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Dirofilariosen des Menschen –
seltene Helminthozoonosen auch in Mitteleuropa
(Nematoda, Spirurida, Onchocercidae)
Herbert AUER & Horst ASPÖCK
Abstract:Human dirofilarioses – rare helminthozoonoses occurring also in Central Europe (Nematoda, Spirurida, Onchocer-
cidae). Human dirofilarioses are mainly induced by two species, Dirofilaria(Nochtiella) repensRAILLIET& HENRY, 1911, which is
the causative organism of (sub)cutaneous dirofilariosis, and Dirofilaria(D.) immitis(LEIDY, 1856), which is the causative organism
of pulmonary dirofilariosis. Both species of Dirofilariaare transmitted from natural final hosts (mainly dogs, cats or other carni-
vores) to humans by mosquitoes of the family Culicidae: Anopheles, Aedesand Culex. No infestation of Dirofilaria repensor D. im-
mitison natural hosts or humans were registered in Austria until about 2005. The first autochthonous case of D. repensinfesta-
tion on humans was observed in 2006 and on dogs in 2009. In total, 16 human cases (15 imported and 1 autochthonous case) of
(sub-)cutaneous dirofilariosis have been registered (by histological-parasitological and/or molecular-biological methods) in Aus-
tria between 1981 and 2009. In addition, three human cases of suspected D. immitisinfestations have been registered in recent
years; the suspected diagnosis was based on clinical, anamnestic and parasitological-serological data. The present paper gives a
synoptic overview of the biology, prevalence and geographic distribution of the parasites and their vectors, as well as of the clin-
ical spectrum, the diagnostic, therapeutic and prophylactic features of human dirofilariosis.
Key words:Dirofilaria repens,D. immitis, (sub)cutaneous dirofilariosis, pulmonary dirofilariosis, Diptera (Culicidae, Simuliidae),
Austria.
Inhaltsübersicht
1. Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 784
2. Dirofilaria repens und die (sub)kutane Dirofilariose . . . . . . . 784
2.1. Historisches . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 784
2.2. Biologie des Erregers und der Überträger . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 784
2.3. Häufigkeit und Verbreitung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 786
2.3.1. D. repensin den natürlichen Endwirten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 786
2.3.2. D. repens im Fehlwirt Mensch. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 786
2.3.3. Die (sub)kutane Dirofilariose in Österreich. . . . . . . . . . . . . . . . . 787
2.4. Klinik der (sub)kutanen Dirofilariose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 788
2.4.1. Organlokalisation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 788
2.4.2. Symptomatik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 788
2.5. Diagnostik. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 789
2.6. Therapie. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 790
2.7. Prophylaxe. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 790
3. Dirofilaria immitis und die pulmonale Dirofilariose. . . . . . . . 790
3.1. Historisches . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 790
3.2. Biologie des Erregers und der Überträger . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 790
3.3. Häufigkeit und Verbreitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 790
3.3.1.D. immitisin den natürlichen Endwirten. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 790
3.3.2.D. immitis im Fehlwirt Mensch. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 791
3.3.3. Die pulmonale Dirofilariose in Österreich. . . . . . . . . . . . . . . . . . 791
3.4. Klinik der pulmonalen Dirofilariose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 791
3.5. Diagnostik. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 791
3.6. Therapie und Prophylaxe. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 791
4. Dirofilaria spp. und die Rolle von Wolbachia sp. . . . . . . . . . . 791 H. ASPÖCK(Hrsg.):
Krank durch
5. Zusammenfassung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 792 Arthropoden,
6. Literatur. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 792 Denisia 30(2010):
783–794
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AmatusLUSITANUS(auch als Juan Rodrigo de BRANCO-
CASTELLObekannt) beschrieb im 16. Jahrhundert einen
Fall einer okulären Filariose bei einem 3-jährigen, aus
Südfrankreich stammenden Knaben, der Erreger dürfte
wohl D. repens gewesen sein (PAMPIGLIONE 1995; ORI-
HEL& EBERHARD1998). Dieser erste Krankheitsbericht
und auch einige spätere von Ulisse ALDROVANDI(1602)
publizierte Kasuistiken lassen vermuten, dass der heute
als subkutane Dirofilariose bezeichnete Wurmbefall zur
damaligen Zeit in Südfrankreich ein nicht ungewöhnli-
ches Ereignis darstellte (ORIHEL & EBERHARD 1998).
Der erste gut dokumentierte Krankheitsfall stammt aus
dem Jahre 1885; ADDARIOentfernte einer Frau aus Mai-
land einen Wurm („Filaria conjunctivae“) aus dem Au-
genlid (GROVE1990). Im Jahre 1911 wurde die Spezies
Filaria conjunctivaevon RAILLIET& HENRY(1911) dem
Genus Dirofilariazugeordnet. 1917 publizierte SKRJABIN
(FAUST et al. 1974) eine Kasuistik über einen Loa ex-
traocularis-Befall eines Menschen; diesen Kasus ordne-
ten SKRJABIN& SCHIKHOBALOVA(1948) jedoch 37 Jah-
re später Dirofilaria repenszu, ebenso wie einen im Jahre
1930 von SKRJABINet al. (1930) beobachteten zweiten
Fall (GROVE1990). Die erste histologische Identifikati-
Abb. 1:Entwicklungszyklus von Dirofilaria repens(links) und von D. immitis on einer D. repens-Infestation eines Menschen gelang
(rechts). Hunde und Katzen fungieren für beide Dirofilarien-Arten als PAMPIGLIONEet al. (1982); der erste D. repens-Nachweis
natürliche Endwirte (“definitive host”, Stechmücken als Zwischenwirte auf der Basis elekrophoretischer Analysen erfolgte
(“vector”). Der Mensch ist akzidenteller Endwirt (“man”), in dem sich die
durch CANCRINIet al.(1999). FAVIAet al. (1996) etab-
Würmer (“adult worms”) entweder in der Haut (D. repens) oder in der Lunge
(D. immitis) etablieren. L3: 3. Larvenstadium. Aus: VIEIRAet al. (2001). lierten als erste eine PCR zur molekularen Identifikati-
on von D. repens.
1. Einleitung
2.2. Biologie des Erregers und der
Unter dem Begriff Dirofilariosen werden jene Überträger
Wurmkrankheiten (Helminthozoonosen) zusammenge- Die Adulttiere von D. repens (=: 48-70 mm; Y: 100-
fasst, die durch Arten der Gattung Dirofilaria mit den
170 mm) leben vorwiegend im subkutanen Gewebe von
beiden Subgenera Dirofilaria und Nochtiellahervorgeru-
Hund, Katze und anderen Karnivoren (= Endwirte). Die
fen und durch Dipteren der Familien Culicidae und Si-
ovoviviparen Weibchen produzieren ca. 300-360 μm
muliidae von Tieren auf den Menschen übertragen wer-
lange, ungescheidete Mikrofilarien, die in den Blut-
den. Bis heute wurden beim Menschen insgesamt fünf
strom abgegeben werden, wo sie bis zu zwei Jahre zirku-
Dirofilaria-Arten als Erreger von im wesentlichen zwei
lieren können. Werden die Mikrofilarien von geeigne-
Krankheitsbildern beschrieben, der (sub)kutanen Diro-
ten Zwischenwirten, Stechmückenweibchen von Spe-
filariose, hervorgerufen vor allem durch Dirofilaria
zies der Gattungen Anopheles, Culex, Aedes, Culiseta,
(Nochtiella)repens, und der durch Dirofilaria (Dirofilaria)
Mansonia und Coquillettidia (CANCRINI & KRAMER
immitishervorgerufenen pulmonalen Dirofilariose (Tab.
