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DigitaleEditionsformen
Schriften des
Instituts für Dokumentologie und Editorik
herausgegebenvon:
BernhardAssmann AlexanderCzmiel
OliverDuntze FranzFischer
ChristianeFritze UlrikeHenny
MalteRehbein PatrickSahle
TorstenSchaßan MarkusSchnöpf
PhilippSteinkrüger GeorgVogeler
Band 8
SchriftendesInstitutsfürDokumentologieundEditorik—Band8
Digitale Editionsformen
Zum Umgang mit der Überlieferung unter den
Bedingungen des Medienwandels
Teil2:
Befunde,TheorieundMethodik
von
Patrick Sahle
2013
BoD, Norderstedt
BibliografischeInformationderDeutschenNationalbibliothek:
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der
DeutschenNationalbibliografie; detailliertebibliografischeDatensindim
Internetüberhttp://dnb.d-nb.de/abrufbar.
DigitaleParallelfassungdergedrucktenPublikationzurArchivierungimKölner
Universitäts-Publikations-Server(KUPS).Stand27. Januar2013.
Diese Arbeit ist in ihren drei Teilen von der Philosophischen Fakultät der
UniversitätzuKölnalsDissertationangenommenworden.
⃝c 2013
HerstellungundVerlag: BooksonDemandGmbH,Norderstedt
ISBN:978-3-8482-5252-7
Einbandgestaltung: JohannaPuhlundPatrickSahlenacheinemReihenentwurfvon
KatharinaWeber
Satz: StefanieMayer,BernhardAssmann,PatrickSahleundLATEX
InhaltsübersichtzumGesamtwerkinseinendreiBänden
SchriftendesIDE,Band7: DastypografischeErbe
Vorbemerkungen
Einleitung
Geschichte,Methoden,BegriffeundMediengebundenheitdertraditionellenEdition
1. VomkopiertenTextzurphilologischenEdition
2. DieEditionstechnikderGeschichtswissenschaft
3. DieentwickelteEditionswissenschaftindenPhilologien
4. GegenstandundMethodederEditionamEndederGutenberg-Ära
5. ZurhistorischenundtechnischenRelativitätderEditionstechniken
6. ZusammenfassungvonTeil1
SchriftendesIDE,Band8: Befunde,TheorieundMethodik
Entwicklung,BedingungenundTheoriederdigitalenEdition
1. BeobachtungenausderFrühphasedigitalerEditionsformen
2. ZurDefinitionundBegriffsbildung„DigitaleEdition“
3. AusgewählteAspektederEditionimMedienwandel
4. ZusammenfassungvonTeil2
SchriftendesIDE,Band9: TextbegriffeundRecodierung
DieEditionundihrText: Textbegriff,ElektronischerText,Transkription
1. TextverständnisundTextbegriff
2. DigitaleRepräsentationvonTextendurchMarkupLanguages
3. DokumentundTranskription
4. TextverständnisundAuszeichnungspraxisbeiderTEI
5. ZusammenfassungvonTeil3
Bibliografie
VorbemerkungenzurBibliografie
1. Editionstheorie
2. EditorischePraxis
3. Technologien,MedienundTextualität
Schlusswort
Inhaltsverzeichnis
Entwicklung,BedingungenundTheoriederdigitalenEdition . . . . . . . . . . 1
1 BeobachtungenausderFrühphasedigitalerEditionsformen . . . . . . . . 1
1.1 Ausgangspunkte,Grundlagen,Methodik . . . . . . . . . . . . . . . . 1
1.2 DieEvolutiontechnischer(=methodischer)Paradigmen . . . . . . . . 2
DerComputeralsWerkzeug . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
EditionenalsDatenbanken . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
DieCD-ROMalsNachfolgerdesBuches? . . . . . . . . . . . . . . . . 25
EditionalsHypertext . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41
DasInternet/WWWalsPublikationsplattform . . . . . . . . . . . . . 52
Hybrideditionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61
DasMarkup-Paradigma:SGMLundXML . . . . . . . . . . . . . . . . 70
1.3 TrägerundAkteure . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 76
EditionenalsProjektarbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 76
DieinstitutionalisierteEdition . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 84
DieVerlage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 89
DieBibliotheken,ArchiveundMuseen . . . . . . . . . . . . . . . . . 96
1.4 Verallgemeinerung:WiekommtdasNeueindieWelt?. . . . . . . . . 100
ParalleleEntwicklungsstränge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 100
ZurDurchsetzungundEtablierungderdigitalenEdition . . . . . . . . 109
