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Dermatologie
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A2K
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A 1 UnseredynamischeHaut
1 Unsere dynamische Haut
1 UnseredynamischeHaut
1.1 Makroskopische Struktur der Haut
1.1 MakroskopischeStrukturderHaut
DasäußereErscheinungsbildderHautist DieHautstelltdieäußereBegrenzungdesMenschenzuseinerUmweltdar.Mit
gekennzeichnetdurchFurchen,Faltenund einer Gesamtfläche von 1,5–2 m2 und einem Gewicht von 3,5–10kg ist sie
Felderbzw.Leisten. eines der größten Organe. Das äußere Erscheinungsbild der Haut ist gekenn-
zeichnetdurchFurchenundFaltensowieFelderbeziehungsweiseLeisten.Grobe
Furchen treten als Bewegungsfurchenan den Gelenkenund als mimische Fur-
chen im Gesicht auf. Verliert die Haut durch Alterung oder Abmagerung ihre
Elastizität,entstehenauchFurchenundFalten.
DieFelderhautkommtamgesamtenInte- Von feinen Furchen, in deren Schnittpunkten die Haarfollikel liegen, wird das
gument,dieLeistenhautanPalmaeund gesamte Integument in polygonale Felder eingeteilt, daher die Bezeichnung
Plantaevor. Felderhaut. Die Anordnung dieser Felder ist genauso individuell wie die der
Papillarleisten in der Leistenhaut der Palmae und Plantae. Die Individualität
derPapillarleistenmusterwirdvielfältig vonAnthropologen,Kriminologenund
Genetikernbenutzt.UnterbrechungenderLeistenkommenbeiDermatosen,wie
zumBeispielbeimMorbusDarier(s.S.456),vor.
InRichtungderHautspaltlinienverziehen VonklinischerBedeutungsinddieHautspaltlinien(Abb.A-1.1a).Beikreisförmi-
sichkreisförmigeExzisionenelliptisch genExzisionenwerdensiedaranerkennbar,dassdiesesichraschelliptischmit
(Abb.A-1.1a). derLängsachseinRichtungdieserLinienverziehen.
(cid:1)Merke (cid:1) Merke. Die Schnittführung bei Operationen sollte längs dieser Spaltlinien
verlaufen,dadieWundenwenigerklaffenunddiskretereNarbenresultieren.
Auch die Effloreszenzen vieler Dermatosen ordnen sich in diesen Linien an.
Verursacht sind die Langer-Spaltlinien durch die Struktur und Anordnung der
Kollagen-undelastischenFaserninderdarunterliegendenDermis.
DenBlaschko-Linienfolgenoftsegmentäre Hingegen folgenviele Genodermatosen und Nävi, aber auch manche erworbe-
Dermatosen(Abb.A-1.1b);ihrZustande- nen oft entzündlichen Dermatosen anderen Linien, den Blaschko-Linien, die
kommenistunklar. weder mit Nerven- noch Gefäßverläufen der Haut übereinstimmen
(Abb.A-1.1b). Ihr Zustandekommen ist unklar. Die segmentale Nervenversor-
gungderHautbestimmtdieAusbreitungdesHerpeszoster(s.S.215).
A-1.1 A-1.1 MakroskopischeStrukturderHaut
a b
aVerlaufderHautspaltlinien:VieleEffloreszenzensindentlangdieserSpaltlinienaus-
gerichtet.
bVerlaufderBlaschko-Linien:VieleGenodermatosenundNaevifolgendenBlaschko-Linien.
Aus Moll, I.: Duale Reihe: Dermatologie, ISBN 3-13-126686-4 © 2005 Georg Thieme Verlag
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A 1.2 MikroskopischeStrukturundDifferenzierungderHaut
1.2 Mikroskopische Struktur und
1.2 MikroskopischeStrukturund
Differenzierung der Haut
DifferenzierungderHaut
1.2.1 Epidermis 1.2.1Epidermis
(cid:1)Definition: Die Epidermis ist ein mehrschichtiges,verhorntes Plattenepithel, (cid:2)Definition
dessenDickein AbhängigkeitvonLokalisation, Alterund Geschlecht zwischen
30und300µmvariiert.DieHaupt-ZellpopulationsinddieKeratinozyten.
ZellenderEpidermis: ZellenderEpidermis:
■ Keratinozyten ■ Keratinozyten
■ Melanozyten ■ Melanozyten
■ Langerhans-Zellen ■ Langerhans-Zellen
■ Merkel-Zellenund
■ Merkel-Zellenund
■ Lymphozyten
■ Lymphozyten
DieNicht-KeratinozytensindinwesentlichgeringererZahlvorhanden.Zusätz-
lich kommen Nervenfasern vor, jedoch keine Gefäße. Die Versorgung erfolgt
durch Diffusion aus der darunter liegenden gefäßreichen Dermis. Dermis und
Epidermis sind miteinander dreidimensional verzapft. Epidermale Reteleisten EpidermaleReteleistenragenindieDermis,
ragen in die Dermis, und bindegewebige dermale Papillen liegen dazwischen dazwischenliegendermalePapillen.
