Barth 228
2.2.3 Punktualistisch-eschatologische Ekklesiologie 231
2.2.4 Teleologisch-eschatologische Ekklesiologie 233
2.2.5 Gesellschaftsorientierte Ekklesiologie 234
2.3 Äquivokationen und Kritische Vermittlungsbegriffe 237
2.3.1 „Bedingung" 238
2.3.2 „Kommunikation" 240
2.3.3 „Handeln" 241
2.3.4 „Religion" 242
2.3.5 „Rechtfertigung" 246
2.3.6 Fazit 247
2.4 Offenes Gespräch der Disziplinen 248
Exkurs 6: Vergleichbare Entwürfe v>um Theorie-Praxis-Problem 252
3. Die Vermitdungsaufgabe der Praktischen Theologie 254
3.1 Theorie und Praxis 254
Exkurs 7: Antiker und moderner Praxisbegriff. 255
3.2 Konstruktive Praktische Theologie 259
3.3 „Erfahrung mit der Erfahrung" 262
IV.2 Bewährungs- und Konfliktfelder für Theorie und Praxis
der Kirche 267
IV.2.0 Einleitende Überlegungen 267
IV.2.1 Funktionalität 269
1. Der Begriff „Funktionalität" im neuzeitlichen Religions- und Kirchen-
verständnis 270
2. Funktionalitätstheorien 272
2.1 Funktion der Religion 272
Exkurs 1: Die affirmative und die religionskritische Variante des funktionalen
Arguments 273
2.2 Funktion der Institution (Kirche) 276
2.2.1 Was ist eine Institution? 277