Table Of ContentDie deutschen
Chirurgenl~ongresse
seit der 50. Tagung
aus der Sicht ihrer Vorsitzenden
Herausgegeben von
K. H. Bauer und G. Carstensen
Mit 55 Abbildungen
Springer-Verlag Berlin Heidelberg GmbH
1983
Aus Anlaß der 75. Tagung
herausgegeben von
KARL HEINRICH BAUER
Vorsitzender
der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie
für die Jahre 1952 und 1958
Aus Anlaß des 100. Kongresses
fortgesetzt von
GERT CARSTENSEN
Präsident
der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie
für das Jahr 1975
ISBN 978-3-540-12265-4 ISBN 978-3-662-01578-0 (eBook)
DOI 10.1007/978-3-662-01578-0
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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1983
Ursprünglich erschienen bei Springer-Verlag Berlin Heidelberg New York 1983
VORWORT ZUR 75. TAGUNG
Die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie darf für sich in Anspruch
nehmen, mit ihrer Gründung im Jahre 1872 für Deutschland den Reigen
der späterhin zahlreichen fachwissenschaftlichen Gesellschaften eröffnet
zu haben.
Die Geschichte der ersten 25 Jahre schrieb FRIEDRICH TRENDELEN
BURG *, ein Mitbegründer und Mitgestalter unserer Gesellschaft.
,,50 Jahre Chirurgie" lautet der Titel eines Festvortrages, den das·Ehren
mitglied unserer Gesellschaft NIKOLAI GULEKE ** am 23. Juli 1954 auf
der Bayerischen Chirurgentagung in München hielt.
Die Geschichte der letzten 25 Chinugenkongresse jetzt schon schreiben
zu wollen, wäre verfrüht. Historie verlangt Abstand. Darüber, was wirk.
lieh Bestand hat, entscheidet immer erst die fernere Zukunft.
Eines aber darf vielleicht heute schon als Beitrag für die spätere
Geschichtsschreibung vorweggenommen werden, das sind die zwar stets
subjektiv gefärbten, gerade deshalb aber besonders aufschlußreichen
Erötfnungsreden der jeweiligen Vorsitzenden und ihre bislang ungedruck
ten Abschlußberichte. Die Ansprachen zu Beginn einer Tagung spiegeln das
wider, was der Betreffende zum Zeitpunkt "seines" Kongresses hinsicht
lich Themen und bezüglich aktueller Fragen unseres Faches offen auszu
sprechen für nötig fand. Die Abschlußberichte - nebenbei als echte
manu scripta auch graphologisch interessant! - sind, als eine Art von
"geheimer Dienstsache", Epikrisen an die Adresse des Nachfolgers.
Nun braucht man aber nicht zu befürchten, daß an den Verstorbenen
pietätlos gehandelt oder gar Geheimnisse preisgegeben würden. Sen
sationen oder Beichten enthalten diese Abschlußberichte nicht. Sie sind
aber als persönliche Auslassungen aufschlußreich, und beides, Eröffnungs.
ansprachen und Schlußberichte, zusammen ergeben "aus der Sicht ihrer
Vorsitzenden" ein anderes Bild der Kongresse, als die nüchternen
"Verhandlungen" selbst.
Natürlich wurde das Einverständnis der noch lebenden Vorsitzenden
eingeholt, und selbstverständlich mußte manches weggelassen werden,
* TRENDELENBURG, :FRIEDRICH: Die ersten 25 Jahre der Deutschen Gesell
schaft für Chirurgie. Ein Beitrag zur Geschichte der Chirurgie. Berlin: Springer
1923.
** GULEKE, N.: 50 Jahre Chirurgie. Festvortrag auf der Bayerischen Chirur
gentagung in München am 23. Juli 1954 [Langenbecks Arch. u. Dtsch. Z. Chir.
280, 1 (1954)].
V
sollten vor allem unnötige Wiederholungen vcrmieden werden. Auch
wird wohl jedermann Verständnis dafür haben, daß die leidige Politik
beiseite blieb. Wir sind ja alle froh, daß das übcrwunden und ver
gessen ist.
Zur Abrundung des Ganzen wurdc ciniges über die Gründung der
Gesellschaft sowie über die 1., 25. und 50. Tagung gebracht.
Zum Schluß ein ·Wort besonderen Dankes an Hcrrn Dr. Dr. h. c.
FERDINAND SPRINGER. Seit unscrer 47. Tagung (1923) ist er der Ver
leger unserer Kongreßverhandlungen. Immer ::;ind sie mustergültig,
zugleich aber von Band zu Band immer reichhaltiger ausgestattet. Der
1. Band enthielt seinerzeit 5 Holzschnitte und 1 Bildtafel, der letzte
Band war mit 433 Abbildungen überreich bedacht. Auch dieses Festheft
verdanken wir seiner großzügigen Hilfe.