2001) aufgenommen, wandern diese innerhalb eines Ta-
1). Diesen beiden Erregern sind die folgenden Ausfüh-
ges in die Malpighischen Gefäße ein, wo sie sich vorerst
rungen gewidmet.
in „Wurstformen“ umwandeln. Werden von einer
Stechmücke mehr als 20 Mikrofilarien aufgenommen,
2. Dirofilaria repens und die sterben die Insekten ab (CANCRINI& KRAMER2001). In
(sub)kutane Dirofilariose den Malpighischen Gefäßen häuten sich die Mikrofila-
rien zweimal und wandern schließlich als infektiöse L3-
2.1. Historisches
Larve in den Stechrüssel der Stechmücke ein. Bei einer
Die erste Dirofilarien-Infestation des Menschen Blutmahlzeit an einem Endwirt verlassen die Larven die
wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits vor 400 Stechmücken an der Spitze des Labiums und benutzen
Jahren beobachtet; der aus Portugal stammende und in den Stichkanal zum Eindringen in den Endwirt, wo sie
vielen europäischen Ländern tätige Arzt und Botaniker sich zur L4-Larve häuten. Bereits 48 Stunden post in-
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Region (= Landmassen östlich der Wallace-gion vom Himalaya bis zur Wallace-Linie); DiagnostikLiteraturquellen Meist Zufallsbefund C& C, OOMBSROMPTONbei Lungenröntgen-(1991); A& SHFORDuntersuchung;C(2003); REWEAntikörpernachweisPet al.AMPIGLIONEgrundsätzlich(1995)(in Speziallabora- torien) möglich Klinische Verdachts-C& C,OOMBSROMPTONdiagnose, Untersu-(1991); PetAMPIGLIONEchung histologischer al.(1995); PAMPIGLIONESchnitte chirurgisch & R(2000); IVASI& Centfernter Knoten; ASHFORDREWENachweis spezifischer (2003)Antikörper und spezifi-scher DNS (in Spezialla-boratorien) möglich Klinische Verdachts-O& I(1990); RIHELSBEYdiagnose, C& COOMBSROMPTONUntersuchung (1991);A& SHFORD(2003)histologischer Schnitte CREWEchirurgisch entfernter Knoten Klinische Verdachts-O& BRIHELEAVERdiagnose, Untersu-(1965); C& OOMBS, (1991); chung histologischerCROMPTON& (1995); Schnitte chirurgisch ORIELBEAVERentfernter KnotenA& CSHFORDREWE(2003) Klinische Verdachts-Bet al.(1987); EAVERdiagnose, Untersu-C& COOMBSROMPTONchung histologischer (1991); A&SHFORD(2003)Schnitte chirurgisch CREWEentfernter Knoten
Tab. 1: Übersicht über die wichtigsten Dirofilaria-Arten; ÄTH: Äthiopische Region: i.e. Afrika südlich der Sahara; AUS: Australasiatische Linie); NEA: Neoartische Region (=Nord-Amerika); NEO: Neotropische Region (= Mittel- und Südamerika); OR: Orientalische Region (= RePAL: Paläarktische Region (Afrika nördlich der Sahara, Europa, Asien nördlich des Himalaya, Japan); EW: Endwirt, ZW: Zwischenwirt. SpeziesVerbreitungHäufigkeitEndwirt/Organlokalisationder KrankheitZwischenwirtund Klinik (beim Menschen) Dirofilaria (Dirofilaria) immitisNEA; NEO; PAL Bislang sind weltweit EW: Natürliche Wirte: Pulmonale Dirofilariose: Oft ,1856) sensu Railliet & (bis Japan); AUSeinige wenige Hund und andere symptomlos; pulmonale Be-(LEIDYHenry, 1911 hundert Fälle Karnivore; akzidentellerschwerden durch granulomatöseSynonym: Dirofilaria (Dirofilaria) dokumentiertWirt: Mensch; ZW:Entzündungsherde; Husten, & L, 1949Anopheles, Culex, Aedes, Auswurf, Fieber; Komplikatio-spectansFREITASENTCuliseta, Mansonia und nen: progrediente Dilatation Coquillettidiaund Hypertrophie des Herzens, Herzinsuffizienz; selten in subkutanem Gewebe Dirofilaria (Nochtiella)repensÄTH; PAL: S-EuropaBislang sind weltweit EW: Natürliche Wirte: (Sub-)Kutane Dirofilariose: & H, 1911(v. a. Italien, Griechen-etwa 800 Fälle Hund und andere Meist Knotenbildungen im sub-RAILLIETENRYland, Spanien); OR dokumentiertKarnivore; akziden-kutanem Gewebe, gelegentlich (z. B. Sri Lanka) teller Wirt: Mensch subkonjunktival, sehr selten in ZW: Culicidae: Anopheles, der Lunge lokalisiertCulex, Aedes, Culiseta, Mansonia und Coquillettidia sp Dirofilaria (Nochtiella)striataNEA: USA (Nord-Einige wenige Natürliche Wirte: Wild-Subkutane Dirofilariose,1860Karolina); NEO: dokumentierte Fällefeliden (z. B. Rotluchs, MOLINBrasilien, VenezuelaPanther, Puma); akziden-teller Wirt: MenschZW: Anopheles quadrima-culatus Dirofilaria (Nochtiella)NEA: USA (Florida, Bis 1995 wurdenNatürlicher Wirt: Wasch-Subkutane Dirofilariose,tenuisC,1942Mississippi, Nord-etwa 50 Fälle bekanntbär; akzidenteller Wirt: gelegentlich auch in der Orbita HANDLERKarolina)Mensch. ZW: Aedes lokalisierttaeniorhynchus, Anopheles quadrimacu-latus, Psorophora sp. Dirofilaria (Nochtiella)NEA: Kanada, USABislang wurden (zumin-Bär; akzidenteller Subkutane Dirofilariose,1941dest) 10 Fälle bekannt; Wirt: MenschursiYAMAGUTIZW: Simuliumspp.