(s.S.13).
HistologischerAufbau HistologischerAufbau
ImhistologischenBildsindmehrereSchichtenzuunterscheiden(Abb.A-1.2a): HistologischistdieEpidermiseinmehr-
■ DasStratumbasaleisteineSchichtkubischerZellen,diesog.Basalzellen. schichtigesverhorntesPlattenepithel
■ DarüberbefindetsichdasvielschichtigeStratumspinosum,indemdieKera- (Abb.A-1.2a)undbestehtaus:
tinozyten größer und polygonal werden und sich in höheren Schichten zu- ■ Stratumbasale(einschichtig)
■ Stratumspinosum(vielschichtig)
nehmend abflachen. Untereinander sind die Keratinozyten durch multiple
■ Stratumgranulosum(ein-bismehr-
„stachelartige“ Interzellularbrücken, die Desmosomen, verbunden, weshalb
schichtig)
sie auch Stachelzellen heißen. Die Verbreiterung, vornehmlich des Stratum ■ Stratumcorneum.
spinosum,nenntmanAkanthose.
■ Das Stratum granulosum mit seinen Körnerzellen bildet eine bis mehrere
Schichten aus. Die Körnerzellen enthalten basophile Keratohyalingranula
und sind deutlich abgeflacht. Die Verbreiterung des Stratum granulosum
wirdalsHypergranulosebezeichnet.
■ Das Stratum corneum ist die äußerste Zellschicht, bestehend aus ganz fla-
chen,festgepackten,kernlosenHornzellen,diedichtgefülltsindmitTonofi-
lamentenund eineramorphenMatrix. Die DickedieserSchichtbeträgtzwi-
schen8–13µm.DasStratumlucidum,ausgeprägtanPalmaeundPlantae,ist
dieuntersteZelllagedieserSchicht,inderdieZellenoptischdichtererschei-
nen.
DieEpidermisisteinklassisches Proliferationsgewebe,d.h.sieunterliegteiner DieEpidermisisteinProliferationsgewebe.
dauernden Erneuerung. Die Mitosen erfolgen normalerweise nur im Stratum DieMitosenerfolgenimStratumbasale
basale(KompartimentderProliferation);wahrscheinlichteilensichnurwenige (KompartimentderProliferation).Unter
gesetzmäßigerVeränderungihrerStruktur
Stammzellen, die noch nicht exakt identifiziert sind. An Palmae und Plantae
durchwanderndieKeratinozytendiesupra-
sowieunterpathologischenBedingungenfindenZellteilungenjedochauch su-
basalenSchichtenbiszumStratumcorneum.
prabasal statt. Eine Tochterzelle bleibt jeweils basal erhalten,die sich nach ca.
DieseVorgängewerdenterminaleepider-
20 Tagen erneut teilt. Die andere Tochterzelle wird in suprabasale Schichten maleDifferenzierunggenannt.DieTurn-
entlassen(KompartimentderDifferenzierung)undwandertunterVeränderung over-ZeitderEpidermisbeträgtca.vierWo-
ihrerStruktur (Stachelzelle,Körnerzelle, Hornzelle)zur Hautoberfläche,wosie chen.
als Hornschuppeabgeschilfertwird. DiesekomplexenVorgängewerdentermi-
nale epidermale Differenzierung genannt. Die Turn-over-Zeit vom Stratum ba-
salebiszumStratumgranulosumbeträgtnormalerweiseca.zweiWochen,vom
StratumgranulosumbiszurHornschuppenochmalszweiWochen.DieRegula-
tionsmechanismen der Epidermopoese und Differenzierung sind noch weit-
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A 1 UnseredynamischeHaut
gehendunbekannt.EsistjedocheinkomplexesZusammenspielvonDermisund
Epidermis.
DieepidermalenZellpopulationenimEinzel- ImFolgendensollendieepidermalenZellpopulationenbesprochenwerden:
nen:
Keratinozyten Keratinozyten
DienormaleVerhornungistorthokerato- Die Keratinozyten, die im Laufe der terminalen Differenzierung ihre Gestalt
tisch.DiebasalenKeratinozytensindklein, wandeln (Basalzelle, Stachelzelle, Körnerzelle, Hornzelle) und schließlich im
kuboid,polarundbasalvonHemidesmoso- StratumcorneumkernloseZellfragmentewerden,sinddasParenchymderEpi-
menverankert.IhreFunktionensindZell-
dermis. Diese Art der Verhornung nennt man orthokeratotische Verhornung
teilungundVerankerungderEpidermis.
