Table Of ContentMÜNCHNER VERÖFFENTLICHUNGEN
ZUR MUSIKGESCHICHTE
Begründet 1959 von Thrasybulos G. Georgiades
Herausgegeben seit 1977 von Theodor Göllner
Band 32
Ivana Peinar
Die mehrstimmigen Lieder
Oswalds von Wolkenstein
Textband
V E R L E G T BEI HANS S C H N E I D E R • T U T Z I N G
IVANA PELNAR
DIE MEHRSTIMMIGEN LIEDER
OSWALDS VON WOLKENSTEIN
Textband
VERLEGT BEI HANS SCHNEID ER • T UT Z IN G
1982
ISBN 3 7952 0353 8
© 1982 by Hans Schneider D 8132 Tutzing
Alle Rechte Vorbehalten, insbesondere die des Nachdrucks und der Übersetzung. Ohne schriftliche Genehmi-
gung des Verlages ist es auch nicht gestattet, dieses urheberrechtlich geschützte Werk oder Teile daraus in einem
photomechanischen oder sonstigen Reproduktionsverfahren zu vervielfältigen und zu verarbeiten.
Gesamtherstellung: Druck + Verlag Ernst Vögel GmbH, 8000 München 82 und 849] Stamsried
To my mother and father
for their encouragement and support
VORWORT
Diese Untersuchung der mehrstimmigen Lieder Oswalds von Wolken-
stein ist eine etwas erweiterte Fassung der Inaugural-Dissertation, mit der
die Verfasserin im Juni 1977 an der Ludwig-Maximilian-Universität Mün-
chen den Doktorgrad erwarb. Die begleitende Edition der Lieder ist vor
kurzem als Band 2 der „Münchner Editionen zur Musikgeschichte“ erschie-
nen (Hans Schneider Verlag, Tutzing 1981).
Seit dem Jahr 1977, das zu Oswalds 600-Jahrfeier eine Anzahl neuer
Untersuchungen brachte, ist das Interesse an Oswald von Wolkenstein und
damit die wissenschaftliche sowie populäre Literatur über Oswald spekta-
kulär gewachsen. Einige wichtige Ergebnisse — wie die neuen Forschungen
des Oswald-Biographen Anton Schwöb zur Entstehung der Wiener Hand-
schrift A — konnten leider in dieser Arbeit nicht mehr berücksichtigt wer-
den.
Nach Schwöb ist der Grundstock dieser Handschrift schon 1422 als Reak-
tion auf Oswalds Gefangenschaft und als eine Art „lyrischer Fehdeschrift“
innerhalb einer relativ kurzen Zeit in der Schreibstube der Starkenberger
in Wien, also nicht im Kloster Neustift, entstanden (vgl. A. Schwöb, Histo-
rische Realität und literarische Umsetzung. Beobachtungen zur Stilisierung
der Gefangenschaft in den Liedern Oswalds von Wolkenstein. Innsbrucker
Beiträge zur Kulturwissenschaft, Germanistische Reihe Band 9. Innsbruck
1979, bes. S. 235 ff). Dieser Befund widerspricht jedoch nicht meiner Kenn-
zeichnung der Handschrift A als einer gegenüber der Innsbrucker Wolken-
stein-Handschrift spontaner und persönlicher konzipierten Quelle.
In diesen wenigen Zeilen ist es kaum möglich, alle meine Lehrer und Kol-
legen zu nennen, die in Vorlesungen, Seminaren und Gesprächen meine
Arbeit beeinflußt haben. In Dankbarkeit hebe ich die Anregung und die
Unterstützung meines Doktorvaters Prof. Dr. Theodor Göllner, ebenso
diejenige von Herrn Dr. Christoph Petzsch hervor. Auch gedenke ich in
Verehrung meines großen Lehrers Prof. Dr. Hugo Kuhn (f). Frau Dr. Petra
Bockholdt gebührt mein besonderer Dank für ihren unermüdlichen Bei-
stand und die Klärung mancher Geheimnisse der deutschen Sprache. Für
hilfreiche Hinweise danke ich auch den Herren Prof. Dr. Rudolf Bock-
holdt, Prof. Dr. Franz Viktor Spechtler und Dr. Hans-Dieter Mück.
