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EINFUHRUNG
IN DIE THEORETISCHE
PHONETIK DER DEUTSCHEN
SPRACHE
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EINFUHRUNG
IN DIE THEORETISCHE PHONETIK
DER DEUTSCHEN SPRACHE
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X 52 EINFUHRUNG IN DIE THEORETISCHE PHONETIK DER DEUTSCHEN
SPRACHE. Bae,n:eHHe B TeopeTwrecKyiO cpoHeTHKY HeMeQKOro
H3!.IKa: Ycr. rroc.- M.: TE3AYPYC, 2011.- 176 c.
ISBN 978-5-98421-085-0
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BBK 81.2 HeM
ISBN 978-5-98421-085-0 © XHU.KO 1\..H., 2010
© TE3AYPYC, 2010
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L. I. Khitsko 3
~ --~WORT
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. . . .. (lg in die theoretische_ Phonct~k dcr dcu-
Die vorlicgende .. Emfuhrll istikstudentcn bcst1mmt, die Deutsch
tschcn Sprache ist fi.ir Germ<l(l 11rwcrk cntspricht den AnfordCI"UJ1gcii
als Hauptfach studieren. oas L,~sche Phonctik dcr dcutschcn Gcgcn
des Studienplans r.ur th~orct1'0cnten in die Problem~ dcr moderncn
wartssprache. Es fuhrt d1e S~l tinct dient als Vorstufe zum Studnun
Phonetik und Phonologic ci(l 1r. OJs Ziel des Lchrwcrks bcstcht
der phonctischcn Fachlitcra~t1cmcn dcr thcorctischcn Phonctik
darin, ncbcn traditioncllcn dcr modcrncn Sprcchwisscn~;ch~,rt
auch den aktucllsten Fragc(l10gna-DcklarCltion hcifSt cs: ,Ocr nach
Rechnung zu tragcn. In cter BO e Abschluss attcsticrt cine fi.ir den
dem ersten Zyklus erworbC(llcvante Qualifikationsebenc" (1999).
europaischen Arbeitsmarkt rc nt werden, wclche QuCllifikationcn
Es muss dari.iber nachgcd~eisc diese zu crrcichen sind. Die
relevant und auf welche .;ollen die Bcwaltigung bcruflichcr
erworbencn Kompctcnzen · plussqualifikationcn sind eng mit den
sc,
Anforderungen sichern. Die Mit dem Ziel dcr Erweitcrung dcr
studierten Fachern verbundC''i. Kompctenzbegriffs sind nicht nur
Wissenschaftskomponente dC·phonctik zu vermittcln, sondern auch
Kenntnisse in der praktischcf1 schaft. Die Lehrangcbote reichcn von
die in de: Phonetik als Wis~c'~ur Umgangslaut~ng. ..
der klassischen Vorlesung biS 0norcn sind akt1vc Vorgange. Durch
Das Sprechen und das Z( il• Artikulation und Korper kann man
das Training von Stimme, A~C erlangcn, die Fahigkeit des Sprcchens
einc hohe Ausdrucksfahigke1t 011d aus verschiedenen Positioncn
in verschiedenen Raumen J<bnnen am besten unsere Emotioncn
bekommen. Durch die Stimn~C crzeugt uns und hilft uns, den Partner
horbar werden. Die Stimme u~11igkeiten der Studenten konnen di.irch
zu i.iberzeugen. Die TransferftJ euen Situationcn angewandt werdcn.
die e~worbene Kompctenz in ~ufgabcn konnen von S_tud_cntc_n
D1e kommunikativen 011d analysiert werden. Dafur 1st die
wahrgenommen, bcobachtct_eJ<citen notwcndig. Studicrende rlcr
Ausbildung von Analyscfcrt' isen meist auf den Umfang der Laut
Fremdsprachenphilologien ~~ern hin. Die Nutzung der gewonnenen
und Schriftebcne in diescn F3c
=~~==~==·,...,~. 5
L. I. Khitsko
VORWORT
Kenntnisse und Fahigkeitcn erlauben eine sehr i::ikonomische
Einarbeitung. Es stcht fest, dass die Vcrmittlung der Artikulation in
einer Sprache ohne grundliche Kenntnisse der Lautstruktur dieser
Sprache kaum mbglich ist. Die Schriftzeichen der Orthographic
garantieren kein sicheres Erkennen dcr Lautwerte. Einer und
derselbe Laut kann durch verschiedene Buchstaben wiedergegeben
werden, einer und derselbe Buchstabe stellt oft verschiedene Laute
dar. So erscheint der Laut jsj als [s], [g] oder [ss]. Man benutzt darum
ein Schriftsystem, mit dem man jeden Laut unmissverstandlich
dolrstellen kann. Heute ist das System IPA am weitesten verbreitet.