(„Orthokeratose“), im Gegensatz zur parakeratischen Verhornung („Parakera-
tose“), die unter manchen pathologischen Bedingungen auftritt (s.S.44). Die
basalen Keratinozyten mit großen Kernen und wenigZytoplasma sind kuboid,
klein, polar und basal in Hemidesmosomen verankert. Ihre Funktionen sind
ZellteilungundVerankerungderEpidermis.
KeratinesindbereitsindenBasalzellenin Das Keratin ist als wesentlicher Bestandteil des Stratum corneum schon seit
FormderTonofilamentevorhanden,diedie langem bekannt. Es entsteht nicht in den toten Zellen dieser Schicht, sondern
Keratinozytendurchziehen(Abb.A-1.2b). istbereitsindenBasalzelleninFormderTonofilamente(oderKeratinfilamente)
vorhandenundwirdimLaufederterminalenDifferenzierunglediglichbioche-
mischverändert.ImelektronenmikroskopischenBilddurchziehendieTonofila-
mente gebündeltdas Zytoplasma derKeratinozyten,ähnlich einemNetz,wes-
halbmansieauchalsZytoskelettbezeichnet(Abb.A-1.2b).
ChemischsinddieTonofilamenteaus Der Filamentdurchmesser beträgt 7–10 nm, ihre Länge einige µm. Chemisch
(Zyto)Keratin-Polypeptidenaufgebaut. bestehen die Tonofilamente aus einer Familie von eng verwandten Polypepti-
den,die(Zyto)Keratineheißen.SiewerdenindenKeratinozytenineinerspezi-
fischenKombination(beimMenschen7Polypeptide)undineinerbestimmten
Reihenfolge im Laufe der Differenzierung exprimiert. Die niedermolekularen
KeratineNr.5und14sinddietypischenindenbasalenZellen,diehöhermole-
kularenKeratineNr.1und10werdenerstimStratumspinosumsynthetisiert.
DieDesmosomensinddieinterzellulären Verankert sind die Tonofilamente an den Desmosomen, den interzellulären
Haftstellen,andenenauchdieTonofilamen- Haftplatten,diesichauseinemintrazellulärenundeinemextrazellulärenAnteil
teansetzen(Abb.A-1.3). zusammensetzen (Abb.A-1.3). An gegenüberliegenden Plasmamembran-Ab-
schnittenlagernsichintrazellulärPlaquesan,diealsVerankerungderTonofila-
mentedienen.VondortziehentransmembranöseglykoproteinreicheFilamente
in den interzellulären Raum, wo sie elektronenmikroskopisch als so genannte
Mittelschichterkennbarsind.BiochemischsinddieDesmosomengutcharakte-
A-1.2 SchematischemikroskopischeDarstellungderKeratinozytenindenHautschichten
Stratum „cornified envelope“
corneum
Tight junctions
Interzellular-
Stratum substanz
granulosum Keratohyalin-
granula
marginales
Band
Desmosom
Stratum
spinosum (Zyto)Keratinfilamente
membrane coating
granules
Stratum
basale Zellkern
Hemidesmosom
a b
aLichtmikroskopisch. bElektronenmikroskopisch.
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A 1.2 MikroskopischeStrukturundDifferenzierungderHaut
A-1.3 SchematischeDarstellungeinesDesmosoms A-1.3
Interzellular-Spalt
Tonofilamente
({Zyto}Keratinfilamente)
desmosomaler Plaque Plaque-Proteine
Interzellularsubstanzen
„Mittellinie“
Plasmamembran Transmembran-Proteine
ImPlaquesinddie(Zyto)Keratinfilamenteverankert.
risiert.MankennteineReihevonsogenanntenPlaqueproteinen(DesmoplakinI,
II; Plakophilin, Plakoglobin) und Transmembranproteine der Cadherin-Familie
(Desmogleine, Desmocolline). Zusätzlich gibt es zwischen den Keratinozyten
Adhärenzverbindungen(Zonulaadhaerentes),andenendieAktinfilamente(Mi-
krofilamente) verankern, offene (gap junctions) und im obersten Str. granulo-
sumauchdichteZellverbindungen(tightjunctions).Danebensinddieüblichen
zytoplasmatischenZellorganellen(Mitochondrien,Golgiapparat,endoplasmati-
schesRetikulum,Ribosomen,PinozytosevesikelundLipidtropfen)indenBasal-
zellenvorhanden.
DieKeratinozytenoberhalbdesStratumbasaleunterliegenderterminalenepi- ImunterenStratumspinosumbeginntdie
dermalen Differenzierung, d.h. die Teilung wird beendet, die Zellen werden terminaleepidermaleDifferenzierung.Sie
spindelförmig, verschiedene Gene werden an- bzw. abgeschaltet. Die Signale bestehtausdreiStadien.
hierfür sind noch unklar. Dieser Prozess kann eingeteilt werden in Synthese-,
Transformations-undTerminalstadium.