Finanzielle Förderung durch den Bayerischen Staat, die Universität Mün-
chen, den Deutschen Akademikerinnenbund und die International Federa-
tion of University Women ermöglichte den erfolgreichen Abschluß meiner
Studien und die Veröffentlichung dieses Buches. Während der Drucklegung
VII
waren Kollegen am Institut für Musikwissenschaft der Universität Mün-
chen, insbesondere Frau Dr. Roswitha Stelzle, in mannigfacher Weise be-
hilflich.
Mein herzlicher Dank für die Betreuung der Herausgabe geht nicht nur
an sie, sondern auch an den Verleger Herrn Hans Schneider und die
Druckerei Ernst Vögel, die bei allen Mißverständnissen, deren Klärung
durch die Entfernung oft erschwert und erheblich verzögert wurde, immer
eine beide Seiten befriedigende Lösung gefunden haben.
Cary, North Carolina, USA
im Januar 1982 Ivana Pelnar-Zaiko
VIII
INHALT
I. Allgemeine Voraussetzungen zur vorliegenden Arbeit .................... 1
1. Stand der Forschung ......................................................................... 3
2. Biographie Oswalds von Wolkenstein ........................................... 9
II. Bodenständige Tenorlieder ................................................................... 19
1. Grundsätze der Aufteilung .............................................................. 21
Des himels trone 21
2. Lieder in geradzeitiger Mensur ....................................................... 31
Ach, senliches leiden 31, Wol aufy wir wellen slafen 34, Freunt-
licher blick 35,
Mein herz jungt sich in hoher gail 39
3. Grundsätzlich dreizeitige Tenorlieder mit häufiger Rubrizie-
rung ...................................................................................................... 47
Wol auf, wol an 50, Ain graserin durch külen tau 51, Sim
Gredliy Grety mein Gr edelein 55, Froleich, so will ich aber sin-
gen 58
III. Kanons und Tenorlieder, die Merkmale genuiner Mehrstimmig-
keit aufweisen .......................................................................................... 61
1. Kanon und Hoquetus ........................................................................ 63
Nu rue mit sorgen 63, Mit gunstlichem herzen 65, Gar wunick-
leich hat sie mein herz besessen 66, Die minne fuget niemand 67,
HerZy prich 70
2. Tenorlieder ............ 72
Wach auf mein hört, es leucht dort her 72, Ain gut geboren
edel man 75
IV. Lieder, die unter dem Einfluß westlicher Mehrstimmigkeit stehen 79
1. Lieder mit dem Text im Diskant ................................................... 82
Du auserweltes schons mein herz 82
2. Doppeltextige Lieder ....................................................................... 87
Wol auf gesell, wer jagen wel 88, Los, frau, und hör des hornes
schall 97
3. Tenorlieder ........................................................................................ 100
Frölich, zärtlich, lieplich und klarlich, lustlich, stille, leise 100,
Freu dich, du weltlich creatür 104, Wer die ougen will verschu-
ren mit den hrenden 106, Vier hundert jar auf erd, die gelten
einen tag 107, Kom, liebster man 108, Ich klag, ich klag, ich
klag 110, Grasselick lif war hef ick dick verloren 111
IX
V. Zusammenfassung .................................................................................. 113
1. Zur handschriftlichen Überlieferung ............................................. 115
2. Oswald von Wolkenstein als Musiker ........................................... 120
Verzeichnis der mehrstimmigen Lieder ...................................................... 125
Quellenverzeichnis .......................................................................................... 129
Verzeichnis der Abkürzungen ....................................................................... 131
Verzeichnis der zitierten Literatur ............................................................... 133
Register ............................................................................................................. 137
X
I.
ALLGEMEINE VORAUSSETZUNGEN
ZUR VORLIEGENDEN ARBEIT