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fectionem können die Larven im subkutanen Gewe-
t
und 2009 in Österreich diagnostizierten und parasitologisch/histologisch verifizierten humanen Fälle subkutaner Dirofilariose. (n. d.: nichuchungen auf spezifische Antikörper gegen Dirofilarien-Antigene wurden in unserem Institut und/oder im Laboratorio de Parasitología,manca (Dr. F. Simon) durchgeführt. W: Weiblich; M: Männlich. pM: persönliche Mitteilung. pB: persönliche Beobachtung. Geographische AnamneseSymptomatikTherapieDirofilarien-Beobachter/BeschreiberSerologie et al. (1981)Griechenland, ItalienRechte Hüfte, rechter u. linker Tumorexzisionn. d.BARDACHOberschenkel: Knotenbildungen OstasienLinkes Oberlid: Knotenbildung Tumorexzisionn. d.Let al. (1990)AMMERHUBER (1992, pM)Griechenland, Italien, UngarnWandernde Schmerzen im Bereich Tumorexzisionn. d.STIGLBAUERdes Hinterkopfes, Knotenbildung -Pet al.Bahrein, GriechenlandKnotenbildungen an mehrerenTumorexzisionn. d.SCHULLERETROVICStellen des Thorax(1996) UngarnBeinvenenthromboseFeinnadelpunktionn. d.Bet al. (1996)ISCHOF Frankreich, PortugalRechter Hoden: Schmerzhafte Knotenbildung Epididymektomiepositiv*Aet al.(1997)UER BosnienRechte Schulter: KnotenbildungTumorexzisionnegativ*H(1997, pM)AWRANEK et al.(1999)Griechenland, ItalienRechtes Auge: ExophthalmusEndoskopischen. d.BRAUNWurmexzision aus intraorbitalem Tumor (1998; pM)Albanien, SlowenienRechte Leiste: Verhärteter Lymphknoten- positiv*HADITSCHLymphknoten (Ø 3,5 cm)entfernung Griechenland (Korfu), SpanienLinke Brust/Achsel: KnotenbildungTumorexzisionpositiv*H(1998; pM)ADITSCH Griechenland, MaltaLumbaler Hauttumor Tumorexzisionpositiv*R(1998; pM)ENNHOFER Spanien, TürkeiKnoten im Bereich der rechten BrustTumorexzisionpositiv*W(2000; pM)INKLER ÖsterreichKnoten an der rechten HandTumorexzisionpositiv*A& S(2008)UERUSANI UngarnMundschleimhaut der rechten WangeTumorexzisionpositiv*A(2008; pB)UER NamibiaKnoten linker HodenTumorexzisionnegativ*A(2009a; pB)UER (2009b; pB)Italien, Griechenland, KroatienKnoten rechte WangeTumorexzisionn. d.AUER 2dUbogdtF(N2tLI%8isR2HPlT(22EwFsssdnaeeenieiMze0eehei050ie.naauEtnI.in.nunrnlll,3 n Vr rnee 00n 0lS3nntaa ndmdG%And ädBigz .A neT.197.rrIDDkSnee.1pd amnewae)dniiNn.Re DSb))) r sa üee eor,irr.ieeaeiHdh.i.I II F Snlir ekn nnrde deireirittasnMDRoeE(rriieA2ftnr aücr ln- laensoäfe)MDrt,Eiia an n 0bl.hiter sks tM k, uierldDgliK nreul H L at0 eda sueeeöroAvneiS enItnnS g(torca7wnaeannranfnezmHe udüüvie ac ahtblnd;kua pb lliniinsn. . rzdtcheKceaHagmmrau Oer kcFele e ehdabtkunoiscauvanwrlha1ötnOecknuef tntseeeggrhflr.dpi) r9r M sth ia. oKunpaä n aeeauies p tlgtteEm9nSke 2gepcvaswemrdbesafneeSue2nin7sawitrihdar-0atondeeifrtnerindnt iE0 les;td)u ep0eurnrioiede lE 2( dsh wu 0 ru wrsnsaa7Ddnnucpu eaGcdP7(binn em7rrnirsudeh)amuaPhig n7A eton.nendt,tk)rE.trdre,s c m bAi.e-rd tp.M wwe; Nndirör ene2e Kdhde inOeZv MeaaieInünsdCPr w dia2 ing p to,lni r neneiPwIcsi n JeiHern eeeten3GoV2rentn Iakk %lazri n be Ge iIöÖ4r o 0GLnD.h Dd eucddestndr iWa(OsL Ik 2,e-d.hrudülsOeeW%Bt.l ee Wi Iir iea0ttlEsee OrrreinurtrensrNüeb.ee inlocri 0rr nc rnlriNcfiÄeom err unrE ahHif l ise3hIrvm,hrspnedcidzEcnimSFat (n et;tle lieoeihu hwat- a&DcÜrheedeceicZidenera) nPlancimrheelcrhr heoiitKeieslUtliLbinA hto nedhn ignn-te nw n D uesaeSaeRnkpIM Mse(B(e,nt .fc rt niClreirb sBSriS:üw.,nrsP.rIe-hiPtdn sr ie H ifVDeetnaIrIrpez cIeke3ria1ieGiMi gn nGaAils eEezdechavdiisDrr0nca9egifsRfe spOLS tahnore oeehres-e9ho eua. aieIIbsgkif6nRN nir Ose en5wtinneridPeleect re0etl ic n2ee;Nn snuaPGg(enarowa eib rt hwgi0e äzpt ,CEllr. t anvg ba% en .iteaiä3 iddp0 eoSr eoooleeee2aabAnnnBinu&7eeaad0r)lrnnnnnnnnll0e-s-r-r-----r-i,,....
81 ersala hr
en 19n Untd de S oseja 2.3.2.D. repens im Fehlwirt Mensch
über die zwischDie serologischeacia, Universida AlterDiagn 391978 271989 371992 451995 451995 361996 431997 611998 241998 441998 361998 372000 342006 612008 612009 432009 Ptgvàeou nndbaiAb uBlSuieicofnlaglv o riVuÜgonnebtadPee, Ar rIibiMntnlaPtialceIriGknaia L)s I iüeOhvb eaNPerbEar e teno(dpD laiwodsig iperiVma ahr oitAeoriukmlnotoeiegmm niesmtaicrnlhoeee e,nn rdU izuS nineStimudvad enlriidiecstiinheà-
ab. 2: Übersicht urchgeführt). * acultadde Farm Nr.Geschlecht 1W 2W 3M 4M 5M 6M 7W 8W 9M 10W 11M 12W 13W 14W 15M 16W JHswGacLuähhIruOredefnNei g2.En k0 &Ie0vni0o t R npdzI wuVePAbreA lSi(i MIzsiuu(Pe2ImbrG0t)fLek0aInu0On t)–gNa ra Enoelelideecnet hrz e wDaznluii.s rmco(Üh1ifnie9bldan9ere 5ri1sso)ti8 cs b8uehe5 ntdk sdueaa nsrnP bdnAMe tdMi etgePenemIn---
TdF
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a b
Uterus
c d
Abb. 2:Histologischer Schnitt durch den aus der Handfläche eines Patienten chirurgisch entfernten Hautknoten; Periodic-acid-Schiff-
(PAS-)Färbung. (Original). 2a:Übersichtsbild: Der im Querschnitt angeschnittene Wurm rechts oben im Bild: 250-320 μm; der schräg
angeschnittene Wurm unten im Bild: ca. 1100 μm. Fotografische Aufnahme bei 20facher mikroskopischer Vergrößerung. 2b:Natürliche
Länge des schräg angeschnittenen Wurms: ca. 1700 μm (vgl. Maßstab). Fotografische Aufnahme bei 40facher mikroskopischer
Vergrößerung. 2c:Durchmesser des Wurmquerschnitts: 250-320 μm (vgl. Maßstab). Fotografische Aufnahme bei 100facher
mikroskopischer Vergrößerung. 2d:Durchmesser des Wurmquerschnitts: 230-250 μm (vgl. Maßstab). Fotografische Aufnahme bei
100facher mikroskopischer Vergrößerung.
