Table Of ContentRegine Herbrik
Die kommunikative Konstruktion imaginärer Welten
Wissen, Kommunikation und Gesellschaft.
Schriften zur Wissenssoziologie
Herausgegeben von
Hans-Georg Soeffner
Ronald Hitzler
Hubert Knoblauch
Jo Reichertz
Wissenssoziologinnen und Wissenssoziologen haben sich schon immer mit der Bezie -
hung zwischen Gesellschaft(en), dem in diesen verwendeten Wissen, seiner Verteilung
und der Kommunikation (über) dieses Wissen(s) befasst. Damit ist auch die kommunika -
tive Konstruktion von wissenschaftlichem Wissen Gegenstand wissenssoziologischer
Reflexion. Das Projekt der Wissenssoziologie besteht in der Abklärung des Wissens durch
exemplarische Re- und Dekonstruktionen gesellschaftlicher Wirklichkeitskonstruktionen. Die
daraus resultierende Programmatik fungiert als Rahmen-Idee der Reihe. In dieser
sollen die verschiedenen Strömungen wissenssoziologischer Reflexion zu Wort kommen:
Konzeptionelle Überlegungen stehen neben exemplarischen Fallstudien und historische
Rekonstruktionen stehen neben zeitdiagnostischen Analysen.
Regine Herbrik
Die kommunikative
Konstruktion
imaginärer Welten
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Zugleich Dissertation an der Technischen Universität Berlin 2009
1. Auflage 2011
Alle Rechte vorbehalten
© VS Verlag für Sozialwissenschaften | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2011
Lektorat: Frank Engelhardt
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Umschlaggestaltung: KünkelLopka Medienentwicklung, Heidelberg
Umschlagbild: Michael Perlbach
Gedruckt auf säurefreiem und chlorfrei gebleichtem Papier
Printed in Germany
ISBN 978-3-531-17585-0
Inhalt
Vorwort .................................................................................................................9
1 Das Spiel mit dem Imaginären als
exemplarisches Untersuchungsfeld ..............................................................11
1.1 Mittlere Transzendenz und Performanz ..................................................13
1.2 Die Charakteristik des Pen-and-Paper-Rollenspiels ................................18
2 Das theoretische Suchraster .........................................................................25
2.1 Kommunikation........................................................................................26
2.2 Das Imaginäre ..........................................................................................33
2.2.1 Das Imaginäre im Kontext sozialen Handelns ..............................34
2.2.2 Das Imaginäre im Rahmen der Literaturanthropologie ................36
2.2.3 Das Imaginäre als vorgängiges Potential .......................................41
2.3 Spiel ..........................................................................................................44
2.3.1 Spiel als Enklave in der alltäglichen Lebenswelt ..........................46
2.3.2 Spiel als kulturgenerierendes Phänomen .......................................48
2.3.3 Spiel als Distinktionsmerkmal für Gesellschaftstypen .................50
2.3.4 Spiel als soziale Begegnung ...........................................................53
2.3.5 Spiel als philosophisches Problem .................................................56
2.3.6 Spiel als Erkenntnismodus .............................................................58
2.3.7 Das Fantasy-Rollenspiel im Fokus der Wissenschaft ....................62
2.4 Abenteuer und Fantasy .............................................................................63
2.4.1 Abenteuer und Spiel .......................................................................65
2.4.2 Abenteuerroman .............................................................................67
2.4.3 Bildungsroman und Charakterentwicklung ...................................69
2.4.4 Kitsch und Kolportage ...................................................................70
2.4.5 Fantasy ...........................................................................................72
3 Erhebung, Sichtung und Interpretation audio-visueller Daten ...............79
3.1 Zugang zum Feld und Datenerhebung .....................................................79
3.2 Datenaufbereitung und -auswertung .......................................................81
3.3 Exkurs: Sequenzanalyse – ein Spiel ? ......................................................84
6
4 Bausteine der kommunikativen Konstruktion imaginärer Welten .........89
4.1 Verhandlung des Imaginären ...................................................................90
4.1.1 Grundformen: Narration und performative Sprechakte ................90