2 ZurDefinitionundBegriffsbildung„DigitaleEdition“ . . . . . . . . . . . . 125
2.1 EinigeRahmenbedingungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 127
2.2 EineverallgemeinerteDefinitionderEdition . . . . . . . . . . . . . . 137
2.3 Begriffsbildungund-abgrenzungDigitaleEdition . . . . . . . . . . . 148
3 AusgewählteAspektederEditionimMedienwandel . . . . . . . . . . . . 157
3.1 InhaltundForm:MedienwandelalsTransmedialisierung . . . . . . . 157
3.2 GegenständeundInhaltederEdition . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 166
3.3 KomplexitätundAdäquanzderdigitalenEdition . . . . . . . . . . . . 189
3.4 Qualität,Standards,Zitierfähigkeit,Autorität . . . . . . . . . . . . . . 200
3.5 AbgeschlossenheitundOffenheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 218
3.6 Organisations-undArbeitsformen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 227
3.7 PublikationundPublikationsformen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 242
3.8 RezeptionundNutzungvonEditionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 259
3.9 Technik–Methoden–Inhalte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 272
4 ZusammenfassungvonTeil2. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 281
Entwicklung, Bedingungen und Theorie der digitalen
Edition
1 BeobachtungenausderFrühphasedigitalerEditionsformen
1.1 Ausgangspunkte,Grundlagen,Methodik
Gegenstand der Untersuchung sind im Folgenden die digitalen Editionen, wie
sie sich bis ca. 2008 entwickelt haben. Eine genauere Definition, was eigentlich
digitaleEditionensind,wirdinTeil2,Kapitel2.2vorgestelltunddiskutiert.Diese
engere Begriffsbestimmung ist eher ein Teilergebnis der Untersuchung als ihr
Ausgangspunkt.DenRahmenfürdieBetrachtungderEntwicklungbildetamAnfang
eine weiche Vorstellung vom Gegenstand: Für die „Editionen“ wird zunächst der
traditionelleBegriffdertypografischenKulturverwendet.„Digital“umfasstzunächst
den gesamten Bereich der Anwendung von Computern, sei es als Werkzeug, als
MediumoderalsstrukturellesParadigma.DieseweiteVorstellungwirddurchdie
spätereDefinitionsdiskussiondannstarkeingeschränktwerden.
MeineeigeneBeobachtungdesEntwicklungsbereichesdigitalerEditionsformen
begann spätestens 1994, als ich (damals noch im Rahmen meines Studiums der
GeschichteanderUniversitätzuKöln)anfing,nachcomputergestütztenVerfahren
zurErschließung,EditionundPräsentationvonhistorischenQuellenzusuchen.Seit
dieser Zeit verfolge ich die Entwicklungen auf diesem Gebiet, sammle Hinweise
aufdigitaleEditionen,entwickleKonzepteundPrototypen,rezipieredieLiteratur,
verfolge die einschlägigen Tagungen und nehme mehr oder weniger aktiv an der
laufendenDiskussionteil.MeineSichtungenhabeichbereitsaufeinerReihevon
Webseitensystematisiertundveröffentlicht.ErsteVersionenstammenausdenJahren
1997und1998.Diesewurden2000zueinerSektion„(digitale)Editionstechnik“alsTeil
derVirtualLibraryGeschichteausgebaut.GrundlagederfolgendenBeschreibungen
istgrundsätzlichaberaucheineneueListeausdemJahr2008,dieimWWWandie
Stellederaltengetretenistunddeshalbals„Version3.0“geführtwird.Dabeihandelt
essichbeidenbeidenSeitennichtumeinekontinuierlicheWeiterentwicklungund
Aktualisierung,sondernumzweisehrverschiedeneListen.DieFassungvon2000
zielte noch auf das gesamte Feld der Entwicklung, gruppierte digitale Editionen
nach verschiedenen Paradigmen und verwies auch auf experimentelle Projekte
undPrototypen,aufTexte,InstitutionenundTagungen.Dagegenhandelteessich
bei der Version von 2008 um eine sture alphabetische Auflistung der tatsächlich
nachweisbarendigitalenEditionen.AufdieserListenichtverzeichnetwarenAnkündi-
gungen,Prototypen,experimentelleAusgaben,infrühemStadiumabgebrocheneoder
2 1 BeobachtungenausderFrühphasedigitalerEditionsformen
versandeteProjekte,retrodigitalisierteDruckeditionen,„flankierende“Webseitenzur
ErarbeitungvonschließlichzudruckendenAusgaben,eherdidaktischausgerichtete
Ressourcen,Korpusprojekteundvielesmehr.