AmAnfangdesSynthesestadiumsderKeratinozytenimunterenStratumspino- ■ Synthesestadium
sum stehteine deutliche Zunahme des Zytoplasmavolumens und der Zahl der AusdruckdiesesSyntheseprozessesistdas
Organellen, die Ausdruck einer intensiven Synthese sind (raues endoplasmati- AuftretendertypischenepidermalenDiffe-
renzierungsprodukte:Tonofilamente,Des-
sches Retikulum, Ribosomen,Mitochondrien).JeneProteine,die fürdie kerati-
mosomenundbeiweitererDifferenzierung
nisierte Epidermis nötig sind: Zytokeratine, Filaggrin, Loricrin, Involucrin und
Keratohyalingranulau.a.
Lipide werden hier synthetisiert. Die typischen epidermalen Differenzierungs-
produkte: dichtgebündelte Tonofilamente, Desmosomen, membrane coating
granules(Keratinosomen,Odland-Körper),Keratohyalingranulaundmarginales
Bandentstehen(Abb.A-1.2b).
DieTonofilamentezusammenmitdenDesmosomenbewirkendiemechanische
WiderstandsfähigkeitderEpidermis.Diesog. membrane coating granules sind
lichtmikroskopisch nicht sichtbare lamelläre Körperchen (Durchmesser etwa
200 nm), die von einer Plasmamembran umgeben und mit Lipiden angefüllt
sind. Diese spezifischen Organellen verhornender Epithelien werden im mitt-
lerenStratumspinosumvomGolgi-Apparatsynthetisiert.
BeiweiterfortgeschrittenerDifferenzierung,imStratumgranulosum,entstehen
die basophilen Keratohyalingranula. Sie sind lichtmikroskopisch erkennbare,
amorphePartikel(Durchmesserbis einigeµm).DieKeratohyalingranula beste-
hen im Wesentlichen aus Proteinen, ein wichtiges ist das histidinreiche Filag-
grin,dasdieKeratinebündelt.
Am Ende des Synthesestadiums bildet sich zuletzt das so genannte marginale AmEndedesSynthesestadiumsbildetsich
Band,dassichderPlasmamembraninnenanlegtundwesentlichanderAbdich- dasmarginaleBand.
tungderZellenbeteiligtist.
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A 1 UnseredynamischeHaut
■ Transformationsstadium Daran schließt sich das Transformationsstadium an, d.h. die Umwandlung
HiererfolgtdieUmwandlungvitalerintote lebender intoteKeratinozyten,sog.Hornzellen,diesehrflachsind.Eingeleitet
Keratinozyten.DieHautbarriereentsteht. wirdderProzessdurchCa-IonenundEnzymfreisetzung,wodurchalleOrganel-
len lysiert werden.Die membranecoating granules (s.o.) werden in den Inter-
zellularraum ausgeschleust, wo sie die fest verhaftete fettreiche Interzellular-
substanz ergeben(Abb.A-1.2b),diewesentlichfürdieBarrierefunktionist. Zur
Hautbarriere tragen auch die dichten Zellverbindungen (tight junctions) bei,
welchehiersehrzahlreichvorkommen.AusKeratohyalingranulaentstehendie
amorphenBestandteiledes Stratum corneum. Das marginale Band wirddurch
Transglutaminasen dicht vernetzt und bildet zusammen mit der Plasmamem-
brandiesehrstabileHüllederHornzellen(cornifiedenvelope).
■ Terminalstadium NachweiterenUmbauprozessenfolgtschließlichdasTerminalstadium,d.h.aus
DasStratumcorneumbildetsichausHorn- Hornzellen bildet sich das äußere Stratum corneum, welches Filament- und
zellen. ZellhüllenrestederHornzellenundamorpheSubstanzenumfasst.
Melanozyten Melanozyten(s.auchS.534)
MelanozytenkommeninderBasalschichtder Die Melanozyten sind in der Basalschicht der Epidermis, in der äußerenWur-
EpidermisundimHaarfollikelvor zelscheideundimBulbusdesHaarfollikelslokalisiert.IhreDichteistindividuell
(Abb.A-1.4). und lokalisationsabhängig sehr stark variabel. Durchschnittlich beträgt sie
1100–1500/mm2. Vereinzelte Melanozyten kommen auch in der Dermis vor.
Lichtmikroskopisch sind diese großen hellen Zellen mit Dendriten oft nicht
sicherzuerkennen.
