Table Of ContentUlrich Riehm Knud Böhle
Ingrid Gabel-Becker Bernd Wingert
Elektronisches
Publizieren
Eine kritische Bestandsaufnahme
Mit 35 Abbildungen und 17 Tabellen
Springer-Verlag
Berlin Heidelberg New York
London Paris Tokyo
Hong Kong Barcelona
Budapest
Ulrich Riehm
KnudBöhle
Bernd Wingert
Kernforschungszentrum Karlsruhe, AFA S
Postfach 3640, W-7500 Karlsruhe 1
Ingrid Gabel-Eecker
GMD-IPSI
Dolivostraße 15, W-6100 Darmstadt
Titelbild: Bibliothek der Franckeschen Stiftungen, Halle, Juni 1990
von Christian Richters
CR-Klassifikation (1991): H.1, H.3-4, J.7, K.4
ISBN 3-540-54159-4 Springer-Verlag Berlin Heidelberg NewYork
Die Deutsche Bibliothek-CIP-Einheitsaufnahme
Elektronisches Publizieren: eine kritische Bestandsaufnahme; mit 17 Tabel
len/Ulrich Riehm ... - Berlin; Heidelberg; New Y ork; London; Paris; Tokyo;
Hong Kong; Barcelona; Budapest; Springer, 1992
ISBN 3-540-54159-4
NE: Riehm, Ulrich
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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1992
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Geleitwort
Das Zeitalter der "Informationsgesellschaft" hat den Sozialwissenschaften
ein neues Betätigungsfeld eröffnet: Technologiefolgenabschätzung, die die
Auswirkungen neuer oder in der Entwicklung befindlicher Kommunikations
techniken systematisch erforschen und bewerten solL Das ist boomverdächtig
und verspricht volle Kassen für die armen Verwandten der traditionell von
Geldgebern zumeist wesentlich freundlicher bedachten Naturwissenschaften.
Doch diese Verlockungen haben ihren Preis: Verlangt werden methodische
Phantasie und Praxisrelevanz der Befunde-bis dato nicht gerade Stärken so
zialwissenschaftlicher Forschung. Methodische Phantasie bedeutet, die recht
ausgetretenen Pfade meist rein quantitativer Feldforschung zu verlassen. Pra
xisrelevanz bedeutet, beim Entdeckungs- und Begründungszusammenhang
der Studien so hart wie möglich an den Problernen zu bleiben und beim Ver
wertungszusammenbang der Verständlichkeit den Vorzug vor wissenschaftli
cher Folklore zu geben. Denn, wenn möglich, sollen die Ergebnisse-wir ha
ben ja die Hoffnung auf die Gestaltbarkeit der technologischen Zukunft noch
nicht aufgegeben-für den künftigen Umgang mit neuen Techniken sinnvoll
genutzt werden können. Dies setzt nicht nur den Auftragnehmer, sondern
auch den Auftraggeber insofern unter Druck, als er im Idealfall seinen For
schern sowohl Autonomie gewähren als auch fachliche Betreuung zuteil wer
den lassen muß.
Wesentliche Voraussetzungen dafür waren bei der hier veröffentlichten
Studie über das Elektronische Publizieren gegeben. Das Bundesministerium
für Forschung und Technologie (als Teilfinancier) verlangte vom Design des
Projektantrages nichts Unmögliches; es gab sich mit noch recht groben Stri
chen einer Exploration zufrieden und hatte auch keine Einwände gegen eher
"weiche" Methoden, die zur Anwendung kommen sollten. Der vom BMFT
gebildete Beirat bemühte sich kritisch und konstruktiv um eine Projektbe
gleitung und konnte vor allem bei Zugangsproblernen im Rahmen der Feld
forschung Hilfestellung geben.
Natürlich waren (auch) in diesem Beirat unterschiedliche Interessen ver
sammelt, insbesondere die von Verlegern und Gewerkschaften. Doch der
Beiratsvorsitzende hatte - nach einer temperamentvollen Auftaktsitzung -
keine Mühe bei der Durchsetzung seiner Absicht, der Projektgruppe eine
weitgehend selbstbestimmte Forschung zu ermöglichen. Schnell setzte sich
die Einsicht durch, daß hier in allein sachbezogener Weise versucht wurde,
die vielfältigen Dimensionen auszuleuchten, die das Thema Elektronisches
VI Geleitwort
Publizieren hat - von einem möglichen Rollenwandel der Autoren über
Funktionsverlagerungen der Verlage bis hin zu Nutzungsaspekten, die Fol
gen der Elektronisierung und Informatisierung der Gesellschaft im Kern be
rühren. Als sinnvoll erwies sich nach Ansicht des Beirats insbesondere der
von der Projektgruppe gewählte "Fachweltenansatz", also eine Differenzie
rung der Abschätzungen, die spezifische Unterschiede im Feld der Fachkom
munikation hinreichend berücksichtigt.
Der hier vorgelegte Untersuchungsbericht zeigt, wie weit der Bogen sowohl
thematisch als auch methodisch gespannt wurde. Er reicht z. B. von physiolo
gischen Folgen der Bildschirmarbeit von Autoren über Theorien der Schrift
kultur bis hin zur Auseinandersetzung mit den Stimmen vom Abgesang des
Buchzeitalters. Und zum Methodenmix gehören nicht nur die umfangreichen
und kritischen Literaturstudien, Befragungen und Beobachtungen, sondern
auch z. B. Selbstbeobachtungen der Projektgruppenmitglieder bei ihrem
elektronischen Publizieren.