wordenen – Fälle zusammengefasst (PAMPIGLIONE& RI- 2.3.3. Die (sub)kutane
VASI 2007); es sind mittlerweile etwa 800 Fälle in 30 Dirofilariose in Österreich
Ländern beschrieben worden. Die Hauptverbreitungs- Die Geschichte der (sub)kutanen Dirofilariose in
gebiete innerhalb Europas sind Italien, Frankreich, die Österreich begann im Jahre 1981 mit der Erstbeschrei-
Ukraine und Griechenland (DELAGEet al.1995; PAMPI- bung eines Falles subkutaner Dirofilariose durch den
GLIONE et al. 1995; MURO et al. 1999; PAMPIGLIONE & Abb. 3:Histologischer
Schnitt durch den aus
RIVASI2000), – aus Mitteleuropa liegt ein Bericht über
dem Nebenhoden
das autochthone Vorkommen subkutaner Dirofilariose paariger Uterus
eines Patienten
in Ungarn (PÓNYAI et al. 2006), in der Schweiz (PE- chirurgisch entfernten
Knoten; Hämatoxylin-
TRUSCHKEet al. 2001),und Österreich (AUER& SUSA-
Eosin-Färbung.
NI2008; DUSCHERet al. 2009) vor –,in Asien sind die Durchmesser des
meisten Fälle aus Sri Lanka (DISSANAIKE et al. 1997), Wurmquerschnitts: ca.
250 μm. Fotografische
Russland (DOROFEIEV et al. 1997), Usbekistan und der
Aufnahme (Original)
Türkei bekannt (PAMIGLIONE& RIVASI2007). bei 400facher
mikroskopischer
Vergrößerung.
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Darm
paariger Uterus
Darm
paariger Uterus
Kutikula mit den für
Dirofilaria repens
typischen
Längsrillen
Muskelzellen
a b
Abb. 4a:Histologischer Schnitt durch den aus der Wangenschleimhaut eines Patienten chirurgisch entfernten Knoten; Hämatoxylin-
Eosin-Färbung (Original). Durchmesser des Wurmquerschnitts: ca. 250 μm; Dicke der Kutikula: 4-9 μm. Fotografische Aufnahme bei
200facher mikroskopischer Vergrößerung. 4b: Fotografische Aufnahme bei 400facher mikroskopischer Vergrößerung.
Dermatologen BARDACH (BARDACH et al. 1981). Bis 2.4.2. Klinische Symptomatik
Ende 2009 sind in Österreich insgesamt 15 Fälle impor-
Der Mückenstich wird von den meisten Betroffenen
tierter (sub)kutaner Dirofilariose beobachtet (AUER nicht wirklich wahrgenommen, in manchen Fällen er-
2004; Tab. 2). Im Herbst 2006 wurde schließlich der ers-
innern sich die Patienten im Retrospekt an eine jucken-
te autochthone Dirofilariose-Fall an der burgenlän-
de und/oder schmerzende Stichreaktion. Dieser Primär-
disch-ungarischen Grenze dokumentiert (AUER & SU- affekt verschwindet meist nach 5 bis 8 Tagen, nach 2-12
SANI2008). Monaten erscheint ein zunächst kleiner Knoten (oft
deutlich entfernt von der Eintrittsstelle), der über Wo-
2.4. Klinik der (sub)kutanen
chen (manchmal über Monate) langsam an Größe zu-
Dirofilariose
nimmt und einen Durchmesser von 1 bis 3 cm erreicht;
er fühlt sich hart an, weist aber elastische Konsistenz
2.4.1. Organlokalisation
auf, ist in der Regel verschiebbar und schmerzlos; häufig
Grundsätzlich ist die klinische Symptomatik der
juckt die „Beule“ und ist durch ein Erythem charakteri-
durch D. repenshervorgerufenen Dirofilariose abhängig
siert. Mitunter gehen der Knotenbildung transiente
von der genauen Lokalisation des oder der (sub)kutanen
Hautschwellungen (wie „Kalabar-Schwellungen“ bei
Knoten, man unterscheidet daher grundsätzlich zwi-
den „klassischen“ Filariosen) voraus, in anderen Fällen
schen oberflächlichen (im subkutanen oder submukö-
wiederum treten allergische Manifestationen, z. B. in
sen Gewebe, selten in der Haut, sehr selten im Muskel)
Form von urtikariellen Exanthemen, auf. Mitunter sind
und den sehr viel selteneren, inneren oder viszeralen
es aber auch „wandernde“ Schmerzen in der Haut, die
Knoten (z. B. Lunge; PAMPIGLIONE& RIVASI2007). den Patienten zum Arzt führen.
In 74 % aller bis zum Jahre 2000 dokumentierten
Ist der Parasit in den Augenlidern oder in anderen
Krankheitsfälle (PAMPIGLIONEet al. 1995, PAMPIGLIONE
Bereichen des Auges (periokulär, subkonjunktival) lo-
& RIVASI2000) Fälle befanden sich die Dirofilaria-Kno-
kalisiert, kann er mitunter mit freiem Auge (in Bewe-
ten im Bereich der oberen Körperhälfte, wobei knapp
gung) erkannt und beobachtet werden. Gerade bei Lo-
die Hälfte (48,3 %) aller Knoten auf dem Kopf lokali-
kalisationen im Augenbereich kann es zu schweren
siert waren (davon 35,3 % im Augenbereich, in den Li-
konjunktivalen Irritationen, Chemosis (Schwellung der
dern und unter den Konjunktiven). Etwa 10 % der Kno-
Bindehaut), subkonjunktivalen Abszessen, Episkleritis,
ten fanden sich an den unteren Extremitäten, in 6,5 %
Uveitis, Glaskörperläsionen, Glaukom, orbitaler Zellu-
Fälle wurde über eine (subkutane) Dirofilariose des
litis und Exophthalmus, kommen. Bei Lungenlokalisati-
männlichen Genitale (Skrotum, Penis, Epididymis, Sa-
on des Parasiten entwickeln sich in der Regel keine kli-
menstrang, Hoden) berichtet (AUERet al. 1997).
nischen Symptome, die pulmonalen Knoten werden
In einigen wenigen Fällen wurden D. repens-Wür- meist zufällig bei einer Röntgen- oder CT-Untersu-
mer auch in der Lunge, dem Omentum, dem Mesenteri- chung entdeckt. Sie erscheinen dabei als solitäre, rund
um und anderen inneren Lokalisationen gefunden. bis ovale, subpleural gelegene 1 bis 2 cm große Läsio-
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nen. In einigen (wenigen) Fällen wurde jedoch auch
über akut aufgetretene Symptome, insbesondere Kurzat-
migkeit, stechenden Schmerz, Fieber, unproduktiven
Husten und Juckreiz im Thoraxbereich, berichtet.