SieenthaltenMelanosomen,indenenMe- Sielassensichjedochelektronenmikroskopischanhanddercharakteristischen,
laninsynthetisiertundgespeichertwird.Sie pigmentierten, strukturlosen Organellen, der Melanosomen, oder deren pig-
gebendieMelanosomenauchanbenach- mentlosenVorstufen,denPrämelanosomen,identifizieren(Abb.A-1.4).IhrZell-
barteKeratinozytenab.
kern ist groß, der Golgiapparat, wie bei allen sekretorisch aktiven Zellen, gut
entwickelt.DanebensindultrastrukturellFilamenteerkennbar,diebiochemisch
als Vimentinfilamente charakterisiert wurden. Desmosomen zu benachbarten
Keratinozytensindnichtvorhanden.DieMelanozytensynthetisierenundspei-
cherndas Hautpigment, Melanin, aus Tyrosin in den Melanosomen und geben
dieseandiebenachbartenKeratinozytenab. Siesindsomitsekretorischaktive
Zellen. An diesem komplexen Transport- und Übergabeprozess der Melanoso-
mensinddieMikrotubuliwesentlichbeteiligt.
Diesog.epidermaleMelanineinheitistdie Die strukturelle und funktionelle Einheit aus einem Melanozyten und der mit
strukturelleundfunktionelleEinheitaus ihm verbundenen Keratinozyten heißt epidermale Melanineinheit. Im Mittel
einemMelanozytenunddermitihmver- versorgteinMelanozyt36Keratinozyten.
bundenenKeratinozyten.
Die Melanozyten wandern im Laufe des dritten Fetalmonats von der Neural-
MelanozytenwanderninderFetogenesevon
leisteindieHautein.
derNeuralleisteindieHautein.
Langerhans-Zellen Langerhans-Zellen
SiekommensuprabasalinderEpidermisund DieLangerhans-ZellensindebenfallsdendritischeZellen,diesuprabasal inder
inderäußerenWurzelscheidedesHaarfolli- Epidermis und in der äußeren Wurzelscheide des Haarfollikels oberhalb des
kelsvor. AnsatzesdesMusculusarrectorpililokalisiertsind.IhreDichteistsehrvariabel.
ImMittelbeträgtsie500/mm2Haut.LichtmikroskopischinHE-Färbungistihre
Darstellungsehrschwer.
TypischsindBirbeck-Granula(Abb.A-1.4). SiewerdenelektronenmikroskopischanhandihrereingekerbtenKerneundder
charakteristischenGranula,derBirbeck-Granulaidentifiziert,dietennisschläger-
artig geformtund etwa 1µm lang sind (Abb.A-1.4). Im Zytoplasma sind reich-
lichMitochondrienundwenigelockerangeordneteVimentinfilamentevorhan-
den. Mit den benachbarten Keratinozyten sind sie nicht durch Desmosomen
verbunden.In letzter Zeit wurdenAntikörperhergestellt, die eine immunfluo-
reszenzmikroskopische Darstellung der Langerhans-Zellen erlauben. Dies ge-
lingt zum Beispiel durch Antikörper gegen die Vimentinfilamente ihres Zyto-
skelettes, durch Antikörper gegen Zellmembranantigene unreiferT-Lymphozy-
ten(T-6,dieinderEpidermisnuraufdenLangerhans-Zellenvorkommen)oder
S100.
Langerhans-ZellenentstammendemKno- Langerhans-Zellen entstehen aus Zellen der myeloischen Reihe, die vom Kno-
chenmark.SiespieleneinewesentlicheRolle chenmarkunreifindieHauteinwandernundsichdorterstzuLangerhans-Zel-
beiderEntstehungvonallergischenTyp-IV- lendifferenzieren.IhrewesentlicheFunktionistT-Helferzellenzuaktivieren.Sie
Reaktionen(z.B.allergischesKontaktekzem).
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A 1.2 MikroskopischeStrukturundDifferenzierungderHaut
A-1.4 SchematischeelektronenmikroskopischeDarstellungderdendritischenepidermalenZellen
(Merkel-Zelle,Melanozyt,Langerhans-Zelle)undderKeratinozyten
Langerhans-Zelle
Melanosomen-Komplex im
Keratinozyten
Birbeck-Granula
Melanosom
Vimentinfilamente
Prämelanosom
Golgi-Apparat neurosekretorische
Granula
Vimentinfilamente (Zyto)Keratinfilamen
Basalmembran
Desmosom
Melanozyt Merkel-Zelle
spielen daher bei der Entstehung von allergischen Typ-IV-Reaktionen (z.B. al-
lergisches Kontaktekzem) bei der Antigenpräsentation an das Immunsystem
einewesentlicheRolle(s.S.129).
Merkel-Zellen Merkel-Zellen
Die Merkel-Zellen sind einzeln in der Basalschicht der Epidermis und der äu- DieMerkel-ZellenkommeninderBasal-
ßerenWurzelscheidelokalisierteZellenmitkurzenDendriten(Abb.A-1.4).Ihre schichtderEpidermisundderäußerenWur-
Dichtevariiertzwischen20und300/mm2,besonderszahlreichsindsieinden zelscheidevor(Abb.A-1.4).