Diesen vier "Schreibbiografien" könnte derVorsitzende des wissenschaftli
chen Beirats eine fünfte hinzufügen. Er hat erstmals im Jahre 1977 ein Buch
an einem Computer geschrieben-einem aus heutiger Sicht vorsintflutlichen
Gerät mit Cassettenlaufwerk und einem Bildschirm, der mehr reflektierte als
der vor ihm sitzende AutoL Das Abspeichern war schwierig, und mehrmals
ging der Text verloreR Der wurde dann auch keineswegs digital weiterverar
beitet, sondern nach Korrektur und Ausdruck erneut erfaßt.
Darauf folgte ein Buch, das im wesentlichen diktiert und dann von einer
Schreibkraft in ein Schreibmaschinenmanuskript übertragen wurde-eine be
glückende Zeit für den Autor, der bei Satz, Korrektur und Umbruch durch
Fachpersonal des Verlags entlastet wurde, Dieselbe Produktionsweise ging
beim nächsten Buch, ausgerechnet einem "Handbuch des Bildschirmjourna
lismus", fürchterlich ins Auge. Der Text wurde nach einem maschinenschrift
lichen Manuskript in Italien gesetzt, was eine etwa zehnmalige Autorenkor
rektur zur Folge hatte,
Deshalb gab es danach zwei Werke, die dem Ideal des "Elektronischen Pu
blizierens" schon erheblich näher kamen. Der Autor erstellte alles aus einer
Hand-bis hin zur Vorlage professioneller, elektronisch produzierter Druck
vorlagen. Für den Verlag eine feine Sache, für den Autor ein Abenteuerspiel
platz, auf dem er sich nur noch in Produktionspausen mit der inhaltlichen
Qualität seiner Texte beschäftigen konnte. Deshalb hat er sich geschworen,
ab sofort nur noch den vernünftigen Mittelweg zu beschreiten: Texterfassung
am Computer ja - aber keine typografische Gestaltung des Textes für die
Buchproduktion. Denn auch im Zeitalter des Elektronischen Publizierens
sollte der Schuster bei seinem Leisten und der Autor bei seinem Text bleiben.
Das Projekt Elektronisches Publizieren (PEP) stellt das Plädoyer für den
IVIittelweg - den angemessenen und vertretbaren Umgang mit den neuen
Techniken der Fachkommunikation-auf eine solide sozialwissenschaftliche
Grundlage. Es macht auf die Gefahren einer Konzentration von immer mehr
elektronischen Aufgaben bei den Autorinnen und Autoren und auf die Ge
fahren für die Qualitätsstandards von Publikationen aufmerksam, warnt vor
Geleitwort VII
elektronischen Publikationen als Abfallprodukten, bemängelt das Fehlen in
novativer Anwendungskonzepte für das Elektronische Publizieren und
erklärt auch damit, warum das Potential der Endnutzer erst marginal er
schlossen ist. Und es weist darauf hin, welche unterschiedlichen Rahmenbe
dingungen die verschiedenen Fachwelten für Angebot und Nutzung von Da
tenbanken schaffen. Davon wird auch jeweils abhängen, welcher Erfolg der
CD-ROM und dem "Publishing on Demand"-den Hits unter den diskutier
ten Techniken bzw. Verfahren -letztlich beschieden sein wird.
Der Projektbeirat hat bei seiner Diskussion der Ergebnisse hervorgehoben,
daß die Ergebnisse zu einer nüchternen, ja sogar ernüchternden Einschät
zung des Elektronischen Publizierens in der Bundesrepublik führen. Ernüch
ternd ist die bisher geringe Nutzung von elektronischen Angeboten und mehr
noch die Verwertung der gefundenen Informationsangebote. Als nüchtern ist
die Auseinandersetzung mit dem Problem "Elektronisches Publizieren"
durch die Projektgruppe zu qualifizieren. Besseres kann man von einer wis
senschaftlichen Studie kaum sagen.
Siegfried Weisehenberg
Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats
Mitglieder des wissenschaftlieben Beirats
Der Bundesminister für Forschung und Technologie berief für das Pro
jekt "Begleit- und Wirkungsuntersuchungen zum Elektronischen Publizie
ren von Volltexten" (Projekt Elektronisches Publizieren- PEP) einen wis
senschaftlichen Beirat, der während der Laufzeit des Projektes von 1986 bis
1988 viermal tagte. Die Mitglieder dieses Beirats sind im folgenden aufge
führt.1
Dr. Heiner Biedermann Autor; Mediziner, Evangelisches Kranken
haus Schwerte
Heinrich Bleicher Industriegewerkschaft Druck und Papier
Stuttgart
Dr. Hans Jürgen Ehlers Mitglied des IEPRC; Klett Verlag Stuttgart
Peter Habersetzer Vorsitzender der Kommission 2 Elektroni
sches Publizieren der Fachgruppe Fach
zeitschriften im VDZ; Franzis-Verlag Mün
chen
Dipl.-Ing. Horst Hügle Leiter der Abteilung Technik und For
schung im Bundesverband Druck e. V.
Wiesbaden
Prof. Dr. Herbert Kubicek Fachbereich Betriebswirtschaftslehre, Uni
versität Trier
Dr. Martin A Lobeck Leiter der Abteilung Informationswesen
der Henkel KG Düsseldorf
Robert Müller Geschäftsführer der Buchhändler-Vereini
gung im Börsenverein des Deutschen
Buchhandels e. V. Frankfurt a. M.
Dr. Klaus G. Saur Verleger, K. G. Saur Verlag KG München
Dr. Gerhard Schlitt Direktor der Technischen Informations
bibliothek Hannover
1 Die Angaben zu Tätigkeit und Funktion der Beiratsmitglieder beziehen sich auf die Ja h
re der Projektlaufzeit und sind teilweise nicht mehr zutreffend.
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