2.5. Diagnostik
In der klinischen Praxis werden die durch D. repens Abb. 5:Gelelektro-
bedingten Knoten in der Regel als benigne, selten als pho rese des PCR-
Produktes des im
maligne Neoplasien diagnostiziert, insbesondere dann,
Hautknoten einer
wenn sie im Brustbereich lokalisiert sind; sie wurden al- Patientin befindlichen
A B C D E F G H
lerdings auch schon als vergrößerte Talgdrüsen, Ingui- Wurmes (Original).
nal- oder epigastrische Hernien, Hydrozelen, Fremdkör- Spur A: Größen mar -
ker; Spur B-D: Negat iv kontrollen (humane Leukozyten); Spur E:
pergranulom, Maxillarsinusitis, Speicheldrüsentumor,
Positivkontrolle von Dirofilaria immitis;Spuren F und G: DNS des Wurmes aus
Neurofibrom, Chalazion oder Hautatherom fehldiag- dem Hautknoten der Patientin; Spur H: Positivkontrolle von D. repens.
nostiziert.
Die PCR zum Nachweis von Erregern in ihren Wirten
Der Serodiagnostik kommt aufgrund der Tatsache,
dass der Nachweis von subkutanen Knoten differential- PCR ist die Abkürzung für “polymerase-chain-reaction” und bedeutet Polymerase-
diagnostisch in erster Linie an Neoplasien denken lässt, Ketten-Reaktion. Die PCR ist heute die wichtigste molekularbiologische Methode,
die in vielen Bereichen der Medizin und Veterinärmedizin, der Naturwissenschaf-
besondere Bedeutung zu. Methoden des Antikörper-
ten und der Kriminalistik eingesetzt wird. Kern der PCR ist die Amplifikation (Ver-
nachweises haben während der letzten zehn Jahre deut- vielfältigung) eines kurzen, spezifischen und gut definierten DNS-Stranges (maxi-
mal 3.000 Basenpaare) eines Gens, eines Genfragmentes oder auch einer nichtko-
liche Verbesserungen (insbesondere der Spezifität) er-
dierenden Sequenz und deren Spezifizierung in einer Gelelektrophorese. In der
fahren; heute stehen nicht nur exkretorisch-sekretori- medizinischen Parasitologie können PCR-Methoden für zwei grundsätzliche Auf-
sche (z. B. Di22 von D. immitis; SUN& SUGANE1992), gabengebiete eingesetzt werden: Zum einen für die Beantwortung epidemiologi-
scher Fragestellungen (z. B. wie häufig kommt ein bestimmter Parasit in bestimm-
sondern auch rekombinant hergestellte Antigene
ten Mensch- oder Tierpopulationen vor?), zum anderen geht es darum, Patienten
(P22U, PLA22) (FRANK& GRIEVE1996) zur Verfügung; mit der klinischen Differentialdiagnose “Parasitose” labordiagnostisch abzuklären,
diese Testmethoden werden indes nur in wenigen Labo- wenn dies mit herkömmlichen Methoden (direkter Erregernachweis mittels Mikro-
skop, Färbung oder mittels Serodiagnostik) nicht möglich ist.
ratorien durchgeführt (CANCRINI et al. 1999, 2001; SI-
Im konkreten Fall geht es darum, einen Wurm, der vom Pathologen in einer Haut-
MÓNet al. 2001). biopsie eines mitteleuropäischen Patienten (ohne Tropen- oder Subtropen-Anam-
nese) nachgewiesen wird, genauer zu bestimmen. Unter anderem kommen die
Die exakte Diagnose der Dirofilariosen beruht daher
zwei Dirofilarien-Arten, Dirofilaria repensund D. immitisals Verursacher des Haut-
– nach wie vor – auf der Untersuchung und Auswertung knotens differentialdiagnostisch in Frage. Da die histologisch-morphologische Un-
histologischer Schnitte, wobei die Hämatoxylin-Eosin tersuchung der histologischen Schnitte (nach Hämatoxylin Eosin-Färbung) nicht im-
mer schlüssig ist, wird eine PCR durchgeführt. Aus dem Paraffinblöckchen des his-
(HE)-, Periodic Acid Schiff (PAS)- und Masson Gold-
tologischen Präparates wird mit einem kommerziell erhältlichen Extraktionsbe-
ner`s Trichrom-Färbung die Färbemethoden der Wahl steck “Wurm-DNS” (mit dem zu vervielfältigenden DNS-Stück) isoliert und in ein
Kunststoffröhrchen verbracht. Anschließend werden die entsprechenden “primer”
darstellen. PAMPIGLIONEet al. (1999, 2000) unterschei-
(Ziel-DNS für D. repens: 246 Basenpaare lang; Ziel-DNS für D. immitis: 378 Basen-
den bei der (sub)kutanen Dirofilariose insgesamt vier paare) zugegeben, um – nach Erhitzen der DNS auf 94-96 oC - auf den beiden Ein-
histo-pathologische Formen: Typ 1 (= häufigste Form): zelsträngen der DNS jeweils den Startpunkt der DNS-Synthese festzulegen. Außer-
dem muss die für die Replikation der DNS verantwortliche, hitzeresistente Polyme-
Abszesstyp mit zahlreichen Neutrophilen und Eosino-
rase, sowie Desoxyribonucleosidtriphosphate (d. s. die Bausteine für den von der
philen und einer geringen Zahl chronisch entzündlicher DNS-Polymerase synthetisierten DNS-Strang), Magnesiumionen und verschiedene
Zellen um den Parasiten herum. Typ 2: Der Parasit ist Puffer ins System getropft werden. Die PCR wird in einem Thermocycler durchge-
führt; diese Maschine erhitzt und kühlt zyklisch die in ihr befindlichen Reaktions-
von einem Wall von Epitheloidzellen, Histiozyten und
partner präzise auf die Temperatur, die für den jeweiligen Schritt – Trennen der
gelegentlich mehrkernigen Riesenzellen (vom Fremd- DNS-Stränge (Erhitzen auf über 94-96 °C) bzw. Anheften der primer an die Einzel-
körpertyp) umgeben. Typ 3: Der Parasit befindet sich in stränge und Anbindung der DNS-Polymerase an die Einzelstränge und Herstellung
der Komplementärstränge (Abkühlen der DNS auf 55-65 oC) - notwendig ist. Nach
einem mehr oder weniger degenerativen Zustand und ist
etwa 30 Zyklen ist die Ziel-DNS milliardenfach amplifiziert, so dass sie in einer Aga-
von Nekrosen und gelegentlichen inflammatorischen rosegel-Elektrophorese nachgewiesen werden kann. Durch Mitführen von positi-
Zellen umgeben, daran anschließend befindet sich eine ven (spezifische DNS von D. repensund D. immitis) und negativen Kontrollen (DNS
humaner Leukozyten) in der Elektrophorese können nun die Molekülgrößen der
Zone fibroblastischer Zellen. Typ 4: Dichtes inflamma-
Kontrollen mit jener der Patientenprobe verglichen werden. Im konkreten Fall be-
torisches Infiltrat mit fast ausschließlich lymphoiden finden sich die Molekülgrößen der zwei Patientenproben (Spur F und G in Abb. 5)
auf gleicher Höhe wie die positive Kontrolle von D. repens(Spur H in Abb. 5) und
Zellen.