FingerbeerenundZehenballen.
CharakteristischsindihrevoneinerMembranumgebenenGranulamitelektro- TypischfürdieMerkel-Zellensindneuro-
nendichtemZentrum (neurosekretorische Granula; Durchmesser100 nm). Der sekretorischeGranula.
elektronenmikroskopischeNachweisdieserGranula erlaubt die Identifizierung
dieserZellen,dielichtmikroskopisch als solche nichterkennbarsind. IhrZyto-
skelett ist locker gebündelt aus Zytokeratinfilamenten, die sich biochemisch
völlig von den Zytokeratinfilamenten der Keratinozyten unterscheiden. Viel-
mehr ähneln die Filamente denen von Drüsenepithelien. Die Merkel-Zellen
sind mit benachbarten Keratinozyten durch Desmosomen verbunden
(Abb.A-1.4).Viele sind auch miteinemNeuritensynapsenartig assoziiert. Die-
ser Merkel-Zell-Axon-Komplex könnte eine Perzeptionsfunktion haben. Beim
MenschenwirdseitlangemeinelangsamadaptierendeMechanorezeptionpos-
tuliert, wofür Beweise jedoch fehlen. Ebenso sind der Inhalt der spezifischen
GranulaundauchdieendokrineroderparakrinerFunktionenumstritten.
Embryologische Untersuchungen zeigen die Entstehung der Merkel-Zellen in- Merkel-ZellenentsteheninderEpidermis.
nerhalbderEpidermis.Merkelzell-Karzinomesindbekannt. EsgibtMerkelzell-Karzinome.
1.2.2 Dermoepidermale Junktionszone 1.2.2DermoepidermaleJunktionszone
Die Basalmembranen sind ubiquitäre extrazelluläre Matrixstrukturen, die un- DieBasalmembranenkontrollierenals
terschiedliche Gewebe trennen. Ihre Aufgaben sind vielfältig. Sie kontrollieren GrenzmembranendenAustauschvonZellen
den Austausch von Molekülen zwischen Zellen verschiedener Gewebe. Daher undMolekülen.StruktursieheAbb.A-1.5.
spielensieaucheineRollebeiWundheilungsprozessenundbeiderTumorinva-
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A 1 UnseredynamischeHaut
sion und -metastasierung. Die Basalmembran der Epidermis ist eine dünne
Lamelle (Durchmesser 30–150 nm), die aus zwei Hauptschichten, der Lamina
lucida und derLamina densa besteht(Abb.A-1.5).Verankerungsfibrillen– und
Mikrofibrillenbündel verbinden die Lamina densa mit der Dermis. Die Lamina
lucidawirdvondenVerankerungsfilamentenmit derPlasmamembran derBa-
salzellenverbunden,diemittelsHemidesmosomen(Halbdesmosomen)haften.
Beide Laminae, Fibrillen, dermale feine Kollagenfasern und Matrix zusammen
bilden die lichtmikroskopisch sichtbare Basalmembran, die der dermoepider-
malenJunktionszoneentspricht.
InderdermoepidermalenJunktionszoneer- Unter pathologischen Bedingungen findet im Bereich der Junktionszone eine
folgtdiesubepidermaleBlasenbildung. FormderBlasenbildung(subepidermaleBlase)statt.Elektronenmikroskopische
Untersuchungenzeigten,dassdieAbtrennungderEpidermisinmehrerenEbe-
nen (im Bereich der Fibrillen, zwischen oder innerhalb der Laminae, in der
oberen Dermis) erfolgen kann. In allen Fällen sind es lichtmikroskopisch sub-
epidermale Blasen. Die Unterteilung der Dermatosen mit subepidermaler Bla-
senbildungerfolgtnachderexaktenLokalisationderTrennebeneinnerhalbder
Junktionszone(s.Abb.C-10.2,S.383).
HäufigistdieBlasenbildungdurchauto- Häufig ist die Blasenbildung durch autoimmunologische Prozesse bedingt,
immunologischeProzessegegendieHaupt- wobei die biochemischen Hauptkomponenten, die bullösen Pemphigoid-Anti-
komponentenbedingt. geneAG1undAG2,Laminine,IntegrineundKollagenVIIalsAntigenewirken.
A-1.5 SchemaderdermoepidermalenJunktionszone
Zytoplasma Epidermis
der Basalzelle
Tonofilamente (Keratine)
Hemidesmosom
Plasmamembran
der Basalzellen
BPAG1, Laminin,
Lamina lucida Integrin
Verankerungs- BPAG2 (Kollagen XVII)
filamente
Lamina densa
Verankerungsfibrillen
(=anchoring fibrils)
Kollagen VII
Mikrofibrillen Dermis
1.2.3Haarfollikel 1.2.3 Haarfollikel
(cid:1)Definition (cid:1) Definition: Als Haarfollikel bezeichnet man das Haar selbst zusammen mit
seinerWurzel,TalgdrüseunddemM.arrectorpili.
