Table Of ContentKare Berge
Die Zeit des Jahwisten
Ein Beitrag zur Datierung
jahwistischer Vätertexte
w
DE
G_
Walter de Gruyter • Berlin • New York
1990
Beiheft zur Zeitschrift für die alttestamentliche Wissenschaft
Herausgegeben von Otto Kaiser
186
Gedruckt auf säurefreiem Papier
(alterungsbeständig — pH 7, neutral)
CIP-Titelaufnahme der Deutschen Bibliothek
Berge, Käre:
Die Zeit des Jahwisten : ein Beitrag zur Datierung jahwistischer
Vätertexte / Käre Berge. — Berlin ; New York : de Gruyter, 1990
(Beiheft zur Zeitschrift für die alttestamentliche Wissenschaft ;
186) Zugl.: Oslo, Univ., Diss., 1985
ISBN 3-11-011892-0
NE: Zeitschrift für die alttestamentliche Wissenschaft / Beiheft
ISSN: 0934-2575
© Copyright 1990 by Walter de Gruyter & Co., Berlin 30.
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Satz und Druck: Arthur Collignon GmbH, Berlin 30
Buchbinderische Verarbeitung: Lüderitz & Bauer, Berlin 61
Vorwort
Die norwegische Fassung der vorliegenden Arbeit wurde im Herbst-
semester 1985 als Doktorarbeit von der Theologischen Fakultät der Uni-
versität Oslo angenommen. Für den Druck wurde sie leicht überarbeitet.
Mein Interesse für das Datierungsproblem des Pentateuchs wurde
durch die Bücher von H. H. Schmid (1976), R. Rendtorff (1977) und J.
van Seters (1975) erweckt, als ich Vikar und zugleich auch Studienassistent
für Professor Dr. Anders J. Bjorndalen war. Im Studienjahr 1979 — 80 war
ich Stipendiat der Theologischen Gemeindefakultät Oslo. Während dieses
Jahres wurde das Thema der Arbeit präzisiert und entfaltet. Die Unter-
suchung wurde in den Jahren 1982—1984 durchgeführt, als ich Stipendiat
beim Norwegischen Allgemeinwissenschaftlichen Forschungsrat war.
Mein besonderer Dank gilt Herrn Professor Dr. Anders Jorgen
Bjorndalen (j-1989), dessen Einführung in die literarkritische Methodik
die Grundlage meiner Arbeit zur Datierungsfrage des Jahwisten gewesen
ist. Er hat meine Arbeit durch zahllose, konstruktive Gespräche begleitet
und zugleich Teile des unfertigen Manuskripts kritisch gelesen. Letztlich
war er auch Erstopponent bei der Disputation. — In diesem Zusammen-
hang danke ich auch Herrn Professor Dr. Magnus Ottosson, der Zweit-
opponent bei der Disputation war. Seine Forschungsseminare trugen wäh-
rend meiner Arbeit zur Ausweitung meines allgemeinen alttestamentlichen
Horizontes bei.
Des weiteren danke ich Herrn Professor Dr. Arvid S. Kapelrud. Er
hat wichtige Gesichtspunkte zur Präzisierung des Themas angeführt. —
Ebenso gilt mein Dank Herrn Professor Dr. Walter Groß, dessen Vor-
lesungen über die hebräische Syntax von Bedeutung in meinen literarkri-
tischen Studien waren. Teile meiner Arbeit wurden auch in seinen Dok-
torandenseminaren vorgelegt. Ich danke den Teilnehmern und besonders
Dr. Hermann-Josef Stipp für anregende Diskussionen. — Die Thematik
meiner Arbeit habe ich auch mit den Herren Professoren Dr. Hans Heinrich
Schmid und Dr. Odil Hannes Steck diskutiert, deren kritische Anfragen
zu nützlichen Überlegungen geführt haben. Beiden ist zu danken. — Mit
Herrn Professor Dr. Josef Scharbert habe ich die Thematik des Segens
diskutiert, ihm sei hierfür gedankt. Zudem ist Herrn Professor Dr. Magne
Saebo zu danken, in dessen Doktorandenseminar ein Thema meiner Arbeit
besprochen wurde.
Schließlich danke ich Herrn Professor Dr. Otto Kaiser für die Auf-
nahme der Arbeit in die Reihe der „Beihefte zur Zeitschrift für die
VI Vorwort
alttestamentliche Wissenschaft", Frau cand. theol. Karin Kvideland für die
Übersetzung des Manuskripts und den Theologiestudenten Ines Weiland-
Weiser und Gernot Weiser, die Korrektur gelesen und zugleich auch
stilistische Verbesserungen durchgeführt haben. Dem Norwegischen All-
gemeinwissenschaftlichen Forschungsrat danke ich für die Gewährung
eines bedeutenden Zuschusses für die sprachliche Bearbeitung und zu den
Druckkosten. Den Kollegen der Norwegischen Lehrerakademie für Reli-
gion und Pädagogik danke ich für ihre gute Kollegengemeinschaft.