4.1.1.1 Literarisches Erzählen und Erzählen im Alltag ................92
4.1.1.2 Topische Organisation der Narration ................................96
4.1.1.3 Performative Äußerungen der Spieler
und die Rati(cid:191) zierung ihres Gelingens ............................101
4.1.1.4 Der Spielleiter als Übersetzer ..........................................105
4.1.2 Verhandlung der aktuellen Narration ..........................................107
4.1.2.1 Der Spielleiter als bedingt zuverlässiger Erzähler ..........107
4.1.2.2 Nachfrage, Abgleich und Annäherung............................109
4.1.2.3 Frage und Mutmaßung als Vorschlag ..............................110
4.1.2.4 Einspruch und Gegenrede ...............................................112
4.1.3 (Re-)Konstruktion eines gemeinsamen Gedächtnisses ...............117
4.1.4 Materiale Hilfsmittel ....................................................................125
4.1.4.1 Notizen als Unterlagengedächtnis ...................................126
4.1.4.2 Landkarten und Stadtpläne .............................................127
4.2 Rahmungshandlungen ............................................................................138
4.2.1 Herstellung einer gemeinsamen Situation ...................................138
4.2.1.1 Ebene der Lebenswelt des Alltags ...................................138
4.2.1.2 Spielregelebene ................................................................144
4.2.1.3 Spielwelt ...........................................................................146
4.2.2 Startsignale ...................................................................................151
4.3 Herstellung künstlicher Präsenz ............................................................154
4.3.1 Direkte Rede ................................................................................155
4.3.2 Gestik ...........................................................................................158
4.3.2.1 Kommunikationsstrukturierende Gestik ........................158
4.3.2.2 Gestik zur Darstellung der Spielwelt...............................164
4.3.2.3 Gestik der Spiel(cid:191) gur ........................................................168
4.3.2.4 Deixis am Phantasma ......................................................175
4.3.3 Bilder ............................................................................................182
4.3.4 Klangmalereien ............................................................................184
4.3.5 Erzeugen von Zeit- und Handlungsdruck ....................................186
4.3.6 Unterscheidung zwischen Spielerwissen
und Wissen der Figur ...................................................................189
4.4 Möglichkeitsdenken ...............................................................................191
4.4.1 Planung in Form von Entwürfen und Gegenentwürfen ..............192
7
4.4.2 Re(cid:192) exion alternativer Handlungsoptionen ..................................197
4.4.3 Komische Aus(cid:192) üge im Optativ ....................................................200
5 Die kommunikative Konstruktion imaginärer Welten –
Zusammenfassung und Ausblick ...............................................................205
Literatur ...........................................................................................................215
Anhang ..............................................................................................................223
Übersicht Videomaterial ....................................................................................223
Transkriptionssymbole .......................................................................................224
8
Abbildungsverzeichnis
Abb. 01 Landkarte ..................................................................................129
Abb. 02 Stadtplan ...................................................................................134
Abb. 03 Stopp-Geste 1 ...........................................................................159
Abb. 04 Stopp-Geste 2 ...........................................................................159
Abb. 05 Stopp-Geste 3 ...........................................................................160
Abb. 06 Stopp-Geste 4 ...........................................................................161
Abb. 07 Stopp-Geste 5 ...........................................................................162
Abb. 08 Stopp-Geste 6 ...........................................................................162
Abb. 09 Stopp-Geste 7 ...........................................................................162