Die folgenden Beobachtungen betreffen verschiedene Beobachtungsräume: sie
beziehensichaufdasweiteFeldderEntwicklungenundtheoretischenÄußerungen,
wieessichdurcheinsehrweichesVerständnisdigitalerEditionsformenals„jede
editorischeodereditionstheoretischeAktivitätunterBerücksichtigungcomputerge-
stützterMöglichkeiten“ergibt;siebeziehensichteilweise–nämlichspätestensdann,
wennquantifizierendeAussagengemachtwerden–aberauchaufeineherenges
VerständnisdigitalerEditionsformen,wieessichinVersion3.0derobengenannten
Virtual-Library-Sektionniederschlägt.
1.2 DieEvolutiontechnischer(=methodischer)Paradigmen
IchführehierdasmethodischeProgrammausTeil1fort.DabeifolgtdieBeschreibung
derunterschiedlichenParadigmenscheinbarwiedereinerchronologischenOrdnung.
ErstesBeobachtungskriteriumsindabernichtdieinhaltlichenKonzeptionen,sondern
die technischen Rahmenbedingungen. Die Entwicklung digitaler Editionsformen
kannaufdenerstenBlickalsProzessderAdaptionneuertechnischerMöglichkeiten
aufgefasstwerden.DieserProzesslässtsichalseine(Ab-)FolgetechnischerParadig-
menbeschreiben.DerengeZusammenhangzwischentechnischenBedingungenund
methodischenundinhaltlichenKonzeptenwareinesderwesentlichenErgebnisse
vonTeil1.DieserZusammenhangistauchhierweiterzubeleuchtenundesistzu
zeigen,wieauchdigitaleMedienunmittelbarzuverändertenMethodenundInhalten
führen.
DerComputeralsWerkzeug
Infact,whereverprecisionisrequiredmanflies
tothemachineatonce,asfarpreferabletohimself.1
SamuelButler(1872)
InHismercy,around1955,Godledmentoinventmagnetictapes.2
RobertoA.Busa
Automaten.DieEditionwarvonihremSelbstverständnisherimmerschoneinregelge-
leiteterProzess.DieVerwendungvon„Maschinen“oder„Automaten“zurUnterstüt-
zungderverschiedenenEditionsarbeitenlagdaherschonvordemAufkommendes
Computersnahe.ZudenfrühenWerkzeugengehörtenz.B.„Kollationsmaschinen“;
1 Z.B.inSamuelButler,Erewhon–Or.OvertheRange,NewYork1910,S.244f.
2 RobertoA.Busa,Foreword:PerspectivesontheDigitalHumanities,in:ACompaniontoDigital
Humanities,hg.vonSusanSchreibman,RaySiemensundJohnUnsworth,Oxford2004,S.xvii.
Description:Bornstein und Ralph G. Williams, Ann Arbor (MI) 1993, S. 257-270. Für den „Anastasia“, das TEI-Dokumente verwaltet und publiziert. Dieses