Dicse phonetische Umschrift besteht aus einer Reihc von Symbolen
und diakritischen Zeichen, die ermi::iglichen, aile Sprachlaute
eindeutig darzustellen (zu transkribieren). Von den Zeichen
des IPA werdcn in diesem Lehrwerk nur diejenigen verwendet,
die unmittelbar fUr die Beschreibung des Deutschen notwendig
~ind. Wir orientieren uns bei der phonetischen Transkription
an den Aussprachewi::irterbuchern. Eine genaue lautstrukturelle
Beschreibung ist augerst wichtig fur die Feststellung der Lage des
Akzents, fUr die lntensivierung der Wortbildungsanalyse, fUr genaue
lautstrukturelle Beschreibungen der Dialekte. Diese Bereiche ki::innen
in Forschungs- und Entwicklungslabors fur Spracherkennungs- und
Synthesesystemc, bci automatischen Diktiersystemen und bei allen
Artcn von Sprachdatenbanken eine Rolle spielen. Die Miniaturisierung
und Verbilligung der Sprechmedien wcrden einen entscheidenden
Einfluss auf die weitere Entwicklung dcr Phonetik haben.
6 Einfuhrung in die theoretische Phonetik der deutschen Sprache
~-------T_E_IL_I ~
______
1. Forschungsmethoden der Phonetik
Anfang des 20. Jahrhunderts wurden in mehreren Uindern expe
rimental- phonetische Forschungen unternommcn und Laboratorien
gegrundet. Der erstc Direktor des 1910 in Hamburg erbffneten
Laboratoriums fUr Experimentalphonetik war C. Panconcel!i-Cal:da.
Nach seinem Tode wurde Otto von Essen Direktor des Laboratoriwn~.
Seine Untersuchungen im Bereich dcr expcrimcntcllcn PhoneLik
fandcn in vielen scinen Werken Nicderschlag. Eine grof~c Bedeutung
fUr die Entwicklung der cxpcrimcntellen Phonctik haben die Werkc
von G. Lindner. In Russland ist die Entwicklung der cxpcrimcntcllen
Phonetik mit den Namen von VA. Bogorodi?.ki, /,. R. .~cerho, /,. R. linde1~
L. V Bondarko, VA. Artemov, L. I. Prokopova u. a. verbunclcn.
Die nachste Entwickiungsetappe der experimentellcn Phonctik
ist mit der Erfindung eines elektroakustischcn Gerats verbunclcn,
das cine Spektralanalyse der Sprechlaute ermbglichte. Die Erfindung
dieses Gerats (die Amerikancr R. I<. Potter, G. A. Kopp, H.}. Green
nannten ihren Schallspcktrographcn das ,Visible Speech-Gcr~it"
d. h. ,sichtbare Rede"-Gerat) brachte einc Umwalzung in der Expe
rimentalphonetik mit sich. Mit Hilfe des Lautspcktrographcn visihle
speech analysierte man dieakustische Struktur des Sprechksutcs. Spatcr
bezcichnete man dieses Geratals Sonagraph. Mit Hilfc des Sonagraphen
stellten R. jakobson, G. Fan und M. Halle akustische Korrelate cler
distinktiven Phonemmerkmale in den Schallwellcn dcr Sprechlautc
fest. Die Phonetiker kbnnen mittels Messgeraten die physikalischcn
Vorgange als Signale mcsscn (Instrumental-, Signaiphonetik), sic
kbnncn auch den Zusammcnhang zwischen bestimmlen Signalen
und der Wahrnehmung von Versuchspersonen untersuchen.
Der Signalphonetiker misst mittels spezieller Registergerate
physikalische Vorgange, die wahrend eincs Sprechaktes ablaufen.
Fur die physikalische Beschaffenheit des Sprechkontinuums wcrden
verschiedene clektroakustische Analysegeratc vcrwendet. Mit
der Hilfe der Syntheseapparatur kann man Einzellaute, Silben unci
L. I. Khitsko 7
TElL I
gesprochene Satze ki.i.nstlich synthesieren. Die Anwendung von
Computern mit hoher Speicherkapazit:it ermoglicht die Synthese.