Das Buch ist dem Andenken an Anders Jorgen Bjorndalen gewidmet.
Bergen, im November 1989 Kare Berge
Inhaltsverzeichnis
I. Die Aufgabe 1
I.1. Forschungslage, Problemstellung und Textauswahl 1
a) Forschungsgeschichtlicher Ausgangspunkt 1
b) Problemstellung 8
c) Textauswahl 9
II. Genesis 12,1-9 11
II. 1. Literarkritische Analyse von Gen 12,1—9 11
a) Die Forschungslage 11
b) Literarkritische Analyse 15
11.2. Die Frage nach dem literarischen Horizont von Gen 12,1 —9* 31
a) Zur Auffassung E. Blums von der Schichtenzugehörigkeit von 12,1—9* 31
b) Ist Gen 12,7 deuteronomistischen Ursprungs? . . .. 38
c) Gen 15: Zur Frage nach der Zugehörigkeit zum Jahwisten . . . . 40
d) Ergebnis 43
11.3. Datierungsrelevante Inhaltselemente in Gen 12,1—3 . . .. 44
a) Zur Forschungsgeschichte 44
b) Wie beschreibt V. 2—3 den Segensempfang der Geschlechter? . . . 48
a) Die staatspolitische Perspektive in V. 1—3 52
ß) Eine universalistische Perspektive in V. 3? 62
d) Datierungsmäßige Implikationen 72
III. Genesis 26 und „Die Ahnfrau-Erzählungen" 77
111.1. Gen 26,1—5: Zur Schichtensonderung und Datierung . .. 77
a) Sind Teile von V. 1 a sekundär? 77
b) Schichtenscheidung in V. 2—3 78
c) Zur Datierung von V. 3 b 84
d) Zusammenfassung 92
111.2. Das chronologische Verhältnis der Verheißungen in Gen 12
zu denen in Gen 26. Das Verhältnis der drei „Ahnfrau-
Erzählungen" zueinander 93
a) Problemstellung und forschungsgeschichtliche Voraussetzungen . .. 93
b) Das Verhältnis von Kap. 26 zu Kap. 20 96
c) Der Aufbau von 26,6-11: Ein Vergleich mit 12,10-20 und 20,1 ff. . . 99
d) Ein ursprünglich selbständiger Textbestand in Kap. 26,6—11? . . .. 103
e) Das Verhältnis der Erzählungen zueinander. Ergebnis . . 105
VIII Inhaltsverzeichnis
f) Gehören 12,1-9 und 12,10-20 derselben jahwistischen Schicht an? . . 107
g) Ergebnis 114
III.3. Literarkritische Fragen in Gen 26,12 ff. 114
a) Schichtenzugehörigkeit von V. 12 ff. 114
b) V. 24 — literarisch sekundär? 116
IV. Genesis 27,27 b-29 und Kontext 119
IV. 1. Schichtenscheidung und literarischer Horizont 119
a) Literarkritische Überlegungen 119
b) Gen 27,27b-29 und die dtn.-dtr. Verfasserschaft 128
IV.2. Formgeschichtliche Gesichtspunkte 130
a) Forschungsstand und Problemstellung 130
b) Die Frage der Stammesspruchtradition in 27,27 b—29 und ihre Verwen-
dung bei J 133
IV. 3. Datierungsmäßige Folgerungen 143
V. Genesis 28,10-22 und der Kontext 147
V.l. Literarkritische Analyse von Gen 28,10 - 22 147
a) Forschungslage und Problemstellung . . .. . 147
b) Literarkritische Analyse 150
c) Das Verhältnis zwischen den beiden Schichten . . . 169
V.2. Zur Frage nach dem literarischen Horizont der Gottesrede in
Gen 28,13-15 170
a) Problemstellung 170
b) Gen 13,14—17: Ein nachjahwistischer Text? 171
c) Die Frage nach dem weiteren J-Bestand der Jakobsgeschichte . . .. 175
V.3. Das Verhältnis von Kap. 39 zum Textbestand des Jahwisten
in Kap. 12 und Kap. 28 ff. 183
a) Problemstellung 183
b) Das literarkritische Verhältnis zwischen Kap. 39 und seinem Kontext . 185
c) Das Verhältnis von Kap. 39 zu Kap. 30 191
VI. „Die Beistandsformel" 195
VI.l. Forschungsgeschichtlicher Ausgangspunkt. Problemstellung 195
a) Die Forschungssituation 195
b) Problemstellung 203
VI.2. Der Gebrauch der Beistandsformel in jahwistischen und nicht-
jahwistischen Texten der Vätergeschichte 203
a) Der Gebrauch der Beistandsformel in Gen 26 203
b) Der Gebrauch der Beistandsformel in Gen 28 ff. 208