DieHaarehabenbeimMenschenkeinewesentlichebiologischeFunktion,den-
nochspielensieausästhetischenGründeneinewichtigeRolle.
Entwicklung:DieHaarfollikelentwickeln Entwicklung:SchonimfrühenFetalstadiumumdie12.Schwangerschaftswoche
sichimfrühenFetalstadiumausEpidermis- sprossenEpidermiszapfenindieDermisein,anihrerSpitzeverdichtetsichdas
zapfen,dieindieDermiseinsprossen,und Mesenchym zur Haarpapille. Schließlich umhüllt der Epidermiszapfen die Pa-
ausmesenchymalenVerdichtungen,diedie
pille, die später als gefäß- und nervenführendes Organ der Ernährung dient.
dermaleHaarpapilleergeben.
BeidezusammenwerdenBulbusgenannt,dersomitepithelialeundmesenchy-
maleAnteilevereint.DasdiePapilleumgebendeEpithelistdieHaarmatrix,die
dasHaarbildet.Abetwader20.SchwangerschaftswochesindimFollikelLanu-
gohaareenthalten.
NachderGeburtentstehenkeineneuen Nach der Geburt entstehen keine neuen Follikel mehr. Die Haarfollikel durch-
Haarfollikelmehr. laufendannZyklenmitHaarwachstumund-ausfall.
Haartypen:Manunterscheidet: Haartypen:DiefetalenLanugohaarewerdennachderGeburtdurchVelushaare,
■ fetalesLanugohaar diepigmentarmundmarklossind,ersetzt.ErstnachderPubertätentstehtunter
■ Velushaar
■ Terminalhaar.
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A 1.2 MikroskopischeStrukturundDifferenzierungderHaut
hormonellemEinfluss das Terminalhaar im Bereichdes Caput, der Axillen, der
Genitalregion,andenBrauenundWimpernsowiewenigerdichtandenExtre-
mitätenundamStamm.DiesesHaaristdickerundmarkhaltig.
AufbaudesHaarfollikels.DerFollikelbestehtausdemHaarschaft,demausder AufbaudesHaarfollikels.DerFollikelbe-
Hautoberfläche herausragenden Haaranteil, der Wurzel, die in der Haut liegt, stehtaus:
sowiedenWurzelscheidenunddembindegewebigenHaarbalg(Abb.A-1.6). – Haarschaft
– Haarwurzel
ImHaarschaft,dertotes,differenziertesGewebeist,findetsichzentraldasMark
– Wurzelscheiden
(Medulla), das aus avitalen,großen,polygonalenZellenbesteht.Beikindlichen
– Haarbalg(Abb.A-1.6).
und dünnen Haaren fehlt es. Peripherschließt sich die verhornte Wurzelrinde
(Kortex) an. Ihre längsorientierten spindeligen Zellen sind in differenziertem
ZustandangefülltmitmassenhaftgebündeltenKeratinfilamenten,diesichche-
mischdeutlichvondenepidermalenZytokeratinfilamentenunterscheiden,und
mitamorpherMatrix.DanebenbeinhaltensieMelanosomen.Bedecktwirddie
Rinde vom Oberhäutchen (Kutikula), das aus flachen gewölbten Hornzellen
besteht, die eine dachziegelartige Anordnung zeigen. Die Haarwurzel, deren
untersteraufgetriebenerAnteilderBulbusist,bestehtausdermesenchymalen,
ganz an derBasis lokalisiertendermalenHaarpapille undderdamit inVerbin-
dung stehendenäußerstenbindegewebigen Hülle des Follikels, die auch Haar-
balg genannt wird (Abb.A-1.6). Epithelial sind alle übrigen Bestandteile des
Follikels.
Die sich im Bulbus um die Haarpapille herum befindlichen, kleinen, wenig DieMatrixzellendesunterenBulbus(umdie
differenzierten Matrixzellen sind das germinative Epithel, dessen Zellen sich dermaleHaarpapille)sinddasgerminative
etwa zweimal proTag teilen (deshalb Haarausfall bei Chemotherapie). Daraus Epithel,diesichca.2-mal/dieteilen.Daraus
differenzierensichderHaarschaftunddie
differenzierensichzentralderHaarschaft(s.o.)undseitlichdieinnereWurzel-
innereWurzelscheide.
scheide,diefrühverhorntundinHöhederTalgdrüsenmündungabbröckelt.