nicht auf der Höhe der positiven Kontrolle von D. immitis(Spur E in Abb. 5) und
der Negativkontrollen (Spuren B bis D in Abb. 5). Das Ergebnis der PCR ist damit
Eine artspezifische Diagnose (Unterscheidung zwi-
eindeutig: In der Hautbiopsie des Patienten ist spezifische DNS von D. repensnach-
schen D. repens und D. immitis) ist durch äußere mor- weisbar.
phologische Gegebenheiten (maximaler Körperdurch- Mit der PCR können Erreger aber nicht nur in klinischem Untersuchungsmaterial,
messer: 102-570 μm, Dicke der Kutikula: 3,3-9 μm; Di- sondern auch in den Überträgern (z. B. Insekten, die als Vektoren fungieren) nach-
gewiesen werden.
cke der Hypodermis: 2-18 μm) möglich; so weist vor al-
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lem das Vorhandensein kutikulärer Längsreihen („ex- Vena cava inferior einer weiblichen Leiche in New Or-
ternal longitudinal cuticular ridges“) auf D. repens leans einen 12 cm langen Wurm nach, den sie als Diro-
(PAMPIGLIONE et al. 1999), das Fehlen dieser Längsrei- filaria lousianensisbeschrieben. FAUST(1957) vermutete
hen auf D. immitishin. indes, dass D. lousianensisund D. immitis– erstbeschrie-
ben von RAILLIET & HENRY im Jahre 1911 – dieselbe
Seit kurzer Zeit ist es auch möglich spezifische Diro-
Spezies darstellten. Die erste Beschreibung einer pulmo-
filaria-DNS aus bioptisch gewonnenem Material mittels
nalen Dirofilariose erfolgte im Jahre 1961 durch DAS-
PCR zu amplifizieren (VAKALISet al. 2002); damit ist ei-
HIEL(1961). Einige Jahre später fanden allerdings BEA-
ne artspezifische Diagnose, also eine Differenzierung
VER & ORIHEL (1965) durch histologische Untersu-
zwischen D. repensund D. immitismöglich. Auch in der
chungen heraus, dass bereits MOOREim Jahre 1954den
Abteilung für Medizinische Parasitologie des Instituts
Fall einer pulmonalen Dirofilariose beschrieben haben
für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin der Me-
musste, der Autor hatte allerdings das Krankheitsbild
dizinischen Universität Wien steht eine PCR für diag-
(irrtümlich) einem Ascaris lumbricoideszugeordnet.
nostische Zwecke zur Verfügung (Siehe Kasten und
Abb. 5).
3.2. Biologie des Erregers und der
Überträger
2.6. Therapie
Die Adulttiere von D. immitis (=: 120-200 mm; Y:
Die Therapie der Wahl ist die chirurgische Entfer-
250-310 mm) leben vorwiegend in der Lungenarterie
nung des/der Parasiten bzw. des/der Knoten(s). Obwohl
und dem rechten Herzen von Hund, Katze und anderen
die beiden Antihelminthika Diethylcarbamacin und
Karnivoren (= Endwirte). Als Zwischenwirte fungieren
Ivermectin in der Veterinärmedizin sehr häufig und er-
Stechmückenweibchen der Gattungen Anopheles, Cu-
folgreich in der Dirofilariose-Behandlung der Hunde
lex, Aedes, Culiseta, Mansonia und Coquillettidia (CAN-
verwendet wurden und werden, wurden sie in der Hu-
CRINI & KRAMER 2001). Bei einer Blutmahlzeit an ei-
manmedizin nur gelegentlich und nur mit wenig Effekt,
nem Endwirt verlassen die Larven die Stechmücken
eingesetzt (VANDERENDEet al. 1995). Auch andere An-
über das Labium und gelangen im Endwirt vorerst in das
tihelminthika wie Levamisol (DOROFEIEV et al. 1997),
Bindegewebe, wandern dann vom subkutanen oder sub-
Albendazol (VANDENENDEet al. 1995) sowie Thiaben-
serösen Gewebe in die Muskeln ein, wo sie sich zweimal
dazol in Kombination mit Kortison (DELAGE et al.
häuten. Diese Wanderphase dauert etwa 2-3 Monate.
1995) wurden mitunter, allerdings mit zweifelhaftem Er-
Schließlich erreichen sie die Pulmonalarterie bzw. das
folg, in der Behandlung der subkutanen Dirofilariose des
rechte Herz. Nach der Kopulation (etwa 6,5 Monate p.
Menschen eingesetzt.
i.) entlassen die Weibchen die ungescheideten Mikrofi-
larien in das zirkulierende Blut.
2.7. Prophylaxe
Effiziente präventive Maßnahmen basieren auf der 3.3. Häufigkeit und Verbreitung
regelmäßigen Behandlung der natürlichen Wirte (Hun-
3.3.1.D. immitisin den natürlichen Endwirten
de) in den Endemiegebieten (z. B. Italien) mit Iver-
mectin (MARCONINIet al. 1993). Der Mensch kann sich Die Hauptverbreitungsgebiete vonD. immitisumfas-
in den Endemiegebieten am besten durch Verwendung sen Teile von Nordamerika (Nachweis in 49 Bundesstaa-
von Repellentien (z. B. DEET, Bayrepel®) vor Mücken- ten der USA), die meisten Länder Südamerikas (Brasi-
stichen und damit vor Infektionen schützen. lien: Prävalenzen in Hunden bis > 45 %; in Argentinien
bis > 30 %), große Teile Afrikas (West- und Ostafrika,
Südafrika, Mozambique; Tansania: Prävalenzen in Hun-
3. Dirofilaria immitis
den von ca. 10 %) und Asiens (Iran: 11 %; Südkorea: 28
und die pulmonale Dirofilariose
%; Taiwan: 57 % der Hunde), den pazifischen Raum so-
wie Japan (Hunde mit Prävalenzen von bis zu 59 %, Kat-
3.1. Historisches
zen: ca. 2 %) und Australien (Hunde: 11 %) (GENCHIet
Die SpeziesD. immitisist bereits seit dem 17. Jahr- al.2007). In Europa ist D. immitisv. a. in Italien (Hun-
hundert als Erreger der „Herzwurm-Krankheit“ bekannt; de bis zu 80 %, Katzen bis 24 % in der Po-Ebene), Spa-
sie wurde von Francesco BIRAGOim Jahre 1626 als Hun- nien (z. B. Huelva, Cadiz, Teneriffa, Las Palmas), Portu-
deparasit entdeckt (GENCHI et al. 2001) und im Jahre gal, Frankreich, Griechenland und einigen osteuropäi-
1856 von LEIDYals Filaria immitisbeschrieben. 1887 be- schen Ländern heimisch. GENCHI et al. (2001, 2005,
obachtete DE MAGALHAES erstmals einen „Wurm“ im 2007) vertreten die Ansicht, dass sich D. immitisderzeit
Herzen einer männlichen Leiche (MURO & CORDERO auch auf andere Gebiete Europas ausbreitet und die pul-
2001). 30 Jahre später wiesen FAUSTet al. (1941) in der monale Dirofilariose als „emerging disease“ zu bezeich-
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nen ist. In Österreich wurden bislang ausschließlich im- schen Abklärung sein. Auch eine Bluteosinophilie sollte
portierte D. immitis-Infestationen bei Hunden beobach- – bei entsprechender Symptomatik und passender Rei-
tet (HINAIDYet al. 1987), es ist allerdings damit zu rech- seanamnese – an eine Dirofilariose denken lassen.