c) Andere Gen-Texte mit der Beistandsformel 212
d) Ergebnis und Beurteilung 214
Inhaltsverzeichnis IX
VI.3. Die Beistandsformel — ein alter Ausdruck nomadischen Füh-
rungsglaubens? 216
a) Außerbiblische Beistandsaussagen auf Wanderungen 216
b) „Divine Presence and Guidance" (T. W. Mann) 278
c) Der Beistand im „Wanderungszusammenhang" anderer AT-Texte . . . 223
VI.4. Datierungsmäßige Implikationen 226
VII. „Segen für die Völker — Ein Datierungskriterium für J? . . 229
VII. 1. Das Thema „Segen für die Völker" in der Vätergeschichte 229
a) Problemstellung 229
b) Untersuchung der Texte 231
Exkurs: Zum Sinngehalt im Kap. 39 242
c) Schlußfolgerung 243
VII.2. Das Verhältnis zwischen Gen 12,3 b; 28,14 b und der späten
Literatur. Eine Diskussion mit Schmid und van Seters . . . 244
a) Zu Schmids Argumentation 245
b) Van Seters' Argumentation, Kommentar und Textstudium 248
c) Gen 28,15; 12,1 und Deuterojesajas Verheißung einer Rückkehr . . . 254
d) „Demokratisierte Königsideologie" in Gen 12,3 b 259
e) Ergebnis 270
VIII. „Die Segensverheißung" 273
VIII. 1. Die Formgeschichte der Segensverheißung — Bedeutung für
die Datierung von Gen 12,1 —3? 273
a) Problemstellung und Forschungssituation 273
b) Die Baruk-Formel und verbale Segensaussagen 277
c) Die Struktur Befehl — Segensverheißung 279
d) Futurische Inhaltselemente der Segensaussagen 281
e) Ergebnis 285
VIII.2. „Segen" in der dtn.-dtr. Literatur: Eine Voraussetzung der
Verheißungen in der Genesis? 286
a) Problemstellung 286
b) Der Segen im Dtn 287
c) Das Verhältnis zwischen dem Dtn und den Väterverheißungen . . .. 300
d) Die Verheißungen eines „großen Volkes" in der Gen und im Dtn . . . 306
e) Beurteilung 308
IX. Ergebnis 311
Literaturverzeichnis 315
Bibelstellenregister 327
Abkürzungsverzeichnis
Die Abkürzungen sind zur Hauptsache aus dem Abkürzungsverzeichnis der Theologische
Realenyyklopädie, Internationales Abkiir\ungsver%eicbnis für Theologie und Grenzgebiete, zusammen-
gestellt von G. Schwertner. Berlin 1976, entnommen. Für allgmeine Abkürzungen wird dem
Duden gefolgt. Außerdem werden folgende Abkürzungen benutzt:
ANET = Ancient Near Eastern Texts Related to the Old Testament ed. by J. B. Pritchard.
2nd ed. Princeton 1955.
Ges.-Buhl = W. Gesenius, Hebräisches und aramäisches Handwörterbuch über das Alte Testament
(bearb. v. F. Buhl). 17. Aufl. 1915, Neudr. Berlin 1962.
HAL = C. Baumgartner / B. Hartmann / E. Y. Kutscher, Hebräisches und aramäisches
Lexikon \um Alten Testament. Leiden 1967 ff.
KAI = H. Donner / W. Röllig, Kanaanäische und aramäische Inschriften. 2. Aufl. Wies-
baden 1966-69.
KTU — Die keilalphabetischen Texte aus Ugarit. Einschließlich der keilalphabetischen Texte
außerhalb Ugarits. Teil 1 Transkription, von M. Dietrich — O. Loretz —
J. Sanmartin. AD AT 24/1. Neukirchen-Vluyn 1976
THAT = Theologisches Handwörterbuch zum Alten Testament. Zwei Bände. Hg. v. E. Jenni
unter Mitarbeit von C. Westermann. München 1971 (Bd. I) und 1976 (Bd. II).
ThWAT = Theologisches Wörterbuch zj"» Alten Testament. Bd. I-IV (Lfg. 3/4). Hg. v. C.
J. Botterweck und H. Ringgren. Stuttgart 1973 ff.
ÜP = M. Noth, Überlieferungsgeschichte des Pentateuch.
DPron = Demonstrativpronomen
Dtr. = Der Deuteronomist
Imp = Imperativ
KF = Kurzform
Koh = Kohortativ
LF — Langform
NS = Nominalsatz
PK = Präfixkonjugation
Pron Suff = Pronominalsuffix
Pt = Pentateuch
PV = Präpositionsverbindung
RS = Relativsatz
SK = Suffixkonjugation
VS = Verbalsatz