Die wichtigsten Schlussfolgerungen der experimentcllen Phonetik
bestehen darin, dass die Gliederung der Redeabschnitte in einzelne
Laute anhand des akustischen Bildes allein unmoglich ist. Diese
G!iedcrung ist linguistisch bedingt. Die Linguistcn sahen den
Zusammenhangderphonetischen Erscheinungen, ihren systemhaften
Charakter cin und lenktcn ihr Interesse von dcr Substanz auf die
Struktur und die minimalsten Einheiten der Sprache.lm Vordergrund
dcr wisscnschaftlichen Diskussion standen im 20. jahrhundcrt
Problcmc der schriftlichen und der mi.indlichen Rede, der Sprache
nnd der Rede, des Graphems und des Lautes, des Lautes und des
Phonems. Durch phonetische Eigenschaftcn unterscheiden sich die
Phoneme. Diese Eigenschaften hei~en sinnunterscheidende oder
phonologische Merkmale und bilden sozusagen Strukturelemente
des Phonems.
Die Bedeutung des positionell bedingten Lautwechsels fUr
•
phonologische Untersuchungen betonten L. W Scerbo, F. F. Fortunotov,
A. A. Reformotsky, R.I. Avonessov und andere Sprachforscher.
Sie entwickelten in den 20-er- 30-er jahren des 20. jahrhundcrts
die morphologische Phoncmkonzeption von Baudouin de Courtenay
weiter. Positioncll wechsclnde Lautc sind ihrer Meinung nach
Phonemvarianten. Ausschlaggebend sei dabei die Stellung und die
Rolle des Phonems der Sprache in einer bestimmten Periode ihrcr
Entwickl ung. Akustische, physiologische und psychologische Kriterien
seien fi.i.r die Bestimmung des Phoncms irrelevant. Als relevant gilt
die Funktion des Phonems und seine Stellung im System dcr Sprache.
Probleme der Entwicklung der Phoneme, ihre Diverrgenz und
Konvergenz erforschten solche Wissenschaftler wie V. K. Zuravl'ov,
E. D. Po/ivanov, 0. S. Achmonova u. a. Mit Fragen der inncren
Segmentierung der Rede befasste sich L. R. Zinder, der die Lchre von
Scerbo am konsequentesten von allen seinen Nachfolgern cntwickeltc.
Die Segmentierung eincr Lautfolge wird durch die morphologischc
(bedeutungstragende) Charakteristik des Wortes ermoglicht, denn
das Phonem als eine selbststandige Lauteinheit tritt als lautliche
Gestalt cines Morphems auf. Die Aufmerksamkeit des Prager
Linguistcnkreiscs (N. S. Trubezkoy, S. 0. Korcevskij, R. 0. jokobson)
galt der Paradigmatik, den Beziehungen jcdcs einzelncn Phonems
8 Einfahrung in die theoretische Phonetik der deutschen Sprache
TElL I
zu allen anderen Phonemen des Paradigmas, d. h. dem System der
Sprache in einem bestimmten Zeitabschnitt ihrer Entwicklung. Die
Vertreter dieser Schule haben solche Begriffe definiert wie das System,
die Oppositionen, die Korrelationen und die Neutralisation. Gror.e
Errungenschaften auf dem Gebict der experimentcllen Phonctik
bewirkten die Verschiebung von der Artikulation auf die Akustik.
Anhand des Sonagraphen gliederte R. jakobson graphisch materiell
differentiale Merkmale jedes einzelnen Phonems aus.
Sonagramme
1956 schuf R. jakobson eine neue phonologischc Konzeption, dcr
er die Ansichten amerikanischer Strukturalisten (/,. Rloomfield u. a.)
zugrundc legte. Er untersuchte nicht das phonologische System jcdcr
konkreten Sprache,sondern fi.ih rteden Begri ffderu n ivcrsell relev<1 n ten
Phonemmerkmale cin, die allen Sprachcn cigcn sind. Hans Krech hat
1957 die Sprechwissenschaftlichen Fachtagungcn cingcrichtct. Er hat
Arbeits- und Forschungskontakte sowohl zu naturwisscnschaftlichcn
als auch zu human- und geisteswisscnschaftlichcn Disziplincn
gekni.ipft, zur Medizin, Padagogik, Psychologic, Musikcrzichung. Krech
hat zwei Prinzipien eingefi.ihrt, die bis heute sprechwisscnschaftlichc
Forschung bestimmen: lnterdisziplinaritat und intradisziplinarc
Teamarbeit.
Es wurde das Institut fi.ir Sprechkunde (Halle) gegri.indct,
lnstitutsdirektoren waren: Hans Krech, Eduard Kurka, Eduard
Stock, Eva Maria Krech, Lutz Christian Anders und Ursula Hirschfeld.
Mehrcrc zentrale Oricnticrungcn durchzichcn die hallcschc
Forschungsgeschichte: Aussprachckodifizicrung (1960er jahre),
phonologische und phonologisch-kontrastivc Studicn (1970cr
Jahre), Sprcchwirkung, (1980cr Jahre), Aussprache-Neukodifizierung
L. I. Khitsko 9