Nach außen schließt sich die aus 2–6 Schichtenplattenepithelialer Zellen be-
stehende, äußere Wurzelscheide an, die kontinuierlich in die Epidermis über-
geht und wie diese von der Basalmembran umgeben wird (Abb.A-1.6). Man
unterscheidet drei Abschnitte, den oberflächlichen Abschnitt oberhalb der
Talgdrüsenmündung (Infundibulum), der wie die Epidermis differenziert,
einen mittleren Abschnitt, der sich bis zum Bulbus erstreckt und den tiefsten
Abschnitt,derdenBulbusumschließt.ImmittlerenAbschnittistdersog.Wulst
lokalisiert, wo sich wahrscheinlich die Stammzellen des Haarfollikels für die
nachfolgenden Zyklen befinden. Die beiden letzteren Abschnitte verhornen
nichtwiedieEpidermis.
A-1.6 SchemaderEpidermis,DermisundSubkutismitHaarfollikel,ekkrinerSchweißdrüse(links)undGefäßplexus(rechts)
Talgdrüsenausführungsgang
Talgdrüsenazini
Dermispapille Infundibulum Haarschaft
Reteleiste
Epidermis
subepidermale
Kapillaren
elastische Fasern
ekkrine Schweißdrüse: subepidermaler
Akrosyringium Gefäßplexus
Ausführungsgang
Drüsenazini
M. arrector pili
Wulst
Wurzelscheiden
Arteriolen
dermale Haarpapille
und Venolen
Kollagenfasern
tiefer
Fettgewebslobuli
dermaler
Bindegewebssepten Gefäßplexus
Aus Moll, I.: Duale Reihe: Dermatologie, ISBN 3-13-126686-4 © 2005 Georg Thieme Verlag
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A 1 UnseredynamischeHaut
IndenFollikelmündeteineTalgdrüseundanmanchenLokalisationenaucheine
apokrineDrüse(Abb.A-1.7).
1.2.4DrüsenderHaut 1.2.4 Drüsen der Haut
EsgibtTalg-undapokrineDrüsen(mitdem InderHautkommendiebereitserwähnten,mitdemHaarfollikelverbundenen
Haarfollikelverbunden)undekkrine Talg- und apokrinen Drüsen vor, die im vierten Schwangerschaftsmonat als
Schweißdrüsen. AusstülpungdesHaarfollikelsentstehen.DanebensindekkrineSchweißdrüsen
ohneBeziehungzumHaarfollikelsehrzahlreich.
Talgdrüsen Talgdrüsen
SiekommenamgesamtenIntegumentvor. DieTalgdrüsensindlobuläraufgebauteDrüsenohneLumen,dieholokrinsezer-
nierenundindenHaarfollikelkanaleinmünden.Amaktivstenundgrößtensind
sie im Gesicht und am oberenThorax. Die durch Zellteilung aus den äußeren
Basalzellen entstandenen Tochterzellen wandern innerhalb von zwei Wochen
zum Talgdrüsenausführungsgang, dabei wird ihr Zytoplasma zunehmend mit
Lipoidtröpfchenausgefüllt,ihrZellvolumennimmtzu,währendihreOrganellen
SiesezernierenholokrineinGemischaus untergehen. Dies nennt man talgige Differenzierung. Anschließend platzt die
Triglyzeriden,WachsesternundSqualenin Zelle unter Freisetzung des Talges. Der Talg ist ein gelbliches, dünnflüssiges
denHaarfollikelkanal.DieverminderteTalg- Gemisch aus verschiedenen Lipiden, Triglyzeriden, Wachsestern und Squalen.
produktionwirdalsSebostase,dievermehr-
Er dient der Einfettung der Hautoberfläche und der Haare. Bei verminderter
tealsSeborrhöbezeichnet.
Talgproduktion werden Haut und Haare trocken. Dies wird als Sebostase be-
zeichnet,dievermehrteTalgproduktionheißtSeborrhö.Androgeneerhöhendie
Talgproduktion,dieErnährunghatkaumEinfluss.
DieVerteilungvonektopischenTalgdrüsen, Esgibtauchektopische(freie)Talgdrüsen,dienichtfollikelgebundensind,vor-
dienichtanHaarfollikelgebundensind,zeigt nehmlich in der Mund- und Lippenschleimhaut, am Präputium und an den
Abb.A-1.7. Labiaminora(Abb.A-1.7).
ApokrineDrüsen ApokrineDrüsen
ZurVerteilungsieheAbb.A-1.7.Dieapokri- Die apokrinen Drüsen kommenbeim Menschennur im Anogenitalbereich,am
nenDrüsengehörenzumHaarfollikel.Beim Nabel, in den Axillen sowie in der Perimamillarregion und im Gehörgang vor
Menschenbeschränktauf. (Abb.A-1.7). Es handelt sich um knäuelartig geformte Drüsen mit weitenEnd-
A-1.7 A-1.7 VerteilungderektopischenTalgdrüsenundderapokrinenDrüsen
ektopische
Talgdrüsen
apokrine
Drüsen
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