Möchte das anspruchslose, der 75. Tagung zugedachtc Hcftchen
für den Nachwuchs als Ansporn wirkcn, dcnn
"Das Beste, was wir von der Geschichte haben,
ist der Enthusiasmus, den sie erregt"
(GOETHE)*.
Heidelberg, den 25. März 1958
K. H. BAUER
* GOETHE, J. W. v.: Maximen und Reflexionen (M. 495).
VI
VORWORT ZUM 100. KONGRESS
Das "anspruchslose Heftchen", das K. H. BAUER verfaßte und 1958
der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie anläßlich ihrer 75. Tagung als
Geschenk des Springer-Verlages übergab, wollte einer Geschichtsschrei
bung unserer Gesellschaft nicht vorgreifen, hat sich dennoch als histori
sche Quelle von hohem Rang erwiesen. Die Deutsche Gesellschaft. für
Chirurgie hat allen Grund, K. H. BAUER, dem in seltener Weise das Wort
mühelos zu Gebote stand, dankbar zu sein.
Die wohlwollende Aufnahme, die der Festschrift seinerzeit zuteil
wurde, legt den Versuch nahe, die Darstellung der Tagungen im Sinne
K. H. BAUERS fortzusetzen und mit dem ersten Kongreß-Säkulum ab
zuschließen.
Dem Vorwort von 1958 ist nichts hinzuzufügen, es gilt unverändert
auch für den Abschnitt der 75.-99. Tagung.
Die Ausführungen der Vorsitzenden lassen die Evolution der Chirur
gie erkennen, deren ungeahntes Ausmaß hohe Anforderungen an ihre
Bewältigung gestellt hat. Für eine historische Würdigung ist der zeit
liche Abstand noch zu kurz, für eine Bewertung dessen, was als chirurgi
scher Bestand bleibt, ist es noch zu früh.
Die neue Auflage der Festschrift von 1958 samt Ergänzung bis 1982
verdanken wir der Großzügigkeit von Herrn Dr. Dres. h. c. HEINZ GÖTZE.
Der Springer-Verlag hat das Heft wiederum vorzüglich ausgestattet.
Hatte damals Goethe das letzte Wort, soll dies Privileg heute unserem
Arzt-Kollegen FRIEDRICH VON SCHILLER zugestanden sein:
"Die Quelle aller Geschichte ist Tradition,
*
und das Organ der Tradition ist die Sprache."
Mülheim (Ruhr), im März 1983
G. CARSTENSEN
* Schiller, F. v.: Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universal
geschichte? (1789)
VII
INHALTSÜBERSICHT
I. Von der Gründung der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie
und vom ersten Kongreß (1872) in Berlin . . . . . . .. 1
11. Zur Vorgeschichte der Abschlußberichte der jeweiligen Vor-
sitzenden ....... 8
III. Von der 25. Tagung (1896) 17
IV. Von der 50. Tagung (1926) 25
V. Die 51.-74. Tagung (1927-1957). Eröffnungsansprachen
und Abschlußberichte . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
Von der 71. Tagung (1954): Begrüßungsansprache des dama
ligen Ministerialpräsidenten Dr. HANS EHARD, Ehrenbürger
der Stadt München, derzeit Präsident des Bayerischen Land-
tages 120
VI. Ausblick . . . . . . 139
VII. Die 75.-99. Tagung (1958-1982). Eröffnungsansprachen
und Abschlußberiehte . . . . . . . . . . . . . . . . . 141
Von der 75. Tagung (1958): Gedächtnisrede von Prof. Dr.
NICOLAI GULEKE auf ERNST VON BERGMANN, Festvortrag
von Prof. Dr. EMIL KARL FREY "Vom Sinn der Wissenschaft
aus der Sicht eines Chirurgen" 147
VIII. Ausklang. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 261
IX
1. VON DER GRüNDUNG DER DEUTSCHEN GESELLSCHAFT
FüR CHIRURGIE UND VOM ERSTEN KONGRESS (1872)
IN BERLIN
Die Geschichte der Chirurgie hat eine Reihe von Bearbeitern gefunden.
Hervorgehoben seien C. BRUNNER (H12G)1, W. V. BRUNN (19402 und
H1483) und speziell für die Anfänge der deutschen Chirurgie des 18. und
für die Ära ihres Aufstiegs im U1 .•J ahrhundert H. KILLIAN und G. KRÄ
MER (H151) 4. Letzteres Buch befaßt sich vor allem mit den Chirurgen
schulen im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz).