nen, dass die Zahl importierter Hunde mit Dirofilaria im-
Letztendlich ist es aber der parasitologisch-histologi-
mitisin Österreich (wie auch anderen Ländern Mitteleu-
sche Befund, mit dem die endgültige Diagnose „pulmo-
ropas) in den nächsten Jahren zunehmen wird (GEIGER
nale Dirofilariose“ gestellt werden kann. Das typische
& BELITZ2003; PROSLet al. 2003).
histologische Bild eines pulmonalen D. immitis-Knoten
zeigt zentral nekrotisches Lungengewebe, um dieses Zen-
3.3.2.D. immitis im Fehlwirt Mensch
trum herum findet sich eine granulomatöse Zone aus
Seit der Erstbeschreibung einer durch D. immitis
Epithelzellen, Plasmazellen, Lymphozyten und eine an
hervorgerufenen pulmonalen Dirofilariose in den USA
Eosinophilen reiche Bindegewebskapsel (in 66 % aller
durch DASHIEL (1961) wurden weltweit insgesamt 270 Fälle). Die darüber liegende Pleura ist in der Regel (in 75
Humanfälle beschrieben, wobei die USA, Brasilien, Ja-
% aller Fälle) entzündet und fibrotisch. Nicht selten sind
pan und Australien die wichtigsten Verbreitungsgebiete
die Knoten verkalkt oder weisen käsige Nekrosen auf.
darstellen (MURO & GENCHI 2001). Anfang der 90er Charcot-Leyden Kristallen konnten in 27 % der Fälle
Jahre wurden erstmals auch vereinzelt D. immitis-Infes-
nachgewiesen werden. Das angrenzende Lungengewebe
tationen des Menschen aus Südeuropa bekannt (THOR- zeigt meist eine desquamative interstitielle Pneumonie-
NIEPORTHet al. 1990; VELEZet al. 2001). ähnliche Reaktion (in 66 % der Fälle), follikuläre Bron-
chiolitis (46 % der Fälle) und Zeichen einer ungleichmä-
3.3.3. Die pulmonale Dirofilariose in Österreich
ßig organisierten Pneumonie (in 34 % der Fälle). Eine
Im Zeitraum 1997 bis 2006 wurden in Österreich fokale Vaskulitis der involvierten Arterien und Kapilla-
drei Fälle bekannt, bei denen durchwegs pulmonale ren konnte in 51 % der Fälle beobachtet werden.
Symptome bestanden, spezifische Antikörper gegen Di-
rofilarien-Antigene nachgewiesen werden konnten und 3.6. Therapie und Prophylaxe
bei denen schließlich die Auslandsaufenthalte bekann-
Siehe D. repens (Siehe 2.6 und 2.7)
te Verbreitungsgebiete von D. immitis betrafen. Mögli-
cherweise handelte es sich dabei um pulmonale Dirofi-
lariose-Fälle; sie konnten allerdings weder parasitolo- 4. Dirofilaria spp. und
gisch-histologisch noch molekularbiologisch verifiziert die Rolle von Wolbachia sp.
werden (AUER2003).
Wolbachia ist der Gattungsname für gramnegative,
3.4. Klinik der pulmonalen Dirofilariose intrazelluläre, also parasitisch lebende Bakterien, die v.
a. in Arthropoden leben. Seit dem Jahre 1975 weiß
Mehr als die Hälfte aller beim Menschen diagnosti-
man, dass Wolbachien auch in verschiedenen Filarien-
zierten D. immitis-Infestationen verlaufen klinisch un-
Spezies als Endosymbionten leben (MCLAREN et al.
auffällig. Treten Symptome auf, so sind sie unspezifisch
1975; KOZEK1977; KOZEK& FIGUEROA1977; FRANZ&
und charakterisiert durch (retrosternalen) Thorax-
BÜTTNER1983; CASIRAGHIet al. 2001; TAYLOR& HOE-
schmerz, Husten, Hämoptysen, Fieber, Kälte- und
RAUF2001; SIMONet al. 2007). Sie sind vornehmlich in
Krankheitsgefühl. Dirofilaria immitis-bedingte pulmona-
der Hypodermis, bei den weiblichen Würmern auch in
le Knoten werden in der Regel zufällig im Rahmen der
den Ovarien, Oozyten und in den sich entwickelnden
Abklärung anderer Krankheitsbilder anlässlich von
embryonalen Stadien innerhalb des Uterus lokalisiert
Röntgen-, CT- oder MRI-Untersuchungen entdeckt
und werden vertikal über das Zytoplasma der Eier auf
(MURO& GENCHI2001). die Nachkommen übertragen. Bisher ist bekannt, dass
die Wolbachien eine wichtige Funktion in der Embryo-
3.5. Diagnostik
genese und der Entwicklung der Filarien übernehmen
Differentialdiagnostisch müssen bei möglicherweise (HÖRAUF et al. 1999, 2000a, b, 2001). Die Bakterien
durch D. immitis bedingten Knoten in der Lunge ver- können unter anderem zur Feminisierung des Wirtes
schiedene andere Infektionskrankheiten (z. B. zystische führen, Parthenogenese induzieren und selektiv Männ-
Echinokokkose, Askariose, Filariose, Hakenwurm-Befall, chen töten, damit der Anteil der Weibchen, denn nur
Strongyloidose, Histoplasmose, Tuberkulose), benigne (z. durch sie werden die Bakterien auf die Nachkommen
B. benigner Lungentumor) und maligne Erkrankungen übertragen, vergrößert wird. In kürzlich publizierten
(Morbus Hodgkin, Non-Hodgkin-Lymphom, Morbus Studien wurde gezeigt, dass Wolbachien wahrscheinlich
Wegener) in Erwägung gezogen werden. Eine sorgfältig auch an der Pathogenese in der lymphatischen Filariose
erhobene (Reise-)Anamnese (Aufenthalt in Dirofilaria- und der Onchozerkose beteiligt sind (TAYLOR & HÖ-
Endemiegebieten) kann sehr hilfreich bei der diagnosti- RAUF2001).