Abb. 10 Drachenspur-Geste 1 ................................................................164
Abb. 11 Drachenspur-Geste 2 ................................................................165
Abb. 12 Drachenspur-Geste 3 ................................................................167
Abb. 13 Gestenübernahme 1 ..................................................................168
Abb. 14 Gestenübernahme 2 ..................................................................168
Abb. 15 Geste der Figur 1 ......................................................................169
Abb. 16 Geste der Figur 2 ......................................................................170
Abb. 17 Geste der Figur 3 ......................................................................170
Abb. 18 Geste der Figur 4 ......................................................................172
Abb. 19 Geste der Figur 5 ......................................................................172
Abb. 20 Geste der Figur 6 ......................................................................173
Abb. 21 Gebäudebeschreibung 1 ...........................................................176
Abb. 22 Gebäudebeschreibung 2 ...........................................................177
Abb. 23 Gebäudebeschreibung 3 ...........................................................177
Abb. 24 Gebäudebeschreibung 4 ...........................................................178
Abb. 25 Gebäudebeschreibung 5 ...........................................................178
Abb. 26 Gebäudebeschreibung 6 ...........................................................179
Abb. 27 Gebäudebeschreibung 7 ...........................................................179
Abb. 28 Gebäudebeschreibung 8 ...........................................................179
Abb. 29 Gebäudebeschreibung 9 ...........................................................179
Abb. 30 Bild ...........................................................................................182
Vorwort
Diese Studie entstand im Zusammenhang mit dem von der Deutschen Forschungs-
gemeinschaft geförderten Forschungsprojekt „Kommunikative Vermittlungs-
strategien des Imaginären“, das unter der Leitung von Hans-Georg Soeffner an
der Universität Konstanz durchgeführt wurde, und greift auf das innerhalb des
Projektes erhobene Datenkorpus zurück. Ihre Entstehung war eingebettet in den
Diskussionszusammenhang aller an diesem Projekt beteiligten Personen. Bei ihnen
allen möchte ich mich daher zuerst bedanken; allen voran bei Hans-Georg Soeffner
für seine Unterstützung, sein Vertrauen und für immer hilfreiche Hinweise und
Rückmeldungen.
Tobias Röhl, Mareike Barmeyer, Nathalie Haidlauf, Sebastian Hoggenmüller
und Tim Lorenz haben ebenfalls an der Projektarbeit mitgewirkt. Ihnen danke ich
für ergiebige Diskussionen und die wunderbare Zusammenarbeit. Für etliche Stun-
den gemeinsamen Interpretierens bin ich darüber hinaus allen dankbar, die sich
im Laufe der vergangenen vier Jahre zuerst im Rahmen der Doktorandengruppe
des Lehrstuhls Soeffner und dann auch in unterschiedlichen Kolloquien auf mei-
ne Fragestellung eingelassen haben, insbesondere Anne Sonnenmoser, Thorsten
Berndt, Andreas Göttlich, Michael Müller, Thilo Raufer und Michael Walter.
Danken möchte ich auch Natascha Zehetmaier, Sabine Petschke und Christian
Hönig für ihre Geduld bei der Transkription der Videodaten in Partituren, Judith
Glaesser, Gundula Becher-Herbrik, Maren Schoßmeier und Jule Lorenzen für all
die orthographischen und grammatikalischen Fehler, die dank ihrer Hilfe nicht
mehr im Text zu (cid:191) nden sind, und Luz Scherwinski für die graphische Bearbeitung
der Standbilder.
Ohne die Kooperationsbereitschaft der Spielerinnen und Spieler, die damit
einverstanden war en, sich beim Spielen aufnehmen zu lassen, hätte diese Arbeit
nicht in dieser Form verwirklicht werden können. Vielen Dank für euer Ver-
ständnis ! Oliver Hoffmann vom Verlag „Feder und Schwert“ und Michael Palm
vom „Seetroll“-Laden haben uns dankenswerter Weise den Einstieg in das Spiel-
genre mit ihrem Expertenwissen enorm erleichtert.
Ganz herzlich möchte ich mich auch bei Hubert Knoblauch, seinem Team und
bei Bernt Schnettler für die überaus gastfreundliche Aufnahme am Fachgebiet für
Allgemeine Soziologie der TU Berlin bedanken, wo ich unter günstigen Arbeits-
bedingungen die Möglichkeit hatte, meine Arbeit in einem weiteren Rahmen zu
diskutieren und fertig zu stellen.
Schließlich gilt es, jenen zu danken, die mich immer wieder ermutigt haben –
meinen Eltern, meinen Schwestern, Theo und meinen Freunden.