Abh.1. nie (~riinder (krlklltsdlt'Il (jes(~lhwhaft für Chirurgie (Repfmluktion (~ines Gemiildc8 aus
dem I~ang(~llb(~ck-VirdlOw-lIa1iH Ikrlill). Von links nach rechts: v. VOLKMA~N, V. ESMARCH,
V. HAl{])RJ~RBEN, V. LAN(l.E~BECK, BILUtOTH. P. V. BIU;XS, SnloN, GURLT
Die Gründung 1tnSeT(;r Gesellschaft fand bislang dreimal ihre Würdi
gung, 7:ucrst durch v. BERGMANN (Festansprache, 25. Tagung 189G), so
dann 1!12:{ durch das im Vorwort bereits erwähnte Buch von F. TREN
DELENBURG "Die ersten 2fi Jahre der Deutschen Gesellschaft für Chir-
1 Neue Deutsche Chirurgie, Berlin 1926.
2 Geschichtliche I';inflihrung in die Chirurgie. In M. KIRSCHNER U. O. NORD·
MANN: Die Chirurgie, 2. Auf!., Bd. r, Teil 1. Berlin 1940.
3 Kurze Geschichte der Chirurgie. Bann 1948.
4 Meister der Chirurgie und die deutschen Chirurgenschulen im deutschen
Raum. Stuttgart 1951.
1
urgie", und dann in der Eröffnungsansprache von E. BORCHERS auf der
70. Tagung 1953.
Zur Gründung der Gesellschaft war folgendes "an eine große Zahl
von Adressen versandte Circular-Schreiben" verschickt worden:
In Übereinkunft mit einer grossen Anzahl deutscher Chirurgen haben wir
beschlossen, eine Gesellschaft für Chirurgie in Verbindung mit einem jährlich wieder
kehrenden 3- bis 4-tägigen Congress an einem ständigen Versammlungsorte zu
gründen.
Dieser Entschluß ist hervorgegangen aus dem lebhaft gefühlten Bedürfniss, bei
dem stets wachsenden Umfang unserer Wissenschaft die chirurgischen Arbeits
kräfte zu einigen, uns durch persönlichen Verkehr den Austausch der Ideen zu
erleichtern und gemeinsame Arbeiten zu fördern.
Als ständiger Versammlungsort ist bis auf Weiteres Berlin und als Zeit des
ersten Congresses die Osterferien und zwar speciell für dieses Jahr die Tage vom
10. bis 13. April in Aussicht genommen.
Der mitunterzeichnete von LANGENBECK hat sich bereit erklärt, bei der ersten
Versammlung bis zur erfolgten Wahl des Vorstandes den Vorsitz zu übernehmen.
In der ersten Zusammenkunft wird es die Aufgabe der Gesellschaft sein, ausser
der Wahl des Vorstandes, eine Commission zu ernennen, welche die Organisation
der Gesellschaft und die Entwerfung ihrer Statuten in die Hand zu nehmen und
ihre bezüglichen Vorschläge den Mitgliedern zur Entscheidung noch vor Schluss
des ersten Congresses vorzulegen hat.
Nach erfolgter Constituirung der Gesellschaft wird die Aufnahme neuer Mit
glieder nur auf Vorschlag durch ein Mitglied und auf Beschluss durch einen für die
Prüfung derartiger Anträge niedergesetzten Ausschuss stattfinden können.
Wir bitten und hoffen, dass auch Sie gern unseren Plan unterstützen und der
Gesellschaft als Mitglied beitreten werden.
Ihre Bereitwilligkeit zum Beitritt wollen Sie bald gefälligst dem unterzeichneten
B. VON LANGENBECK kundgeben, damit ein Verzeichniss der Mitglieder bereits in
der ersten Sitzung vorgelegt werden kann. Zur Aufstellung der Tagesordnung
würde die Anmeldung von Vorträgen sehr erwünscht sein.
Der Vereinigungsort und das Sitzungslocal in Berlin wird demnächst in der
Deutschen Klinik, der Berliner medicinischen Wochenschrift, dem Bayerischen
medicinischen Intelligenzblatt, dem Medicinischen Correspondenzblatt des Würt
tembergischen ärztlichen Vereins, der Wiener medicinischen Wochenschrift und
der Wiener medicinischen Presse zur Kenntniss der Mitglieder gebracht werden.
B.v.LANGENBECK SIMON R. VOLKMANN
Professor in Berlin. Professor in Heidelberg. Professor in Halle.
Das erste Mitgliederverzeichnis umfaßt 130 Mitglieder, von denen 81
auf dem 1. Kongreß anwesend waren.
Die Gründungsstatuten
§ 1. Die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie hat den Zweck, bei dem stets
wachsenden Umfange der Wissenschaft, die chirurgischen Arbeitskräfte zu einigen,
durch persönlichen Verkehr den Austausch der Ideen zu erleichtern und gemeinsame
Arbeiten zu fördern.
§ 2. Die Versammlungen der Gesellschaft finden jährlich, bei Gelegenheit eines
in der Zeit vom 10 bis incl. 13. April abzuhaltenden Congresses statt, mit der
Maassgabe, dass es dem Vorsitzenden anheimgestellt wird, den Termin entsprechend
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