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Auch D. immitisund D. repensbeherbergen Wolba- autochthoner Fall) registriert. Darüber hinaus wurden
chien. Auch wenn die Bedeutung der Wolbachien für während der letzten Jahre drei Fälle vermuteter pulmo-
die Dirofilarien bei weitem noch nicht völlig geklärt ist, naler Dirofilariose – die Vermutung beruhte auf entspre-
sicher ist, dass die Wolbachien für das Überleben der Fi- chenden klinischen, reiseanamnestischen und parasito-
larien essentiell sind und dass die Abwesenheit der Wol- logisch-serologischen Parametern – bekannt. Die vor-
bachien deutlich negative Effekte auf die Würmer ha- liegende Synopsis gibt einen Überblick über die Biolo-
ben: So führt eine Antibiotika-Behandlung: 1) zur Inhi- gie der Erreger und Überträger, deren Häufigkeit und
bition der larvalen Entwicklung durch Unterbindung geographische Verbreitung, das klinische Spektrum so-
des Häutungsprozesses, 2) zur Reduktion und letztend- wie die Möglichkeiten der Diagnostik, Therapie und
lich zur endgültigen Absenz von Mikrofilarien und da- Prophylaxe der Dirofilariosen.
mit zur Sterilität der weiblichen Würmer, und 3) zur
Schädigung der Makrofilarien selbst (GENCHI et al.
6. Literatur
1998; BANDIet al.1999; KRAMER2007).
ALDROVANDIU. (1602):De animalibus insectis libri septem denuo
Es hat sich auch gezeigt, dass Patienten mit histolo-
impressum. — Ferronius, Bonoiae: 1-767.
gisch verifizierter pulmonaler oder subkutaner Dirofila-
ASHFORDR.W. & W. CREWE(2003): The parasites of Homo sapiens.
riose wesentlich höhere Antikörperspiegel gegen Wohl-
2ndedn. — Taylor & Francis, London, New York: 1-142.
bachia-Antigene (insbesondere gegen das WSP-Anti-
AUER H. (2003): Cases of human dirofilariosis in Austria. —
gen) haben als Menschen, die klinisch gesund sind, aber
Helminthological Colloquium, November 14th, 2003, Vien-
in Dirofilariose-Endemiegebieten leben. Die antibioti- na: 15.
sche Behandlung von Dirofilariose-Patienten führt in
AUERH. (2004): Die Dirofilariose des Menschen – Epidemiologie
der Regel zu einem deutlichen Anstieg des Wohlbachia- und Nosologie einer gar nicht so seltenen Parasitose in
Antikörperspiegels und zu einem langsamen Absinken Österreich (Nematoda, Spirurida, Onchocercidae). — Deni-
des spezifischen Dirofilarien-Antikörperspiegels. Der sia 13: 463-471.
kombinierte Einsatz von Tests zum Nachweis spezifi- AUERH. & M. SUSANI(2008): The first autochthonous case of sub-
scher Antikörper gegen Dirofilarien- und Wohlbachien- cutaneous dirofilariosis in Austria. — Wien. Klin. Wschr.
120(Suppl. 4): 104-106.
Antigene könnte in Zukunft – bislang liegen nur einige
wenige Erfahrungswerte vor – ein geeignetes Werkzeug AUERH., WEINKAMERM., BSTEHA., DIETZEO., KUNITG., SCHNAYDERC.
für die Einschätzung des Therapieerfolges (oder -misser- & H. ASPÖCK(1997):Ein seltener Fall einer Dirofilarien-Infes-
tation des Nebenhodens. — Mitt. Österr. Ges. Tropenmed.
folges) durch die antibiotische (z. B. Doxycyclin), anti-
Parasitol. 19: 53-58.
helminthische (z. B. Ivermectin, Albendazol) oder
BANDIC., MCCALLJ.W., GENCHIC., CORONAS., VENCOL. & L. SACCHI
kombinierte antibiotische und antihelminthische Diro-
(1999): Effects of tetracycline on the filarial worms Brugia
filariose-Therapie sein (SIMÓNet al.2007). pahangi and Dirofilaria immitis and their bacterial en-
dosymbionts Wolbachia. — Int. J. Parasitol. 29: 357-364.
5. Zusammenfassung BARDACHH., HEIMBUCHERJ. & M. RAFF(1981): Subkutane Dirofila-
ria (Nochtiella) repens-Infektion beim Menschen – Erste
Die Dirofilariosen des Menschen werden im We- Fallbeschreibung in Österreich und Übersicht der Literatur.
— Wien. Klin. Wschr. 93: 123-127.
sentlichen von den Spezies Dirofilaria (Nochtiella)repens
RAILLIET& HENRY, 1911, Erreger der (sub)kutanen Di- BEAVERP.C. & T.C. ORIHEL(1965): Human infection with filariae of
animals in the United States. — Am. J. Trop. Med. Hyg. 31:
rofilariose, und Dirofilaria (D.) immitis (LEIDY 1856)
302-308.
RAILLIET& HENRY1911, Erreger der pulmonalen Diro-
filariose hervorgerufen. Beide Erreger werden durch BEAVERP.C., WOLFSONJ.S., WALDRONM.A., SWARTZM.N., EVANSG.W.
& J. ADLER(1987): Dirofilaria ursi-like parasites acquired by
Stechmücken (v. a. der Genera Anopheles, Aedes und
humans in the northern United States and Canada: report
Culex) von den natürlichen Endwirten (Hund, Katze, of two cases and brief review. — Am. J. Trop. Med. Hyg. 37:
andere Karnivore) auf den Menschen übertragen. Bis 357-362.
zur Mitte der 2000er Jahre sind in Österreich weder in BISCHOFG., SIMADERH., STEMBERGERH. & H. SATTMANN(1996): Über-
den natürlichen Wirten noch im Menschen autochtho- raschende Diagnose einer fraglichen Beinvenenthrombose
ne D. repens- oder D. immitis-Infestationen registriert durch ultraschallgezielte Feinnadelpunktion (Kasuistik). —
Helminthological Colloquium, Vienna, November 2003: 19.
worden. Im Jahre 2008 konnte jedoch die erste autoch-
thone humane D. repens-Infestation beobachtet werden BRAUNH., KOELEW., STAMMESBERGERM.D., RANNERG. & M.D. GRÖLL
(1999): Endoscopic removal of an intraorbital “tumor“: a
und vor kurzer Zeit konnte D. repens in Hunden in
vital surprise. — Am. J. Rhinol. 13: 469-472.
Ostösterreich nachgewiesen werden. Insgesamt wurden
in Österreich bislang 16 Fälle (sub)kutaner Dirofilario- CANCRINI G. & L.H. KRAMER (2001): Insect vectors of Dirofilaria
spp. — In: SIMÓNF. & C. GENCHI(eds), Heartworm infection
se (mittels parasitologischer/histologischer und/oder
in humans and animals. Ediciones Universidad de Salaman-
molekularbiologischer Methoden) (15 importierte, ein ca: 64-82.
792